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Peter Maiwald

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La Palma News am 07.10.2026

La Palma 24 | 07.10.2026 | 0 | Diesen Artikel teilen
Ein wichtiger Abschnitt der Arbeiten ist geschafft: Die Entfernung der Lava am Friedhof von Las Manchas wurde jetzt abgeschlossen. Die vollständige Wiederherstellung der Anlage geht jedoch weiter.
Foto: Heidrun Schumann, 06.10.2026

+++ Friedhof von Las Manchas: Mehr als 80 Prozent der betroffenen Grabnischen wiederhergestellt +++ 335 Millionen Euro für 2.624 Fahrzeuge am Tag? Neue Kritik am Tunnel El Remo–La Zamora +++ Europäisches Sonnenteleskop auf La Palma erreicht wichtige Projektphase +++ Spanien wählt am 29. November neu – was bedeutet das für die Vulkanhilfen auf La Palma? +++

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Friedhof von Las Manchas: Mehr als 80 Prozent der betroffenen Grabnischen wiederhergestellt

1.212 der rund 1.500 vom Vulkanausbruch betroffenen Grabnischen konnten geborgen werden – mehr als 80 Prozent.
Foto: Heidrun Schumann, 06.10.2026

Fünf Jahre nach dem Vulkanausbruch ist in Las Manchas ein besonders emotionales Kapitel des Wiederaufbaus ein großes Stück vorangekommen. Auf dem Friedhof Nuestra Señora de Los Ángeles ist die Entfernung der Lava inzwischen abgeschlossen. Mehr als 1.200 der vom Vulkan betroffenen Grabnischen konnten wieder freigelegt werden.

Als die Lavaströme 2021 durch Las Manchas zogen, verschwanden nicht nur Häuser, Straßen und Grundstücke. Rund 65 Prozent des Friedhofs wurden von den Lavamassen erfasst. Etwa 1.500 Grabnischen waren betroffen – und für viele Familien damit auch ein wichtiger Ort der Erinnerung an verstorbene Angehörige.

Die Arbeiten waren entsprechend außergewöhnlich. Rund 30.000 Kubikmeter Lava mussten entfernt werden. In unmittelbarer Nähe der Grabstätten konnten die Arbeiter jedoch nicht einfach mit schwerem Gerät vorgehen. Teilweise wurde Zentimeter für Zentimeter gearbeitet, um die darunterliegenden Strukturen möglichst nicht zu beschädigen.

Der enorme Aufwand hat sich gelohnt: 1.212 der rund 1.500 betroffenen Grabnischen konnten erhalten beziehungsweise wieder zugänglich gemacht werden. Das sind mehr als 80 Prozent.

Rund 30.000 Kubikmeter Lava wurden im Zuge der Arbeiten vom Cementerio de Nuestra Señora de Los Ángeles entfernt.
Foto: Heidrun Schumann, 06.10.2026

Wie viel das für einzelne Familien bedeutet, zeigt die Geschichte einer Großmutter, die nach Jahren wieder zur Grabstätte ihrer Enkelin zurückkehren konnte. Unter der Lava kamen nicht nur die Grabstätte, sondern sogar Teile der früheren Erinnerungstafel mit Foto und Daten des Kindes wieder zum Vorschein. Für die Familie war der Moment schmerzhaft – zugleich aber auch eine Erleichterung nach Jahren der Ungewissheit.

Nicht alle Grabstätten konnten gerettet werden. Rund 288 Nischen des alten Friedhofsbereichs gelten als nicht wiederherstellbar. Die betroffenen Familien wurden darüber informiert.

Zentimeter für Zentimeter wurde unmittelbar an den Grabnischen gearbeitet, um die verbliebenen Strukturen nicht zusätzlich zu beschädigen.
Foto: Heidrun Schumann, 06.10.2026

Am Montag würdigten die Stadt Los Llanos de Aridane und das Cabildo außerdem die Menschen, die monatelang unmittelbar zwischen Lava, Asche und den Grabstätten gearbeitet haben. Besonders hervorgehoben wurden Óscar Díaz Pérez, Adolfo Pais Pérez und der Friedhofsmitarbeiter Abel Pérez Cáceres.

Mit dem Abschluss der Lavaentfernung ist die Wiederherstellung des Friedhofs noch nicht beendet. Weitere Arbeiten sollen folgen, um die Anlage vollständig wiederherzustellen und zu verbessern.

Für ihren besonderen Einsatz wurden Óscar Díaz Pérez, Adolfo Pais Pérez und der Friedhofsmitarbeiter Abel Pérez Cáceres geehrt. Sie waren unmittelbar an der aufwendigen Freilegung der Grabnischen beteiligt und gingen dabei mit großer Sorgfalt vor.
Foto: Heidrun Schumann, 06.10.2026

Der Friedhof von Las Manchas zeigt damit auf besondere Weise, was Wiederaufbau auf La Palma bedeutet. Es geht nicht nur darum, Straßen wieder zu öffnen und Gebäude neu zu errichten. Manchmal bedeutet Wiederaufbau auch, einen Ort zurückzugeben, an dem Menschen ihren Verstorbenen wieder nahe sein können.

