Kanaren und La Palma: private und staatliche Postdienste

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Infos für Touristen: private und staatliche Postdienste auf den Kanaren und La Palma

 

Postkarten verschicken 2017:

Worauf man achten muss

Kaum zu glauben, aber wahr: In Zeiten von WhatsApp, Facebook und Co. ist es keineswegs „out“, den zuhause gebliebenen Lieben aus dem Urlaub eine Postkarte zu schicken. In Spanien stehen für die Beförderung der Urlaubsgrüße und anderer Sendungen seit der Liberalisierung des Post-Marktes 2011 zusätzlich zum Staatsunternehmen Correos auch private Dienstleister zur Verfügung. Unternehmen wie Swiss Post, Sun Post und Easy Post sind in touristischen Gebieten – auch auf den Kanaren – zu finden. Wir haben mal gecheckt, was man dabei beachten muss und was 2017 auf La Palma Sache ist.

 

Staatliche Post in Spanien: Correos hat seit der Liberalisierung des Post-Marktes 2011 Konkurrenz bekommen.

Die Staatliche Post in Spanien: Correos hat seit der Liberalisierung des Post-Marktes 2011 Konkurrenz von privaten Anbietern bekommen, die ebenfalls Karten und Briefe transportieren. Foto: Wikipedia

Anlass zu diesem Artikel gab das E-Mail einer Leserin des La Palma 24-Journals aus Leipzig. Sie machte im Februar 2016 auf Teneriffa Ferien, wo sie in Puerto de la Cruz in einem Geschäft an der Strandpromenade 30 Postkarten samt Briefmarken der Firma Sun Post kaufte. Nach dem Schreiben warf sie ihre Ferienbotschaften in den roten Sun Post-Briefkasten, der im Shop aufgestellt war: „Da konnte man doch nichts Arges denken – aber das ist nun mehr als ein Jahr her, doch nicht eine einzige der Karten hat ihren Adressaten erreicht“, schreibt uns die Urlauberin aus Leipzig empört.

Sie steht mit ihren schlechten Erfahrungen im Blick auf alternative Postdienstleister nicht allein da. Ein Blick ins Internet offenbart so manchen Kommentar von Kanarenreisenden aus verschiedenen Ländern, die ihre Postkarten per Sun Post, Easy Post oder Swiss Post verschickt haben und sich wundern, weil die Urlaubsgrüße erst nach Wochen oder Monaten – und dann oftmals nur teilweise – eintrudeln und in manchen Fällen sogar nach einem Jahr noch immer nicht in der Heimat angekommen sind. Positive Rückmeldungen gibt es auch, allerdings weit weniger als Beschwerden – die jeweiligen Ursachen für nicht zugestellte Sendungen müssen die Betroffenen mit den Post-Unternehmen direkt klären (siehe Links am Ende dieses Artikels).

Hotel Sol in Puerto Naos: Eine der 30 Stationen, an denen es Briefmarken und Postkarten von Swiss Post gibt. Fotos: Hotel/La Palma 24

Hotel Sol in Puerto Naos: Eine der 30 Stationen auf La Palma, an denen es Briefmarken und Postkarten von Swiss Post gibt. Fotos: Hotel/La Palma 24

Eines geht jedoch aus den Internet-Kommentaren klar hervor: Touristen kennen sich mit dem Post-System in Spanien verständlicherweise nicht aus. Auf was man beim Postkartenversand achten muss, erläutern wir am Beispiel von La Palma, wo neben der Staatspost Correos das Unternehmen Swiss Post über seine Vertriebgesellschaft Asendia Spain Fuß gefassst hat.

Postdienste auf La Palma: Correos und Swiss Post

Auf Anfrage des La Palma 24-Journals erklärte Swiss Post-Mediensprecherin Jaqueline Bühlmann, dass es im März 2017 auf La Palma 30 Briefkästen gebe, die Asendia Spain betreibe: “Acht davon befinden sich in Hotels, 22 in Shops, und es ist möglich, dass noch weitere dazukommen”.

