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Mönch und Nonne – Eine Kurzgeschichte von Rose Marie Dähncke

27. diciembre 2021 Gastbeitrag 1 Kommentare / Jetzt kommentieren!

© Rose Marie Dähncke

Ja, es handelt sich tatsächlich um diese Dachziegel, die im Volksmund Mönch und Nonne genannt werden. Ich interessierte mich dafür, denn sie sehen recht gut aus und sind garantiert regenfest. Da kann wirklich nichts eindringen, denn sie sind total sicher verlegt. Sicher ja, aber auch moralisch? Ist das überhaupt vertretbar, was da mit klösterlicher Benennung ausgeführt wird?

Seriös, wie Sie mich kennen, habe ich eingehend darüber nachgedacht, ob ich diese Typbezeichnung gegenüber einem Fachgeschäft gebrauchen darf, denn man kann ja das Nachdenken über die leicht zweideutige Bezeichnung nicht einfach ausschliessen. Vielleicht ist das nur ein Witz. Vielleicht mache ich mich lächerlich durch Unwissenheit. Was war das denn, dieser Mönch? Und diese Nonne? Beide sahen ganz gleich aus, hatten die selbe Form und wurden nur unterschiedlich verlegt. Zuerst kam eine Reihe des Ziegels mit der Öffnung nach oben, wie ein kleines Auffanggefäss, das sollte wohl die Nonne sein. Und dann kam eine Reihe darüber, wahrscheinlich der Mönch, denn sonst war ja nichts weiter da. Da war der Ziegel gewölbt wie eine Schutzglocke, und das sollte der ja auch sein, denn er schloss die Nahtstelle sicher ab, wo die beiden Nonnen dicht nebeneinander lagen.

Aber Leute, nun wurde mir doch ein bisschen schwummerig. Da lag der Mönch ja auf zwei Nonnen. Ist das normal? Und was denn, auf jeder Nonne lagen ja auch zwei Mönche, einer von rechts, der andere von links? Und das dürfen die? Ist das katholisch? Oder andersgläubig?

Mannomann, und was sagt die Kirche dazu? Gibt sie ihren Segen? Es handelte sich doch schliesslich um fromme Menschen, und von den Mönchen dachte man doch, sie hätten andere Aufgaben, als auf Nonnen zu liegen.

Zum Schluss sah man von den Nonnen überhaupt nichts mehr. Sie waren durchweg flachgelegt und dann von den Mönchen dicht bei dicht bedeckt. Die gaben natürlich ein prächtiges Bild und liessen nicht durchblicken, dass sie die armen Nonnen zu einer völlig unscheinbaren Unterlage diskriminieren.

Also jetzt kam der Moment, in dem ich mich von den unkeuschen Dachziegeln verabschieden wollte. Nein, nein, vielleicht rückte mir noch der Papst auf die Pelle, wenn ich so schändliche Sprüche wie Mönch und Nonne für gewöhnliche Baumaterialien unter die Leute brachte. Wissen Sie was, ich gucke mir einfach mal Biberschwänze an, das sind auch ganz hübsche Dachziegel. Vielleicht nicht ganz so regendicht, aber man kann nicht alles haben. Zumindest kann ich wieder ruhig schlafen und muss keine Verfolgung wegen Rufschädigung frommer Menschen befürchten. Amen.

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One response to “Mönch und Nonne – Eine Kurzgeschichte von Rose Marie Dähncke”

  1. Dieter says:

    Biberschwanzziegel ist die sicherste Dachdeckung die es gibt, da 34 Ziegel auf den qm sich überdecken

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