Transvulcania Training-Camp 2015: Tschörnie berichtet

Titel

Transvulcania Training-Camp – Tschörnies Reporter-Debut

“Der Vulkan ruft – ich komme!”

 

Warmmachen am Leuchtturm: Angefangen hat alles echt mega...

Warmmachen im Training-Camp am Leuchtturm: Angefangen hat alles echt mega…

Hola Leute – wie versprochen kommt hier mein Debut als Reporter. Mum sagt, das Training-Camp der Transvulcania wäre ein guter Einstieg für mich, weil die Teilnehmer so wie ich am Üben seien. Also, Laufschuhe an und ab an den Leuchtturm im Süden von La Palma. Hier gehen die Trainingscamper am ersten Tag ihrer Rennmucki-Schule auf die Strecke hinauf nach Fuencaliente und weiter zum Refugio de El Pilar. Allen voran unsere drei Trainer und Super-Bergrunner José Antonio de Pablo – alle nennen ihn Depa -, Fernanda Maciel und Yeray Durán.

Depa,

Depa, Fernanda und Jorge (v.r.n.l.) meinen “Aufstieg ist für fitte Leute kein Problem”: Und was ist mit mir?

 

Alles fängt echt mega an: Erstmal warmmachen mit der schicken Trainerin Fernanda Maciel. Und dann erklärt uns das Laufwunder aus Brasilien verschiedene Bergauf-Renntechniken – mit und ohne Stöcke, Hände auf die Schenkel und so. Ich merke mir nur eines: „Schaut nicht nach oben oder unten, sondern auf Eure Füße und macht kleine Schritte!“ Trainingscamp-Chef Depa, der im Ziel der Transvulcania in Los Llanos seit Jahren das Mikro anbrüllt, warnt allerdings alle, die sich den Wahnsinns-73-Kilometer-Vulkanrun antun wollen: „Wenn Du in Form bist, ist der Aufstieg kein Problem – das Bergablaufen zu trainieren ist das Wichtigste, und das wird oft vergessen.“

Okay, Depa. Soviel zur Theorie „Aufstieg kein Problem“. Wir müssen ja jetzt nur schlappe 700 Höhenmeter nach Fuencaliente hinaufjoggen. Depa teilt uns in Gruppen ein. Vorneweg rennen die absoluten Checker los wie Shopping-Queens beim Schlussverkauf, ich chippe mal lieber dezent tranquilo in der hinteren Gruppe mit. Da treffe ich Jorge aus Teneriffa, der bisher „nur“ Marathons gelaufen ist: „Ich will am 9. Mai zum ersten Mal den Transvulcania-Ultra schaffen“, erzählt er mir unterwegs, warum er das Training-Camp gebucht hat.

Carmen ganz vorn: versüßt mir den Run vom Leuchtturm nach Fuencaliente.

Carmen ganz vorn in der Depa-Gruppe: versüßt mir den Run vom Leuchtturm nach Fuencaliente. Übrigens: Wenn Ihr auf die Fotos klickt, seht Ihr unsere Astralkörper (meinen auch) im Großformat! Fotografiert und alle angefeuert hat Mum.

Ihr merkt vielleicht schon: Hier sind keine Weichkekse am Start. Den affensteilen Weg durch den Lavasand versüßt mir dann eine stabile Chica: Carmen, die 2014 als beste Palmera ins Ultra-Marathon-Ziel spurtete. Als Belohnung dafür muss sie nichts fürs Training-Camp bezahlen, das findet sie ebenso bombe wie „die homogene Gruppeneinteilung“. Am 9. Mai tritt Carmen natürlich wieder in der Königinnenklasse an – der Transvulcania-Virus hat sie angenagt.

Mecker in Sachen Gruppeneinteilung gibt´s vom einzigen Chico aus Alemania im diesjährigen Campo-Team: „Die müssen das mit der Organisation wohl erst noch rauskriegen“, sagt Patrick, der schon mal den Transvulania-Ultra gewuppt hat. „Aber ich war 2014 auch schon im Training-Camp, und das wird immer besser.“ Hallo? – So schlecht kann´s wohl nicht sein, sonst würde Patrick doch nicht jedes Jahr wiederkommen…

Einlauf der Checker in Fuencaliente: Mich seht Ihr hier nicht, weil ich etwas später ankam...

Checker auf dem Transvulcania-Walk-of-Fame in Fuencaliente: Mich seht Ihr hier nicht, weil ich leider etwas später ankam…

Wenn hier einer rumbohlen darf, dann meine Wenigkeit. Schon nach kurzer Zeit auf der Strecke an den Vulkanen vorbei dampft mir die Fontanelle – ich bin ja schließlich noch ein Baby, vor vier Tagen auf die Welt gekommen, das könnt Ihr hier nachlesen. Ich träume von einem komfortablen Sauerstoffzelt und beneide meine Mum, die im Auto hochgondelt und uns entspannt fotografiert, wenn wir die Straße kreuzen. Dabei glänzt sie mit süddeutschen Old-School-Sprüchen wie „Super, mein Kleiner – das macht stramme Waderln“ oder „Laufen, laufen, Body bauen und nicht nach den Mädchen schauen“. Brauche wohl nicht zu sagen, dass das super-peinlich, um nicht zu sagen der absolute Mental Breakdown ist.

Meine Jogging-Queens: Bea (links) und Carmen kurz vorm Start zum Refugio.

Meine Jogging-Queens: Bea (links) und Carmen kurz vorm Start zum Refugio.

