
Foto: Inga Christensen
+++ Kanaren stellen 3,6 Millionen Euro für Industriebetriebe bereit +++ Mareas del Pino: Wenn das Meer den Wechsel der Jahreszeit ankündigt +++ 29 alte Feigensorten: La Palma bringt ein Stück Inselgeschichte zurück auf die Felder +++ Burger Fest: Santa Cruz wird drei Tage zum Treffpunkt für Streetfood und Musik +++
Kanaren stellen 3,6 Millionen Euro für Industriebetriebe bereit

Wer auf La Palma an Industrie denkt, hat vielleicht große Fabrikhallen vor Augen. Doch Industrie findet auf der Insel meist in wesentlich kleinerem Maßstab statt: in Betrieben, in denen Produkte hergestellt, verarbeitet, getrocknet, abgefüllt oder verpackt werden.
Genau diese Unternehmen sollen nun Unterstützung bei gestiegenen Brennstoffkosten erhalten. Die Kanarische Regierung stellt dafür 3,6 Millionen Euro bereit, um Mehrkosten abzufedern, die infolge der Krise im Nahen Osten entstanden sind. Rund 750 Betriebe auf den Inseln könnten von der Förderung profitieren.
Mit einem Zuschuss zum normalen Tanken hat die Hilfe allerdings nichts zu tun. Benzin oder Diesel für Firmenwagen und gewöhnliche Transporte fallen nicht darunter. Gefördert werden Brennstoffe, die unmittelbar für industrielle Produktionsprozesse benötigt werden – beispielsweise für Öfen, Heizkessel, Trockner, Brenner oder bestimmte Generatoren.
Das kann auch für kleinere Betriebe auf La Palma interessant sein. Denn industrielle Tätigkeit bedeutet nicht automatisch eine große Fabrik. Entscheidend ist, was ein Unternehmen herstellt oder verarbeitet und wofür der Brennstoff tatsächlich eingesetzt wird.
Auf La Palma kommt ein weiterer Kostenfaktor hinzu: Viele Rohstoffe, Ersatzteile und Waren müssen zunächst über das Meer auf die Insel gelangen. Steigende Energie- und Transportkosten können sich deshalb besonders schnell bemerkbar machen – beim Betrieb selbst und letztlich auch beim Preis eines fertigen Produkts.
Die Ausschreibung soll bis Mitte September veröffentlicht werden. Danach haben interessierte Betriebe 15 Werktage Zeit, ihren Antrag elektronisch einzureichen.
Mareas del Pino: Wenn das Meer den Wechsel der Jahreszeit ankündigt

Foto: Dieter Weiskircher, September 2021.
Anfang September zeigt der Atlantik rund um die Kanaren regelmäßig eine seiner besonderen Seiten. Die Unterschiede zwischen Ebbe und Flut werden größer, der Wind kann schwächer werden und an manchen Küsten verändert sich das gewohnte Bild innerhalb weniger Stunden.
Auf den Kanaren kennt man dieses Phänomen als Mareas del Pino. Der Name verbindet die besonders ausgeprägten Springtiden im September mit dem Fest der Virgen del Pino am 8. September.
Dahinter steckt jedoch Astronomie: Stehen Sonne, Mond und Erde in einer entsprechenden Konstellation, verstärken sich ihre Anziehungskräfte auf die Wassermassen. Die Flut steigt höher und bei Ebbe zieht sich das Meer weiter zurück. Im September kommt die Nähe zur Tagundnachtgleiche hinzu, weshalb auch von Äquinoktialtiden gesprochen wird.
2026 wird die erste ausgeprägte Phase vom 4. bis 8. September erwartet. Besonders deutlich soll der Unterschied um den 5. und 6. September sein. Eine zweite Phase folgt vom 19. bis 23. September.
Für einen Spaziergang an der Küste können die großen Unterschiede zwischen Ebbe und Flut faszinierend sein. Beim Baden ist dagegen Aufmerksamkeit gefragt. Eine sonst ruhige Stelle kann bei stärkerem Wellengang und veränderten Strömungen ganz anders aussehen.
Die Mareas del Pino sind damit keine außergewöhnliche Laune des Atlantiks, sondern ein wiederkehrender natürlicher Rhythmus – und auf den Kanaren seit Generationen ein Zeichen dafür, dass der Sommer langsam seinem Ende entgegengeht.
29 alte Feigensorten: La Palma bringt ein Stück Inselgeschichte zurück auf die Felder

Foto: Heidrun Schumann. 01.09.2026
Feigenbäume gehören seit Jahrhunderten zur Kulturlandschaft La Palmas. Manche der traditionellen Sorten sind heute jedoch kaum noch auf den Feldern zu finden. In Las Nieves bewahrt das Centro de Agrodiversidad deshalb seit 2009 eine lebende Sammlung mit 29 traditionellen Feigensorten.
Doch die Bäume sollen nicht nur in einer Sammlung erhalten bleiben. Ziel ist es, die alten Sorten wieder stärker in die Landwirtschaft der Insel zu bringen.

2026 wurden dafür rund 400 junge Pflanzen produziert, mehr als 320 davon bereits verteilt. Fünf Landwirte in verschiedenen Gemeinden beteiligen sich zudem mit Versuchsflächen. Dort lässt sich beobachten, wie sich die Sorten unter unterschiedlichen Bedingungen bei Boden, Höhenlage und Wasserversorgung entwickeln.
Auch der Geschmack spielt eine Rolle. Bei einer Verkostung am 20. August im Centro de Interpretación de El Tendal bewerteten Landwirte, Gastronomen und Fachleute verschiedene traditionelle Feigensorten.
Die alte Feige bekommt damit auf La Palma eine neue Chance: nicht nur als bewahrtes landwirtschaftliches Erbe, sondern als Produkt, das künftig wieder häufiger auf Feldern, Märkten und vielleicht auch auf den Tellern der Insel zu finden sein könnte.
Burger Fest: Santa Cruz wird drei Tage zum Treffpunkt für Streetfood und Musik

Foto: Tanja
Vom 4. bis 6. September kehrt das Burger Fest Canarias nach Santa Cruz de La Palma zurück. Nach der gut besuchten Ausgabe im vergangenen Jahr geht das Festival nun in seine dritte Runde.
2025 hatten mehr als 15 Foodtrucks und Stände aus La Palma, Teneriffa und Gran Canaria ihre Burger-Kreationen angeboten. Neben klassischen Varianten gab es auch vegane und glutenfreie Angebote, dazu Live-Musik und eine große Bierauswahl. Ganz günstig war das Vergnügen allerdings nicht: Tanja, von der auch unsere Fotos stammen, berichtete damals von rund 12 Euro für einen klassischen Burger und 5 Euro für ein Bier.

Foto: Tanja
In diesem Jahr findet das Festival wieder im Bereich des Hafens statt. Neben verschiedenen Burger-Angeboten stehen erneut Live-Musik und DJs auf dem Programm.

Foto: Tanja
Los geht es am Freitag, 4. September, ab 18 Uhr. Am Samstag und Sonntag öffnet das Festival jeweils ab 14 Uhr.

Foto: Tanja
Wer schon 2025 dabei war, kann also vergleichen – bei den Burgern, der Stimmung und vielleicht auch bei den Preisen.
Von La Palma 24














