La Palma: 10 Jahre Rock´n´Roll mit den Tihyua Cats

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10 Jahre Tihyua Cats – Manolo Villalba erklärt die Geburtstagsüberraschungen

„Wir dachten niemals, dass wir soweit kommen”

Heute sind die Tihuya Cats auf La Palma bekannt wie ein bunter Hund, aber auch auf den anderen Kanareninseln, in Spanien und in vielen anderen Ländern kennt man die Rock´n´Roller von der Isla Bonita in der Szene. Das war vor zehn Jahren noch ganz anders, als die Tihuya Cats mit den Proben in der Garage von Manolo Villalba in El Paso begannen. Der Bandgründer gab uns zum 10. Geburtstag ein paar Ein-, Aus- und Rückblicke.

 

Tihuya Cats-Stammformation: Manolo Villalba

Tihuya Cats-Stammformation (v.l.n.r): Manolo Lee Villalba, Ralf Honking Martens, Martina Tequila Martens und vorn Rachel San Blas alias Kelly Cat.

Manolo, 2016 feiern die Tihuya Cats den 10. Geburtstag ihres allerersten Auftritts. Hättet Ihr gedacht, dass Ihr mal solange zusammenspielt?

Manolo Villalba: Niemals… Hier auf La Palma kommt es sehr selten vor, dass eine Band zehn Jahre lang zusammenbleibt. Als wir anfingen, hätten wir nie geglaubt, dass wir einmal so bekannt werden und soweit kommen. Eigentlich wollten wir nur ein bisschen rock´n´rollen… Heute kennt unsere Band ein Großteil der Menschen auf La Palma – einschließlich vieler Touristen. Aber dank den sozialen Netzwerken und unseren Konzerten kennen uns auch Leute der Rock´n´Roll-Szene auf allen Kanareninseln, einschließlich Spanien und viele Menschen in Deutschland, Holland, Finnland, den USA, Mexiko, Japan und anderen Ländern.

Vor 10 Jahren war Euer Musikstil auf La Palma nicht besonders populär. Warum haben sich die Tihuya Catas für den Rock´n´Roll entschieden?

Manolo: Es war die Musik, die Rachel und mir gefiel und gefällt. Und wir lieben auch die damit verbundene Ästhetik, diese Art zu leben. Es ist mehr, als nur Musik zu machen, es ist tatsächlich ein Lebensstil.

Rachel und Manolo: Rock´n´Roll ist ein Lebensstil.

Rachel und Manolo: Rock´n´Roll ist ein Lebensstil.

Kannst Du das ein bisschen ausführlicher erklären?

Manolo: Nun, wenn ich zum Beispiel Urlaub machen, dann reise ich immer an einen Rock´n´Roll-Platz. Ich gehe in den Ferien niemals in ein Hotel und werfe mich in den Pool. Ich suche vielmehr, Gleichgesinnte zu finden, mit denen ich mich unterhalten, und mit denen ich feiern kann. Fast alle Leute in der Rock´n´Roll-Szene sind miteinander verbunden, und fast alle leben wir auf die gleiche Art und Weise.

Dieser Lebensstil drückt sich ja zum einen in Form von Kleidung und Frisuren im Stil der 50er-Jahre aus. Aber hat sich auch die rebellische Mentalität dieser Jahre gehalten, die sich gegen das Establishment in den USA richtete?

Manolo: "

Manolo: “Die rebelllische Haltung in der Rock´n´Roll-Szene hält sich bis heute – hier sind Menschen aus der ganzen Welt versammelt, Nationalität und Rasse spielen für uns keine Rolle”.

Manolo: Ja, in der Rock´n´Roll-Szene sind Menschen mit offenen und kämpferischen Ansichten versammelt, und so hält sich die rebellische Haltung von einst bis heute. Auf den Festivals treffen sich Leute aus aller Herren Länder, Menschen aller Rassen und jeden Alters. Uns gefällt es, frei zu sein, die Musik zu genießen. Für uns sind der gegenseitige Respekt und das gemeinsame Erlebnis wichtig, und uns eint der Anspruch, auf eine alternative Art zu leben.

