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Die deutsche Wanderlust geht letztlich aus dem abenteuerlichen Sehnen nach einem idealen Land hervor
Gustav Freytag

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Deutsch-Kanarische Beratungsgesellschaft

Restaurant Bodegón Tamanca

16. November 2020 Daniela Flemming Jetzt ersten Kommentar schreiben!

Foto: © AGAPGastro – Bodegas Tamanca

Bodega! Welcher Tourist, der erwartungsfroh spanisches Territorium betritt, denkt da nicht sofort an ein kühles Kellergewölbe, an dessen Decken ganze Schinken baumeln, übermannshohe Weinfässer die Seitenwände bedecken und auf einfachen Holztischen kleine Mahlzeiten mit –natürlich- heimischem Wein serviert werden? Gehört nicht, wie er denkt, die Bodega zur spanischen Kultur wie angeblich das Sauerkraut zur deutschen?

Restaurante Bodegón Tamanca Isla de La Palma
© Restaurante Bodegón Tamanca Isla de La Palma

Die „Bodega“ ist tatsächlich auf eine lange Tradition zurückzuführen und diente eher dem eigenen Überleben als der Unterhaltung fremdländischer Gäste. Ursprünglich gedacht als Lagermöglichkeit für Gerätschaft und Vorräte, wurde neben den dafür viel zu kleinen Wohnhäusern oder in den weiter entfernten Weinbergen zusätzlicher Raum geschaffen. Teilweise in Höhlen getrieben, teilweise aus dicken Erdsteinen erstellt garantierte diese Bauweise eine kühle und ausgeglichene Innentemperatur, ideal also für die Vorratshaltung. Ideal auch für das familiäre Zusammensitzen an heißen Sommertagen. Und jeder, der an der Bodega vorbeikam, wurde zum Kosten des eigenen Weines eingeladen. Die Bodega war also auch ein Treffpunkt für die Familie, Freunde, Nachbarn und Wanderer. Diese Tradition hat sich im ländlichen Raum bis heute gehalten und findet in den großen, kommerzialisierten Bodegas in allen spanischen und kanarischen Städten ihre Fortsetzung und Weiterentwicklung.

 Foto: Bodegas Tamanca, El Paso, La Palma – Don Frederico Simón Cruz (1933-2016)
Foto: © Bodegas TamancaDon Frederico Simón Cruz (1933-2016)

Foto: © Bodegas Tamanca

So auch auf la Palma. Die „Bodega Tamanca“ , an der Straße hinter San Nicolas, in der großen Kurve auf dem Weg nach Fuencaliente, hat sich im Laufe seines nahezu sechzigjährigen Bestehens zum absoluten „muss“ für La Palma-Liebhaber, Einheimische wie Urlauber, Überwinterer wie Kreuzfahrt- Gäste entwickelt. Sein Begründer, Don Frederico Simón Cruz (1933-2016), war ein Mann, der immer neue Ideen hatte und über ein enormes Maß einerseits an Geduld, anderseits auch über Tatkraft verfügte.

Ursprünglich in den Bananenplantagen arbeitend hatte er, als er 1962 aus venezuelanischer Immigration nach La Palma zurückkehrte, die Vorstellung, dass der so köstliche väterliche Wein auch anderen Arbeitern schmecken könnte. Also überließ er den Bars am Wegesrand einige Kostproben, ein oder zwei Karaffen nur, und wartete ab. Und tatsächlich wurde er bei seinem nächsten Besuch schon um Nachschub gefragt, so dass er in kurzer Zeit den Wein seines Vaters in den umliegenden Bars verkaufen konnte. Die Nachfrage wuchs so schnell, dass Don Frederico den Wein der benachbarten Bauern dazukaufte und auch diesen an die Bars weitergab. Doch damit nicht genug. Als die Straße nach Süden erstellt wurde, erkannte er in eben jener Kurve, dass dort eine Höhle sein müsse, die groß genug für ein restaurant wäre. Die Restaurant-Idee hatte er schon lange, denn immer wieder wurde zum Wein nach „Tapas“ gefragt. Ein kleiner Happen zum Picken, ein Stück Schinken oder Käse, mundgerecht zum aus-der-Hand-essen, gerne auch ein gegrilltes Stück Fleisch, papas arrugadas dazu, alles passend zum jeweiligen heimischen Wein, würde dem Aufenthalt in seiner Bodega eine besondere Anziehung verleihen.

Restaurante Bodegón Tamanca, Isla de La Palma: Gastronomía típica canaria
Foto: © Restaurant Bodegas Tamanca

Bodegas Tamanca – Malvasía und Sabro - Vinos de La Palma
Foto: © Bodegas Tamanca Malvasía und Sabro

Genau so geschah es. Die „Bodega Tamanca“, wie wir sie heute kennen, entstand und wurde nicht nur ein Erfolg, sondern vielleicht auch eins der Wahrzeichen La Palmas. Dennoch ist Don Frederico immer ein dankbarer und bescheidener Mann geblieben, der weiß, dass er ohne seine Frau Veda dies alles nicht geschafft hätte. Nicht ohne seine Veda, aber auch nicht ohne das Glück, das er immer hatte, wie er in einem Interview, aufgenommen 2015 und anzusehen auf YoTube, mit einem Lächeln gerne zugibt. Mit berechtigtem Stolz weist er darauf hin, dass alle, die für ihn arbeiten, wie eine Familie sind und jeder sofort nach ihm fragt, sollte er selbst gerade mal nicht da sein.

Foto: © Bodegas Tamanca Malvasía Dulce

Foto: © Bodegas Tamanca Gastronomie

Don Frederico Simón starb im Jahr 2015. Seine Bodega aber lebt fort. Drei seiner fünf Kinder haben den Betrieb übernommen und führen ihn in seinem Sinne weiter. Wer also ein echtes Stück La Palma erleben will, der sollte die „Bodega Tamanca“ unbedingt in seine Liste der unbedingt aufzusuchenden Dinge aufnehmen und der Bodega einen Besuch abstatten. Ein Wiederkommen ist gewiss!

Restaurante Bodegas Tamanca

Carretera General San Nicolás, Las Manchas
38750, El Paso, Isla de La Palma
Telefon: (+34) 922 494 155
Email: bodegas_tamanca@hotmail.com

Restaurantzeiten: Dienstag bis Donnerstag 12:00 a 22:00 Uhr
Freitag und Samstag 12:00 bis 22:30 Uhr, Sonntags 12:00 bis 17:00 Uhr
Montag geschlossen

Facebook: https://www.facebook.com/bodegas.tamanca/

Text: Daniela Flemming
Fotos: Bodegas Tamanca

Von Daniela Flemming

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