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335 Millionen Euro für 2.624 Fahrzeuge am Tag? Neue Kritik am Tunnel El Remo–La Zamora

El Remo an der Westküste La Palmas. Neue Einwände stellen die Dimension der geplanten Straßenverbindung nach La Zamora infrage: Für das Jahr 2050 rechnet das Projekt mit durchschnittlich 2.624 Fahrzeugen täglich – bei Investitionskosten von rund 335,5 Millionen Euro.
Foto: Heidrun Schumann, Februar 2025

Das geplante Straßenprojekt zwischen El Remo und La Zamora sorgt erneut für Diskussionen. Mit Investitionskosten von rund 335,5 Millionen Euro gehört die nur gut fünf Kilometer lange Verbindung zu den größten Infrastrukturvorhaben auf La Palma. Jetzt wurden neue Einwände gegen das Projekt eingereicht – vor allem die erwartete Verkehrsmenge wirft Fragen auf.

Wer heute von El Remo weiter in Richtung Süden fahren möchte, kommt nicht direkt entlang der Küste nach Fuencaliente. Genau diese Lücke soll die neue Variante der LP-2 schließen. Geplant ist eine insgesamt 5,2 Kilometer lange Verbindung zwischen El Remo und La Zamora. Der größte Teil davon, rund 4,4 Kilometer, soll durch zwei getrennte Tunnelröhren führen.

Die Dimension des Projekts ist beachtlich: Nach den aktuellen Unterlagen werden die Gesamtkosten mit rund 335,5 Millionen Euro veranschlagt. Das entspricht rechnerisch mehr als 64 Millionen Euro pro Kilometer.

Genau hier setzt die aktuelle Kritik an. Die politische Gruppierung Contigo La Palma hat im laufenden öffentlichen Beteiligungsverfahren Einwände gegen das Vorhaben eingereicht. Sie verweist unter anderem auf die Verkehrsprognose des Projekts: Selbst für das Jahr 2050 wird demnach mit durchschnittlich lediglich 2.624 Fahrzeugen pro Tag gerechnet. Nach Ansicht der Kritiker steht dieser Wert in keinem angemessenen Verhältnis zu den hohen Baukosten.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Die für die Berechnung herangezogenen Verkehrszählungen stammen laut Contigo La Palma aus dem Jahr 2011. Die Gruppierung fordert deshalb, die Daten zu aktualisieren und dabei insbesondere die Veränderungen auf der Insel nach dem Vulkanausbruch von 2021 zu berücksichtigen. Auch mögliche Auswirkungen auf die geschützte Landschaft von Tamanca werden in den Einwänden thematisiert.

Regierung sieht wichtige Verbindung für den Südwesten

Die kanarische Regierung beurteilt das Vorhaben anders. Für sie soll die neue Verbindung die Erreichbarkeit der Küstenregion verbessern und insbesondere landwirtschaftliche und touristische Einrichtungen im Südwesten besser anbinden. Die Tunnellösung wurde nach Angaben der Regierung aus mehreren untersuchten Varianten ausgewählt, weil sie die geringsten Auswirkungen auf die geschützten Gebiete an der Oberfläche haben soll.

Das Projekt befindet sich allerdings noch nicht vor dem Baustart. Nachdem das frühere Verfahren zur öffentlichen Beteiligung aus formalen Gründen ausgelaufen war, wurde es im September neu eröffnet. Bereits früher eingereichte Einwände müssen deshalb erneut vorgelegt oder bestätigt werden.

Ob und in welcher Form der Tunnel tatsächlich gebaut wird, ist damit weiterhin offen. Die nun vorgelegten Einwände dürften die Diskussion über eine grundsätzliche Frage aber wieder anfachen: Wie viel darf eine bessere Straßenverbindung zwischen dem Westen und dem Süden La Palmas kosten?

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Europäisches Sonnenteleskop auf La Palma erreicht wichtige Projektphase

Das European Solar Telescope (EST) hat mit der Anerkennung als „ESFRI Landmark“ einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die europäische Einstufung stärkt das seit Jahren vorbereitete Großprojekt auf dem Weg zur geplanten Realisierung auf dem Roque de los Muchachos.
Visualisierung: EST

Beim European Solar Telescope (EST) auf dem Roque de los Muchachos geht es einen wichtigen Schritt voran. Das seit Jahren vorbereitete Großprojekt hat jetzt auf europäischer Ebene den Status einer „ESFRI Landmark“-Forschungsinfrastruktur erhalten. Hinter dem sperrigen Begriff steckt eine wichtige Anerkennung, die das Vorhaben seiner möglichen Realisierung auf La Palma ein Stück näherbringt.

