
Foto: Salvatore Guiffrida, 24.05.26
+++ Mehr Besucher am Roque: Wie viel Tourismus verträgt Europas Sternenhimmel?+++ 40 Millionen Euro für La Palma: Das Cabildo setzt auf stärkere Gemeinden +++ 150 Läufer bei der Jubiläumsausgabe der Vertical Proís de Candelaria +++
Mehr Besucher am Roque: Wie viel Tourismus verträgt Europas Sternenhimmel?

Foto: Salvatore Guiffrida, 24.05.26
Der Roque de los Muchachos gehört längst zu den bekanntesten Ausflugszielen auf La Palma. Immer mehr Besucher fahren hinauf zu den Aussichtspunkten und Observatorien – besonders seit Astrotourismus auf der Insel weiter an Bedeutung gewinnt. Doch genau diese Entwicklung stellt den weltweit bekannten Wissenschaftsstandort zunehmend vor neue Herausforderungen.
In einem aktuellen Interview erklärt Javier Herrera Llorente, der neue Leiter für Infrastruktur und gemeinsame Dienste am Observatorium des Roque de los Muchachos, dass die Kombination aus Forschung, Natur und Besuchern zwar möglich sei, künftig aber besser organisiert werden müsse.

Foto: Salvatore Guiffrida, 24.05.26
Der Roque sei heute gleichzeitig Naturraum, touristischer Anziehungspunkt und einer der bedeutendsten Standorte für astronomische Forschung weltweit. Vor allem die Straße LP-4, die direkt durch den Bereich der Observatorien führt, mache die Situation besonders komplex. Dort treffen Arbeitsverkehr, Wanderer, Ausflügler, Astrotourismus und wissenschaftlicher Betrieb unmittelbar aufeinander.
Dabei gehe es laut Herrera ausdrücklich nicht darum, Besucher fernzuhalten. Vielmehr brauche es bessere Planung, mehr Koordination und langfristige Lösungen, damit Wissenschaft, Naturschutz und Tourismus dauerhaft miteinander funktionieren können.

Foto: Salvatore Guiffrida, 24.05.26

Foto: Salvatore Guiffrida, 24.05.26
Auch das geplante Thirty Meter Telescope (TMT) bleibt ein wichtiges Thema. Sollte das Großteleskop tatsächlich auf La Palma entstehen, würde die internationale Bedeutung des Observatoriums weiter wachsen. Gleichzeitig könnte dies zusätzlichen Wissenschafts- und Astrotourismus auf die Insel bringen.
Herrera spricht im Interview außerdem davon, die Verbindung zwischen Forschung und Inselbevölkerung weiter stärken zu wollen. Viele Menschen würden die Observatorien zwar kennen, gleichzeitig fehle aber oft noch ein direkter Bezug zur wissenschaftlichen Arbeit am Roque.
Das Gespräch macht deutlich: Der Roque de los Muchachos ist längst mehr als nur ein Aussichtspunkt. Mit dem wachsenden Interesse am Astrotourismus wird künftig vor allem die Frage entscheidend sein, wie sich Forschung, Natur und Besucherströme dauerhaft in Einklang bringen lassen.
Das vollständige Interview von José F. Arozena erschien bei eldiario.es.
40 Millionen Euro für La Palma: Das Cabildo setzt auf stärkere Gemeinden

Foto: Dieter Weiskircher
La Palma soll künftig weniger in „Ost gegen West“ oder „große gegen kleine Gemeinden“ gedacht werden. Mit dem neuen Inselprogramm PIDL investiert das Cabildo deshalb zwischen 2024 und 2027 insgesamt 40 Millionen Euro in Projekte auf der gesamten Insel – jedes Jahr zehn Millionen Euro aus eigenen Mitteln.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur größere Orte, sondern bewusst auch ländliche Gemeinden wie Puntagorda, Garafía, Puntallana oder Fuencaliente. Entscheidend ist dabei ein sogenannter Ruralitätsindex, der berücksichtigt, dass kleinere und abgelegenere Orte oft andere Herausforderungen haben als die größeren Zentren der Insel.
Cabildo-Präsident Sergio Rodríguez betont, dass die Investitionen helfen sollen, „die Idee einer durch die Cumbre geteilten Insel zu überwinden“.
Die geplanten Projekte reichen von Straßen- und Platzsanierungen über Sportanlagen bis hin zu öffentlichen Treffpunkten und mehr Barrierefreiheit. In Tazacorte soll beispielsweise die Avenida de la Constitución sicherer und fußgängerfreundlicher werden. In El Paso ist eine überdachte Schwimmhalle mit Sport- und Freizeitbereichen geplant, während in Breña Alta Straßen und Fußwege verbessert werden sollen.
Das Cabildo sieht das PIDL dabei nicht nur als klassisches Bauprogramm, sondern als Strategie für mehr Zusammenhalt auf La Palma. Ziel ist es, die Lebensqualität in allen Gemeinden zu verbessern und auch kleineren Orten langfristig bessere Perspektiven zu geben.
150 Läufer bei der Jubiläumsausgabe der Vertical Proís de Candelaria

© instagram: patrice_uia
Steile Anstiege, spektakuläre Ausblicke und jede Menge Kampfgeist: Der Berglauf Vertical Proís de Candelaria hat am Samstag in Tijarafe erneut gezeigt, warum er zu den außergewöhnlichsten Rennen auf La Palma gehört. Rund 150 Teilnehmer stellten sich der anspruchsvollen Strecke, die direkt am berühmten Proís de Candelaria begann und über drei Kilometer steil bergauf führte.
Die besondere Atmosphäre entlang der imposanten Steilküste machte das Rennen auch in diesem Jahr zu einem echten Highlight im Sportkalender der Insel. Die Veranstaltung gehört zur Open Trail La Palma 2026, der Inselserie für Vertikalrennen, organisiert gemeinsam mit Fitters Tecnificación Deportiva und dem Ayuntamiento de Tijarafe.

Foto: Jesús / Club Hilera
Schnellster des Tages war Raúl Rodríguez Martín, der sich den Gesamtsieg sichern konnte. Bei den Frauen gewann Ana Begoña González Francisco die Gesamtwertung. Auf den weiteren Podiumsplätzen folgten Aleksandr Kirzhaev und Janine Schott auf Rang zwei sowie Cristian Pulido Pérez und Solveig Horn auf den dritten Plätzen.
Auch die lokalen Teilnehmer sorgten für starke Leistungen. In der Lokalwertung standen Aleksandr Kirzhaev und Solveig Horn ganz oben auf dem Podium. Dahinter folgten Alejandro Martín Rodríguez und Rosa Laura Rodríguez Hernández sowie Omar Martín Díaz und Gabriela Rocha Rodríguez.
Neben den starken Leistungen stand vor allem die besondere Atmosphäre entlang der Steilküste im Mittelpunkt. Der traditionsreiche Küstenort Proís de Candelaria bot erneut einen beeindruckenden Startpunkt, bevor sich die Läufer Meter für Meter den steilen Anstieg hinaufkämpften.
Gerade diese Mischung aus Natur, Höhenmetern und spektakulären Ausblicken macht die Veranstaltung "Vertical Proís de Candelaria" seit Jahren zu einem der beliebtesten Rennen auf La Palma.
Von La Palma 24


















