Airberlin-Neuausrichtung & Santa Cruz de La Palma (SPC)

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Wohin geht die Reise von Airberlin im Blick auf den Airport SPC? – CEO Pichler:

„Alle Flüge auf die Kanaren

werden wie geplant durchgeführt“

Am Mittwoch, 28. September 2016, gab Airberlin bekannt, dass eine umfassende Neuausrichtung beschlossen wurde. Dabei setzt die hochverschuldete, zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands auf eine radikale Gesundschrumpfung. In der Pressemitteilung machte Airberlin auch Angaben zur „touristischen Mittelstrecke“, zu der die Verbindung nach Santa Cruz de La Palma (SPC) gehört. Weil die Informationen nicht klar waren, haben wir an die Airline geschrieben und um Konkretisierung gebeten.

 

Airberlin ist eine der wichtigsten Fluggesellschaften für La Palma-Urlauber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Wie geht es weiter? Foto: Carlos Díaz La Palma Spotting

Airberlin ist eine der wichtigsten Fluggesellschaften für La Palma-Urlauber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Wie geht es weiter? Foto: Carlos Díaz La Palma Spotting

In der Pressemitteilung vom 28. September 2016 erklärte Airberlin unter anderem, sich als „fokussierter Netzwerk-Carrier mit einem klaren Profil“ künftig auf das Kerngeschäft konzentrieren und „ertragreiche Märkte mit einer Flotte von 75 Flugzeugen von den Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf“ bedienen zu wollen. Aus diesem Grund werde die „touristische Mittelstrecke in einem eigenständigen Geschäftsbereich“ zusammengefasst.

Die „touristische Mittelstrecke“ umfasst auch die Flüge auf die Kanarischen Inseln und nach Santa Cruz de La Palma (SPC). Weil niemand weiß, welche Folgen die geplante und noch nicht konkretisierte „Zusammenfassung in einem eigenen Geschäftsbereich“ mit sich bringt, haben wir Airberlin um eine Stellungnahme gebeten. Pressesprecherin Melanie Schyja erklärte auf die Anfrage des La Palma 24-Journals, es gebe „bisher keine Entscheidungen zu möglichen Streckenstreichungen“, und Airberlin könne „Meldungen zur Einstellung bestimmter Destinationen nicht bestätigen“.

Airberlin-Statement zu den Kanarenflügen:

Airberlin-Statement zu den Kanarenflügen: “werden wie geplant durchgeführt”. Pressefoto Airberlin/Mathias Winkler

Gleichzeitig verwies sie auf das offizielle Statement des Chief Executive Officers der Airberlin-Group. Darin spricht CEO Stefan Pichler zunächst beruhigende Worte: „Ich verstehe, das Passagiere, die einen Flug mit Airberlin, NIKI oder Belair gebucht haben oder buchen möchten, zu der angekündigten Umstrukturierung Fragen haben. Ich möchte jedem Kunden versichern, dass wir alle Flüge wie geplant durchführen. Dies gilt auch für unsere touristischen Flüge zu Zielen wie zum Beispiel den Kanarischen Inseln.“ Laut Pichler finden „alle Flüge regulär“ statt. Der Airberlin-CEO sagte allerdings auch, „dass künftige Flugplanänderungen, die sich aus der bevorstehenden Umstrukturierung ergeben, rechtzeitig bekannt gegeben werden“.

Wir ziehen daraus folgendes Fazit: Vorerst läuft alles weiter, in Zukunft dürfte sich jedoch einiges ändern – mehr war im Moment nicht zu erfahren. Das La Palma 24-Journal bleibt weiter an diesem Thema dran, um La Palma-Urlauber, die mit Airberlin fliegen wollen, auf dem Laufenden zu halten.

 

Wir fügen hier die komplette Pressemitteilung von Airberlin zur Neuausrichtung an:

Airberlin-Zukunft: Von

Airberlin-Zukunft: Von den Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf aus mit 75 Jets in “ertragreiche Märkte” fliegen. Pressefoto Airberlin

Das Unternehmen wird sich als fokussierter Netzwerk-Carrier mit einem klaren Profil auf das Kerngeschäft konzentrieren und ertragreiche Märkte mit einer Flotte von 75 Flugzeugen von den beiden Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf aus bedienen. Die touristische Mittelstrecke wird in einem eigenständig agierenden Geschäftsbereich zusammengefasst. 

Um den vorhandenen Kapazitätsüberhang im Bereich der Flotte sowie des Cockpit- und Kabinenpersonals auslasten zu können, beabsichtigt  airberlin, bis zu 40 Airbus-Flugzeuge der A320-Familie an die Lufthansa Group zu vermieten. Bis zu 38 Flugzeuge sollen im Rahmen eines sechsjährigen Wet-Lease-Abkommens übernommen werden – abhängig von behördlicher Genehmigung. 

