
Diese Wanderung im äußersten Süden von La Palma führt durch eine der ursprünglichsten Landschaften der Insel. Der Weg verläuft nahe der Küste und durchquert ausgedehnte, tiefschwarze Lavafelder, die aus historisch jüngeren Vulkanausbrüchen im Süden der Insel stammen. Der Teneguía, der 1971 zuletzt aktiv war, prägt hier das Landschaftsbild und steht exemplarisch für die anhaltende vulkanische Dynamik La Palmas.

Schon nach wenigen Schritten öffnet sich der Blick auf den Atlantik. Das tiefe Blau des Meeres bildet einen starken Kontrast zur dunklen Lava, während sich die Küste schroff und wild zeigt. Kleine Pionierpflanzen, die zwischen den Lavabrocken wachsen, verdeutlichen, wie langsam, aber stetig sich die Natur dieses junge Gestein zurückerobert.

Entlang des Weges stößt man auf Weinbauflächen, die auf vulkanischem Boden angelegt sind und Teil der Landschaft bei Fuencaliente sind.

Mehrere Windenergieanlagen nutzen hier den konstanten Passatwind und setzen einen bewussten Kontrast zwischen moderner Technik und archaischer Vulkanlandschaft.


In Richtung Küste erscheinen die Leuchttürme von Faro de Fuencaliente immer wieder im Blickfeld und wirken aufgrund der offenen Landschaft deutlich näher, als die tatsächliche Distanz vermuten lässt.

Besonders eindrucksvoll ist die Stille: kein Wald, kaum Schatten, nur Wind, Lava und Meer. Die rötlich-braunen Schlackenkegel des Teneguía heben sich klar vom schwarzen Untergrund ab und verdeutlichen die unterschiedlichen Phasen vulkanischer Aktivität.

Mitten im Lavafeld steht eine kleine Ermita, ein schlichtes Wegheiligtum, das als stiller Ort des Innehaltens bewusst in die Vulkanlandschaft integriert wurde.

Diese Wanderung macht deutlich, wie vielfältig La Palma ist: zwischen schwarzer Lava und weitem Horizont liegen Strände und Wälder, schroffe Küsten und sanfte Täler, Wärme und Kühle, belebte Orte und stille Einsamkeit oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt.
Fotos: Frank Oliver Glöckner, Dezember 2025
Von La Palma 24



















