
Foto: Marcel Nguyen, 09.03.2026
+++ Kritik am Zustand der „Casa del Mar“ im Puerto de Tazacorte +++ Erste dauerhafte Entsalzungsanlage für Landwirtschaft auf La Palma entsteht in Breña Baja +++ Vereinbarung soll kinderreichen Familien auf La Palma den Zugang zu Vergünstigungen erleichtern +++ Seidenkunst aus El Paso: „Las Hilanderas“ erhalten Inselpreis +++
Kritik am Zustand der „Casa del Mar“ im Puerto de Tazacorte

Foto: Marcel Nguyen, 09.03.2026
Immer wieder erreichen das La Palma 24 Journal Fragen zum Zustand der „Casa del Mar“ im Puerto de Tazacorte. Das Gebäude steht seit Jahren leer und befindet sich nach Angaben der örtlichen Partei Nueva Canarias (NC) weiterhin in einem schlechten Zustand. Parteisprecher Juan Miguel Rodríguez Acosta kritisiert, dass das rund 60 Jahre alte Haus trotz seiner Lage im touristisch geprägten Puerto de Tazacorte ungenutzt bleibt. Absperrungen sollen bereits seit mehr als einem Jahrzehnt Passanten vor möglichen Gefahren schützen.

Foto: Marcel Nguyen, 09.03.2026
Nach Angaben von Rodríguez Acosta wurde das Gebäude in der vergangenen Legislaturperiode vom Gobierno de Canarias übernommen, nachdem es zuvor dem Instituto Social de la Marina gehörte. Geplant war eine Renovierung mit anschließender Nutzung durch das Ayuntamiento von Tazacorte. Mit Beginn der aktuellen Legislaturperiode sei dieses Vorhaben jedoch nicht weiter vorangekommen.

Foto: Marcel Nguyen, 09.03.2026
Nueva Canarias hatte zudem vorgeschlagen, 300.000 Euro für den Start der Sanierung bereitzustellen. Der entsprechende Änderungsantrag zum Haushalt der Kanarischen Autonomen Gemeinschaft wurde jedoch abgelehnt.

Quelle: Nueva Canarias.
Die Partei schlägt vor, das Gebäude künftig als Zentrum für Meeresinterpretation und -forschung zu nutzen. In Zusammenarbeit mit der Plataforma Oceánica de Canarias (PLOCAN) könnte dort eine Einrichtung entstehen, die sich mit mariner Forschung, Biodiversität und der Entwicklung der sogenannten „blauen Wirtschaft“ in Tazacorte beschäftigt.
Erste dauerhafte Entsalzungsanlage für Landwirtschaft auf La Palma entsteht in Breña Baja

Foto: La Palma 24
In Breña Baja nördlich des Flughafens hat der Bau der ersten dauerhaften öffentlichen Meerwasserentsalzungsanlage für die landwirtschaftliche Bewässerung auf La Palma begonnen. Ziel ist es, den Rückgang der Wassermengen aus den traditionellen Wasserstollen der Insel auszugleichen.
Die Anlage wird vom Cabildo über den Consejo Insular de Aguas (CIALP) umgesetzt und soll künftig rund 2.500 Kubikmeter Wasser pro Tag produzieren. Die Inbetriebnahme ist nach aktuellen Planungen zwischen Juni und Juli vorgesehen. Die Baukosten liegen bei mehr als zwei Millionen Euro, wovon ein Teil durch die kanarische Regierung finanziert wird.
Das Wasser wird der Bewässerungsgemeinschaft Breñas-Mazo mit rund 2.200 Landwirten zur Verfügung gestellt und vor allem für landwirtschaftliche Flächen in niedrigeren Lagen unter etwa 250 bis 300 Metern Höhe genutzt.
Hintergrund des Projekts ist der deutliche Rückgang der Wassererträge aus den Galerien. In den höheren Lagen der Ostseite der Insel sind die Mengen bereits um bis zu 70 Prozent gesunken.
Die Anlage basiert auf einer besonders energieeffizienten Entsalzungstechnologie des Instituto Tecnológico de Canarias, die für ihren geringen Energieverbrauch bereits einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde erhalten hat.
Quelle: EFE, ergänzt nach Angaben des Instituto Tecnológico de Canarias
Vereinbarung soll kinderreichen Familien auf La Palma den Zugang zu Vergünstigungen erleichtern

