
Zu viele Bananen, zu wenig Nachfrage und Preise, die für die Erzeuger kaum noch ausreichen: Auf den Kanaren kommt es in dieser Woche zur ersten sogenannten „Pica“ des Jahres. Dieses Instrument zur Mengenregulierung kam auch in den vergangenen Jahren immer wieder zum Einsatz. Insgesamt 630.000 Kilo Bananen sollen diesmal nicht regulär auf den Markt gelangen.
Die Entscheidung traf die Vermarktungskommission von Asprocan. Für die laufende Kalenderwoche waren ursprünglich rund 6,43 Millionen Kilo für den Versand vorgesehen. Diese Menge reduziert sich nun auf rund 5,8 Millionen Kilo – knapp zehn Prozent weniger.


Hintergrund ist das derzeitige Überangebot. Besonders während der Sommermonate sinkt die Nachfrage auf dem spanischen Festland, gleichzeitig sind große Mengen kanarischer Bananen erntereif. Das setzt die Preise unter Druck. Solche Überschüsse sind im Spätsommer nicht ungewöhnlich. Auch in den vergangenen Jahren kam es besonders im August und September zu sogenannten Picas, um die angebotene Menge zu reduzieren.

Nach Angaben des spanischen Landwirtschaftsministeriums erhielten die Erzeuger zuletzt im Durchschnitt nur rund 0,37 Euro pro Kilo. Die Produktionskosten liegen dagegen bei etwa 0,70 bis 0,80 Euro pro Kilo.
Was bedeutet „Pica“?
Bei einer Pica nimmt die Branche einen Teil der Ernte aus der normalen Vermarktung, um das Angebot zu reduzieren und einen weiteren Preisverfall zu verhindern.
Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass die gesamte aussortierte Menge vernichtet wird. Ein Teil kann an soziale Einrichtungen gespendet oder als Tierfutter verwendet werden. Auch eine Abgabe nach Marokko ist im Gespräch. Verbleibende Mengen müssen entsorgt werden.


Und bei den 630.000 Kilo soll es voraussichtlich nicht bleiben. Für die kommende Woche vom 24. bis 30. August ist eine weitere Herausnahme von rund 800.000 Kilo vorgesehen. Damit könnten innerhalb von zwei Wochen insgesamt rund 1,43 Millionen Kilo kanarische Bananen nicht auf den regulären Markt gelangen.
Für La Palma ist die Entwicklung besonders relevant, da rund ein Drittel der kanarischen Bananenproduktion von der Insel stammt. Die aktuelle Situation zeigt, wie stark sich das Verhältnis zwischen Erntemenge und Nachfrage auf die Preise der Erzeuger auswirkt – und wie schnell dabei große Mengen einwandfreier Früchte aus der regulären Vermarktung herausfallen.
Fotos: Tanja
Von La Palma 24