Glaubst Du, dass alle Leute, die in die Konzerte der Tihuya Cats gehen, so denken?

Manolo: Das weiß ich nicht genau, denn der Rock´n´Roll ist inzwischen zu einer Art traditioneller Musik geworden, jeder kennt die Musik und Interpreten wie Elvis. Deshalb gehen viele in ein Konzert und denken, sie erleben da etwas Konservatives, aber tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Sie hören und sehen Musik und Einstellungen, die liberal und eher rebellisch sind. Vielleicht bewirkt das ja, dass Leute bei den Konzerten und dem Erleben unserer Welt ein bisschen umdenken…

Rock´n´Roller beim 4-Gatos-Festival in Puerto Naos: Fans aus aller Herren Länder treffen sich zu Lebensfreude pur.

Rock´n´Roller beim 4-Gatos-Festival in Puerto Naos: Lebensfreude international.

Wie fühlst Du Dich eigentlich? Als Palmero, als Spanier oder als Europäer?

Manolo: Ich fühle mich als Europäer und als Afrikaner (lacht), denn in La Palma gibt es viele Einflüsse der Berberkultur, aus der die Ureinwohner von La Palma stammen. Und mir gefällt Europa – zumindest bis jetzt – für mich ist es ein Beispiel für Toleranz, jeder kann hier gut leben und respektvoller Umgang mit dem anderen ist ein fester Wert. Nodamerika zum Beispiel ist dagegen ganz anders, in Nordamerika ziehen sie die Pistole wegen nichts und wieder nichts (lacht), die meisten dort sind sehr konservativ. Aber in Europa glücklicherweise nicht, im Moment funktioniert hier alles gut, ich fühle mich gut und ich hatte niemals und an keinem Ort in einem europäischen Land Probleme.

Drei CDs haben die Tihuya Cats schon veröffentlicht: Zum Geburtstag gibts Songs auf Vinyl und ein Album.

Drei CDs haben die Tihuya Cats schon veröffentlicht: Zum Geburtstag gibts Songs auf Vinyl und ein Album.

Die vielen Reisen der Tihuya Cats sind ja nicht ganz billig. Kannst Du inzwischen von Deinem Einkommen als Musiker leben?

Manolo: Natürlich nicht. Man braucht eine feste Arbeit, und das Musikgeschäft ist eben ein Zubrot. Wir machen einfach Musik, weil es uns gefällt, und nicht, weil es sich lohnt. Deshalb arbeite ich auch als Kunsthandwerker, wobei ich alte Möbel restauriere sowie traditionelle Messer und Lanzen für den Salto de Pastor anfertige, denn ich bin gelernter Schreiner und Messerschmied.

Apropos Geld: Ihr habt ja anlässlich des 10. Geburtstages der Tihuya Catas ein Crowdfunding gestartet…

Manolo:… ja, nach den drei Alben, die wir schon veröffentlicht haben, wollten wir etwas Besonderes machen. Wir planen, eine Vinylschallplatte mit vier Songs und eine Live-CD herauszugeben. Wir brauchen allerdings nicht wirklich eine Finanzierung, das würden wir auch ohne Crowdfunding problemlos hinbekommen. Aber wir wollen, dass unsere Fans an dieser Edition teilhaben. Die Idee ist, dass unsere Unterstützer später sagen können, sie waren die Produzenten dieser Alben. Wer sich am Crowdfunding beteiligt, kann verschiedene Beträge einzahlen – von fünf bis 1.000 Euro. Und jeder Beitrag ist mit einem Gegenwert verbunden. Zum Beispiel gibt es die Möglichkeit, die vier Songs auf Vinyl und ein unveröffentlichtes Stück herunterzuladen, oder man kann die Schallplatte bestellen. Dann kann man auch die Platte und die Live-CD mit 20 Songs erhalten. Außerdem gibt es spezielle Shirts und Aufkleber, für Crowdfunding-Teilnehmer mit hohem Einsatz bieten wir Privatkonzerte. Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei, los geht´s ab fünf Euro.

