
Foto: privat / Horst Miersen
Horst Miersen kennt und liebt La Palma seit vielen Jahren und gehört zu den treuen Lesern unseres Journals. Immer wieder erreichen uns von ihm kleine Geschichten, Erinnerungen und Gedanken. Dieses Mal hat er uns ein Gedicht geschickt, das mit einer guten Portion Humor auf seine Kindheit während des Krieges und die schwierigen Nachkriegsjahre zurückblickt – und am Ende einen Wunsch formuliert, der bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren hat.

Foto: privat / Horst Miersen
Für die Jugend von Heute
Von Horst Miersen
August im Jahre 44,
der Krieg war lang noch nicht vorbei.
Das Ende konnt man nicht erwarten,
Fleisch und Butter nur auf Marken.
Ja, selbst in Hamburg und in Bayern,
Schlange stehen auch nach Eiern.
Das Klopapier, es fehlte sehr,
ne alte Zeitung musste her.
Die Zahnpasta mußt man ersetzen
mit kalt gewordenen Ascheresten.
Mit einem Wort, ihr müsst es wissen:
Das Leben damals war beschissen.
Von Fronturlaub ganz kurz zurück,
was für ein kurzes Eheglück.
Die Wohnung war ein Zimmer nur,
das Klo für alle auf dem Flur.
Die Pille gab es damals nicht.
Kondome waren meist nicht dicht.
Doch die Gefühle warn nicht minder.
Was machte man: Ganz einfach Kinder.
Und dann im Wonnemonat Mai,
der Krieg war Gott sei Dank vorbei,
kamen Kinder auf die Welt.
Kein Gejammer ohne Geld,
ohne viel zu lamentieren,
konnt man so was produzieren.
Und die Moral von dem Gedicht?
Meckern hilft euch allen nicht.
Ich hoffe nur für alle Zeit,
dass ihr vom Krieg verschont noch bleibt.

Foto: privat / Horst Miersen
Text und historische Fotos: Horst Miersen / privat
Von La Palma 24















