
Archiv © Andrea Jährlich
+++ Tazacorte fordert Schutzdamm – 160.000 Euro-Investition vom Meer zerstört +++ Staat zahlt mit Verspätung 6,1 Millionen Euro an La Palma +++ Weinlese auf La Palma beginnt verzögert – weniger Ertrag und neue Risiken +++ Neuer Mirador del Sol bei Tijarafe stärkt Ruhezone und Sternen-Tourismus +++ Jazzabend mit Polo Ortí in Santa Cruz de La Palma +++
Tazacorte fordert Schutzdamm – 160.000 Euro-Investition vom Meer zerstört

Archivbild April 2025
© Michael Nguyen
Ein heftiger Wellengang in den vergangenen Tagen hat die Playa del Puerto de Tazacorte erneut schwer beschädigt. Innerhalb weniger Stunden wurde ein frisch angelegter Strandabschnitt zerstört, für den erst kürzlich rund 160.000 Euro in Verbesserungen investiert worden waren.
„Ohne einen Schutzdamm gibt es keine stabile Playa“, betont Bürgermeister und Tourismusratsmitglied David Ruiz in einer Mitteilung. „Jahr für Jahr investieren wir große Summen in die Pflege unseres Strandes, und das Meer reißt sie uns in kürzester Zeit wieder fort.“

Archivbild April 2025
© Michael Nguyen
„Das Cabildo Insular arbeitet bereits an einem Projekt zur Neuordnung des Küstenbereichs von Tazacorte. Außerdem soll in Kürze ein Treffen mit der staatlichen Küstenbehörde stattfinden, um den Bau des Schutzdamms voranzubringen“, erklärte Ruiz
Die Playa del Puerto de Tazacorte gilt nicht nur als einer der wichtigsten sozialen und touristischen Treffpunkte der Gemeinde, sondern auch als „sonnigste Strandmeile Europas“.
Staat zahlt mit Verspätung 6,1 Millionen Euro an La Palma

© Michael Nguyen
Der spanische Ministerrat hat am Dienstag 6,1 Millionen Euro für die Wiederherstellung öffentlicher Infrastrukturen auf La Palma bewilligt. Die Mittel stammen aus dem 2022 geschlossenen Abkommen mit dem Cabildo zur Beseitigung der Vulkanschäden des Tajogaite und waren seit zwei Jahren ausstehend.

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Mit der Zahlung ist der staatliche Anteil an der 2023 vorgenommenen Nachberechnung gedeckt. Offen bleibt jedoch eine neue Forderung des Cabildo in Höhe von 105 Millionen Euro, wovon der Staat die Hälfte übernehmen müsste. Zudem warten die Betroffenen noch auf die zugesagten direkten Hilfen der Agenda Canaria für 2024 und 2025 sowie auf eine Entscheidung über die Fortsetzung der 60-prozentigen IRPF-Steuerermäßigung.
Später Start der Weinlese auf La Palma – weniger Ertrag und neue Risiken

Aufgenommen am 27.08.25
© Heidrun Schumann
Die diesjährige Weinlese auf La Palma hat mit Verspätung begonnen. Während 2024 schon Ende Juli geerntet wurde, fiel der Startschuss diesmal erst am 6. August – zunächst mit geringen Mengen in Mazo und Fuencaliente. Im Norden setzt die Lese in tieferen Lagen langsam ein, allerdings sehr ungleichmäßig.

© Heidrun Schumann
Winzer berichten in diesem Jahr von besonders starken Schäden durch Wildtiere. Vor allem Lagartos und Vögel bedienen sich vielerorts an den Trauben. Zwar gehören sie seit jeher zum Landschaftsbild La Palmas, doch durch die verzögerte Reife und die insgesamt geringere Menge machen sich die Verluste diesmal deutlich bemerkbar – so sehr, dass viele Landwirte die Schäden bereits ihren Versicherungen gemeldet haben.

© Heidrun Schumann
Die Vendimia 2025 startet damit unter schwierigen Vorzeichen – zwischen geringer Erntemenge, Schäden im Weinberg und der Angst vor einer neuen Reblaus-Krise.
Neuer Mirador del Sol bei Tijarafe stärkt Ruhezone und Sternen-Tourismus

© Michael Nguyen
Die kanarische Tourismus- und Arbeitsministerin Jéssica de León hat die Finanzierung des neuen Mirador del Sol im Ortsteil Aguatavar von Tijarafe bestätigt. Mit rund 1,37 Millionen Euro aus der Infrastrukturstrategie für La Palma entsteht dort ein Panorama-Aussichtspunkt mit Parkplatz, der die Zone der Medianías touristisch beleben und zugleich den natur- und sternenbezogenen Tourismus der Insel stärken soll.
Parallel dazu arbeitet das Ayuntamiento an weiteren Projekten, die den landschaftlichen Reichtum der Gemeinde hervorheben und dabei möglichst behutsam in die Natur eingreifen. Dazu zählen der nahezu fertiggestellte Mirador Astronómico El Universo sowie geplante Investitionen am Mirador de Garome.
Jazzabend mit Polo Ortí in Santa Cruz de La Palma

27.08.25 © Heidrun Schumann
Am Freitag, den 5. September, lädt der herausragende Pianist, Komponist und Pädagoge Polo Ortí zu einem Solo-Konzert im Patio des Museo de Arte Contemporáneo in Santa Cruz de La Palma (C/ Virgen de la Luz, 13). Los geht es um 21:00 Uhr, der Eintritt ist frei, solange Plätze verfügbar sind – eine wunderbare Einladung in den Herbst!
Wer ist Polo Ortí?
- Der ausgebildete Pianist studierte an den Konservatorien der Kanarischen Inseln, in Madrid und Valencia, und vervollkommnete sein Handwerk später am renommierten Berklee College of Music in Boston. Signifikante Impulse erhielt er durch seinen Mentor Lyle Mays (Pat Metheny Group)
- Schon früh fand er als Komponist Anerkennung: Drei seiner Werke – „Autumn“, „Quick and Running“ und „Tiempos felices“ – schafften es 1990 auf die US-Billboard Jazzcharts – interpretiert vom berühmten Vibraphonisten Gary Burton
- Er lebt inzwischen wieder auf den Kanaren und kombiniert sein Schaffen als Jazzvirtuose mit einer ausgeprägten Rolle als Musikpädagoge. So lehrt er an der Berklee School of Music in Valencia und entwickelt innovative Online-Lehrkonzepte
Atmosphärisch, technisch brillant, unverwechselbar
Polo Ortís Auftritte gelten als „musikalische Reisen, bei denen Raum und Klang intim verschmelzen“ – eine Beschreibung, die perfekt zu dem stimmungsvollen Setting im Patio passt. Dort entsteht ein einzigartiges Zusammenspiel aus Raum, Kunst und Ton – ein Abend, der Jazzliebhaber wie neugierige Zuhörer gleichermaßen faszinieren dürfte.
Von La Palma 24