La Palma Künstler: Der Maler Peter Hermans

 

Peter-Hermans-Titel-right

Ausstellung noch bis zum 22. November 2015 in der Avenida 17 in Tazacorte

Peter Hermans: „Keine Angst vor Rot, Gelb und Blau: Die Vielfarbigkeit ist die Aufgabe!“

 

Peter Hermans ist auf La Palma kein Unbekannter. Seine farbefrohen Werke waren schon im Casa Massieu in Tazacorte, auf der Feria LIBERARTE in Los Cancajos und im La Luna in Los Llanos zu sehen. Noch bis zum Sonntag, 22. November 2015, präsentiert er seine vom Fauvinismus und Kubismus geprägten Gemälde im neuen „Ort der schönen Künste“ in Tazacorte. Wir haben ihn in der „Avenida 17“ getroffen…

 

Peter-Hermans-Two-Friends2

Peter Hermans Hommage an seine “Vorbilder”: Pablo Picasso und Henri Matisse auf den Kanaren, obwohl die beiden großen Künstler niemals auf den Inseln waren. Titel dieses Gemäldes: “Two Friends visiting the Canarian Islands”. Foto: La Palma 24

Peter Hermans ist erst der zweite Künstler, der in der im Oktober 2015 eröffneten Avenida 17 in Tazacorte ausstellt. Nach der Premierenschau mit den realistischen Landschaften und Porträts des palmerischen Malers Pedro Fausto zeigt der gebürtige Holländer ein echtes Kontrastprogramm. Denn seine Werke geizen nicht mit Farbe, veranlassen den Betrachter immer wieder Neues zu entdecken und lehnen sich an den Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Fauvismus und die um 1907 folgende Kubismus-Bewegung an. Dem Fauvinismus bereitete der Maler Henri Matisse den Weg – der Kubismus wurde maßgeblich von Pablo Picasso und Georges Braque geprägt. Und diese Maler der klassischen Moderne haben Peter Hermans zum fröhlichen Schaffen inspiriert:

Matisse und Picasso sind zwei meiner großen Vorbilder. Das sieht man auch auf meinem Bild mit dem Titel „Two friends visiting the Canarian Islands“. Ich habe die beiden auf den kanarischen Inseln zusammengebracht, obwohl sie nie hier waren, aber sie waren gute Freunde. Die linke Seite des Bildes habe ich so kreiert, wie Picasso eventuell die Kanaren gemalt hätte, und rechts sieht man, wie Matisse das meiner Ansicht nach getan hätte (schmunzelt).

Peter Hermans Bild "End of a Dream":

Peter Hermans Gemälde “End of a Dream”: La Palma-Auswandererträume kritisch ins Bild gesetzt. Wie immer muss man genau hinschauen, und jeder Betrachter entdeckt etwas Neues, nur für ihn Sichtbares – das muss nicht immer mit der Intention des Malers konform gehen und macht die Bilder des Holländers, der seit 14 Jahren auf La Palma lebt, so spannend. Tipp: Aufs Foto klicken, damit man es groß sehen kann. Foto: La Palma 24

Mal humorvoll, mal ernst setzt Peter Hermans seine Eindrücke um, die er in seinen 14 Jahren auf La Palma gewonnen hat. Das Bild „The End of a Dream“ zum Beispiel handelt von Auswanderern, die auf La Palma das Paradies suchen. So zeigt die eine Seite des Gemäldes die schöne Seite des Insellebens – auf der anderen Seite sieht man einen Stuhl mit einer entschwindenden Gestalt. Peter Hermans erläutert diese Darstellung von Licht und Schatten:

Ich war schon vor 40 Jahren zu Besuch auf La Palma. Damals war ich so begeistert, dass  ich mir vornahm, hier mal zu leben. Als ich pensioniert wurde, setzte ich diesen Traum um, habe mir ein altes Haus in Puntagorda gekauft, es renoviert und mir dort im Garten ein Atelier eingerichtet. Aber das Paradies gibt es nicht. Zum Beispiel kommen auch viele Paare zusammen hierher und trennen sich dann wegen verschiedener Stresssituationen, und auch auf La Palma wird gestorben. Ich selbst musste einen schweren Einschnitt in meinem Leben bewältigen, als ich vor neun  Jahren einen Schlaganfall erlitt.

