Exotische Haustiere Kanaren: bis 2. August 2014 anmelden!

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Exotische Haustiere auf La Palma jetzt registrieren!

Meldepflicht soll unkontrollierter Ausbreitung entgegenwirken – schon jetzt Riesenproblem auf Gran Canaria mit hunderten Kettennattern

 

Wer auf den Kanarischen Inseln ein exotisches Tier als Mitbewohner hat, muss es bis spätestens Samstag, 2. August 2014, anmelden. Dies teilte jetzt die oberste Naturschutzbehörde der Kanarenregierung mit. Die Dirección General de Protección de la Naturalza del Gobierno de Canarias weist außerdem darauf hin, dass auch entflohene Tiere unverzüglich anzuzeigen sind. Denn die Ausreißer können der heimischen Natur ganz schön zusetzen, wie die Invasion der kalifornischen Kettennatter auf Gran Canaria zeigt.

Fundación Neotrópico auf Teneriffa hat alle Hände voll zu tun: Immer mehr exotische Tiere werden ausgesetzt. Foto: Stiftung Neotrópico

Fundación Neotrópico auf Teneriffa hat alle Hände voll zu tun: Immer mehr exotische Tiere werden ausgesetzt. Foto: Stiftung Neotrópico

 

So wird´s gemacht: Das Meldeformular für die Exoten steht auf der Website der Behörde zum Download bereit. Einfach ausfüllen und bei einem der Meldeämter auf La Palma abgeben. Seit August 2013 ist die Haltung von exotischen Tieren im spanischen Gesetz geregelt. Wer schon zuvor einen inzwischen verbotenen Exoten erworben hat, kann ihn nach Angaben der Kanarenregierung durch die jetzt geforderte Regierstrierung legalisieren.

Schlangen, Aras, Leguane, seltene Schildkröten und ähnlich ausgefallenes Getier sind schon seit rund zwei Jahrzehnten nicht nur in kanarischen Wohnzimmern in Mode. Oftmals werden sie jedoch ausgesetzt oder entkommen aus Unachtsamkeit ihrer Halter. Fazit: „Weltweit und insbesondere in sensiblen Ökosystemen wie auf den Kanarischen Inseln wird so die biologische Artenvielfalt gefährdet“, erklärt die Naturschutzbehörde weiter.

 

Auffangstation der Fundación Neotrópico: Zahl der “Gäste” hat sich seit Beginn der Wirtschaftskrise verdreifacht

Beispiel: Im April 2013 machte eine falsche mexikanische Korallenschlange in Santa Cruz de Tenerife Schlagzeilen. Das offenbar aus einem Privathaushalt entkommene weiß-schwarz-orange geringelte Reptil war zwar für Menschen ungefährlich, musste aber eingefangen werden, weil es sich in freier Wildbahn von Eidechsen und endemischen Vogeleiern ernährt. Übergeben wurde die Korallenschlange dann an die Fundación Neotrópico, deren Experten seit 1991 bereits mehr als 600 auf den Kanaren entdeckte exotische Ausreißer aufgenommen und – wenn möglich – in Zoos weitergeleitet haben.

Kalifornische

Kalifornische Kettennatter: hat sich in Gran Canaria ausgebreitet – jedes Jahr werden hunderte gefangen. Foto: Life+Lampropeltis-Projekt

Doch nicht die entkommenen Tiere, sondern die ausgesetzten bilden die Hauptlast. Deren Anzahl hat sich dem Präsidenten der Neotrópico Stiftung zufolge seit Beginn der Wirtschaftskrise verdreifacht. „Den Leuten gefällt es zum Beispiel, einen kleinen Leguan im Wohnzimmer zu haben“, erläutert Jaime de Urioste das Problem. „Aber dann stellt sich heraus, dass der nicht so einfach zu halten ist und wächst und immer mehr Platz und Futter braucht.“

 

Life+Lampropeltis kämpft gegen die unkontrollierte Ausbreitung der Kalifornischen Kettennatter

Ramon Gallo, Biologe und technischer Direktor des

Ramon Gallo, Biologe und technischer Direktor des Life+Lampropeltis-Projekts, kämpft gegen die Bioinvasoren und hat inzwischen Helfer aus Nordamerika. Foto: L+L-Projekt

Neben Leguanen hat die Stiftung zum Beispiel Affen, Taranteln, Schildkröten, Pythons und andere Schlangenarten aufgenommen. Eine davon jedoch ist den Hütern der Kanarennatur schon vor langer Zeit entkommen: „Vor allem die 1998 erstmals entdeckte Kalifornische Kettennatter siedelt inzwischen zu hunderten auf Gran Canaria, und auch auf Teneriffa haben wir schon einige eingesammelt, das zeigt, dass sie sich ausbreiten“, sagt de Urioste. „Grund dafür ist, dass diese Schlangen das Klima mögen, und sie auf den Kanaren keine natürlichen Feinde haben.“ Allein im Jahr 2013 wurden knapp 600 dieser Bioinvasoren auf Gran Canaria eingefangen, auf Teneriffa vier.

Die Kalifornische Kettennatter ist zwar für Menschen ungefährlich, frißt aber mit Vorliebe heimische Tiere wie die Gran-Canaria-Rieseneidechse und wird bis zu 1,80 Meter lang. Aus diesem Grund bat die Inselregierung international um Hilfe gegen die Lampropeltis getula californiae.

Freiwillige von Life + Lampropelis: spüren die Reptilien auf. Foto: L+L-Projekt

Freiwillige von Life + Lampropelis: spüren die Reptilien auf. Foto: L+L-Projekt

Und so wurden im Rahmen des schon im Jahr 2011 gegründeten Programms „Life+Lampropel­tis” inzwischen Experten aus Nordamerika hinzugezogen. Der Biologe und technische Direktor dieses Projekts berichtet, dass diese Fachleute seit 17 Jahren in Sachen unkontrollierte Ausbreitung von Schlangen international unterwegs seien. Ramon Gallo: „Wir überprüfen nun, welche Methoden zur Dezimierung der Kettennattern langfristig funktionieren”.

Dabei betont Gallo, dass alle Beteiligten wüssten, dass die Ausrottung von Bioinvasoren äußerst schwierig sei – egal wo auf der Welt. Erschwert werde der Kampf dadurch, dass auf bewohnten Inseln kein Gift zum Einsatz komme. Deshalb setze man seit drei Jahren Raubvögel wie den Wüstenbussard gegen die Lampropeltis ein. Außerdem seien freiwillige Helfer im Rahmen des Life+Lampropeltis-Projekts regelmäßig unterwegs, um das Natterngetier aufzuspüren und einzufangen.

Falke

Raubvögel wie der Wüstenbussard werden auf Schlangenjagd geschickt: Das reicht aber nicht aus, um die Plage auf Gran Canaria zu beseitigen. Foto: Danny Michael Busch/Wikipedia

 

Verbotene Schlangen können teuer werden

Im Blick auf das Gesetz warnt Ramon Gallo Leute, die nach wie vor mit dem Gedanken an ein schlängelndes Haustier liegäugeln: „Alle Arten aus der Familie der Colubridae – das sind Nattern – sind verboten – und dazu gehören 80 Prozent aller Schlangenarten weltweit. Die Strafen für ihren Besitz reichen von 500 bis 200.000 Euro.“

Mehr Infos auf der Facebook-Seite von Life + Lampropeltis.

Website des Live + Lampropeltis-Projekts.

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