
An der Westküste La Palmas, in der Gemeinde Tijarafe, befindet sich Proís de Candelaria – verborgen unter einer steilen Felswand unmittelbar am Atlantik. Die kleine Ansammlung weißer, schlicht gebauter Häuser klammert sich an die Felsen oberhalb des Atlantiks und erzählt von einem Leben im Rhythmus des Meeres.
Ein Proís – mehr als nur ein Fischerhafen

Als Proís bezeichnet man auf den Kanaren jene Küstenplätze, die Fischer über Generationen nutzten, um ihre Boote vor der Brandung zu sichern. Oft entstanden sie an natürlich begünstigten Stellen und wurden mit einfachen Mitteln ausgebaut. Hier lagerten die Boote, wurden Netze geflickt und der Fang an Land gebracht. Proís de Candelaria ist eines der eindrucksvollsten Beispiele dieser traditionellen Nutzung auf La Palma.

Die Lage ist spektakulär: Eine hohe, überhängende Felswand schützt die kleinen Gebäude vor Steinschlag und Wind, während sich der Atlantik nur wenige Meter entfernt mit voller Kraft an den Lavablöcken bricht. Die Häuser – meist einfache Funktionsbauten mit blauen Fensterläden – dienten ursprünglich als Geräteschuppen und Aufenthaltsräume für Fischer. Einige werden bis heute gepflegt und instand gehalten. Zu den wenigen baulichen Details zählt auch ein kleines Marienbild, geschmückt mit Blumen und Kerzen.

Der Zugang zu Proís de Candelaria erfolgt zunächst über eine schmale, kurvenreiche Straße. Diese endet an einem kleinen Parkplatz oberhalb des Ortes. Von dort führt ein kurzer Fußweg talabwärts hinunter zum Proís.
Unten eröffnet sich ein eindrucksvolles Bild: Häuser unter dem Fels, dunkles Lavagestein, weiß schäumende Wellen und das stetige Donnern des Meeres.

Proís de Candelaria erscheint losgelöst von der gewohnten Welt – ein Ort, der allein durch seine Lage und Atmosphäre überzeugt.
Fotos: Frank Oliver Glöckner, Dezember 2025
Von La Palma 24



















