Die Geschichte des Busfahrens auf La Palma

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Busfahren auf La Palma 1910 – 2017: eine Bildergeschichte

 

Der erste Guagua vor 100 Jahren war ein Ford

Fernando Rodríguez ist der Macher der Website Palmeros en el Mundo. Unter den unzähligen Geschichten und Bildern, die er auf dieser Plattform zusammengetragen und selbst fotografiert hat, findet sich auch eine Abhandlung übers Busfahren auf La Palma in den vergangenen 100 Jahren. Natürlich ist auf der Internetseite von Fernando alles in spanischer Sprache gehalten, und deshalb haben wir von ihm die Erlaubnis erhalten, sie auf Deutsch für unsere Leser in Kürze nachzuerzählen und die Fotos zu verwenden. Weil die alten Guaguas so wunderschön waren, haben wir eine Bildergeschichte daraus gemacht.

 

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1907: Bevor die Ära der Busse auf La Palma anbrach, reiste man in komfortablen Pferdekutschen. 1910: Der erste Guagua auf La Palma war ein Ford-T-Modell. Registriert wurde er mit dem Kennzeichen 36 auf den stolzen Besitzer Máximo Cutillas.
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1911: Dieses Foto zeigt Busse in Los Llanos. Fernando Rodríguez berichtet auch, warum die Busse auf La Palma Guaguas genannt werden: Der Ausdruck stamme aus Kuba, wo das englische Wort “Wagon” als “Guagon” ausgesprochen wurde. Und daraus hat sich im Laufe der Zeit der feste Begriff “Guagua” entwickelt. 1928: Auf der Plaza de España in Los Llanos: Die Guaguas von José Pérez Rodríguez mit den Kennzeichen TF-2528, TF-2749 und TF-2750. Das Chassis und die Bauteile der Busse kamen per Schiff nach La Palma, woraufhin die Mitarbeiter der ersten Busgesellschaften die Gefährte von Hand zusammenmontierten.
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Anfang 20. Jahrhundert: Die ersten Busse auf La Palma waren ringsum offen, damit die Fahrgäste die schöne Landschaft betrachten konnten. … wenn es regnete, ließ man die an den Seiten der Guaguas befestigten Markisen herab.
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1930er-Jahre: Nun gibt es auch geschlossene Busse, denn rings um die Insel werden Straßen gebaut, und bei den Fahrten wird´s auch mal kühler. Allerdings war ein Ausflug mit einem Guagua immer noch etwas Besonderes, und man ließ sich stolz damit fotogafieren. 1936: Die Fahrt in den Norden war nicht ungefährlich. Dieses Foto zeigt einen abgerutschten Bus bei Barlovento. 
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1948: Der erste “Busbahnhof” in Santa Cruz de La Palma in der Avenida Marítima. Hier verlaufen heute eine Tempo-30-Straße und rechts der neue Hauptstadtstrand. Die 1950er auf La Palma: Junge Leute aus Los Llanos machen einen Ausflug. Jetzt gibt es zwei “Busfabriken” auf La Palma – eine Schlosserei in Santa Cruz und eine in Los Llanos und viele private Busbetriebe.
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29. November 1959: Die Straße nach Garafía wird eingeweiht. Zuvor konnten die Busse nur mit einer Liftkonstruktion über den Barranco de Gallegos gehievt werden, während die Fahrgäste zu Fuß durch die Schlucht gehen mussten. Der Lastenlift über den Barranco de Gallegos: Die Kabel waren rund 600 Meter lang und konnten bis zu 300 Kilo tragen.
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1960er-Jahre: Busaufgebot in San Andrés y Sauces. Die Straße in die Ostgemeinde von La Palma wurde übrigens erst 1940 gebaut. Die 1960er-Jahre: Der “Busbahnhof” von Los Llanos.
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1961: Busfahrt über die Puente Los Galguitos. 1960er-Jahre: Zum Shopping mit dem Bus nach Santa Cruz.
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Der legendäre Austin-Guagua, der ab den 1960er-Jahren über La Palma knatterte. Die Sociedad Cooperativa Transporte Insular de La Palma hat einen von ihnen liebevoll restauriert (aktuelle Fotos dazu von Fernando weiter unten). 1996: Ein Mercedes-Guagua hält an der Plaza Alameda in Santa Cruz de La Palma vorm Nachbau des “Kolumbus-Schiffes”.
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Heute: Moderner Bus auf La Palma. Der Guagua auf diesem Foto ist übrigens der Fahrschul-Bus: Wer heute auf La Palma Busfahren will, findet die Fahrpläne beim öffentlichen Nahverkehrsunternehmen Transportes Insular La Palma.
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Der Austin 1961: altes Blech in neuem Glanz zum Mieten! s
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Der Austin Baujahr 1961: Das Cabildo-eigene Unternehmen Sociedad Cooperativa Transporte Insular de La Palma hat den Oldie außen und innen liebevoll restauriert, und Fernando hat ihn fotografiert. Übrigens gibt es auf La Palma noch fünf dieser Austins – vier sind im Besitz des Cabildos, einer ist in privater Hand und steht in einer Garage.  Der schön renovierte Guagua des Cabildo ist der einzige, der eine Straßenzulassung hat. Man kann ihn übrigens mieten – eine witzige Idee für Feiern im Familien- und Freundeskreis.
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Fahrersitz und Armaturenbrett des Austin: im Jahr 1961 war alles schlicht und recht übersichtlich… Original von annodunnemal: Fahrscheine und Peseten.
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Längst vorbei: Zeiten, in denen Schaffner die Tickets in den Bussen verkauften. Blechschönheit: Die Details des Austin-Guagua sind beliebte Motive bei Fotografen.
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Wie heute: Schon dereinst galten die Guagua-Regeln “Fahrscheine bereithalten” und den “Fahrer nicht stören”. Guaguas auf La Palma: Die Fahrt mit ihnen ist bis heute ein Erlebnis. Der Amateurfilmer Helmut Schilling hat über eine abenteuerliche Reise mit dem Bus über die Isla Bonita schon 1980 einen Film gedreht. Der findet sich in unserem Artikel über Helmut im La Palma 24-Journal.
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Wir danken Fernando Rodríguez für die wunderschönen Fotos. Diese und die Informationen dazu hat er übrigens in fünfjähriger Detailarbeit zusammengetragen!

 

Fernando Rodríguez: Immer im Einsatz für La Palma!
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