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La Palma bleibt bei der Stromerzeugung stark von Diesel abhängig

La Palma 24 | 15.08.2026 | 3 | Diesen Artikel teilen
Das Dieselkraftwerk Los Guinchos in Breña Alta. 2025 wurden auf La Palma mehr als 92 Prozent des Stroms mit Diesel erzeugt.
Foto: Michael Nguyen

La Palma setzt bei seiner Stromversorgung weiterhin fast vollständig auf fossile Energie. 91,9 Prozent der Stromerzeugung auf der Insel stammten 2025 aus Dieselmotoren. Das geht aus den aktuellen Daten von Red Eléctrica hervor. Damit gehört La Palma zu den Kanarischen Inseln mit der höchsten Abhängigkeit von Diesel. Auf La Gomera lag der Anteil bei 89,2 Prozent, auf Lanzarote bei 88,8 Prozent. Im gesamten Archipel wurden 2025 rund 79 Prozent des Stroms aus nicht erneuerbaren Energiequellen erzeugt.

Auf La Palma fällt der Anteil sauberer Stromerzeugung dagegen weiterhin gering aus.

Windenergie gehört neben Photovoltaik zu den erneuerbaren Energiequellen auf La Palma. Im Bild die Windkraftanlagen in Fuencaliente.
Foto: Frank Oliver Glöckner

Acht Prozent des auf La Palma erzeugten Stroms stammten 2025 aus erneuerbaren Energien. Davon entfielen 7,2 Prozentpunkte auf Windkraft und 0,8 Prozentpunkte auf Photovoltaik. Zum Vergleich: Auf El Hierro lag der Anteil erneuerbarer Stromerzeugung 2025 bei 44 Prozent.

Photovoltaikanlagen sind auf La Palma zunehmend präsent. Dennoch stammen bislang weniger als acht Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.
Foto: Michael Nguyen

Die Zahlen zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und der tatsächlichen Stromerzeugung. Photovoltaikanlagen sind inzwischen auf zahlreichen privaten und gewerblichen Gebäuden der Insel zu finden. Gleichzeitig unterstützen verschiedene Förderprogramme Investitionen in erneuerbare Energien und Eigenverbrauch.

Dennoch bleibt die Stromversorgung La Palmas bislang stark vom Kraftwerk Los Guinchos in Breña Alta abhängig. Dort erzeugen Dieselmotoren den größten Teil des Stroms für die Insel.

La Palma verfolgt seit Jahren das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien deutlich zu erhöhen. Die Insel wurde unter anderem für europäische Projekte zur Energiewende ausgewählt. Langfristig soll die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert und die lokale Stromerzeugung stärker auf erneuerbare Quellen umgestellt werden.

Der Blick auf das Jahr 2025 zeigt jedoch: Von diesem Ziel ist La Palma bei der tatsächlichen Stromerzeugung noch weit entfernt.

Quelle: Red Eléctrica – El sistema eléctrico en las Islas Canarias 2025

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Von La Palma 24

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3 Comments

  1. garafon says:

    „Leider sind wir hier – wie auch an vielen anderen Orten – mit Politikern konfrontiert, die vor allem reichlich Versprechen machen, aber entweder nicht können oder nicht wollen, etwas zu bewegen. Anstatt auf den verbrannten Lavafeldern der Vulkaninsel Solar- und Windparks zu errichten, wird dort weiterhin Bananen angebaut. Diese benötigen von Anfang bis Ende massive Subventionen.

    Es scheint, als könnten wir einfach nichts Neues wagen. Die Angst, Stimmen von der Landbevölkerung zu verlieren, scheint größer zu sein als die Notwendigkeit, nachhaltige Lösungen umzusetzen. Warum bekommen die Bauern nicht stattdessen Subventionen für die Installation von PV-Parks auf ihren ehemals fruchtbaren Lavafeldern? Das würde verhindern, dass teure Erde von weit her transportiert werden muss, um dort wieder Bananen anzubauen.

    Der Ertrag aus der Stromerzeugung könnte genutzt werden, um die bisherigen Subventionen langfristig zurückzuzahlen. Ein solcher Schritt würde allen nutzen: Die Landwirtschaft würde sich modernisieren, die Umwelt würde entlastet, und auf den Feldern müsste kein schädliches Gift mehr gespritzt werden. Zudem würde dies wahrscheinlich auch die hohe Krebsrate auf La Palma senken – ist das nicht das erklärte Ziel? Ebenso wenig wie die Reduzierung der Abgase durch das Kraftwerk in Santa Cruz, die dringend notwendig wäre.

    Wir brauchen einen Paradigmenwechsel: Weg von der Subventionierung veralteter Strukturen, hin zu einer nachhaltigen Energiegewinnung, die die Natur schont und die Bevölkerung vor Gesundheitsgefahren bewahrt.“

  2. Paul says:

    Ich kann Ihre Verwunderung gut nachvollziehen.

    Natürlich ist La Palma mit seinem isolierten Stromnetz nicht 1:1 mit Nordbayern vergleichbar. Und bei einem hohen Anteil von Wind- und Solarstrom braucht eine Insel zusätzliche Speicher, Netzausbau und regelbare Reserve.

    Aber diese Herausforderungen sind seit vielen Jahren bekannt. Ebenso gibt es seit Jahren Konzepte und konkrete Pläne für einen wesentlich höheren Anteil erneuerbarer Energien. Trotzdem stammt heute immer noch der ganz überwiegende Teil des Stroms aus Diesel.

    Was mich deshalb stutzig macht, ist weniger die Frage, ob die Energiewende auf La Palma schwierig ist, sondern warum sie über so viele Jahre so schleppend vorankommt.

    Wenn ich dabei von “Filz” spreche, meine ich ausdrücklich nicht Korruption oder Zahlungen unter der Hand, sondern ein über Jahrzehnte gewachsenes Geflecht aus Politik, Behörden, etablierten Unternehmen, Zuständigkeiten und wirtschaftlichen Interessen, in dem Veränderungen offenbar unglaublich schwer durchzusetzen sind.

    Für mich ist deshalb die entscheidende Frage nicht mehr, ob es vernünftige technische Lösungen gibt, sondern: Warum dauert deren Umsetzung auf La Palma so unverständlich lange?

    (Paul2 -> Paul)

  3. Pablo1956 says:

    Wir besuchen unsere Lieblingsinsel jährlich seit nunmehr 34 Jahren. Bei jeder Fahrt Richtung Santa Cruz wundern wir uns, dass das Dieselmonster nach wie vor in Betrieb ist. Ich bin kein Fachmann in Bezug auf regenerative Energien, allerdings ist ja nun wirklich keine Geheimnis, dass auf La Palma die Sonne sehr fleißig scheint und sich auch der Wind durchaus sehen lassen kann. Wir leben in Nordbayern, also nicht der sonnenreichsten Gegend in Deutschland, und trotzdem können wir mit unserer PV Anlage mehr als 70% unseres Stromverbrauchs decken, und dies, trotzdem wir unsere Heizung erneuern mussten und nun mit einer Wärmepumpe heizen. Kann es sein, dass die politisch Verantwortlichen, aus welchen Gründen auch immer, den Umstieg verhindern oder bewußt verzögern oder gibt es für mich nicht erkennbare andere Gründe ? Falls jemand von Euch sachkundiger ist als ich, freue ich mich auf eine Antwort.

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