Eine dieser Niederlassungen hat Swiss Post im Hotel Sol-Supermarkt in Puerto Naos eingerichtet: Hier werden Postkarten und Briefmarken von Swiss Post verkauft; außerdem sind Postwertzeichen der spanischen Staatspost Correos erhältlich. An der Kasse des Supermarkts steht auch der Swiss Post-Briefkasten, wo Postkarten mit den von dieser Firma “Prepaid Stickers” genannten Marken eingeworfen werden können.

Swiss Post-Briefkasten im Hotel Sol-Supermarkt: etwas orangener als die gelben Correos-Boxen. Foto: La Palma 24

Swiss Post-Briefkasten im Hotel Sol-Supermarkt: etwas orangener als die gelben Correos-Boxen. Foto: La Palma 24

Das Hotel Sol bescheinigte dem La Palma 24-Journal, dass die Gäste, die seit einigen Monaten den Swiss Post-Service nutzen, „damit im Großen und Ganzen zufrieden“ seien. Der Grund, warum´s funktioniere: Sol-Mitarbeiter sortieren die Briefe und Karten vor der Abholung sicherheitshalber im Blick auf die Frankierung. Denn natürlich kommt es immer wieder vor, dass die Gäste nicht darauf achten, ob sie auf ihre Urlaubsgrüße ein Portomittel von Swiss Post oder von Correos geklebt haben.

Dabei ist das Sortieren nach Angaben von Jaqueline Bühlmann eigentlich überflüssig: “Seit August 2014 besteht eine Vereinbarung zwischen Correos und Asendia Spain hinsichtlich des Austausches von Postkarten”. Sprich: Sowohl Postkarten, die einen sogenannten Prepaid Sticker der Swiss Post tragen und in einem Briefkasten von Correos landen – als auch umgekehrt – werden befördert. Die Mediensprecherin in der Schweiz betont, dass dieser Austausch gut funktioniere.

Swiss Post-Prepaid Sticker: unterscheidet sich deutlich von den Correos-Briefmarken. Sogar das Inseltourismusamt von La Palma wirbt hier für seine Internetseite. Foto: La Palma 24

Swiss Post-Prepaid Sticker im März 2017: Sogar das Inseltourismusamt von La Palma wirbt hier für seine Internetseite www.visitlapalma.es. Foto: La Palma 24

Das Verhältnis von Swiss Post und Correos lief nicht immer reibungslos: 2015 klagte die Staatspost gegen Asendia Spain wegen der zahlreichen mit Swiss Post-Marken frankierten Sendungen in ihren Briefkästen und der allgemeinen Verunsicherung im Blick auf die Postwertzeichen. Zunächst gab der Oberste Spanische Gerichtshof der Staatspost recht und erklärte, dass nur Correos das Recht habe, in Spanien Briefmarken zu verkaufen. Im Februar 2016 wurde dieser oberste Richterspruch allerdings revidiert, berichtet Jaqueline Bühlmann: “Das neue Urteil beinhaltet, dass die Rechte von Correos nicht verletzt werden, sofern die Portomittel, die ein privater Postdienstleister zur Verfügung stellt, nicht zu Verwirrung oder Verwechslung hinsichtlich der Identität beziehungsweise Herkunft der Frankierung führt.” Deshalb unterscheide sich die “Aktivität von Asendia Spain im Blick auf den Verkauf der Swiss Post-Prepaid Sticker in Spanien heute deutlich von den Correos-Wertzeichen”.

Correos-Briefmarken (links)

Correos-Briefmarken (links) mit dem Bild des spanischen Königs Felipe VI: anderes Design als die Prepaid-Sticker von Swiss Post (oben). Foto: La Palma 24

Der Correos-Sprecher in Santa Cruz de La Palma bestätigte gegenüber dem La Palma 24-Journal, dass die Zusammenarbeit mit Asendia Spain 2017 gut laufe: “Mit Swiss Post-Briefmarken versehene Postkarten werden von uns ohne Probleme ins Verteilerzentrum auf Teneriffa transportiert”. Und die Toleranz geht sogar noch etwas weiter. Zwar gibt es dem Correos-Sprecher zufolge bislang noch keine Verkaufsstellen von Sun Post oder Easy Post auf La Palma, aber dennoch landen Postkarten mit den Prepaid Stickern dieser Firmen in Correos-Briefkästen – insbesondere in der Hauptstadt Santa Cruz. Grund: Kreuzfahrer kaufen die Sun Post– oder Easy Post-Briefmarken bei Landgängen zum Beispiel auf Teneriffa, Gran Canaria oder Madeira, wo diese privaten Postdienstleister vertreten sind, schreiben ihre Grüße aus dem Urlaub aber erst später und werfen sie bei einem Landausflug auf La Palma ein. “Wir leiten diese Postkarten wie auch die von Swiss Post ins Verteilerzentrum auf Teneriffa weiter”, versichert der Correos-Sprecher.

