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Marie von Ebner-Eschenbach

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La Palma: Die Rettungsschwimmer von Puerto Naos

Die Rettungsschwimmer von Puerto Naos haben viel zu tun: „Ein Leben hat keinen Preis!“

Sie gehören zu den mutigsten Männern La Palmas. Sie hechten mit roten Rettungsbojen bewaffnet in den Atlantik und ziehen in Seenot geratene Badegäste unter Einsatz ihres eigenen Lebens an Land. Die Rede ist von den Rettungsschwimmern der kleinen Kanareninsel im großen Atlantik. Das La Palma 24-Journal sprach mit den Socorristas von Puerto Naos, dem Badeort im sonnigen Westen der nordwestlichsten Kanareninsel.

Mehr als 6.000 Kilometer offener Ozean erstrecken sich vorm Arbeitsplatz der Puerto-Naos-Baywatch. Eine Menge Wasser, das vor allem im Winter ab und zu ordentlich schäumt. Dann holen Nicolas, Alex und Ale die grüne Baden-Okay-Fahne ein und hissen je nach Wellenhöhe und Stärke der Unterwasser-Strömungen die gelbe oder rote Gefahrenflagge.

Doch das nutzt oft nichts: „Die wenigsten Touristen kennen die Bedeutung der Fahnen, denn sie lesen die Schilder am Strandeingang nicht“, erklärt Nicolas. Dabei, meint sein Kollege Alex, sei die Aussage der Wimpel doch ganz logisch: „Das ist wie an der Ampel: Bei Grün darf man ins Wasser gehen, bei Gelb muss man aufpassen und bei Rot bleibt man stehen.“

Lebensgefährlich: Strandabsperrungen werden nicht beachtet

Soviel zur Theorie. In der Praxis passen eben viele bei „Gelb“ nicht auf, geschweige denn, dass sie bei „Rot“ in sicherer Entfernung von der oft meterhohen Brandung stehenbleiben. Ganz wild geht es zur Sache, wenn der Strand ein- bis zweimal pro Jahr wegen Riesenwellen mit rot-weißem Band total gesperrt wird, und die Touristen einfach untendurch oder obendrüber klettern. Die Rettungsschwimmer müssen den ganzen Tag durch ihr Revier spurten und blauäugige Badegäste auf die Gefahr hinweisen. Zum Beispiel die Mutter, die inmitten des gesperrten Strandes seelenruhig ein Buch liest, während ihre beiden kleinen Kinder nur wenige Meter vor den donnernden Brechern im Sand spielen. Oder das Liebespaar, das in inniger Umarmung nicht bemerkt, dass es gleich von einer Riesenwelle geküsst wird. „Wir wollen die Leute informieren, bevor etwas passiert“, sagt Nicolas. „Die meisten akzeptieren das dann, es gibt aber auch Leute, die anfangen mit uns zu streiten.“ Am schlimmsten seien schwimmbegierige Touristen mit Promille: „Wir tragen die Verantwortung, da müssen wir im schlimmsten Fall schon mal die Polizei holen.“ 

Die Baywatch von Puerto Naos (von links): Alex, Ale, Nicolas und Nico.

 

60 Rettungsaktionen im vergangenen Jahr

Wer die freundlichen Warnungen der Baywatch-Boys in den Wind schlägt, dem präsentiert der Atlantik postwendend die Rechnung: 60 Rettungsaktionen mussten die Jungs vom palmerischen Roten Kreuz im vergangenen Jahr allein in Puerto Naos durchziehen. „Die Leute überschätzen sich“, so Alex, „sie meinen, sie wären gute Schwimmer, aber sie kennen das Meer nicht.“ Ganz im Gegenteil zu den palmerischen Life-Guards. Sie alle paddelten von Kindesbeinen an durch den Ozean und haben von ihren Vätern gelernt, Wellen und Anzeichen für Unterströmungen einzuschätzen. Der Respekt aller Einwohner La Palmas vor der Urgewalt Wasser schlägt sich auch zahlenmäßig nieder. In den 4 Jahren seines Dienstes am Puerto-Naos-Beach, sagt Alex, sei kein einziger Palmero in Seenot geraten.

