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Kurt Tucholsky

La Palma: Der “Club de Automoviles antiguos El Paso”

26. Mai 2012 La Palma 24 6 Kommentare / Jetzt kommentieren!

Der Oldtimer-Club El Paso

Da fliegt Dir doch das Blech weg...

Was unterscheidet Oldtimer von Frauen? Erstens: Je mehr Jahre die Karossen auf dem Buckel haben, desto höher schlagen Männerherzen.  Zweitens: Selbst ausgesprochene Machos halten betagten Schönheiten gerne die Türe auf – vorausgesetzt, die Beauties sind aus Blech. Die Leidenschaft für Veteranen der Straße grassiert auch auf La Palma – im „Club de Automoviles antiguos El Paso“. Am Sonntag, 20. Mai 2012, wurde der Verein 26 Jahre alt. La Palma 24 hat gratuliert.

Stolz wie Oskar: Präsi Lucas Leal Fernández in seinem Fiat 850 Spider. Foto: La Palma 24

Oldies geben Gas: Ende 2011 waren in Deutschland 231.064 Autos mit dem H-Kennzeichen für „historische Pkws“ gemeldet – ein Anstieg von knapp elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Trend spiegelt sich im Oldtimer-Club auf La Palma wieder. Seit seiner Gründung 1986 wuchs die Zahl von zwölf auf heute 88 aktive Mitglieder an – insgesamt stehen 142 „Socios“ auf der Liste. Mit viel Liebe zum Detail haben sie Klassiker aus Spanien, England, Deutschland, Frankreich, Italien und den USA restauriert. Die gute Nachricht von Präsident Lucas Leal Fernández:

„Neue Mitglieder sind uns stets willkommen, wir sind ein internationaler Club mit Mitgliedern aus La Palma, Teneriffa, Fuerteventura, Deutschland, England und der Schweiz. Voraussetzung ist, dass die Autos älter als 25 Jahre sind. Der Vereinsbeitrag beläuft sich auf 50 Euro im Jahr, dafür organisiert der Vorstand fast jeden Monat ein Event.“

Allemal einen Blick wert: der MG von Peter und Ruth Grimshaw bei der Geburtstagsfeier des Oldtimer-Clubs vorm Hof des Vereinsbüros in El Paso. Foto: La Palma 24

Auf dem Jahresprogramm stehen Ausfahrten kreuz und quer über La Palma. So geht es am 10. Juni 2012 nach Los Sauces und Barlovento, am 21. und 22. Juli kreuzen die Automobilisten einmal um die Insel und übernachten im Hotel Romantica. Ein besonderes Highlight gibt es im August: Der Oldtimer-Club nimmt an der großen „Fiesta del Pino“ in El Paso teil , wobei sich die Mitglieder in Outfits präsentieren, die zum jeweiligen Alter ihres Automobils passen. Weitere Exkursionen sind im September und Oktober geplant. Ruth und Peter Grimshaw  berichten, dass die Ausfahrten stets Aufsehen erregen:

„Es ist immer wieder überraschend, wie viel Freude die Menschen auf La Palma haben, wenn wir über die Insel fahren. Im Gegensatz zu anderen Ländern bleiben die Leute stehen und winken, hier gibt es keine neidischen Blicke.“

Lebensgefühl aus den 60ern heute: Vincente Alvarez mit seinem Seat 600. Foto: La Palma 24

Und das obwohl die Schweizerin und ihr englischer Ehemann abwechselnd mit einem MG Baujahr 1969, einem 67er Austin Healey und einem Rolls Royce Silver Shadow II Baujahr 1967 „on the road“ sind. Auf La Palma können sich die Menschen eben noch über kleine Dinge wie den Blick auf einen edlen Straßen-Oldie freuen. Selbst rollende „Erbsen“ sind eine Sensation, weiß Vincente Alvarez. Grund: Er sammelt putzige Seats, dereinst in Spanien unter der Lizenz von Fiat gebaut. Für Vincente verköpern die „Seiscientos“ ein Lebensgefühl:

„Der Seat 600 symbolisiert das Spanien der  60er Jahre. Als Seat 1956 in Barcelona mit der Produktion begann, wurde dieser Wagen zum Verkaufsschlager, denn die Leute hatten kein Geld für große Karossen aus England, Deutschland oder Amerika. Mit dem Seat 600 ging´s an den Strand und aufs Land.“

Gehobene Mittelklasse im Hause Daimler 1959: Roberto und Isabel-Maria López mit ihrem Mercedes 220. Foto: La Palma 24

 

 

Kommt uns doch irgendwie bekannt vor, oder? Richtig: Der Seat 600 war in Spanien das, was der Käfer einst für die Deutschen war: der Volkswagen schlechthin. So darf auch im Oldtimer-Club El Paso das hierzulande „Cucaracha“ genannte, bucklige Automobil aus Wolfsburg nicht fehlen. Und selbstverständlich findet sich noch mehr edles Blech aus Alemania. Roberto López ist stolzer Besitzer eines Mercedes-Benz 220, Baujahr 1959:

