
+++ Ein weißer Sonntag in Los Llanos +++ Mehr als 1,3 Millionen Euro für Sicherheit, Zivilschutz und Vulkanüberwachung +++ Calima-Warnung am Los-Indianos-Montag +++
Ein weißer Sonntag in Los Llanos

Foto: Michael Nguyen, aufgenommen am 15.02.2026
Am Sonntagmorgen nach der Gran Polvacera zeigte sich Los Llanos in ungewohntem Weiß. Was aus der Ferne beinahe wie eine dünne Schneeschicht wirkte, war bei näherem Hinsehen nichts anderes als Babypuder – in beeindruckender Menge.
Vorsichtig tasteten sich Frühaufsteher und Straßenarbeiter durch die „weiße Pracht“, die sich – vermischt mit Wasser – stellenweise in einen glitschigen Brei verwandelt hatte. Rutschgefahr inklusive.
Karneval wird bis in die frühen Morgenstunden gefeiert – entsprechend zog sich das Ende der Nacht sichtbar in den Tag hinein. Auf einigen Parkbänken wurde noch geschlafen, während sich die letzten Nachtschwärmer langsam aus dem Straßenbild verabschiedeten.
Und doch zeigte sich Los Llanos erstaunlich routiniert: In der Calle Dr. Fleming waren die Bauernstände bereits früh aufgebaut. Die Bäckerei Zulay hatte geöffnet, und zwischen Pudergeruch und dem Duft von frischem Brot stellte sich Schritt für Schritt wieder Sonntagsalltag ein.
Auch an der Kirche wurde gearbeitet. Mit Feudel und Wischmopp befreiten die Nonnen die großen Türen sorgfältig vom weißen Pulver, damit zum Gottesdienst alles rechtzeitig vorbereitet war.

Foto: Heidrun Schumann, aufgenommen am 15.02.2026
Während unten die Spuren der Polvacera langsam verschwanden, war oben auf der Cumbre der kräftige Wind zu erkennen, der – wie so oft seit der Eruption – feine Asche vom Tajogaite aufwirbelte und in Richtung Tal trug. So zeigte sich dieser Sonntag zwischen Karnevalsstaub im Ort und aufgewirbelter Vulkanasche in der Cumbre.
Mehr als 1,3 Millionen Euro für Sicherheit, Zivilschutz und Vulkanüberwachung

Foto: Heidrun Schumann, aufgenommen am 13.02.2026
Das Cabildo von La Palma stellt im Haushalt 2026 mehr als 1,3 Millionen Euro für Zivilschutz, Vulkanüberwachung, Brandbekämpfung und Notfallmanagement bereit. In einer aktuellen Mitteilung betonte der zuständige Inselrat Darwin Rodríguez, dass die Insel weiterhin von der Phase der post-eruptiven Erholung geprägt sei. Deshalb würden sowohl die wissenschaftliche Überwachung als auch die Einsatzbereitschaft der Notfalldienste gezielt gestärkt.
Für die Zusammenarbeit mit Involcan sind 100.000 Euro vorgesehen. Damit wird das Sensornetz zur Überwachung der vulkanischen Aktivität weiter betrieben und gewartet. Zusätzlich fließen 151.486 Euro in Sicherheitsmaßnahmen rund um den Vulkankegel und die Lavafelder, insbesondere zur Absicherung der bestehenden Sperrzonen.

Foto: Heidrun Schumann, aufgenommen am 13.02.2026
Das Koordinationszentrum Cecopin erhält 145.000 Euro, um die Reaktions- und Koordinationsfähigkeit auf Insel-Ebene zu verbessern. Mehr als eine halbe Million Euro entfallen auf den Bereich Zivilschutz, darunter Mittel für die Anmietung von Einsatzfahrzeugen, Schulungen sowie ein mit 50.000 Euro ausgestattetes Abkommen mit dem Roten Kreuz zur Evakuierung und Betreuung von Notunterkünften. Weitere 70.000 Euro gehen als direkte Zuschüsse an Organisationen wie AEA, Alfa Tango und Goser.

Foto: Heidrun Schumann, aufgenommen am 13.02.2026
Auch die Waldbrandprävention bleibt ein Schwerpunkt: 620.000 Euro sind für Prävention und Brandbekämpfung eingeplant, einschließlich Schutzmaterial für die Einsatzkräfte. Zusätzlich stehen 20.000 Euro für neue technische Ausrüstung bereit. Für die Verbesserung der Notfallinfrastruktur und die Aktualisierung von Material und Ausstattung sind zunächst weitere 27.000 Euro vorgesehen.

Foto: Heidrun Schumann, aufgenommen am 13.02.2026
Wie diese Strukturen in der Praxis aussehen, zeigte sich am Freitag, 13.02.2026, in Los Llanos de Aridane bei einer Veranstaltung rund um Sicherheit, Notfallmanagement und Zivilschutz. Zahlreiche Einsatzkräfte präsentierten ihre Organisation, Koordinationsabläufe und Ausrüstung, auch Hubschrauber waren im Einsatz zu sehen. Die Veranstaltung machte deutlich, wie breit die Sicherheitsarchitektur der Insel aufgestellt ist – genau jene Bereiche, die im Haushalt 2026 weiter gestärkt werden sollen.
Calima-Warnung am Los-Indianos-Montag

Foto: Heidrun Schumann (heute, 9.00 Uhr).
Am heutigen Los-Indianos-Montag gilt auf La Palma eine Calima-Warnung. Die staatliche Wetterbehörde AEMET hat für die Insel einen gelben Wetteralarm wegen aufgewirbeltem Saharastaub ausgerufen.
Die Warnung ist seit heute, 16. Februar, 6.00 Uhr in Kraft und gilt noch bis morgen, 17. Februar, 11.59 Uhr. Betroffen ist vor allem der Osten der Insel, allerdings wurde der Hinweis auch für die übrigen Kanaren ausgesprochen.
Laut AEMET kann der Saharastaub die Sicht zeitweise auf rund 3.000 Meter reduzieren. Die stärksten Konzentrationen werden oberhalb von 400 bis 500 Metern erwartet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit liegt zwischen 40 und 70 Prozent.

Foto: Heidrun Schumann (heute, 11.00 Uhr).
So könnte sich am heutigen „weißen Montag“ das Babypuder der Los Indianos mit Saharastaub mischen.
Von La Palma 24


