Erst beim Einlauf in Fuencaliente geht für mich wieder die Sonne auf: Bea aus Teneriffa und Alba aus Barcelona warten hier, um auf unserer zweiten Tages-Etappe zum Refugio El Pilar einzusteigen. Ich überspringe kurzerhand meine Kindheit mitsamt der Pubertät und werde schlagartig erwachsen: Zwei echte Sahneschnitten, Skyrunning-Ladies sind wirklich tageslicht-tauglich! Ich check die beiden gleich mal ab – Alba ist im Trainingscamp, weil sie unseren Trainer Yeray Durán so cool findet und will den Transvulcania-Marathon erst wieder nächstes Jahr laufen. Bea chippt erst seit eineinhalb Jahren, ist vom Anblick der La Palma-Berge geflasht und bereitet sich im Camp auf ihren ersten Transvulcania-Halbmarathon vor.

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Fabian (links) checkt den Puls seines Lauf-Teams aus Teneriffa: Als ich endlich ankam und die Flosse hinhielt, ist leider das Messgerät explodiert.

Soviele Likes wie der Landschaft geben die beiden mir leider nicht. Bin wahrscheinlich doch noch zu jung – die Jogging-Queens fahren mehr auf alte Vulkane ab. Aber wenigstens Fabian kümmert sich um mich und meinen girlie-beschleunigten 180er-Puls. Der hat ein Trainingscenter auf Teneriffa und ist mit einem ganzen Team ins Training-Camp angereist, das er vor und nach den Läufen professionell betreut.

Das tun natürlich auch unsere Trainer. Morgen packt unsere Food-Spezialistin Fernanda Maciel außerdem ihre Ernährungstipps-Schatzkiste für Mountain-Runner aus. Wusstet Ihr, dass der Body beim Transvulcania-Ultra rund 10.000 Kalorien verballert? Und übermorgen steht dann das Bergab-Training auf unserem Programm.

Meine Meinung: Daumen hoch fürs Transvulcania Training Camp - es gab viele Likes von den Teilnehmern.

Viele Likes fürs Transvulcania Training Camp: Autsch, jetzt hätt ich mir fast den Daumen am Teneguía verbrannt… das is aber auch gefährlich, dieses Reporterleben.

Ich spiele jetzt mal Senfautomat im Blick aufs Training-Camp der Plátano de Canarias Transvulcania – so heißt das offiziell, ist mir aber banane: Wer hier trailrunnen will, muss schon was draufhaben. Depa hat zwar in einem Interview gesagt, das Campo wäre für „alle Niveaus“ geeignet – aber das kommt mir etwas spanisch vor. Ich glaube, für Depa starten „alle Niveaus“ beim transvulcanischen Halbmarathon mit nach oben offenen Grenzen.

Ich dagegen hör schon, wie sich mein Muskelkater anschleicht. Und verabschiede mich jetzt mal aus dem stressierenden Real-Life und switche eine Weile aufs relaxte Googlehupfen um. Dazu mache ich mir einen Gofio-Shake, dann wird alles wieder bueno. Aber nichtsdestotrotz: „Daumen hoch“ fürs Transvulcania-Training-Camp 2015!

Na denn mal tschö und bis dannen

Euer Tschörnie de La Palma

P.S.: Weil Mum meiner Schreibe noch immer ein big dislike gibt, übersetzte ich wieder einzelne Wörter. Sonst gibt´s MMM, und das braucht keiner.

Mega = toll, Checker = Könner, chippen = laufen, tranquilo = langsam, Weichkeks = Feigling, stabil = stark und schön, Chica = Mädchen, bombe = sehr gut, Chico aus Alemania = Junge aus Deutschland, rumbohlen = meckern wie ein deutscher Pop-Titan, Mental Breakdown = etwas, was man eigentlich nicht glauben kann, Skyrunning-Ladies = Bergläuferinnen, tageslicht-tauglich = sehr hübsch, Like = gefällt mir, geflasht = begeistert, Senfautomat = Klugscheißer, stressieren = Kombi aus stressen und pressieren, Real-Life = echtes Leben, Googlehupfen = Internet-Surfen, Gofio-Shake = Energy-Drink der Palmeros aus Getreide, bueno = gut, big dislike = großes Missfallen, oft von älteren Menschen geäußert, MMM = Mecker mit Mum

 

Noch ein paar Fotos vom Transvulcania Training-Camp 2015

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Transvulcania-Trainingscamp-Leuchtturm2 Transvulcania-Traininscamp1
Leute macht Euch warm, gleich wird´s heiß! Alle wollen hoch hinaus…, nur ich muss.
Transvulcania-Trainingscamp5 Transvulcania-Trainingscamp8
Am Anfang sind wir noch dicht zusammen… … aber dann laufen die Cracks auf und davon.
Transvulcania-Trainingscamp-Tschoernie-Gruppe2 Transvulcania-Traininscamp9-Tschoernie-spricht
Auch die Gruppe mit Depa lässt´s krachen… … ratet mal, wer die goldene Zitrone hat: Moi…
Transvulcania-Trainingscamp-Fuencaliente3 Transvulcania-Trainingscamp-Fuencaliente5
Transvulcania Training-Camp 2015: Daumen hoch auch von den Runnern. Wanderer-Denkmal in Fuencaliente: Ob ich´s auch mal soweit bringe?

Inzwischen musste ich noch mehr malochen – alle meine Tschörnie-Reportagen findet Ihr hier – klicken.

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2 Antworten zu "Transvulcania Training-Camp 2015: Tschörnie berichtet"

  1. Pingback: Tschörnie: The new kid on the La Palma 24 Blog | La Palma 24 Journal – Das deutsche Online-Magazin für La Palma

  2. Stephie  25. abril 2015 at 08:42

    Ein Hoch auf Tschörnie! Ich finde ihn Bombe.

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