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Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen
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Ein Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke: Weniger vulgär?

3. junio 2022 Gastbeitrag 6 Kommentare / Jetzt kommentieren!

© Rose Marie Dähncke

Ich habe ein Strandhäuschen. Direkt am Meer. Das hatten wir hart erkämpft, als unser Mucki zur Welt kam und genossen dann jahrelang, ihn und seine kleinen Freunde mit herrlichen Strandtagen zu beglücken. Und uns natürlich auch.

Als er gross war, hatten wir keinen besonderen Bedarf am Strandleben, und ich dachte, vermiete ich das Häuschen doch eine Zeit lang, das ist besser, als es unbeaufsichtigt leer stehen zu lassen. Auf eine Zeitungsanzeige meldete sich ganz schnell jemand. Es war ein Graf. Bei der Besichtigung sagte er “das passt ja wunderbar! Ich spiele nämlich Trompete, und hier kann ich das wohl sicher, ohne jemand zu belästigen und Ärger zu bekommen. Ich spiele jeden Tag, stundenlang, und finde darum natürlich nirgends eine Wohnmöglichkeit”. Er war ganz begeistert, dass er nun seine ideale Ferienwohnung gefunden hatte, und wir machten einen kleinen Mietvertrag.

Am nächsten Tag besuchte er mich. Aha, dachte ich, er bringt die Anzahlung, aber weit gefehlt! Er kam bald zur Sache: “Wissen sie, ich habe darüber nachgedacht, das kann man ja nicht machen, einfach so auf eine Anzeige ein Haus mieten. Das ist ja irgendwie unmöglich”. So, also keine Anzahlung, nun bereitet er wohl den Rückzieher vor. Er fuhr fort “das habe ich auch noch nie gemacht, so auf eine Anzeige zu reagieren”.

Na, Herr Graf, nun rücken Sie mal bald raus mit der Sprache. Sagen Sie doch einfach, Sie wollen das Haus nicht, und die Sache ist in Ordnung. Warum das viele Herumgerede. “Wissen Sie, es ist ja auch irgendwie vulgär, direkt so auf eine Anzeige hin ein Haus zu mieten, nicht standesgemäss”. Na gut, alter Graf, nun reicht’s.

Ich fragte “Sie wollen nun lieber das Haus nicht mieten?” “Aber nein, um Gottes Willen” widersprach er heftig, “auf jeden Fall möchte ich es mieten. Mir gefällt nur die Art nicht, wie wir bekannt geworden sind. Durch eine Anzeige! Daher habe ich mir etwas ausgedacht, was die Angelegenheit etwas feiner und auch vertretbar macht. Wenn es Ihnen recht ist, würde ich folgende Geschichte verbreiten: weil ich ja nirgends in einer Ortschaft Trompete spielen kann, war ich in Fuencaliente tief drin im Wald und spielte laut und lange dort, auf einem Baumstumpf sitzend. Da sah ich Sie daherkommen mit einem Körbchen überm Arm - ich weiss ja nun, dass Sie Pilzexpertin sind - und fragte Sie, was Sie da machen, und Sie sagten, ich suche Pilze, und was machen Sie da? Und ich sagte, ich spiele Trompete. Und so haben wir uns dann kennengelernt und sind auf Ihr Haus zu sprechen gekommen. Ist das nicht eine in unseren Kreisen entsprechendere Auslegung?”

Na, in den meinen nicht, und den Ihren gräflichen hätte ich eigentlich auch etwas mehr Realismus zugetraut statt dieser abwegig beflügelten Phantasie. Aber das sagte ich ihm nicht, sondern war einverstanden und kam nun durch ihn bestimmt ins Gerede, wie das hier üblich ist. War ja eher blöd, die Geschichte.

Später erzählte er mir einmal, dass er eine ganz einmalig fantastische Idee habe, einerseits zu eigenem Vorteil, aber hauptsächlich um den Hamburger Grossstädtern eine Alternative zu ihrem ungesunden Stadtleben zu bieten. Er erwartete jetzt das Ergebnis auf seine kürzlich aufgegebene Anzeige, die er wie folgt gestaltet hatte:

Schwimmen Sie mit Ihrer Kuh! Suchen Sie sich eines unserer Kälbchen aus, lassen Sie es uns auf unserem Land biofüttern und biopflegen, kommen Sie jeden Sonntag, um es zu streicheln und sein Gedeihen zu bewundern. Wir haben auch einen Badeteich, und mit der heranwachsenden Kuh können Sie gemeinsam schwimmen. Greifen Sie zu und nutzen dieses extraordinäre Erlebnis.

Und wenn Sie dann das Tier so richtig lieb gewonnen haben, und es fast zur Familie gehört, dann schlachten Sie es ab und essen es auf.

© Rose Marie Dähncke

Ist das nun weniger vulgär? Handelt es sich vielleicht auch eher um eine elitäre, gräflich-inzüchtige Ausgeburt?

Seine Frau hat sich von ihm scheiden lassen.

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6 respuestas a “Ein Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke: Weniger vulgär?”

  1. micha says:

    Unsäglich – wer braucht denn so einen Schmonzes?

  2. blauekugel says:

    micha, stimme dir voll zu. Vielleicht zuviel Pilze ?????

  3. ingelein says:

    Hallo Sie beiden, sind Sie gar nicht mehr in der Lage, dem Alltag mal einen kleinen Spass zu entringen? Zu alt? Wie traurig. Ich freue mich auf den nächsten Beitrag.

  4. Gila says:

    Gibt es das Häuschen noch…..?????
    Ich suche seit Jahrzehnten nach so etwas….
    Aber wohl nicht mehr?
    Ansonsten bitte melden!
    Lg Gisela

    • Rose Marie Dähncke says:

      Gila, wenn Sie genau beschreiben, was für ein Häuschen Sie schon so lange suchen, kann Ihnen sicher geholfen werden.

  5. El Critico says:

    Ich versteh nur Bahnhof. Aber es klingt ein bisschen nach Grimms Märchen. Trompete, Baumstumpf, Körbchen am Arm.

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