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Reizwäsche – Eine Kurzgeschichte von Rose Marie Dähncke

14. diciembre 2021 Gastbeitrag 3 Kommentare / Jetzt kommentieren!

© Rose Marie Dähncke

Ehrlich gesagt, habe ich damit am meisten die Verkäuferin gereizt. Sie hat sich nach dem Kauf entrüstet abgewandt. Sie war schon älter und hatte doch noch nicht gelernt, dass der Kunde König ist. Ich bin da nicht so empfindlich und habe mich trotz zur Schau gestellter Geringschätzung königlich über meinen Kauf gefreut.

Auf unserer kleinen Insel La Palma konnte man zu meiner Anfängerzeit noch nicht alles finden, was man gerne hätte. Supermärkte kannte man nicht, keine namhaften Bekleidungsgeschäfte, keinen Flohmarkt und auch keinen Chinesen, nur einen versteckten kleinen Billigladen. Der hatte einen Haufen Zeugs, das meiste für niemand zu gebrauchen und alles schon durch etliche Hände gegangen, also nicht mehr ganz frisch. Aber was soll man machen, und das, was ich suchte, konnte man ja auskochen, um es zu hygienisieren.

Ich suchte Schlüpfer. Ganz einfach Schlüpfer. Solche, die nicht flattern, nicht faltig herumhängen, nicht auftragen, nicht mit Spitze kratzen, sondern ganz einfache weisse Baumwollschlüpfer, solche, die sich Slip nennen. Und tatsächlich entdeckte ich einen kleinen Haufen Unterwäsche in einer der dunklen Ecken des Ladens. Und dort genau, was ich suchte. In weiss, mit ausgeschnittenen Beinen, in meiner Grösse, in annehmbarer Qualität, ich war hocherfreut. Die Verkäuferin näherte sich, als ich ein Teil hochhielt, es drehte und wendete, um es genau zu inspizieren. Ich war nett zu ihr und sagte: “genau, was ich suche”. Sie wirkte etwas entsetzt: “doch nicht für Sie?” “Doch-doch, ich liebe diese Form”. “Aber Señora, das sind Unterhosen für Herren, doch nicht für Señora!” Na und? Machte mir das was aus? Meiner privaten Wäscheleine war das egal, was darauf trocknete, und von der Strasse her war keine Einsicht. Einen Nachbarn hatte ich nicht, also wen juckts? Und von wem lasse ich mir verbieten, Unterhosen für Herren zu tragen! Ich entschied mich zum Kauf, und da rastete die Verkäuferin voll aus: “aber Señora, die haben Eingriff!” Ach so. Das war natürlich etwas anderes. Aber war es gefährlich? Nein, für mich eigentlich nicht, ich bin ziemlich resolut und auch nicht ängstlich. Das würde ich doch meistern können. Ich musste einfach aufpassen, dass keiner reingriff.

Mein Entschluss stand fest, ich kaufte drei Stück. Das war der Moment, wo die Verkäuferin sich brüskiert abwandte und nichts mehr mit mir zu tun haben wollte.

Das ist doch schon viel reizender, oder? Hat es Eingriff?

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3 respuestas a “Reizwäsche – Eine Kurzgeschichte von Rose Marie Dähncke”

  1. M.Therese says:

    Danke Rose Marie
    für die reizende Geschichte, Sie haben mich zum Lachen gebracht.

    DENN dazu ist mir in der momentanen Vulkanlage meist nicht zu Mute.
    Schön, bitte mehr davon !

    VG

  2. emilio says:

    eine eingreifende geschichte, es lebe die moral, ein lächeln dafür !

  3. Bea Berlin says:

    Danke für die höchst amüsanten Kurzgeschichten. Mit dem Vorlesen der beiden Waschlappen von der Koryphäe habe ich schon unzählige meiner Bekannten und Freunde zum Tränen lachen gebracht. Ich nehme mir gerade vor, diese Geschichte bei meinem nächsten Frauentreff an Dienstag vorzulesen. Herzliche Grüße aus Berlin (da ich momentan nicht in Puerto Naos sein kann wegen der Evakuierung).

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