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Wanda Rezat

Durch Zufall ein leckeres Olivenöl entdeckt

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Die Geschichte von einer Olivenöl-Story,

die platzte und plötzlich eine ganz andere wurde...

Ein persönliches Erlebnis von Redakteurin Gudrun Bleyhl

Jesús verkauft das Olivenöl Tio La Vara erst seit kurzem auf La Palma: Hier machte er Werbung beim Mercadillo in der Fußgängerzone von Santa Cruz.

Jesús verkauft das Olivenöl Tio La Vara erst seit kurzem auf La Palma: Das Foto zeigt, wie er es im Juni beim Mercadillo in der Fußgängerzone von Santa Cruz vorstellte.

Heute schreibe ich mal darüber, wie eine Idee für eine Geschichte im La Palma 24-Journal entstand und am Ende eine ganz andere Story herauskam. Alles begann damit, dass ich über Facebook Jesús Bejarano kennenlernte. Der junge Mann warb für ein Olivenöl namens Tio La Vara, und sein Wohnort war mit Santa Cruz de La Palma angegeben.

Meine Aufmerksamkeit war geweckt. Zum einen, weil ich mich immer freue, wenn ich auf der Insel mal ein neues Olivenöl entdecke. Zum anderen erinnerte ich mich an den Vorstoß der Inselregierung vor einigen Monaten, laut dem die Kultivierung von Olivenbäumen und die damit einhergehende Produktion von Öl aus den Aceitunas gefördert werden soll. „Da gibt es einen, der das bereits macht“, war mein erster Gedanke, und ich fragte bei Jesús nach, wann ich auf seiner Finca für eine Reportage vorbeikommen könne.

Dann die Enttäuschung: Es stellte sich heraus, dass Jesús aus La Frontera in Andalusien auf der Peninsula kommt, hier seit ein paar Jahren arbeitet und seit kurzem nebenbei das Olivenöl eines Freundes vertreibt, der eine Finca in Puerto Serrano in der Provinz Cádiz besitzt. Damit war meine Story geplatzt.

Ich verabredete mich trotzdem mit Jesús, einfach weil ich ganz privat neugierig auf das Tio La Vara war und es probieren wollte. Ich besuchte ihn in seiner Wohnung in Santa Cruz, wo er mit seiner palmerischen Frau und seinem kleinen Sohn lebt. Und Jesús brannte für sein Produkt, das 1.749 Kilometer von La Palma entfernt in den Ölmühlen der Finca von Miguel Ángel Mellado Pérez gepresst wird. Voller Eifer erzählte er mir, dass er das Aceite de Oliva Virgen Extra de Categoria Superior aus Puerto Serrano zwar erst seit drei bis vier Monaten auf La Palma verkaufe, aber schon zahlreiche Kunden habe – darunter auch Ärzte. Diese schätzen laut Jesús zum einen, dass dieser Zumo de Aceitunas sortenrein aus Picual-Oliven aus eigener Ernte von nur einer Finca stamme und zum anderen, dass er kaltgepresst und damit sehr gesund sei.

Puerto Serrano in Andalusien: Von hier kommt das Olivenöl, das Jesús auf La Palma vertreibt. Foto: Ramón Bejarano

Puerto Serrano in Andalusien: Von hier kommt das Olivenöl, das Jesús auf La Palma vertreibt. Foto: Ramón Bejarano

Olivenernte: Die kleinen Früchtchen müssen nach der Ernte so schnell wie möglich gepresst werden, sonst steigt der Säuregehalt. Foto: Ramón Bejarano

Gutes Olivenöl: Die kleinen Früchtchen müssen nach der Ernte so schnell wie möglich gepresst werden, sonst steigt der Säuregehalt. Foto: Ramón Bejarano

Das fand ich auch super. Doch jede(r) weiß, dass auf der Suche nach qualitativ hochwertigem Olivenöl zuerst mal das Etikett studiert werden muss. Das tat ich und wunderte mich, dass dort nur „distribuido por Miguel Ángel Mellado Pérez“ stand - schließlich steht der Begriff "vertrieben von" normalerweise dafür, dass in einer so gekennzeichneten Flasche alle möglichen Oliven oder Ölsorten enthalten sein können. Auch die Angaben zur Herkunft auf dem Etikett von Tio La Vara waren mit Origen España äußerst dürftig.

