Rauchen am Steuer in Spanien 2017

dgt-foto-ablenkungen-rauchen-am-steuer-titel

Rauchen am Steuer in Spanien 2017 – Achtung: Fake-News im Internet!

 

Der Glimmstängel im Auto ist eigentlich erlaubt, aber…

Früher galt es als lässig – heute ist es verpönt oder sogar verboten: Rauchen hinterm Steuer. In Australien, Kanada, Südafrika, den USA und Zypern herrscht absolutes Rauchverbot im Auto, in Frankreich, Italien, Griechenland und England drohen Bußgelder, wenn der Wagenlenker einen Glimmstängel zwischen den Zähnen und Minderjährige an Bord hat. Wir sind der Frage nachgegangen, wie es in dieser Hinsicht aktuell in Spanien aussieht.

 

Immer wieder in den sozialen Netzwerken: Die Fakenews übers Rauchverbot im Auto in Spanien.

Immer wieder in den sozialen Netzwerken: Die Fakenews übers Rauchverbot im Auto in Spanien. Auf der Website SocialDrive wurde die Falschmeldung als solche gekennzeichnet.

Anlass zu diesem Artikel gaben schon seit längerem und nach wie vor kursierende Posts in den sozialen Medien, die von einem Rauchverbot am Steuer in Spanien und damit verbundenen Bußgeldern von bis zu 4.000 Euro und vier Punkten für Kraftfahrer mit spanischem Führerschein sprechen. Doch wie immer gilt Vorsicht im Blick auf die “Meldungen” auf Facebook, Twitter und Co.

Denn hier handelt es sich wie so oft um Fake-News, auch wenn sie hartnäckig immer wieder auftauchen. Schon im Februar 2017 hatte die Dirección General de Tráfico (DGT) eine Gegendarstellung veröffentlicht: „Rauchen beim Fahren ist kein Vergehen. In den sozialen Netzwerken wird gepostet, dass dies ein Bußgeld von 4.000 Euro nach sich ziehen würde – das ist eine Falschmeldung!“

Die DGT weist darauf hin, dass Rauchen am Steuer nur dann strafbar sei, wenn es den Fahrer so ablenke, dass die Straßenverkehrssicherheit gefährdet werde. Zugrunde liegt hier der Artikel 18.1 des Reglamento General de Circulación, laut dem ein Kfz-Lenker verpflichtet ist, seine Aufmerksam kontinuierlich aufs Fahren zu richten, um seine eigene Sicherheit und die der Fahrzeuginsassen sowie die Sicherheit der Menschen auf der Straße zu gewährleisten. Dieser Gesetzestext gilt übrigens auch im Blick auf Essen, Trinken oder andere Ablenkungen am Steuer.

Mobil-Telefonieren und WhatsApp-Schreiben am Steuer: Unter allen Ablenkungen im Auto sind dies laut DGT in Spanien die Unfallverursacher Nummer 1.

Mobil-Telefonieren und WhatsApp-Schreiben am Steuer: Unter allen Ablenkungen im Auto sind dies laut DGT in Spanien die Unfallverursacher Nummer 1. Foto: DGT

Von den Konzentrationsfallen gibt es viele – und mehr als 39 Prozent aller Unfälle in Spanien gehen nach Untersuchungen der DGT auf sie zurück: Der Blick aufs Navi oder das Herumspielen an neuer Technologie am Armaturenbrett gehören ebenso dazu wie sich am Rückspiegel schminken, in Taschen kramen, mit Mitfahrern herumalbern oder Zeitung lesen. Nummer 1 der Unfallverursacher im Blick auf die Ablenkungen ist laut DGT das Telefonieren und WhatsAppen. Und so wird der Gebrauch von Mobilgeräten beim Fahren grundsätzlich mit einer Multa von 200 Euro und 3 Punkten sanktioniert.

Wann sind Rauchen und andere Ablenkungen am Steuer in Spanien strafbar?

