La Palma Zigarren: Puros Artesanos Julio

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Zigarrendrehen auf La Palma gestern und heute:

Handarbeit mit Tradition

Kenner in aller Welt wissen sie zu schätzen: Die Puros Palmeros – Zigarren aus La Palma. In kleinen Familienbetrieben mit Hingabe gedreht, können sich einige von ihnen mit internationaler Premium-Ware messen. Wir haben den Zigarrenrollern von Puros Artesanos Julio im Breña Alta-Ortsteil San Pedro auf die flinken Finger geschaut und mit dem Chef ein bisschen über die Vergangenheit und Gegenwart dieses traditionellen Kunsthandwerks auf La Palma geplaudert.

Zeitsprung und doch hat sich kaum etwas verändert: Das Foto oben zeigt Julios Vater in den 1950er-Jahren bei der Puro-Palmero-Produktion an der "Drehbank" - das Foto unten zeigt die Kunsthandwerker 2016 in der Werkstatt von Puros Artesanos Julio. Fotos: Julio/La Palma 24

Zeitsprung und doch hat sich kaum etwas verändert: Das Foto oben zeigt Julios Vater (rechts hinten) in den 1950er-Jahren bei der Puro-Palmero-Produktion an der “Drehbank” – das Foto unten ist ein aktueller Blick in die Manufaktur von Puros Artesanos Julio in San Pedro. Fotos: Julio/La Palma 24

 

Wenn man die Manufaktur der Gebrüder Julio und David Cabrera Rodríguez in San Pedro betritt, fühlt man sich in die Vergangenheit zurückversetzt: Die Einrichtung ist antik, die Bilder an den Wänden zeigen Szenen des Chinchalero-Lebens von einst, und im Zentrum steht eine Werkbank mit vier Arbeitsplätzen wie schon zu Beginn der Puro-Kultur auf La Palma im ausgehenden 19. Jahrhundert. Julio erklärt, wie der Tabakanbau und die Kunst des Zigarrendrehens nach La Palma kamen:

Die Palmeros waren früher sehr arm, woraufhin viele von ihnen nach Kuba und Venezuela auswanderten. Dort arbeiteten sie auf Tabak-Plantagen und in den Zigarrenbetrieben, wo sie alles über Kultivierung, Verarbeitung und Mischungsvarianten lernten. Mit diesem Wissen kehrten einige von ihnen zurück nach La Palma und begannen hier mit dem Anbau. Denn sie erkannten, dass sowohl das Klima und die milden Passatwinde als auch der Boden ideale Bedingungen boten.

Tabakanbau auf La Palma: oben das Foto aus den 1950er-Jahren - unten Julio auf einer Finca im Jahr 2016.

Tabakanbau auf La Palma: oben das Foto aus den 1950er-Jahren – unten Julio auf einer Plantage im Jahr 2016. Fotos: Julio

Breña Alta, Mazo, Santa Cruz und El Paso entwickelten sich Mitte des 19. Jahrhunderts zu Hochburgen der Tabakwirtschaft, die bis 1967 prächtig florierte. Dann setzte eine Blauschimmelplage dem Aufschwung ein Ende, und erst in den 1980er-Jahren begann sich die Branche wieder zu erholen. Heute ist Breña Alta die Hochburg der Chinchaleros, zu denen auch das Familienunternehmen von Julio gehört:

Mein Bruder und ich haben Puros Artesanos Julio im Jahr 2000 gegründet. Das Know-how haben wir von unserem Vater gelernt. Er hatte zwar keine eigene Firma, arbeitete aber immer in Zigarren-Betrieben. Ich wusste schon mit zwölf Jahren, wie man einen Puro dreht.

Der Chef sitzt zwar nicht an der „Drehbank“, denn er muss sich um Qualitätskontrolle und Administration kümmern. Aber er ist allzeit bereit, Besuchern seiner Manufaktur in dem kleinen Gässchen Calle Cabaiguán 14 im Breña Alta-Ortsteil San Pedro gleich um die Ecke vom Zigarrenmuseum zu erklären, wie´s geht. Auch unseren Lesern gibt Julio Einblicke:

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Flinke Hände: Die Tabakmischung wird in die Zigarrenform gepresst. Foto: La Palma 24

Für das “Media”-Sortiment von Puros Artesanos Julio werden Tabaksorten nach natürlich geheimen Rezepten gemischt und zum Zigarrenrohling, dem sogenannten Tirulo, mit der Hand zusammengedrückt. Dann schneidet der Purero das Umblatt zu und wickelt es um die Einlage. Anschließend wird alles in die Zigarrenform gepresst. Zum Schluss schneidet der Zigarrendreher das Deckblatt mit der Chaveta zu und rollt es spiralförmig um den gepressten Rohling. Bei der Herstellung des “Premio”-Sortiments von Puros Artesanos Julio besteht die Zigarre auch innen nur aus Blättern, wobei die Deckblätter von höchster Qualität sind.

Je nachdem entstehen so fünf verschiedene Versionen von Premio-Puros und acht Variationen im Media-Bereich der Julio-Edition. Palmeros beispielsweise verlangen meist kräftige Mischungen mit einem dunklen Deckblatt. Zigarrenliebhaber aus Gran Canaria oder Touristen bevorzugen laut Julio dagegen aromatisch-weiche Geschmacksnoten mit hellen Deckblättern. Der Jefe verrät auch die Zusammensetzung der bei Puros Artesanos Julio verwendeten Tabake:

Wer sich die kunsthandwerkliche Herstellung der Puros Palmeros anschauen will, findet mit diesem Lageplan zu Julio: Auf der Hauptstraße nach San Pedro hinein aus Richtung Santa Cruz kurz vorm Zigarrenmuseum rechts abbiegen und sofort wieder rechts hinein in die kleine Calle Cabaguán.

Wer sich die kunsthandwerkliche Herstellung der Puros Palmeros anschauen will, findet mit diesem Lageplan zu Julio: Auf der Hauptstraße von San Pedro aus Richtung Süden kommend gleich nach dem Zigarrenmuseum in links abbiegen und sofort wieder rechts hinein in die kleine Calle Cabaiguán.

Rund 80 Prozent der Blätter kommen aus La Palma, wobei wir selbst eine Plantage betreiben und von anderen Tabakbauern in der Gegend von Breña Alta zukaufen. Die restlichen 20 Prozent sind importierte Blätter aus Brasilien, Sumatra und Kuba. Weil der Großteil der Blätter aus La Palma stammt, dürfen wir auch das Siegel des Weltbiosphärenreservats La Palma verwenden.

Die so ausgezeichneten Zigarren kann man direkt in der Manufaktur in der Calle Cabaiguán 14  erwerben. In Supermärkten entdeckt man sie nicht, denn Julio vertreibt seine Schätze in ausgewählten Bars und Restaurants oder zum Beispiel in einem Juwelierladen in Los Llanos. Oder auch auf Hochzeiten, wo den Gästen laut Julio traditionell nicht nur gutes Essen, sondern auch ein Puro angeboten wird:

Seit jeher gehört es auf La Palma bei großen Familienfeiern zum guten Ton, einen Puro Palmero anzubieten. Heute greifen dabei übrigens nicht mehr nur die Herren zu – auch die Damen lassen sich inzwischen gerne mal eine Zigarre schmecken, das zeigen auch die vielen Bilder vom Día de Los Indianos in Santa Cruz de La Palma.

Mehr Informationen über die kunsthandwerklich hergestellten Zigarren von Puros Artesanos Julio finden sich auf der Website der Manufaktur – auf diesen Link klicken.

Die Chinchaleros haben den Dreh raus:

 

 

 

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