Postkarten verschicken in Spanien 2017

Fazit: Die Urlauber sollten – eigentlich – beim Briefmarkenkauf in Souvenirläden oder Supermärkten immer genau hinsehen, welcher Postunternehmen-Name auf den bunten Briefmarken steht und ihre Postkarten später in den Briefkasten des entsprechenden Postdienstes werfen. Glaubt man den Ausführungen des Correos-Sprechers in Santa Cruz de La Palma, ist man auf der Isla Bonita aber selbst bei Verwechslungen auf der sicheren Seite, und der Gruß an die Lieben zuhause wird – zumindest bis ins Verteilerzentrum auf Teneriffa – weitergeleitet.

Correos Espana: Die 300 Jahre alte Spanische Staatspost gilt nach wie vor als sichere Schiene. Pressefoto Correos

Correos España: Die 300 Jahre alte Spanische Staatspost gilt nach wie vor als sichere Schiene. Pressefoto Correos

Bei der Bewertung der schlechten Erfahrungen mit den privaten Postdienstleistern muss man im Einzelfall genau hinsehen. Viele Faktoren spielen eine Rolle – darunter auch die Handhabe der Postkarten in den beteiligten Shops oder Hotels. Generell gilt der staatliche Postservice Correos, der 2016 seinen 300. Geburtstag feierte, nach wie vor als nicht unbedingt super-schnelle, aber sichere und damit empfehlenswerte Schiene. Übrigens gibt es im Internet eine Übersichtkarte, um die nächstgelegenen Briefkästen in Ihrem Urlaubsgebiet zu finden.

Last but not least: Wir veröffentlichen natürlich gerne Erfahrungen unserer Leser im Blick auf alle Postanbieter auf La Palma. Schreiben Sie Ihre Postcard-Erlebnisse unten ins Kommentarfeld, um andere zu informieren.

Gelber Correos-Briefkasten.

Gelber Correos-Briefkasten.

Internet-Adressen der Postdienstleister:

Beschwerdeformular Sun Post 

Website mit Kontaktformular Easy Post 

Website Swiss Post via Asendia Spain

Website Correos España 

Internet-Service: Auf dieser Website findet man auch im Urlaub Briefkästen in der Nähe der Ferienwohnung.

Internet-Service: Auf dieser Website findet man auch im Urlaub Briefkästen in der Nähe der Ferienwohnung.

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4 Antworten zu "Kanaren und La Palma: private und staatliche Postdienste"

  1. Hermann van Bremen  31. marzo 2017 at 08:38

    werde nie wieder einen privaten postdienst benutzen, habe im dezember geburtstagsgruesse mit swisspost nach deutschland geschickt, diese waren über 4 wochen unterwegs, obwohl korrekt im swisspost briefkasten vor dem shop deponiert, außerdem ist das porto deutlich teurer
    gruss von la palma

  2. Brigitte  1. abril 2017 at 09:16

    Ich habe zweimal, zu unterschiedlichen Zeiten, Postkarten mit Swisspost verschickt.
    Keine ist in Deutschland angekommen.

  3. geli  24. mayo 2017 at 21:23

    Bin seit einer Woche zurück aus La Palma,meine vor Dos Pinos abgesandten Karten von vor 3Wochen sind nicht angekommen.

  4. christian  14. julio 2017 at 14:19

    Das eigentliche Problem hier auf TF, Correos ist nicht besser.
    Sowohl was der Empfang als auch der Versand von Briefen funktioniert nur zuverlässig wenn per Einschreiben versendet wird. Normale Briefe verschwinden ständig.
    Laufzeiten von mehr als 10 Tagen sind eher die Regel.

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