Herumspielen am Armaturenbrett: schöne neue Welt lenkt ab. Foto: DGT

Herumspielen am Armaturenbrett: schöne neue Welt lenkt ab. Foto: DGT

Abgesehen vom Handy-Gebrauch gibt es bisher für keine der beschriebenen Ablenkungen am Steuer Bußgelder in Spanien. Doch wie eingangs bereits angeschnitten, können Rauchen, Essen, Trinken, Schminken, Herumalbern und ähnliches ebenfalls strafbar werden – und zwar immer dann, wenn dies andere Verkehrsteilnehmer in Mitleidenschaft zieht. Das Strafmaß richtet sich nach der Schwere des so verursachten Unfalls – das spanische Verkehrsrecht unterscheidet auch hier zwischen leichten, schweren und sehr schwerwiegenden Delikten. Fazit: Die Ahndungspalette reicht von Bußgeldern und Punkten bis hin zu Führerscheinentzug oder sogar Gefängnisstrafen. Und nicht zu vergessen: Bei Schäden oder Unfällen durch Unachtsamkeit fangen auch die Versicherungen an zu zicken…

Nicht zu fassen: ignorante Wagenlenker, die ihre brennenden Kippen aus dem Auto werfen. Foto: DGT

Nicht zu fassen: ignorante Wagenlenker, die ihre brennenden Kippen aus dem Auto werfen. In Spanien und auch auf den Kanarischen Inseln und La Palma kann dies durchaus einen Waldbrand auslösen. Foto: DGT

Im Blick aufs Rauchen hinterm Steuer ist eines natürlich schon längst absolut verboten: Keinesfalls darf man in Spanien brennende Kippen aus dem Fenster werfen! Die DGT warnt, dass das 200 Euro und vier Punkte kostet – mindestens! Denn wenn die Zigarette andere Verkehrsteilnehmer verunsichert oder gar verletzt und womöglich zu Unfällen führt – besonders gefährdet sind natürlich Zweiradfahrer – geht es ganz schnell von der bußgeldschweren Verwarnung in Richtung Strafrecht. Im heißen Spanien und auf den Kanarischen Inseln ist außerdem die Gefahr ganz real, dass ein aus dem Auto geworfener Glimmstängel einen Waldbrand verursacht. Kaum zu glauben, aber wahr: Man sieht auf La Palma dennoch immer wieder Ignoranten, die ihre Fluppen achtlos in die Landschaft schnippen – selbst in der Waldbrand-Extremrisikozeit von Juni bis Oktober.

Rauchen im Mietwagen: positive Entwicklung!

Emily Forsberg und Philipp Reiter: Die beiden Bergläufer waren während der Transvulcania auf La Palma und fuhren mit e

Emily Forsberg und Philipp Reiter: Die beiden Bergläufer düsten während der Transvulcania mit einem Mietwagen von La Palma 24 über die Isla Bonita – und haben darin natürlich nicht geraucht. Nach Erfahrung von Miki lassen selbst Raucher die Zigarette im gemieteten Auto weg – freiwillig. Foto: Jordi Saragossa

Last but not least: Wer in Spanien und auf der Kanareninsel La Palma mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte die Raucher-Bedingungen der jeweiligen Firma erfragen und die Verträge genau lesen. La Palma 24-Geschäftsführer Michael Nguyen zum Beispiel bringt unübersehbare Nichraucher-Aufkleber in den Autos an. Nach vielen Jahren Erfahrung im Mietwagen-Bereich verzeichnet er eine postive Entwicklung: „Früher wurde in unseren Fahrzeugen viel mehr geraucht, wir hatten oft Brandlöcher auf den Sitzen, und es stank ganz fürchterlich – aber heutzutage ist das stark zurückgegangen, ich schätze mal, dass noch zwei bis drei Prozent aller unserer Kunden im Auto rauchen.“ Nach wie vor nicht so lecker für die La Palma 24-Mitarbeiter sind allerdings die Rückstände und Flecken, die beim Essen und Trinken in den Mietwagen entstehen. Das machen die Touristen in ihrem eigenen Heilixblechle zuhause wohl eher nicht so…

Hier ein Spot, der Teil der DGT-Kampagne gegen Ablenkungen im Auto ist. Motto: 99 Prozent Deiner Konzentration sind beim Autofahren nicht genug…

 

Print Friendly

Artikel kommentieren

E-Mail-Adesse wird nicht veröffentlicht



X

Newsletter anmelden

Email Adresse
Vorname
Nachname