La Palma Zigarren: Puros Artesanos Julio

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Zigarrendrehen auf La Palma gestern und heute:

Bei Julio in Breña Alta kann man

den Chinchaleros über die Schulter schauen

 

Puros Artesanos Julio in Breña Alta: In elegantem Ambiente kann man das traditionelle Kunsthandwerk des Zigarrendrehens live erleben. Fotos: La Palma 24/Julio

Puros Artesanos Julio in Breña Alta: Im elegantem Ambiente von heute drehen die Chinchaleros die Zigarren genau wie einst. Chef Julio (oben rechts vorn) arbeitet mit und fachsimpelt mit den Besuchern. Fotos: La Palma 24/Julio

Kenner in aller Welt wissen sie zu schätzen: Die Puros Palmeros – Zigarren aus La Palma. In kleinen Familienbetrieben mit Hingabe gedreht, können sich einige von ihnen mit internationaler Premium-Ware messen. Wie die palmerischen Zigarren entstehen, kann man bei Puros Artesanos Julio im Breña Alta-Ortsteil San Pedro miterleben.

Die Gebrüder Julio und David Cabrera Rodríguez in San Pedro setzen Rauchzeichen, denn sie wollen in ihrer jüngst renovierten Manufaktur mehr als Zigarren verkaufen: Auf einem Bildschirm zeigen sie, wie der Tabak auf der Isla Bonita angebaut wird, Musik aus Kuba und antike Übersekoffer erinnern daran, dass rückwandernde Palmeros die Puro-Kultur einst aus der Karbik mitbrachten, alte Fotos, Puppen und antike Radios runden das mit viel Liebe geschaffene Ambiente ab.

Denn Zigarrendrehen ist ein Kunsthandwerk mit Tradition – bis heute hat sich an den Abläufen und Gerätschaften so gut wie nichts verändert. So arbeiten die Chinchaleros auch bei Puros Artesanos Julio an einer uralten Drehbank gleich am Eingang des Ladens mit der gleichen Technik wie einst. Die Besucher können ihnen über die Schulter schauen und noch mehr: Julio hat jetzt auch das Lager neben dem Geschäft schick gemacht, damit Interessierte sehen können, was vor dem Drehen passiert: Hier sind Säcke mit getrockneten Tabakblättern, Regale mit Verschnitt und Zigarrenrohlingen sowie alte Formen und Pressen ausgestellt. Ganz hinten im Lager-Museum steht nochmal eine “Drehbank”, an der manchmal Julios Papa Puros fabriziert.

Doch in der Manufaktur gibt es nicht nur optische Infos. Julio ist immer zu einer kleinen Fachsimpelei über den Puro Palmero bereit. Uns hat er erklärt, wie der Tabakanbau und die Kunst des Zigarrendrehens im ausgehenden 19. Jahrhundert nach La Palma kamen:

Die Palmeros waren früher sehr arm, woraufhin viele von ihnen nach Kuba und Venezuela auswanderten. Dort arbeiteten sie auf Tabak-Plantagen und in den Zigarrenbetrieben, wo sie alles über Kultivierung, Verarbeitung und Mischungsvarianten lernten. Mit diesem Wissen kehrten einige von ihnen zurück nach La Palma und begannen hier mit dem Anbau. Denn sie erkannten, dass sowohl das Klima und die milden Passatwinde als auch der Boden ideale Bedingungen boten.

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Das Lager von Puros Artesanos Julio: Hier können die Besucher den Tabak anfassen und vor allem riechen – Regale sind mit Verschnitt und Rohlingen gefüllt, in einem Raum lagern Säcke mit getrockneten Blättern. Mittendrin dreht Julios Papa seine Puros und steckt sich schon auch mal einen an. Fotos: La Palma 24

Breña Alta, Mazo, Santa Cruz und El Paso entwickelten sich Mitte des 19. Jahrhunderts zu Hochburgen der Tabakwirtschaft, die bis 1967 prächtig florierte. Dann setzte eine Blauschimmelplage dem Aufschwung ein Ende, und erst in den 1980er-Jahren begann sich die Branche wieder zu erholen. Heute ist Breña Alta die Hochburg der Chinchaleros, zu denen auch das Familienunternehmen von Julio gehört:

Mein Bruder und ich haben Puros Artesanos Julio im Jahr 2000 gegründet. Das Know-how haben wir von unserem Vater gelernt. Er hatte zwar keine eigene Firma, arbeitete aber immer in Zigarren-Betrieben. Ich wusste schon mit zwölf Jahren, wie man einen Puro dreht.