Foto: Heidrun Schumann
Die Regierung der Kanarischen Inseln hat eine Kooperationsvereinbarung mit dem Cabildo von La Palma genehmigt, um kinderreichen Familien den Zugang zu Verwaltungsleistungen zu erleichtern. Die Zusammenarbeit läuft zunächst bis zum 31. Dezember 2027.
Konkret geht es um den sogenannten Titel „Familia Numerosa“, eine offizielle Bescheinigung für kinderreiche Familien. Mit diesem Dokument können Familien verschiedene Vergünstigungen und Unterstützungen in Anspruch nehmen, etwa Rabatte im öffentlichen Verkehr, steuerliche Vorteile oder Ermäßigungen bei Bildungs- und Freizeitangeboten.
Durch die Vereinbarung übernimmt das Cabildo von La Palma künftig Aufgaben wie Information und Beratung, die Annahme und Bearbeitung von Anträgen sowie die Ausstellung von Papierkopien des Dokuments. Auch Verlängerungen, Änderungen oder Ersatz bei Verlust können dort abgewickelt werden.
Die rechtliche Anerkennung des Status als kinderreiche Familie bleibt weiterhin Aufgabe der kanarischen Regierung, während das Cabildo vor allem bei den Verwaltungsverfahren unterstützt. Ziel ist es, den Familien Wege zu ersparen und die Verfahren schneller und näher am Wohnort zu ermöglichen.
Auf La Palma profitieren derzeit 1.143 kinderreiche Familien von diesem Titel. Insgesamt gibt es auf den Kanarischen Inseln 28.079 Familien, die im Besitz einer solchen Bescheinigung sind.
Seidenkunst aus El Paso: „Las Hilanderas“ erhalten Inselpreis

Foto: Cabildo
Während frühere Beiträge vor allem die traditionelle Seidenherstellung und das Handwerk der Hilanderas vorgestellt haben, steht diesmal ihre Ehrung mit dem Inselpreis 2026 im Mittelpunkt. Das Cabildo von La Palma wird die „Hilanderas de El Paso“ bei den Premios Insulares 2026 für ihren besonderen Beitrag zur kulturellen Entwicklung der Insel auszeichnen. Die Gruppe von Kunsthandwerkerinnen steht beispielhaft für die lange Tradition der Seidenherstellung auf La Palma und bewahrt ein bedeutendes Stück Inselgeschichte.
Die Werkstatt der Hilanderas wurde 2002 in El Paso gegründet. Sie ist zugleich aktive Handwerkswerkstatt und kleines Museum, in dem verschiedene Seidenprodukte hergestellt und verkauft werden. Dazu gehören unter anderem Schals, Taschen, Geldbörsen, Krawatten und Stickereien, die weit über La Palma hinaus Anerkennung gefunden haben.

Foto: La Palma 24
Von hier aus wird auch das Seidenmuseum von El Paso betreut. Der Ort gilt als Zentrum der Seidenherstellung auf der Insel und als letzter Ort in Europa, an dem der gesamte Herstellungsprozess noch vollständig von Hand erfolgt – von der Gewinnung der Seide bis zum fertigen Produkt.
Die Tradition der Seidenproduktion reicht auf La Palma bis ins 16. Jahrhundert zurück, als mit der Eingliederung der Insel in die Krone von Kastilien auch die damaligen Textiltechniken eingeführt wurden. Das Wissen und die handwerklichen Fertigkeiten werden bis heute von Generation zu Generation weitergegeben.

Foto: Heidrun Schumann
Heute sind die Hilanderas auch Teil des Qualitätssiegels „Isla Bonita Moda“, einem vom Cabildo geförderten Projekt, das von der öffentlichen Gesellschaft Sodepal umgesetzt wird. Durch diese Initiative wurde die Seidenkunst aus La Palma auch auf internationalen Modebühnen sichtbar – unter anderem bei der Mercedes-Benz Fashion Week Madrid.
Von La Palma 24
