Tihuya Cats-Derivat: Kelly & The Brighton Ramblers.

Tihuya Cats-Derivat: Kelly & The Brighton Ramblers.

Was ist auf dem Geburtstagsalbum zu hören?

Manolo: Auf der CD sind so gut wie alle Musiker zu hören, die jemals bei den Tihuya Cats gespielt haben – und ein paar Freunde. Wir haben die Stimme der Tihuya Cats – Rachel San Blas alias KellyCat – aufgenommen. Außerdem zu hören sind meine Wenigkeit am Kontrabass, Martina Tequila Martens am Schlagzeug, Ralf Honking Martens am Saxophon, Pablo Villalba am Schlagzeug, Carlos Del Bosque Uncle Charly auf der Gitarre… Und es gibt Stücke mit Hector Ragtone Quintero und Klaus Wild Cat De Franceschi, meinen Kollegen von den Brighton Rumblers.

Brighton Rumblers, Kelly & The Brighton Rumblers, Tihuya Cats: Diese verschiedenen Bandnamen auf Euren Plakaten sind für Nicht-Insider verwirrend. Kannst Du mal die Unterschiede erklären?

Brighton Rumblers: harte Jungs machen Basic-Rock´n´Roll.

Brighton Rumblers: Hector, Klaus und Manolo lassen es so richtig krachen.

Manolo: Die Brighton Rumblers covern ausschließlich die Stray Cats, es ist eine Hommage an diese Gruppe und den Neo-Rockabilly der 80er-Jahre. Dabei spielt Hector Quintero den Kontrabass, Klaus De Franceschi die Gitarre und ich bin am Schlagzeug. Diese Musikrichtung darf man nicht mit dem alten Rockabilly von Johnny Cash oder Elvis verwechseln! Mit den Tihuya Cats machen wir retro-amerikanische Musik, das heißt, eine Mischung aus allem: ein bisschen Rockabilly, ein bisschen klassischen Rock´n´Roll, ein bisschen alten Rhythm & Blues, Swing etc… Und wenn wir unter dem Namen Kelly & The Brighton Rumblers auftreten, läuft folgende Show ab: Wir fangen mit sehr klassischem Rockabilly an, dann hat Rachel ihren gesanglichen Auftritt, wobei wir weniger puristischen Rock´n´Roll auffahren, und zum Schluss kommt ein energiegeladener, wilder Auftritt der Brighton Rumblers.

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Tihuya Cats: Alles Gute zum Geburtstag und keep on rocking!

Werden Deine nächsten 10 Jahre auch unter dem Motto „Keep on Rocking“ mit den Tihuya Cats stehen? Mit allen Instrumenten, die Du spielst – Schlagzeug, Kontrabass, Gitarre und mehr?

Manolo: Das würde mir schon gefallen! Von meinem heutigen Standpunkt aus betrachtet, würde ich ja sagen, denn ich fühle mit gut und stark. Chuck Berry ist ja auch schon 83 und macht immer noch Rock´n´Roll und spielt gute Musik… Man weiß halt nie nichts Genaues nicht (lacht).

Wir danken Manolo Villalba für das Gespräch und wünschen den Tihuya Cats ein tolles Geburtstagsjahr und eine weitere, erfolgreiche Zukunft.

Weitere Infos zu den Tihuya Cats und Crowdfunding:

Crowdfunding 10 años Tihuya Cats 

Tihuya Cats auf Facebook

Tihuya Cats auf Youtube 

Tihuya Cats auf Myspace

 

 

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Antwort zu "La Palma: 10 Jahre Rock´n´Roll mit den Tihyua Cats"

  1. frisuren machen  4. abril 2017 at 05:03

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