
Archivfoto: Cabildo de La Palma
+++ Marcos y Cordero wieder vollständig geöffnet: La Palmas Wanderklassiker ist zurück +++ Neue Containerbrücke stärkt den Hafen von Santa Cruz de La Palma +++ TMT kommt nicht nach La Palma: Nach zehn Jahren ist die Entscheidung gefallen +++
Marcos y Cordero wieder vollständig geöffnet: La Palmas Wanderklassiker ist zurück

Foto: Cabildo de La Palma
Für viele La-Palma-Fans gehört diese Tour zu den Wanderungen, die man mindestens einmal gemacht haben sollte: durch lange, in den Fels geschlagene Tunnel, entlang schmaler Wasserkanäle und schließlich hinein in die üppige Vegetation von Los Tilos. Jetzt gibt es gute Nachrichten für Wanderfreunde: Marcos y Cordero ist wieder auf der gesamten Route zugänglich.
Bereits Anfang Juli hatten wir über die teilweise Wiedereröffnung berichtet. Damals war der Weg von der Casa del Monte bis zum Eingang von Tunnel Nummer 12 freigegeben worden, während die Arbeiten in Richtung Espigón Atravesado weiterliefen. Nun sind auch diese Arbeiten abgeschlossen.
Nach Angaben des Cabildo de La Palma kann der PR LP 6 von den Nacientes de Marcos y Cordero bis zum Besucherzentrum Los Tilos wieder durchgehend begangen werden.

Foto: Cabildo de La Palma
Durch Tunnel zu den Quellen
Berühmt ist die Tour vor allem für ihre 13 Tunnel, durch die der Weg zu den Quellen Marcos und Cordero führt. Eine Taschen- oder Stirnlampe gehört deshalb unbedingt in den Rucksack. Besonders spektakulär ist der Tunnel an der Marcos-Quelle: Hier läuft Wasser über und neben dem Weg – wer trocken bleiben möchte, sollte entsprechend vorbereitet sein.
Danach verändert sich die Landschaft deutlich. Die Strecke führt hinab durch Schluchten und immer dichter werdenden Lorbeerwald in Richtung Los Tilos. Gerade dieser Wechsel zwischen Fels, Wasser, Tunneln und subtropischer Vegetation macht die Wanderung so außergewöhnlich.
Rund 730.000 Euro investiert
Nach Angaben des Cabildo de La Palma flossen insgesamt rund 730.000 Euro in die Instandsetzung der Route. Dazu gehörten unter anderem neue Geländer und Schutznetze gegen Steinschlag.
Für La Palma ist die Wiedereröffnung auch touristisch von Bedeutung. Marcos y Cordero zählt seit vielen Jahren zu den bekanntesten Wanderzielen der Insel und ist für viele Stammgäste eng mit einem Wanderurlaub auf La Palma verbunden.

Foto: Cabildo de La Palma
Gute Kondition bleibt Voraussetzung
Trotz der Wiedereröffnung sollte die Tour nicht unterschätzt werden. Je nach gewählter Variante ist sie lang und stellenweise anspruchsvoll. Festes Schuhwerk, ausreichend Wasser und eine Lampe für die Tunnel gehören zur notwendigen Ausrüstung. Vor dem Start empfiehlt es sich außerdem, die aktuellen Wetter- und Wegbedingungen zu prüfen.
Auch die Anfahrt beziehungsweise der Transfer zum Ausgangspunkt sollte vorher geplant werden.
Neue Containerbrücke stärkt den Hafen von Santa Cruz de La Palma

Foto: Dieter Weiskircher
Im Hafen von Santa Cruz de La Palma gibt es eine auffällige Neuerung: Am Containerterminal wurde die erste große Ship-to-Shore-Containerbrücke (STS) der Insel in Betrieb genommen. Die Anlage soll das Be- und Entladen von Containerschiffen beschleunigen und ermöglicht auch die Abfertigung größerer Schiffe.
Die sogenannte Panamax-Anlage kann Container und andere Lasten von bis zu 40 Tonnen bewegen. Der fast 39 Meter lange Ausleger reicht weit über die Wasserseite hinaus. Betrieben wird das Terminal von Boluda Shipping, das gleichzeitig seine Konzession im Hafen verlängert hat.