„Ich habe den Wagen von meinem Vater geerbt und pflege ihn als Andenken. Damals war der Mercedes unser Familienauto, heute holen wir ihn nur noch zu besonderen Anlässen aus der Garage. Wenn wir irgendwo anhalten, sind die Leute sehr interessiert und schauen sich alles genau an – auch den Motor.“

Das Markenzeichen des 220 S von Martin Müller: markante Heckflossen - von Mercedes einst als Einparkhilfe entwickelt. Foto: La Palma 24

Auch Robertos Ehefrau Isabel-Maria liebt die Ausfahrten im gepflegten Vehikel von annodunnemal. Sie erzählt schmunzelnd, dass der 19jährige Sprößling der López-Familie inzwischen ebenfalls gesteigertes Interesse an dem schicken Sechszylinder bekundet, der einst die gehobene Mittelklasse im Hause Daimler repräsentierte – allerdings:

„Roberto lässt den Sohnemann nicht fahren – er darf den Mercedes maximal berühren.“

Ganz klar, die Vereinsmitglieder hüten ihre Schätzchen wie ihre Augäpfel. Auch Martin Müller, der aus dem Schwabenland kommt und – was sonst?- zwei schöne alte Daimler sein eigen nennt. Neben dem markanten Heckflosser Mercedes-Benz 220 S Baujahr 1961 und einem 380er SE gondelt Martin in einem Toyota Jeep Baujahr 1940 über die Insel – selbstverständlich nur an Wochenenden oder bei Vereinsausflügen:

„Solche Autos fährt man nicht jeden Tag. Das ist viel zu gefährlich, das macht man nicht. Da steckt viel Arbeit drin, ich habe bei meinen Fahrzeugen fast alles selbst hergerichtet.“

Ob Käfer oder Chevy: Oldtimer-Fans müssen schrauben können, sonst wird´s teuer. Foto: La Palma 24

Martin hat durch sein Hobby schrauben gelernt und als Inhaber einer Autovermietung grundsätzlich Ahnung vom Heilixblechle. Zahlreiche Mitglieder des Oldtimer-Clubs sind Automechaniker oder haben andere Berufe im Metaller-Bereich erlernt -  Präsi Lucas zum Beispiel ist Dreher. Und auch Kassenwart Vincente Rodríguez-Rodríguez kann mehr, als geschickt mit Geld umgehen:

„Wir sind kein Verein der Millionäre. Man muss etwas von Autos verstehen, sonst wird es – wie bei mir mit vier Oldtimern – zu teuer.“

Wenn alle Stricke reißen, gibt es da freilich José Juan Pérez Moreno. Die Restaurationskünste des Automechanikers und Elektrikers sind im Club legendär. Seine Vereinskollegen bescheinigen ihm, „aus nichts etwas zu machen“. Die Gabe, alte Rostlauben in chromblitzende Schmuckstücke zu verwandeln, nutzt er nicht nur für seine eigenen Oldtimer. José hilft auch seinen technisch weniger begabten Freunden und sorgt dafür, dass bei den Vereinsexkursionen niemandem das Blech wegfliegt:

Nach Feierabend nicht vorm Fernseher: José Juan Pérez Moreno und Ehefrau Sonia schrauben abends lieber in ihrer Garage rum.Foto: La Palma 24

„Ich habe eine kleine Werkstatt bei mir zuhause. Dort restauriere ich mehr als 20 Stunden pro Woche alte Autos – am Feierabend. Zur Zeit bringe ich einen Opel Aleman aus dem Jahr 1930 für die Fiesta del Pino im August auf Hochglanz, der einst das erste Auto in Tazacorte war.“

Josés Frau Sonia macht der zeitraubende „Nebenjob“ ihres Mannes nichts aus . Im Gegenteil, sie legt mit Hand an, denn neben dem alten Opel besitzt José noch fünf MG Midgets. Einen der zweisitzigen „Zwerg“-Roadster der Morris-Garages-Autoschmide in Oxford hat das Ehepaar Moreno leuchtend-orange gespritzt. Mit dem Ergebnis, dass alle den nach wie vor schnittigen Sportflitzer liebevoll „Zanahoria“ oder „Calabasso“ nennen – auf deutsch „Mohrrübe“ oder „Kürbis“. Knapp 14.000 Euro ist so ein Klassiker heute in gutem Zustand wert. Aber nur theoretisch, berichtet José:

„Wir befinden uns in einer Wirtschaftskrise, da sind solche Autos schlecht zu verkaufen. Aber sie verlieren nie an Wert – im Gegenteil, der steigt jedes Jahr.“

Die Ausfahrt beginnt: Stolze Besitzer von mehr als 25 Jahre alten Klassikern können Mitglied werden und mitfahren. Foto:La Palma 24

Doch den Mitgliedern des „Club de Automoviles antiguos El Paso“ geht´s nicht ums Geld. Sie lieben ihre in die Jahre gekommenen Boliden, weil sie einfach schön – und vor allem, weil sie trotz ihres Alters gut drauf sind. José:

„Neue Autos gehen viel öfter kaputt. Die alten Wagen sind robust gebaut – ohne Plastik und Elektronik. Die halten was aus!“

Wer ebenfalls auf klassische Automobil-Baukunst steht, nette Leute kennen lernen und mehr über den Oldtimer-Club El Paso erfahren will, erhält alle weiteren Infos im Vereinsbüro in El Paso. Telefon: 922.48.66.69.

