
Foto: Marcel Nguyen
+++ Neues Küstengesetz: Mehr Entscheidungsspielraum für die Kanaren +++ GTC auf La Palma untersucht seltenen „Kleinen Roten Punkt“ +++ Hafen von Tazacorte wird ausgebaut – Mehr Schutz bei Seegang +++ Calima seit Sonntag wieder über La Palma +++
Neues Küstengesetz: Mehr Entscheidungsspielraum für die Kanaren

Küstenort El Faro: Ein Beispiel für gewachsene
Siedlungen, die im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion um die künftige Küstenregelung stehen.
Foto: Marcel Nguyen
Die kanarische Regierung arbeitet an einem eigenen Küstengesetz. Ziel ist es, künftig selbst klarer zu regeln, was an den 1.226 Kilometern Küstenlinie erlaubt ist – und was nicht.
Hintergrund ist ein seit Jahren schwelender Kompetenzstreit mit dem Staat. Unter anderem ging es um Abrissverfahren gegen seit Jahrzehnten bestehende Küstensiedlungen sowie um touristische Anlagen. Mehrere Fälle landeten vor dem Verfassungsgericht.
Mit dem neuen Gesetz will die Regionalregierung die staatlichen Vorgaben an die besonderen Gegebenheiten der Inseln anpassen. Dabei betont sie, dass es in einem Archipel nicht möglich sei, bestehende Nutzungen einfach ins Inselinnere zu verlagern.

Foto: Marcel Nguyen
Küstenorte, traditionelle Aktivitäten und wirtschaftliche Nutzung werden dabei ebenso berücksichtigt wie der Schutz sensibler Ökosysteme.
Ziel des Gesetzes ist vor allem mehr Rechtssicherheit und klar geregelte Zuständigkeiten. Ob und wie sich das künftig konkret auf einzelne Küstenorte auswirkt, wird von der genauen Ausgestaltung der Regelungen abhängen.
GTC auf La Palma untersucht seltenen „Kleinen Roten Punkt“

Bildnachweis: NASA / ESA / CSA / STScI / Dale Kocevski (Colby College). Komposition: Gabriel Pérez Díaz (IAC).
Das Gran Telescopio Canarias (GTC) auf La Palma hat ein seltenes Himmelsobjekt untersucht, das zur Klasse der sogenannten „Little Red Dots“ gehört. Diese wurden erstmals mit dem James Webb Space Telescope entdeckt und stehen im Verdacht, schnell wachsende supermassereiche Schwarze Löcher zu beherbergen.
Nun wurde ein solches Objekt in vergleichsweise geringer kosmischer Entfernung identifiziert. Dadurch sind deutlich genauere Untersuchungen möglich als bei den extrem weit entfernten Vertretern dieser Objektklasse.
Mit dem GTC konnten schwache Spuren von Eisen im Licht des Objekts nachgewiesen werden. Das zeigt, dass das Schwarze Loch von sehr dichtem Gas umgeben ist.
Die Ergebnisse tragen dazu bei, besser zu verstehen, wie sich die ersten supermassereichen Schwarzen Löcher im jungen Universum entwickeln konnten.
Hafen von Tazacorte wird ausgebaut – Mehr Schutz bei Seegang

Der Hafen von Tazacorte wird ausgebaut, um die Wellenbelastung im Hafenbecken zu verringern und die Sicherheit bei Ein- und Ausfahrt zu verbessern. Puertos Canarios hat die Vergabe für die Verlängerung des Wellenbrechers im Hafen abgeschlossen. Vorgeschlagen ist die Zuschlagserteilung an Acciona für 5,84 Millionen Euro (ohne IGIC) bei einer Bauzeit von zwölf Monaten.
Geplant ist eine Verlängerung des bestehenden Damms um 130 Meter in L-Form. Ein 34 Meter langer Seitendamm wird teilweise zurückgebaut, um mehr Raum für Ein- und Ausfahrtsmanöver zu schaffen. Darüber hinaus sind ein wellenbrechender Böschungsbereich, eine Serviceplattform, neue Anlegeeinrichtungen sowie zwei solarbetriebene Leuchtbaken vorgesehen.
Nach Vertragsabschluss sollen die Arbeiten im zweiten Quartal 2026 beginnen und im Sommer 2027 abgeschlossen sein. Ziel ist es, bei Atlantikdünung stabilere und sicherere Bedingungen für Fischerei, Freizeit- und Sportboote zu schaffen.
Calima seit Sonntag wieder über La Palma

Foto: Heidrun Schumann
Auf La Palma ist seit Sonntag erneut Calima spürbar. Der aus Nordafrika eingetragene Saharastaub führt zu dunstiger Sicht und höheren Temperaturen.
Die Consejería de Sanidad del Gobierno de Canarias hat angesichts der prognostizierten Staubbelastung Verhaltensempfehlungen veröffentlicht. Empfindlichen Personen wird geraten, längere Aufenthalte im Freien zu vermeiden sowie körperliche Anstrengungen draußen einzuschränken.
Der in der Luft befindliche Feinstaub kann die Atemwege reizen und bestehende Erkrankungen wie Asthma oder COPD verschlechtern. Mögliche Beschwerden sind Husten, Kurzatmigkeit oder Augenreizungen. Besonders vorsichtig sein sollten Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit chronischen Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Von La Palma 24


















