La Palma Kunst: Aunarte & Reyes Hernández

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Künstlerverbund auf La Palma: Aunarte & Reyes José Hernández

Unidos en el Arte – Vereint in der Kunst

Im März 2018 schlossen sich MalerInnen aus allen Himmelsrichtungen der Isla Bonita zum Aunarte-Kollektiv zusammen. Seitdem haben sie schon zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen auf den Weg gebracht: Eine davon ist die Schau mit Werken von Sofía García und Reyes Hernández, die vom 16. November bis zum 15. Dezember 2018 im Contacto-Büro in Los Llanos zu sehen ist. Wir besuchten Reyes in seinem Atelier im Breña Alta-Ortsteil San Pedro, wo wir mit ihm über Aunarte und auch ein bisschen über seine Kunst sprachen.

 

Reyes Hernández: Einer der drei Koordinatioren der Malervereinigung Aunarte. Foto: La Palma 24

Reyes Hernández: Einer der drei Koordinatoren der Malervereinigung Unidos en el Arte, genannt Aunarte. Foto: La Palma 24

Reyes, Sie stellen jetzt zusammen mit Sofía im Contacto aus. Gleichzeitig zeigt Sofía derzeit noch bis zum 29. November einige ihrer Bilder in der Bar Central in El Paso. Und alles läuft unter dem Titel “Aunarte”. Wie arbeitet dieses Kollektiv?

Reyes Hernández: Unser Ziel ist die Organisation von Gemeinschafts- und Einzelausstellungen, um die einzelnen Maler bekannter zu machen. Dabei haben uns seit unserer Gründung im März 2018 schon Gemeinden eingeladen, und wir wechseln uns bei den Ausstellungen in der La Molina in Santa Cruz, in der Bar Central in El Paso und im Mantenimiento de Contacto in Los Llanos ab.

“Aunarte” steht ja für Unidos en el Arte – vereint in der Kunst. Wie funktioniert die Gruppe?

Reyes Hernández: Die Leute kommen aus Tazacorte, Los Sauces, Los Llanos, Santa Cruz, San Pedro… Sprich: von der ganzen Insel. Deshalb haben wir eine Junta Coordinadora. Dieses Koordinationsteam besteht aus mir, Lucy Gómez und Santiago Jorge, und wir organisieren in erster Linie die Ausstellungen der 15 Maler und Malerinnen von Aunarte. Aber manchmal gibt es Ausstellungen mit Platz für zum Beispiel 20 Leute, oder einige von uns können nicht teilnehmen, dann laden wir Bekannte aus einer anderen Malergruppe ein. Wir arbeiten ehrenamtlich, und wir bekommen auch keine Subventionen.

Warum sind Künstlerverbände wie “Aunarte” wichtig?

Werke von Reyes Hernández, die jetzt im Contacto gezeigt werden: Skulpturen aus Holz und

Werke von Reyes Hernández, die jetzt im Contacto gezeigt werden: Skulpturen aus Holz und die im Hintergrund sichtbaren Bilder mit kinetische Kunst. Foto: La Palma 24

Reyes Hernández: Maler sind oft sehr introvertiert, in ihren eigenen vier Wänden gefangen, alle sind sehr große Individualisten und haben keine Zeit oder keinen Sinn für Werbung und Marketing. Und da kommt das Kollektiv ins Spiel, das die Organisation übernimmt. Auf La Palma ist es für Künstler generell sehr schwer, von ihrer Arbeit zu leben – alle träumen von so etwas wie einem Centro Turistico Artistico. Also ein Zentrum, in dem interessierte Touristen Kunst verschiedenster Stilrichtungen an einem zentralen Ort vorfinden und wählen können.

Was ist denn Ihr Stil, Reyes? Wenn man Ihren Lebenslauf betrachtet, stellen Sie ja schon seit 1968 aus…

Reyes Hernández: Seit 2010 habe ich mich der Kunstrichtung Cinético verschrieben – das ist die fünfte Phase meiner künstlerischen Entwicklung. Dazu muss man sagen, dass ich aus Venezuela komme und aus Liebe zu meiner Lebensgefährtin nach La Palma gezogen bin. In Venezuela ist kinetische Kunst sehr populär, aber in Europa eher weniger. Cinético steht für Bewegung. Die Werke bewegen sich oder scheinen sich zu bewegen. Weil das kaum jemand weiß, lege ich immer einen Zettel mit Informationen über diesen zeitgenössischen Trend in der Kunst auch in Deutsch und Englisch in meinen Ausstellungen aus. Cinético erfordert eine sehr präzise und systematische Malweise.

Reyes Hernández:

Reyes Hernández sammelt die Plakate seiner Präsentationen, und die Ordner sind voll: Der 65-Jährige stammt aus Venezuela und stellt seit 50 Jahren aus! Foto: La Palma 24

Wenn ich mich umschaue, sehe ich in Ihrem Atelier aber auch Skulpturen…

Reyes Hernández: Ja, die mache ich aus Wurzeln von Obst- oder auch Kastanienbäumen. Die sind sehr hart, deshalb muss ich sie mühsam – teils auch mit einer großen Kreissäge – bearbeiten. In erster Linie muss man sich vorstellen können, was in der Wurzel steckt, sehen, dass das mehr als ein Stock ist. Und dann kommt etwas dabei heraus, das rustikal und hässlich, aber gleichzeitig auch schön ist. Das erfüllt mich, es ist eine große Motivation, etwas aus den Wurzeln herauszuholen. So entstehen Vögel, Hände und vieles mehr, die ich übrigens auch bei der aktuellen Ausstellung im Contacto zeige. In Amerika ist das ein großer Kunstbereich, da werden auch Möbel wie Tische oder Stühle aus Wurzeln gefertigt. Das kann ich allerdings nicht machen, dafür fehlen mir die Maschinen.

Apropos Natur: Sie malen ja auch Landschaften von La Palma?

Reyes Hernández: Eigentlich ist Cinético mein Stil, aber wir sind hier auf La Palma, und da gehören Motive von der Insel dazu. Bilder von der Caldera, die Zwillingsdrachenbäume, Szenen aus den Bergen oder von Sonnenaufgängen lassen sich eben gut verkaufen, und man muss ja von etwas leben. Ansonsten gebe ich schon immer Malunterricht – früher in Venezuela ebenso wie jetzt auf der Insel.

Ein Malerleben: Zahlreiche Urkunden würdigen Reyes als Maler und Lehrer.

Ein Malerleben: Zahlreiche Urkunden würdigen Reyes als Künstler und Lehrer.

Reyes, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen viel Erfolg für Sie und für alle Mitglieder von “Aunarte”!

Wer sich mit Reyes Hernández in Verbindung setzen möchte – hier sind die Daten:

E-Mail: reyeselpintor1952@hotmail.com

Telefon: 0034-615.877.555

Facebook: Reyes Hernández

Details zur Schau von Reyes und Sofía im Contacto finden sich auf der Ausstellungsseite im La Palma 24-Journal – hier klicken.

"Rustikal und hässlich, aber gleichzeitig schön": So beschreibt Reyes seine Skulpturen aus Wurzeln. Foto: La Palma 24

“Rustikal und hässlich, aber gleichzeitig schön”: So beschreibt Reyes seine Skulpturen aus Wurzeln. Foto: La Palma 24

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