Der Vivero des Umweltamtes in Puntallana

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La Palma – Puntallana: Der Vivero de Flora Autóctona

Gefährdete einheimische Arten

werden gezogen und an jedermann verkauft

Viele Residenten der Kanareninsel La Palma kennen den „Vivero“ in Puntallana und kaufen schon auch mal dort für ihren Garten ein. Denn der „Pflanzenkindergarten“ des Umweltamtes von La Palma hegt und pflegt gefährdete einheimische Gewächse aller Art.

 

Der Vivero ist leicht zu finden: liegt an der Straße, die von Puntallana zur Playa de los Nogales hinabführt. Foto: La Palma 24

Der Vivero ist leicht zu finden: liegt an der Straße, die von Puntallana zur Playa de los Nogales hinabführt. Foto: La Palma 24

Die endemische Flora auf La Palma umfasst rund 200 Arten. Einige von ihnen sind vom Aussterben bedroht, und so betreibt die Inselverwaltung schon seit Jahren den „Vivero de Flora Autóctona“  im Osten der Isla Bonita – ganz einfach zu finden an der Straße, die von Puntallana hinab zur Playa de los Nogales führt. „Zum einen vermehren unsere Mitarbeiter hier die gefährdeten Spezies und führen zudem Kampagnen zur Wiederaufforstung durch“, erklärt Inselumweltrat Juan Manuel Gonzáez Luis die Ziele der Einrichtung.

Vivero Puntallan: fachkundige Gärtner beraten die Kunden. Foto: La Palma 24

Vivero Puntallan: fachkundige Gärtner beraten die Kunden. Foto: La Palma 24

„Zum anderen produzieren wir für den Verkauf an Residenten, Touristen, Firmen und öffentliche Einrichtungen.“ Damit werde indirekt auch die Verbreitung exotischer, nicht-einheimischer Flora auf der Insel minimiert.

Mehr als 10.000 Exemplare endemischer Gewächse  seien in den vergangenen Jahren vom Vivero hinaus in die Welt gegangen, so der Chef vom Medio Ambiente. „90 Prozent wurden von Privatpersonen erworben, 10 Prozent wurden bei großen Projekten von Unternehmen der öffentlichen Hand auf La Palma ausgepflanzt.“

 

Vivero Puntallan: In den Gewächshäusern werden die gefährdeten Arten klimatisiert großgezogen. Foto: La Palma 24

Vivero Puntallan: In den Gewächshäusern werden die gefährdeten Arten klimatisiert großgezogen. Foto: La Palma 24

 

Preise richten sich nach den Topfgrößen

Wer sich für den Kauf der Zöglinge im Pflanzenkindergarten von Puntallana interessiert, muss folgendes über die Preisstaffelung wissen: „Die Preise hängen von der Größe des Topfes ab, nicht von der Gattung“, erklärt Félix Manuel Medina vom Umweltamt La Palma auf eine Anfrage des La Palma 24-Journals.

Preise im Vivero Puntallana: richten sich nach den Topfgrößen. Foto: La Palma 24

Preise im Vivero Puntallana: richten sich nach den Topfgrößen. Foto: La Palma 24

Geregelt seien diese Preise in einer Verordnung aus dem Jahre 2012. Demnach bezahlt man für kleine Pflanzen unter einem Liter Erde im Topf einen Euro, von einem bis zwei Litern Topfgröße zwei Euro und ab sechs Litern drei Euro. Gewächse in Kübeln mit 10 bis 15 Litern kosten 10 Euro, ab 20 Litern 25 Euro, ab 25 Litern 50 Euro, und für die ganz großen Bäume in Töpfen mit mehr als 85 Litern Erde muss man 100 Euro hinlegen. Die Verordung zeigt außerdem Rabatte bei großen Abnahmemengen.

Der Pico de Fuego: Beispiel dafür, dass die gefährdeten endemischen Arten auch sehr dekorativ sein können. Foto: Cabildo de La Palma

Der Pico de Fuego: Beispiel dafür, dass die gefährdeten endemischen Arten auch sehr dekorativ sein können. Foto: Cabildo de La Palma

 

 

Auf unsere Anfrage beim Umweltamt im Blick auf den Einkauf im Vivero in Puntallana erhielten wir eine gute Nachricht: Seit einiger Zeit kann man demnach direkt im Büro des Pflanzenkindergartes bezahlen – auch mit Kreditkarte. Zuvor war das etwas schwieriger – einige erinnern sich vielleicht noch: Man musste zuerst seine Gewächse aussuchen, dann zur Bank in Puntallana hinauf fahren und bezahlen, anschließend ging´s wieder hinunter zum Vivero, wo man nach Vorlage des Einzahlungsbelegs zum guten Schluss seine Pflänzchen ins Auto packen durfte.

Technik im Vivero: wird ständig verbessert. Fotos: Cabildo de La Palma

Technik im Vivero: wird ständig verbessert. Fotos: Cabildo de La Palma

 

Pflanzenkindergarten Puntallana immer moderner 

Last but not least: Der “Vivero de Flora Autóctonahat noch den Anhang “Centro de Rehabilitación de Fauna Silvestre” im Namen. Denn hier werden nicht nur gefährdete Pflanzen, sondern auch verletzte Wildtiere gehegt und aufgepäppelt.

Befreite Tortuga: Der Abdruck am Hals von den Kunststoff-Fangleinen bleibt. Foto: Reserva Marina La Palma/Tamia Brito

Auch Tiere, wie diese Tortuga Boba, die sich in einem Fischernetz verfangen und verletzt hatte, werden in Puntallana eingeliefert und – wenn es geht – gesund gepflegt. Foto: Reserva Marina La Palma/Tamia Brito

Die Anlagen in Puntallana wurden erst kürzlich für knapp 125.000 Euro modernisiert – 85 Prozent der Kosten übernahm der Europäische Fond für landwirtschaftliche Entwicklung. Heute gibt es unter anderem wassersparende, automatisches Systeme zur Steuerung der Bewässerung und des Klimas in den Gewächshäusern. Außerdem wurde die Umzäunung verbessert, um Wildtiere von den Pflanzen fernzuhalten. In naher Zukunft soll außerdem ein umweltfreundiches Energiesystem aus Windkraft und Solarpanelen installiert werden.

Vivero Puntallana Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr. Telefon: 647.421.317.

 

 

 

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