Peter Hermans: "The Fire encloses Fuencaliente":

Peter Hermans: “The Fire encloses Fuencaliente”: künstlerische Darstellung des großen Waldbrandes auf La Palma von 2009, der große Teile des Südens in Mitleidenschaft zog. Foto: La Palma 24

Zwei Jahre konnte der heute 70jährige nichts schaffen, weil seine Hände gelähmt waren. Aber der Künstler biss sich durch und schwingt seit rund fünf Jahren wieder den Pinsel. Die nun in der Avenida 17 in Tazacorte gezeigte Serie stammt – bis auf ein kleines Bild – aus seiner „Neuzeit“. Peter Hermans erklärt seine Malweise, die zumeist realistisch-abstrakt ist:

Ich lege mich nicht auf einen Stil fest, ich habe auch Bilder, die mehr abstrakt sind. Inspiriert werde ich dabei von Landschaften, Menschen oder Gebäuden auf La Palma, und die Leute fragen mich zum Beispiel „Ist das die Brücke von San Andrés y Sauces?“. Aber nein – alles ist fiktiv. Wichtig sind immer die Farben, wobei mich das Licht auf La Palma anregt. Die Vielfarbigkeit ist die Aufgabe, denn man muss die Farben wie bei der Glasmalerei gut gegeneinander setzten. Die Mischung von Form und Farbe prägt den eigenen Stil.

Glas-in-Beton-Arbeit des gelernten

Glas-in-Beton-Arbeit des Experten in Sachen “monumentale Kunst”: Aufträge dieser Art fertigte Peter Hermans bis zu seiner Pensionierung in Kanada, den USA und Europa. Foto: Archiv Peter Hermans

Im Blick auf dieses Zusammenspiel kann Peter Hermans viel Erfahrung aus seinem früheren Leben in die Waagschale werfen. Er wurde nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren, sondern wuchs als Kind armer Eltern in Südholland nahe der belgischen Grenze auf. Schon im zarten Alter von acht Jahren malte er Bilder und verkaufte sie, nur um mit diesem Geld wiederum Farbe und Leinwand anzuschaffen. In ganz jungen Jahren absolvierte Peter Hermans dann eine Ausbildung zum Glasmaler, denn sein Vater hielt trotz eines Stipendiums nichts von einem Studioso als Sohn:

Tagsüber arbeitete ich in einer Glaswerkstatt, und nur samstags hatte ich Zeit, um nebenher an der Akademie in Maastricht Kurse in Keramik und Zeichnen zu besuchen. Mit 18 Jahren ging ich nach Kanada, um Geld zu verdienen und gleichzeitig weiterstudieren zu können. Schon nach einem Jahr saß ich dort fest im Sattel, denn in Kanada gab es damals eine große Nachfrage nach Experten mit meiner Erfahrung in Kirchenkunst im Blick auf Glasmalerei und moderne, religiose Bildhauerei, mit denen ich schon Erfahrung im katholischen Süden von Holland hatte. An den Wochenenden bildete ich mich am Toronto College of Art weiter.

Peter Hermans: Skulpturen waren sein "Hobby", obwohl ihm die Arbeit als Kirchenkünstler dazu kaum Zeit ließ. Foto: Archiv Peter Hermans

Peter Hermans: Skulpturen waren sein “Hobby”, obwohl ihm die Arbeit als Kirchenkünstler dazu kaum Zeit ließ – zwei seiner neuesten sind in der aktuellen Ausstellung in der Avenida 17 zu sehen. Foto: Archiv Peter Hermans

Für freies künstlerisches Schaffen wie Malen und seine zweite Leidenschaft, das Bildhauen, hatte Peter Hermans damals kaum Zeit. Auftragsarbeiten in Sachen „monumentale Kunst“ in Kanada, den USA und in späteren Jahren wieder in Europa hielten ihn in Atem, „nebenbei“ gab er noch Unterricht. Seit er auf La Palma lebt, ist das anders geworden: Heute lebt und malt er gemütlich in Puntagorda und kocht leidenschaftlich gerne vor allem asiatische und orientalische Gerichte – im Gegenzug erledige seine Frau Ita die lästige Arbeit am Rechner, so Peter:

Ich bin eher ein Computermuffel, meine Frau managt das. Denn ich bin irgendwie ein altmodischer Maler… Eigentlich hätte ich 100 Jahre früher leben müssen, dann hätte ich mehr Spaß (lacht).

Wie immer ist das aber nicht ganz so ernst gemeint. Denn obwohl Peter Hermans sagt, er sei ein Computermuffel und wolle seine Bilder am liebsten gar nicht verkaufen, weil sie für ihn „wie seine Kinder“ seien, hat er die HEF gegründet. Dies steht für „Hermans Exclusive Faximile“ – eine Firma, über die der Künstler hochwertige Repliken seiner Gemälde zu erschwinglichen Preisen herstellen lässt:

Die Qualität dieser Kunstdrucke ist sehr gut! Der Drucker, der sie in Amsterdam herstellt, arbeitet zum Beispiel  auch fürs Reichsmuseum in Amsterdam oder für den Louvre in Paris. Die Farben kommen absolut identisch heraus, und mir passiert es, dass ich die Drucke nicht vom Original unterscheiden kann. Jedes dieser Faximile hat eine Nummer, so dass auch sie unnachahmlich sind.