Von La Palma 24

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6 Antworten zu “La Palma: Der “Club de Automoviles antiguos El Paso””

  1. Dagmar Gillert sagt:

    Hallo,
    wir hoffe, dass Ihr uns beraten könnt, denn die old Ladies auf den Fotos haben das spanische Kennzeichen.
    Wir sind seit Februar 2012 resident in Mojacar – Andalusien, also auf dem Festland. Vor kurzem haben wir unseren Fiat 124 Sport Spider (1976) von Italien (unser vorheriger Wohnsitz) 2000km weit hierher gefahren, alles super!
    Nun müssen wir das Auto auch fiscal nach Spanien importieren.
    Welchen weniger zeit- nervenraubenden und nicht allzu kostspieligen Weg könnt Ihr uns vorschlagen?
    Der Fiat 124 Spider ist bisher in Italien gemeldet, hat ein “certificato di rilevanza storica e collezionistica” vom ASI -Automotoclub Storico Italiano, ist also ein anerkannter Oldtimer.

    Wir hoffen, dass Ihr uns helfen könnt.
    Danke

    Dagmar Gillert und Mike Frajria

    • admin sagt:

      Hola Dagmar und Mike,
      wir von La Palma 24 sind leider keine Experten für den Transfer von Oldtimern und deren Ummeldung. Mit Sicherheit sind das aber die “Profis” vom Oldtimer-Club El Paso. Ihr könnt im Büro des Clubs anrufen – Telefon 922.48.66.69, oder Ihr erreicht Präsident Lucas unter der Handynummer 629.852.892, beziehungsweise Vincente unter 636.789.052. Wir wünschen Euch viel Erfolg! Saludos vom La Palma 24-Team.

  2. Dagmar Gillert sagt:

    Ganz herzlichen Dank!
    Wir haben inzwischen das Auto ohne großen Aufwand umgemeldet, es trägt also das spanische Kennzeichen.
    Jetzt suchen wir noch eine Versicherung, bei der wir den Wert des Spiders ca.12000€ abdecken können.

    Freundliche Grüße
    Dagmar und Mike

  3. Klaus Lentzen sagt:

    Hallo la-palma24.info,

    wir sind Wintergäste aus Deutschland und besuchen die Insel immer von Anfang Januar bis Ende März.

    Wir haben dieses Jahr eine feine Unterkunft in El Paso in der Calle de la Cancelita gefunden mit einer netten Verwalterin.

    Einen Autovermieter der uns im Jahre 2012 und in diesem Jahr kostengünstig ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt hat ebenfals.

    Eine liebevolle Oldtimerfamilie haben wir im Jahr 2012 auch schon kennengelernt, und zwar Ruth und Peter.

    Leider sind wir, meine Begleiterin und ich nur immer bis Ende März auf der Insel, und können die Events nicht miterleben die hier so schön stattfinden.

    Zuhause bei uns in Nordrhein-Westwahlen im Kreis Kleve stehen einige fahrbereite Oldis in unserer Halle bereit aus den Jahren 1920 bis 1968

    Es währe schön wenn wir mal mit dem einen oder anderen an einer Veranstaltung bei euch teilnehmen könnten.

    Wir wissen aber nicht was für Vereinbahrungen getroffen werden müssen um mit einem Fahrzeug auf die Insel zu kommen.

    In Deutschland werden alle mit einem rotem Oldtimerkennzeichen bewegt.

    In unserer Gegend nehmen wir an mehren Veranstaltungen und Oldtimerreisen teil.

    Bei Interesse schicke ich gerne ein paar Bilder von unseren Oldis per Email zu Ihnen.

    Auf eine Antwort wartend verbleiben wir mit den
    besten Grüßen

    Edeltraud und Klaus.

    • admin sagt:

      Hola Edeltraud und Klaus,
      für Eure spezifischen Fragen in Sachen Oldies könnt Ihr Euch an die Mitglieder des Oldtimer-Clubs El Paso wenden. Dafür gibt es folgende Telefonnummern: Club-Büro 0034 – 922.48.66.69, Präsident Lucas unter der Handynummer 629.852.892, beziehungsweise Vincente unter 636.789.052.
      Falls Ihr des Spanischen nicht mächtig seid, könnt Ihr auch bei Martin Müller anfragen (siehe Artikel). Seine E-Mail-Adresse:mm@hermosilla-car.de.

      Weiterhin gute Fahrt wünscht das La-Palma-24-Team.

  4. Nun, ich weiß nicht, was zu diesem Titel zu denken. Offenbar ist es in Ordnung,
    aber es sei denn, der Autor kann nicht mit dem Ende dieses Themas und schüttet Wasser bewältigen. Herr Autor,
    überprüfen Sie bitte sorgfältig alles, und nur dann veröffentlichen.
    Ich ging hier die spezifische Lösung zu finden,
    dass ich sofort verwenden könnte, aber ich habe es hier nicht finden.

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