
Foto: Frank Oliver Glöckner
+++ Sánchez wirbt in China für TMT-Teleskop auf La Palma +++ Puerto Naos: Weitere Lokale erhalten Genehmigung zur Wiedereröffnung +++ La Palma plant Ausbau der Wasserinfrastruktur – Fokus auf Versorgungssicherheit +++ Clavijo warnt vor schwierigem Jahr 2027 und fordert mehr finanzielle Spielräume +++
Sánchez wirbt in China für TMT-Teleskop auf La Palma

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat bei seinem Besuch in Peking für den Bau des weltweit größten optischen Teleskops auf La Palma geworben. Bei einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping sprach er sich für den Standort am Observatorium Roque de los Muchachos aus.
Das sogenannte Thirty Meter Telescope (TMT) gilt als eines der bedeutendsten internationalen Forschungsprojekte in der Astronomie. Ursprünglich war der Bau auf Hawaii geplant, doch das Vorhaben ist seit Jahren unter anderem wegen Protesten der indigenen Bevölkerung am Standort Mauna Kea blockiert.
La Palma gilt daher als alternative Option. Spanien hat in diesem Zusammenhang eine Beteiligung von rund 400 Millionen Euro in Aussicht gestellt, sollte das Projekt auf der Insel realisiert werden.
Das Teleskop wird von einem internationalen Konsortium getragen, an dem unter anderem Forschungseinrichtungen aus den USA, Indien, Japan und Kanada beteiligt sind. Auch die chinesische Akademie der Wissenschaften verfolgt das Projekt als Beobachter.
Für La Palma würde eine Entscheidung zugunsten des Standorts eine erhebliche wissenschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung haben.
Puerto Naos: Weitere Lokale erhalten Genehmigung zur Wiedereröffnung

Foto: Michael Nguyen
Bei den Fortschritten zur Wiederöffnung von Puerto Naos geht es weiter voran. Inzwischen sind 42 Lokale für die Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit zugelassen, zwei weitere wurden nun freigegeben.
Wie Inselpräsident Sergio Rodríguez mitteilte, erfolgt die schrittweise Rückkehr von Bewohnern und Betrieben weiterhin unter strengen Sicherheitsvorgaben. Grundlage sind laufende Messungen der CO₂-Werte, die eine kontinuierliche Überwachung der Gasbelastung ermöglichen.
Von den genehmigten 42 Lokalen haben bislang 25 die erforderlichen Dokumente unterzeichnet, um tatsächlich wieder öffnen zu können. Die Behörden betonen die Bedeutung der Einhaltung aller Protokolle zum Schutz von Bewohnern, Besuchern und Beschäftigten.

Foto: Michael Nguyen
Auch bei den Wohnungen gibt es weitere Fortschritte: In Puerto Naos sind derzeit 1.163 Einheiten freigegeben, rund 1.000 davon haben die notwendigen Vereinbarungen bereits abgeschlossen. In La Bombilla verfügen 58 Häuser über eine Genehmigung, lediglich sechs davon haben die entsprechenden Dokumente noch nicht unterzeichnet. Die zuständigen Stellen betonen, dass beide Küstenorte unter den geltenden Bedingungen als sicher eingestuft werden und die Öffnung weiterhin schrittweise vorangetrieben wird.
La Palma plant Ausbau der Wasserinfrastruktur – Fokus auf Versorgungssicherheit

Foto: Frank Oliver Glöckner
Am Dienstag haben Inselpräsident Sergio Rodríguez und der Delegierte der spanischen Regierung auf den Kanaren Anselmo Pestana über die Zukunft der Wasserinfrastruktur auf La Palma beraten.
Im Mittelpunkt stand unter anderem der geplante Abschluss des sogenannten Inselrings – eines Leitungssystems, das die Wasserversorgung auf der Insel miteinander verbindet und so Engpässe besser ausgleichen kann.
Die Kosten für dieses Projekt werden auf rund 35 Millionen Euro geschätzt. Ziel ist es, die Versorgung auch in Krisensituationen – wie etwa nach dem Vulkanausbruch – besser absichern zu können.
Darüber hinaus wurden weitere Vorhaben angesprochen, darunter ein Konzept zur Kombination von Meerwasserentsalzung mit erneuerbaren Energien sowie Maßnahmen zur besseren Nutzung von Regenwasser. So könnte etwa das Wasser aus dem Barranco de Las Angustias künftig stärker für die Befüllung von Speichern genutzt werden.
Nach Angaben der Beteiligten soll nun geprüft werden, wie die Finanzierung dieser Projekte sichergestellt werden kann. Dabei kommen auch staatliche Mittel in Betracht.
Clavijo warnt vor schwierigem Jahr 2027 und fordert mehr finanzielle Spielräume

Foto: Marcel Nguyen, „Licht und Schatten“, 2026
Der kanarische Präsident Fernando Clavijo hat am Dienstag vor wirtschaftlich schwierigen Zeiten für die Kanaren gewarnt. Hintergrund sind die möglichen Folgen des Konflikts im Nahen Osten, die sich bereits auf Energiepreise und Lieferketten auswirken.
Clavijo bezeichnete das Jahr 2027 als „sehr herausfordernd“ und forderte von der spanischen Regierung mehr finanzielle Flexibilität. Konkret geht es um eine Lockerung der Haushaltsregeln, um zusätzliche Investitionen zu ermöglichen. Mit diesen Mitteln könnte ein gemeinsamer Investitionsplan mit Cabildos und Gemeinden im Umfang von rund 1,6 Milliarden Euro umgesetzt werden.

Foto: Frank Oliver Glöckner, El Remo
Die bereits beschlossenen Maßnahmen der Regionalregierung – darunter Steuererleichterungen, Hilfen für kleine Selbstständige und Unterstützung für den Primärsektor – könnten laut Clavijo die Auswirkungen lediglich abmildern, jedoch nicht vollständig auffangen.
In der Parlamentsdebatte wurde das Maßnahmenpaket von mehreren Oppositionsparteien als unzureichend kritisiert. Sie bemängelten unter anderem den späten Zeitpunkt, den begrenzten Umfang der Hilfen und fehlende gezielte Unterstützung für sozial schwächere Haushalte.
Trotz unterschiedlicher Bewertungen besteht Einigkeit darüber, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der internationalen Lage die Kanaren in den kommenden Jahren deutlich fordern werden.
Von La Palma 24


