Peter Hermans "Mother and Child": Auch dieses Werk ist als Kunstdruck erhältlich - angefertigt hat es der holländische Maler nach einer Zeichnung von Michelangelo. Foto: La Palma 24

Peter Hermans “Mother and Child”: Auch dieses Werk ist als Kunstdruck erhältlich – interpretiert hat es der holländische Maler nach einer Zeichnung von Michelangelo. Foto: La Palma 24

Die Preise der zertifizierten Kunstdrucke bewegen sich von 200 bis 1.500 Euro. Ein Original von Peter Hermans würde mindestens das Dreifache kosten. Kaufinteressenten erhalten alle weiteren Infos bei der Ausstellung in der Avenida 17 in Tazacorte, die noch bis zum Sonntag, 22. November 2015, zu sehen ist. Öffnungszeiten: täglich von 11 bis 14 Uhr und von 18 bis 20 Uhr, am Sonntag von 11 bis 14 Uhr. Der Künstler ist oft anwesend – wer ihn sicher antreffen will, sollte vorab unter Telefon 922.49.31.31 einen Termin ausmachen. Auch nach Ende dieser Ausstellung können Peter Hermans-Fans sich mit ihm direkt ins Benehmen setzen.

 

Adressen des Künstlers auf La Palma und im Web

Peter Hermans, Camino la Oliva 5, Puntagorda, Isla de La Palma, Canarias

E-Mail: palmarte@movistar.es

Website von Peter Hermans: www.peter-hermans.com

Website der HEF-Painting-Company: www.hef-painting.nl

Internet-Adresse für Giclees: www.salomeartventure.com

Übrigens: Die junge Galerie “Avenida 17” ist immer auf der Suche nach Talenten. Interessierte Künstler und Kunsthandwerker erfahren alles über die Philosophie und die Ausstellungsmodalitäten bei der Gründerin des neuen Kulturraums in Tazacorte Dr. Alexa Kröger und in diesem Artikel – hier klicken.

 

Noch ein paar Impressionen – Peter Hermans heute und gestern…

w s
Peter-Hermans-Avenida-17-Tazacorte Peter-Hermans-Painting-the-Landscape
Noch bis Sonntag, 22. November 2015: Ausstellung mit Werken von Peter Hermans in der neuen Galerie “Avenida 17” in Tazacorte – an der Hauptstraße des Oberdorfs in der Nähe der Kirche. “Painting the Landscape”: Bild von Peter Hermans mit Eindrücken von La Palma – manche denken, das wäre die Brücke von San Andrés y Sauces – aber alles ist “nur fiktiv”!
Peter-Hermans-Erinnerung-Suedfrankreich1 Peter-Hermans-Divided-Cube-1971
Auch das kommt bei Peter Hermans vor: Erinnerungen an seine Jugendzeit in Südfrankreich… Eine der monumentalen Werke von Peter Hermans: “Divided Cube” – geteilte Würfelskulptur aus dem Jahr 1971.
Peter-Hermans-Margaretha-Boghe Peter-Hermans-Bild1
Peter Hermans Interpretation eines flämischen Malers der Dame Margarethe Boghe: Man achte auf die Hände – die eine hält eine Blume als damaliges Malersymbol für die Tugend einer Frau, die andere ein Kugel. Peter: “Die Ehe ist auch nicht immer so leicht…” “Joys of Summer” – noch ein Bild von Peter Hermans aus der Erinnerung an Urlaube in Südfrankreich gemalt, das derzeit in der Galerie “Avenida 17” in Tazacorte ausgestellt ist.
Peter-Hermans-Jung-und-aelter Peter-Hermans-Skulptur1
Peter Hermans: heute und in jungen Jahren auf einem Bild im Hintergrund. Skulptur von Peter Hermans in der Aussstellung in der Avenida 17 in Tazacorte.
 Peter-Hermans-Skulptur2 sPeter-Hermans-Ima2-sw
 Noch eine Arbeit des Künstlers: Heute sind seine Werke lange nicht mehr so monumental wie früher. Last but not least: Peter Hermans und seine Frau Ita van der Ploeg, die ihm nicht nur die Arbeit am Computer abnimmt…

 

 

Print Friendly

Antwort zu "La Palma Künstler: Der Maler Peter Hermans"

  1. Crystel  21. noviembre 2015 at 10:38

    Ein grossartiger, liebens-und lesenswerter Artikel über einen grossartigen Künstler mit seiner lebensbejahenden-fröhlichen Ita, Stütze seines Lebens. Überzeugt euch selbst von der Genialität seiner aussergewöhnlichen Werke.
    Morgen, Sonntag, 22.11.2015 ist bis 14 Uhr die letzte Gelegenheit in Tazacorte.
    Eine Orientierungshilfe: Die Galerie befindet sich direkt an der Hauptstrasse RIchtung Hafen neben einem grün gestrichenen Haus.
    Liebe Grüsse
    Crystel

Artikel kommentieren

E-Mail-Adesse wird nicht veröffentlicht



X

Newsletter anmelden

Email Adresse
Vorname
Nachname