
Foto: Marcel Nguyen, Februar 2026
Die spanischen Behörden verschärfen ihr Vorgehen gegen unzulässige Ferienvermietungen. In diesem Zusammenhang wurde gegen die Plattform Airbnb eine Geldstrafe in Höhe von 64 Millionen Euro verhängt. Hintergrund sind zehntausende Inserate, die nach Auffassung der Behörden gegen geltende Vorschriften verstoßen haben.
Nach offiziellen Angaben betrafen die Maßnahmen mehr als 65.000 Unterkünfte in verschiedenen Regionen des Landes, die ohne gültige Lizenz oder mit fehlerhaften Angaben angeboten wurden.
Gerichtsbeschluss zur sofortigen Zahlung
Ein Beschluss des Tribunal Superior de Justicia de Madrid vom 23. März 2026 hat den Antrag von Airbnb abgelehnt, die Zahlung der verhängten Geldstrafe vorläufig auszusetzen. Damit ist das Unternehmen verpflichtet, den Betrag zunächst zu begleichen.
Eine abschließende Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Sanktion steht jedoch weiterhin aus. Das Hauptverfahren ist noch anhängig.

Foto: Marcel Nguyen, Februar 2026
Signalwirkung für den Markt
Die Höhe der Geldstrafe gilt als deutliches Signal der spanischen Regierung, die Regulierung im Bereich der touristischen Vermietung konsequenter durchzusetzen. Ziel ist es, illegale Angebote einzudämmen und Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen.
Hintergrund ist die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt. In vielen Regionen Spaniens wird kritisiert, dass Wohnraum zunehmend dem regulären Mietmarkt entzogen und touristisch genutzt wird.
Besondere Bedeutung für die Kanarischen Inseln
Die aktuellen Entwicklungen sind auch für die Kanarischen Inseln von besonderer Relevanz. Nach jüngsten Schätzungen befindet sich rund jede fünfte illegale Airbnb-Unterkunft Spaniens auf den Kanaren.
Gleichzeitig hat die Regionalregierung Ende 2025 ein neues Gesetz zur Ferienvermietung eingeführt, das den Markt grundlegend neu ordnet.
Zu den wichtigsten Änderungen zählen:
- Strengere Registrierungspflichten: Ohne offizielle Registrierungsnummer ist eine Vermietung nicht mehr zulässig
- Stärkere Kontrolle durch Gemeinden: Kommunen entscheiden künftig, wo Ferienvermietung erlaubt ist
- Begrenzung zugunsten von Wohnraum: Der überwiegende Teil des Wohnraums muss der lokalen Bevölkerung vorbehalten bleiben
- Einschränkungen für Neubauten: Neue Immobilien dürfen in der Regel erst nach mehreren Jahren touristisch vermietet werden
Für Inseln wie La Palma gelten dabei teilweise erleichterte Übergangsfristen, etwa bei der Mindestdauer von Immobilien vor einer touristischen Nutzung.

Foto: Marcel Nguyen, Februar 2026
Konsequenzen für Eigentümer
Für Vermieter bedeutet diese Entwicklung eine deutlich veränderte Ausgangslage. Die touristische Vermietung ist weiterhin möglich, unterliegt jedoch strengeren rechtlichen Rahmenbedingungen.
Neben der verpflichtenden Registrierung gewinnt auch die korrekte Angabe aller Daten in Inseraten an Bedeutung. Plattformen sind zunehmend verpflichtet, nicht konforme Angebote zu entfernen.
Die aktuelle Entscheidung gegen Airbnb unterstreicht, dass Verstöße nicht mehr nur einzelne Vermieter betreffen, sondern auch die Plattformen selbst in die Verantwortung genommen werden.
Von La Palma 24


