Früher passierte wesentlich mehr

Wer jetzt denkt, 60 Rettungsaktionen pro Jahr seien viel, der irrt. Bevor das Rote Kreuz vor 9 Jahren die Strandüberwachung und vor allem die Aufklärung der Gäste übernahm, gingen in Puerto Naos wesentlich mehr Touristen unfreiwillig baden. „Außerdem gab es jedes Jahr ein bis zwei Tote“, berichtet Nico, der bis heute am Strand Liegestühle vermietet und 24 Jahre lang sozusagen „nebenberuflich“  als Lebensretter unterwegs war. Der 55jährige betont vor allem eines: „Puerto Naos ist nicht gefährlich – es sind die Leute, die nicht hören wollen. Manchmal war ich dabei, 2 rauszuziehen und währenddessen sprangen 3 andere hinter mir wieder rein!“

Rettung per Hubschrauber: Ein teurer "Spaß". Foto: Cruz Roja

In Sachen Leichtsinn hat sich bis heute nicht viel geändert, nur standen dem 55jährigen Nico damals nicht die gleichen Hilfsmittel zur Verfügung wie der Baywatch von heute. Er hatte weder eine „latta de rescate“ - die berühmte orange-rote Rettungsboje, an der sich bis zu 7 Personen festhalten können - noch Unterstützung per Boot oder Hubschrauber wie seine jungen Kollegen. Gleichwohl sind die Rettungsaktionen von heute noch lange kein Zuckerschlecken. Wie etwa im vergangenen Jahr, als ein paar Surfer trotz meterhoher Brandungsbrecher zum Wellenreiten gingen und nicht mehr an Land kamen. Die Puerto-Naos-Live-Guards mussten raus: „Wir wussten, dass zurückschwimmen viel zu gefährlich war, weil die Wellen und darin umherfliegende Steine auf uns geschlagen wären“, denkt Nicolas an die lebensgefährliche Situation zurück. „Aber wir mussten hin und den Leuten sagen, dass sie Ruhe bewahren sollen bis der Heli kommt.“ Bis der startbereit und vom Flughafen in Santa Cruz rübergeflogen ist, dauert immerhin lange 40 Minuten. Die Sache ging gut aus, doch das dicke Ende kam nach. Denn wer trotz roter oder gelber Flagge in Not gerät, muss die Hubschrauber-Rettung mit rund 6.000 Euro aus eigener Tasche bezahlen.

90 Prozent aller Unfälle durch Prävention vermeidbar

„90 Prozent aller Unfälle wären vermeidbar, wenn die Leute vorher mit uns sprechen würden!“ Das Baywatch-Team von Puerto Naos beißt nicht. Im Gegenteil. Die Jungs freuen sich, wenn sie die Badegäste beraten können. Auch bei grüner Flagge: „Wir geben den Leuten Tipps, wie sie die Wellen am besten durchtauchen können und wie sie wieder optimal raus kommen“, lädt Alex zum Infogespräch ein. „Da haben alle viel mehr Spaß beim Schwimmen und wir keine Probleme.“  Nicolas betont, dass alle Rettungsschwimmer volles Verständnis für die Touristen aus dem kalten Norden Europas hätten, die nun endlich ins warme Meer springen wollen. „Sobald die größte Gefahr vorbei ist, markieren wir den sichersten Teil des Strandes mit zwei gelben Flaggen. Hier darf gebadet werden, denn diesen Bereich können wir ohne Probleme überwachen.“

Schwimm-Service für Behinderte

Tolle Sache: Mit Hilfe des "Schlittens" und der Baywatch können selbst gelähmte Menschen am Strand von Puerto Naos baden. Foto: Cruz Roja

Übrigens bieten Alex, Nicolas und Ale noch einen ganz besonderen Gratis-Service für Behinderte. Sie transportieren gehbehinderte oder gelähmte Menschen mit einem Spezialschlitten ins Meer und bewachen sie während der Schwimmzeit.

Denn die Männer können nicht nur super schwimmen. Sie wurden beim Roten Kreuz top ausgebildet und müssen ihre Tauglichkeit alle 4 Jahre erneuern. So gerüstet sorgen sie im Sommer von 11 bis 19 Uhr und im Winter von 11 bis 18 Uhr für Sicherheit am Strand von Puerto Naos. Wobei sie im Blick auf ihr persönliches Risiko nicht wirklich viel verdienen. „Das macht nichts“, lachen sie, denn ihre Devise lautet: „Ein Leben hat keinen Preis!“

Von Gudrun -

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