La Palma – Kunsthandwerkermarkt in Villa de Mazo

Das ganz besondere Souvenir…

Villa de Mazo ist das „Kunstzentrum“ der Kanareninsel La Palma. Hier sind die Kunstschule und ein Verkaufshaus für Kunsthandwerk beheimatet – und jeden Samstag und Sonntag gibt es den Kunsthandwerkermarkt im oberen Stock der Markthalle. Letzterer ist seit Neuestem samstags ganztägig von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

Wer das ganz besondere Souvenir sucht, der wird hier fündig. Alles ist mit viel Liebe von Hand gefertigt – und zwar von Kunsthandwerkern, die von der Inselregierung geprüft und mit einem Carnet de Artesano ausgezeichnet sind. Dieser Ausweis berechtigt sie, ihre Waren in der ersten Etage der Markthalle zu präsentieren – nicht zu verwechseln mit den Ausstellern, die ihre Stände vor dem Gebäude entlang der Straße aufbauen. Denn letztere bieten Produkte an, die industriell gefertigt sind oder aus maschinell gefertigten Zutaten bestehen.

So ist es eben kein Kunsthandwerk, Perlen auf Schnüre zu ziehen – die Perlen selbst herzustellen dagegen schon. Das macht Cornelia Spork im ersten Stock der Markthalle mit Meisterschaft. Vor den Augen der Kunden wickelt sie an ihrer Lampe Muranoglasperlen und verarbeitet sie anschließend zu Ketten, Ohrringen oder Armbändern. „So entstehen ausschließlich Unikate“, erklärt Cornelia. „Bei mir wird es nie eine Massenproduktion geben.“

Gleiches gilt für ihre Kolleginnen – allen voran die Liga der Kunststickerinnen. Die sticheln allesamt schon von Kindesbeinen an, haben ihr Kunsthandwerk von der Mutter gelernt – und frönen ihm bis ins hohe Alter mit Leidenschaft. Die 82jährige Dalia Cruz beispielsweise stickt bereits seit 78 Jahren. „Es macht mir immer noch unheimlich Spaß“, sagt sie ebenso wie ihre Kolleginnen. Diese Freude an der Arbeit kommt letztlich den Kunden zugute, die für die kleinen und großen Kunstwerke nur einen Appel und ein Ei bezahlen. So kostet etwa ein handgestickter Weihnachtsstern zwischen 2 und 3 Euro, die Frauen müssen dafür mindestens 5 Stunden arbeiten.

Nicht anders ist es bei Rosa und Luisa Alvarez Rodriguez. Die beiden Schwestern weben ihre Stoffe selbst und verarbeiten sie anschließend zu Taschen. Preis für einen Rucksack: 43 Euro. Arbeitszeit: „Das kann man gar nicht so genau sagen“, lacht Rosa, weil sie und ihre Schwester die Stunden lieber nicht zählen…

Die meisten „Artesanos“ auf La Palma betreiben das Kunsthandwerk beinahe als “Hobby” und brauchen Nebenjobs zum Überleben. Auf den großen Kanareninseln wie Teneriffa oder Gran Canaria ist das anders, denn dort steht den Artesanos mehr Kaufkraft zur Verfügung. Es gibt mehr Märkte, mehr Geschäfte, mehr Einwohner und mehr Touristen. Auf La Palma schaffen es nur wenige, ihr Leben vom Kunsthandwerk zu bestreiten. Dazu gehören etwa Ana Maria Acosta vom „Taller Abora“ mit ihren kunstvollen Produkten aus Ton oder die Zigarrendreherin Pilar Maria Perez, die ebenfalls in Mazo ausstellen. Doch selbst sie hört man immer wieder den Slogan der hiesigen Artesanos sagen: „Mucho trabajo – poco dineros…“ – viel Arbeit für wenig Geld… Aber sie kunsthandwerken trotzdem weiter – und lächeln dabei.

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