Über das geplante Sonnenteleskop auf La Palma haben wir im La Palma 24 Journal bereits mehrfach berichtet. Zuletzt ging es im Oktober 2025 um den erfolgreichen Abschluss einer wichtigen Vorentwurfsprüfung für Gebäude und Bauarbeiten. Nun folgt ein weiterer Meilenstein: Das European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI) hat das EST vom bisherigen Status „Project“ zum „Landmark“ hochgestuft.

Hinter dem etwas sperrigen Begriff steckt eine durchaus wichtige Auszeichnung. Als „Landmarks“ werden europäische Forschungsinfrastrukturen eingestuft, die strategisch besonders bedeutend sind und bei Planung und Vorbereitung bereits einen hohen Reifegrad erreicht haben. Für das EST bedeutet dies zwar noch keinen unmittelbaren Baustart, stärkt aber die Position des Projekts auf europäischer Ebene erheblich.

Geplant ist weiterhin ein Sonnenteleskop mit einem Hauptspiegel von 4,2 Metern am Observatorium Roque de los Muchachos. Mit ihm sollen unter anderem die Magnetfelder der Sonne mit bislang unerreichter Genauigkeit untersucht werden. Gerade diese spielen bei Vorgängen wie Sonneneruptionen eine entscheidende Rolle.

Millionenprojekt mit Bedeutung für La Palma

Interessant ist das Vorhaben nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht. Die Investitionssumme wird mit rund 274 Millionen Euro angegeben. Während des späteren Betriebs könnten auf den Kanaren etwa 65 direkte Arbeitsplätze entstehen. Zusätzlich werden jährliche Ausgaben von rund 8,1 Millionen Euro für Personal, Dienstleistungen, Einkäufe und Zulieferer erwartet – ein erheblicher Teil davon dürfte auf La Palma anfallen. Die geplante Betriebsdauer beträgt mindestens 30 Jahre.

Ganz am Ziel ist das Projekt allerdings noch nicht. Zu den entscheidenden nächsten Schritten gehört weiterhin die Sicherung der notwendigen finanziellen Zusagen der beteiligten Länder und Institutionen. Der neue europäische Status ist deshalb kein Startschuss für die Bauarbeiten, aber ein deutliches Signal, dass das Projekt weiter vorankommt.

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Spanien wählt am 29. November neu – was bedeutet das für die Vulkanhilfen auf La Palma?

Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte am Montag die vorgezogenen Parlamentswahlen für den 29. November an. Für La Palma stellt sich damit auch die Frage, was aus noch ausstehenden Hilfen und der Verlängerung der IRPF-Ermäßigung für 2027 wird.
Foto: Pool Moncloa

Spanien steht überraschend vor vorgezogenen Parlamentswahlen. Am Sonntag, 29. November 2026, werden der Congreso de los Diputados und der Senado neu gewählt. Für La Palma stellt sich damit eine ganz praktische Frage: Was passiert während des Wahlkampfs und der politischen Übergangsphase mit den noch laufenden Hilfen für den Wiederaufbau nach dem Vulkanausbruch?

Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte die vorgezogenen Neuwahlen am Montag angekündigt. Mit dem inzwischen im spanischen Staatsanzeiger veröffentlichten Dekret sind beide Parlamentskammern aufgelöst und der 29. November offiziell als Wahltermin festgelegt.

Bis dahin läuft ein straffer Zeitplan. Die Parteien müssen ihre Kandidaturen noch im Oktober aufstellen, der offizielle Wahlkampf beginnt am 13. November. Wie schnell Spanien nach der Wahl wieder über eine reguläre Regierung verfügt, hängt vom Wahlergebnis und den anschließenden Mehrheitsverhältnissen ab.

Was passiert mit den Hilfen für La Palma?

Für die Insel ist vor allem wichtig: Bereits beschlossene Hilfen und gesetzlich abgesicherte Maßnahmen laufen weiter. Das bestätigte der staatliche Sonderbeauftragte für den Wiederaufbau La Palmas, Héctor Izquierdo. Dazu gehören laufende Unterstützungsmaßnahmen und Mittel für den Wiederaufbau öffentlicher Infrastruktur.

Auch die im September geschaffene Möglichkeit, 100 Millionen Euro für vom Vulkanausbruch betroffene Personen und Unternehmen bereitzustellen, bleibt bestehen.

Für viele Einwohner besonders wichtig ist die Einkommensteuer: Die 60-prozentige IRPF-Ermäßigung für Personen mit gewöhnlichem und tatsächlichem Wohnsitz auf La Palma gilt für das Steuerjahr 2026 und ist von den Neuwahlen nicht betroffen.

Unsicher ist dagegen die Verlängerung für 2027. Sie wurde bislang nicht beschlossen. Izquierdo hält eine Entscheidung noch vor den Wahlen für schwierig, schließt aber eine spätere Verlängerung mit rückwirkender Gültigkeit ab Januar 2027 nicht aus.

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Von La Palma 24

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