Das machte mich stutzig, und Jesús verwies mich an seinen Bruder Ramón, der in Andalusien das Marketing für Tio La Vara macht. Ich fragte Ramón, warum auf dem Etikett die für den Verbraucher und die Qualitätseinschätzung so wichtige, weil eingrenzende Herkunftsbezeichnung Puerto Serrano fehle, und Miguel nicht als Produzent mit eigener Finca auftauche. Ramón antwortete umgehend: „Wir fangen erst an, und wollten kein Buch schreiben, aber ich kann versichern, dass alle Oliven in diesem Öl zu 100 Prozent aus Puerto Serrano von der Finca von Miguel stammen. Der Beweis ist die auf dem Etikett aufgedruckte Nummer des Registro Sanitario. Beim nächsten Etikett werden wir das verbessern“. Ramón untermauerte die Güte von Tio La Vara mit weiteren Fakten: „Auch der Säuregehalt ist sehr niedrig – er liegt zwischen 0 und 0,6 Prozent - was Premium-Qualität bedeutet, denn die Oliven werden sofort nach der Ernte gepresst. Das ist das Geheimnis: Wenn man die Oliven nur einen Tag liegen lässt, steigt die Säure schon an“.

Vergleich: Olivenöle mit großen Geschmacks- und Preisunterschieden. Foto: La Palma 24

Vergleich: Olivenöle mit großen Geschmacks- und Preisunterschieden. Foto: La Palma 24

Soviel zur Theorie – jetzt blieb nur noch der Geschmackstest des ungefilterten „Olivensaftes“ aus Puerto Serrano. Zuhause angekommen stellte ich fest, dass das aus der Picual-Olive gewonnene Öl sehr intensiv ist und eine leichte Pfeffernote sowie eine gewisse Bitterkeit mitbringt - mir zumindest hat das sehr gut gefallen. Freunde, denen ich eine kleine Flasche vorbeibrachte, weil sie gerne und sehr feinschmeckerisch kochen, fanden es bei der Pur-Probe auf Toast erstmal zu bitter - sie bevorzugen die sanfteren Olivenöle der Toscana. Aber:„ Mit Tomaten und Knoblauch auf Weißbrot hat es uns gemundet, und dann haben wir noch ein köstliches Pesto mit diesem Olivenöl gemacht“, sagten sie und wollten die Probierflasche unbedingt behalten.

Im Blick auf den Preis habe ich das Tio La Vara mit dem Los Omeya Extra Virgen-Olivenöl verglichen, das ich in einer Spar-Filiale auf La Palma gefunden habe, und das ich auch gerne verwende. Obwohl das Omeya von einer Kooperative in Cordoba hergestellt wird – sprich: die darin enthaltenen Oliven werden von allen Mitgliedern ohne Einzelherkunfstnachweis gepresst – muss man für die Halbliterflasche deutlich mehr hinblättern als Jesús verlangt.

Tio La Vara kostet in der Halbliter-Flasche auf La Palma 4,50 Euro, und dann hat Jesús noch Gebinde mit zwei Litern für 14,50 Euro oder mit fünf Litern für 29,50 Euro. Für flüssiges Gold aus nur einer Fruchtsorte von einer bestimmten Finca ist das wirklich ein erstaunliches Preis-Leistungsverhältnis. Den Grund nannte mir Jesús: „Unser Olivenöl geht direkt von der Presse in die Flasche und dann nach La Palma, wo ich es verkaufe – es wandert eben nicht durch viele Hände.“ Nachteil: Die Produktionsmengen der Finca von Miguel in Puerto Serrano sind begrenzt. Ramón sagte mir, dass gerade die letzte Palette vor der nächsten Ernte im November 2019 auf der Isla Bonita eingetroffen sei.

Gut zum probieren: Halbliterflaschen von Tio La Vara - auch in der mit sechs Euro etwas teureren Glasflasche.

Gut zum probieren: Halbliterflaschen von Tio La Vara - auch in der mit sechs Euro etwas teureren Glasflasche.

Und jetzt komme ich darauf zu sprechen, warum ich diese lange Geschichte geschrieben habe: Vielleicht freuen sich ja Leute, die gerne gutes Olivenöl in ihrer Küche haben, über meinen Tipp. Wer das Tio La Vara probieren will, kann Jesús unter 622.382.667 anrufen oder sich auf seiner Facebook-Seite mit ihm in Verbindung setzen – er liefert auch. Zu finden ist der goldgelbe Zumo de Oliva außerdem in der Metzgerei La Fuente und im Car & Shop in Los Llanos sowie im Centro Balcones in Santa Cruz, die von Jesús versorgt werden.

Noch mehr Infos über die Finca von Miguel findet man im Internet unter Aceites Adriana. Grund: Ramón zufolge werden die Virgen Extra Olivenöle sowohl unter der Marke Adriana als auch Tio La Vara verkauft. "Onkel La Vara" wurde hinzugefügt, weil man einen Namen gesucht habe, der besser zu Andalusien passe. La Vara ist der Stab, mit dem in dieser Region in Südspanien Oliven geerntet werden.

 

Von Gudrun Bleyhl

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