Foto: Dieter Weiskircher
Für La Palma ist der Containerhafen ein wichtiger Teil der Versorgung und des Warenaustauschs mit den anderen Inseln und dem Festland. Interessant ist dabei die Entwicklung nach dem Vulkanausbruch: Nach Angaben des staatlichen Wiederaufbaubeauftragten hat der Containerverkehr inzwischen wieder ungefähr das Niveau vor dem Ausbruch von 2021 erreicht.
Mit der neuen Anlage wird der Hafen nun technisch aufgerüstet und erhält zusätzliche Kapazitäten für den künftigen Warenverkehr. Für das Stadtbild ist die mächtige Konstruktion kaum zu übersehen – wirtschaftlich soll sie vor allem für schnellere und flexiblere Abläufe im Hafen sorgen.
TMT kommt nicht nach La Palma: Nach zehn Jahren ist die Entscheidung gefallen

Visualisierung: TMT International Observatory
Über Jahre galt der Roque de los Muchachos als mögliche Alternative für eines der größten Teleskopprojekte der Welt. Nun steht fest: Das Thirty Meter Telescope (TMT) wird nicht auf La Palma gebaut. Das internationale TMT-Konsortium hat die spanische Offerte abgelehnt und damit die Option La Palma beendet.
Die Entscheidung kommt überraschend, denn Spanien hatte zuletzt ein außergewöhnliches finanzielles Angebot vorgelegt. Vorgesehen war ein Rahmen von bis zu einer Milliarde Euro. Davon sollten 400 Millionen Euro über den CDTI bereitgestellt werden; zusätzlich wurden mögliche Kredite der Europäischen Investitionsbank und des Instituto de Crédito Oficial von jeweils bis zu 300 Millionen Euro geprüft. Dabei handelte es sich allerdings nicht um bereits bewilligte Gelder, sondern teilweise um Finanzierungen, die noch entsprechenden Prüfungen und Genehmigungen unterlagen.
La Palma war seit 2016 die Alternative
Die Geschichte reicht rund zehn Jahre zurück. Ursprünglich sollte das TMT auf dem Maunakea auf Hawaii entstehen. Widerstand vor Ort und langwierige Auseinandersetzungen führten dazu, dass La Palma als Alternativstandort ins Spiel kam. Der Roque de los Muchachos bot dabei nicht nur hervorragende Bedingungen für astronomische Beobachtungen. Für das Projekt lagen inzwischen auch wichtige Genehmigungen vor – die Umweltgenehmigung seit 2019 und die Baugenehmigung seit 2023.
Noch Ende Juli hatte das TMT selbst über den von Spanien und der Europäischen Investitionsbank vorgeschlagenen Finanzierungsrahmen für einen Bau auf La Palma berichtet. Nun kam die Absage. Warum das TMT-Konsortium La Palma letztlich verworfen hat, ist bislang nicht bekannt. Cabildo-Präsident Sergio Rodríguez erklärte am Samstag, ihm seien die Hintergründe nicht mitgeteilt worden.

Foto: Frank Oliver Glöckner
Und was passiert jetzt mit dem TMT?
Wichtig ist: Die Absage an La Palma bedeutet nicht automatisch, dass das Teleskop nun auf Hawaii gebaut wird. Das TMT-Konsortium hat bislang weder einen neuen Baubeginn dort angekündigt noch das Gesamtprojekt aufgegeben. Hinzu kommen weiterhin offene Fragen bei der Finanzierung.
Für La Palma endet damit jedoch ein Kapitel, das die Insel über viele Jahre begleitet hat. Behörden, Wissenschaftler und technische Teams hatten erhebliche Arbeit in Planungen, Studien und Genehmigungsverfahren investiert. Was bleibt, ist ein international renommierter Astronomiestandort am Roque de los Muchachos – aber ohne das Thirty Meter Telescope.
Von La Palma 24