Der Chef sitzt zwar nicht an der „Drehbank“, denn er muss sich um Qualitätskontrolle und Administration kümmern. Aber er ist allzeit bereit, Besuchern seiner Manufaktur in dem kleinen Gässchen Calle Cabaiguán 14 im Breña Alta-Ortsteil San Pedro gleich um die Ecke vom Zigarrenmuseum zu erklären, wie´s geht. Auch unseren Lesern gibt Julio Einblicke:

Für das “Media”-Sortiment von Puros Artesanos Julio werden Tabaksorten nach natürlich geheimen Rezepten gemischt und zum Zigarrenrohling, dem sogenannten Tirulo, mit der Hand zusammengedrückt. Dann schneidet der Purero das Umblatt zu und wickelt es um die Einlage. Anschließend wird alles in die Zigarrenform gepresst. Zum Schluss schneidet der Zigarrendreher das Deckblatt mit der Chaveta zu und rollt es spiralförmig um den gepressten Rohling. Bei der Herstellung des “Premio”-Sortiments von Puros Artesanos Julio besteht die Zigarre auch innen nur aus Blättern, wobei die Deckblätter von höchster Qualität sind.

Je nachdem entstehen so fünf verschiedene Versionen von Premio-Puros und acht Variationen im Media-Bereich der Julio-Edition. Palmeros beispielsweise verlangen meist kräftige Mischungen mit einem dunklen Deckblatt. Zigarrenliebhaber aus Gran Canaria oder Touristen bevorzugen laut Julio dagegen aromatisch-weiche Geschmacksnoten mit hellen Deckblättern. Der Jefe verrät auch die Zusammensetzung der bei Puros Artesanos Julio verwendeten Tabake:

Die so ausgezeichneten Zigarren kann man direkt in der Manufaktur in der Calle Cabaiguán 14  erwerben. In Supermärkten entdeckt man sie nicht, denn Julio vertreibt seine Schätze in ausgewählten Bars und Restaurants oder zum Beispiel in einem Juwelierladen in Los Llanos. Und außerdem auf Hochzeiten, wo den Gästen laut Julio traditionell nicht nur gutes Essen, sondern auch ein feiner Puro gereicht wird:

Wer sich die kunsthandwerkliche Herstellung der Puros Palmeros anschauen will, findet mit diesem Lageplan zu Julio: Auf der Hauptstraße von San Pedro aus Richtung Süden kommend gleich nach dem Zigarrenmuseum in links abbiegen und sofort wieder rechts hinein in die kleine Calle Cabaiguán.

Lageplan zur Anfahrt zu Puros Artesanos Julio.

Seit jeher gehört es auf La Palma bei großen Familienfeiern zum guten Ton, einen Puro Palmero anzubieten. Heute greifen dabei übrigens nicht mehr nur die Herren zu – die Damen lassen sich inzwischen ebenfalls gerne mal eine Zigarre schmecken, das zeigen auch die vielen Bilder vom Día de Los Indianos in Santa Cruz de La Palma.

Mehr Informationen über die kunsthandwerklich hergestellten Zigarren von Puros Artesanos Julio finden sich auf der Website der Manufaktur – auf diesen Link klicken.

Puros Artesanos Julio: Das rechte Foto zeigt das Geschäft von außen, das linke das daneben befindliche Lager. Wer sich die kunsthandwerkliche Herstellung der Puros Palmeros anschauen will, findet die Manufaktur so: Auf der Hauptstraße von San Pedro aus Richtung Süden kommend gleich nach dem Zigarrenmuseum in links abbiegen und sofort wieder rechts hinein in die kleine Calle Cabaiguán. Auf den Lageplan oben klicken, dann kann man es sich besser vorstellen. Fotos: La Palma 24

Puros Artesanos Julio: Das rechte Foto zeigt das Geschäft von außen, das linke das daneben befindliche Lager. Wer sich die kunsthandwerkliche Herstellung der Puros Palmeros anschauen will, findet die Manufaktur so: Auf der Hauptstraße von San Pedro aus Richtung Süden kommend gleich nach dem Zigarrenmuseum links abbiegen und sofort wieder rechts hinein in die kleine Calle Cabaiguán. Auf den Lageplan oben klicken, dann kann man es sich besser vorstellen. Fotos: La Palma 24

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