Die Umstrukturierung ist das Ergebnis einer umfassenden Überprüfung des gesamten operativen Bereichs. Ziel ist es, die Effizienz zu steigern, saisonbedingte Schwankungen auszugleichen und wieder eine klare und erfolgreiche Marktposition  für die Airline zu schaffen. Die neue airberlin wird ab Sommer 2017 mit 40 Flugzeugen der A320-Familie und 18 Flugzeugen des Typs Q400 für die Kurz- und Mittelstrecke Verbindungen zu den wichtigsten europäischen Wirtschaftsstandorten anbieten. Darüber hinaus umfasst die Gesamtflotte mit 75 Flugzeugen 17 Maschinen des Typs A330-200, die attraktive Langstreckenziele weltweit anfliegen.

Airberlin-Umstrukturierung: Einschnitte auch im Personalbereich. Airberlin Pressefoto Gregor Schläger

Airberlin-Umstrukturierung: Einschnitte auch im Personalbereich – bis zu 1.200 Stellen werden “angepasst”. Airberlin Pressefoto Gregor Schläger

Die Verkleinerung des operativen Geschäfts von airberlin bedingt eine strukturelle Anpassung der Personalkapazität von bis zu 1.200 Stellen. Das Unternehmen nimmt unverzüglich Gespräche mit Vertretern der Betriebsräte auf, um bis Februar 2017 freiwillige und betriebsbedingte Kündigungen zu bestätigen. 

Stefan Pichler, Chief Executive Officer von airberlin: “Bei dieser weitreichenden Umstrukturierung unseres operativen Geschäfts richten wir uns strategisch neu aus, um airberlin eine Zukunft zu eröffnen. Durch den stetig zunehmenden Marktdruck sehen wir uns gezwungen, unser bestehendes komplexes Geschäftsmodell zu ändern. airberlin hat in der Vergangenheit alle Marktsegmente über eine einzige operative Plattform sowohl im Geschäftskundenbereich als auch in der Touristik bedient. Unsere zukünftige Positionierung steht jetzt fest: Als fokussierter Netzwerk-Carrier mit klarer Positionierung fliegen wir von unseren beiden Drehkreuzen aus in ertragreichere Märkte. Eine schlankere, dynamische und stärkere airberlin ist zukunftsfähig.” 

Airberlin Tourismusgeschäft:

Das Airberlin Tourismusgeschäft – dazu gehören auch Flüge nach Santa Cruz de La Palma: soll in einem “eigenständig agierenden, auf Touristik fokussierten Geschäftsbereich” zusammengefasst werden. Foto: Carlos Díaz La Palma Spotting

Das Touristikgeschäft wird in einem eigenständig agierenden, auf Touristik fokussierten Geschäftsbereich zusammengefasst. Stefan Pichler fügt hinzu: “Unser Touristik-Geschäft hat eine werthaltige Substanz und wird durch die Bündelung in einen separaten Geschäftsbereich gestärkt. Gleichzeitig wird airberlin in der Lage sein, sich auf ihr Kerngeschäft als Netzwerk-Carrier zu konzentrieren.” 

Einhergehend mit der strategischen Neuausrichtung plant airberlin bis zu 40 Flugzeuge des Typs A320 der Lufthansa Group zu überlassen, wobei 38 Flugzeuge innerhalb eines sechsjährigen Wet-Lease oder ACMIO-Abkommens (Aircraft Crew Maintenance, Insurance, Overhead) vermietet werden. Die Wet-Lease-Vereinbarung umfasst damit Cockpit- und Kabinenpersonal, technische Wartung, Versicherung und die Betriebskosten. Das Abkommen ermöglicht es airberlin, überschüssige Kapazitäten zu reduzieren und die Restrukturierungskosten zu reduzieren. Das Wet-Lease-Abkommen wird zur Sommersaison 2017 in vollem Umfang in Kraft treten. 

Des Weiteren wird das Langstreckenportfolio von airberlin um neue Destinationen und zusätzliche Frequenzen insbesondere in  die USA erweitert. Auf der Kurz- und Mittelstrecke setzt airberlin stärker auf das Geschäftskundensegment mit einer ganzjährigen und damit saisonal unabhängigeren Nachfrage. Dabei liegt der Fokus auf den Märkten Italien, Skandinavien und Osteuropa. Zudem will airberlin ihren Marktanteil auch auf den für Geschäftskunden attraktiven innerdeutschen Verbindungen erhöhen. 

Airberlin und Ethidad

Airberlin und Etihad: Auch in dieser Partner- Gruppe sollen Mitarbeitern Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung angeboten werden. Pressefoto Airberlin

Im Zuge der fortlaufenden Umstrukturierung wird airberlin im engen Austausch mit den Betriebsräten und Gewerkschaften stehen und diese aktiv in den Veränderungsprozess einbeziehen. Vorbehaltlich aller Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmervertreter beabsichtigt airberlin so vielen Mitarbeitern wie möglich ein freiwilliges Ausscheiden aus dem Unternehmen anzubieten. Den Mitarbeitern sollen zudem umfangreiche Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung innerhalb der Etihad Airways Partners Group angeboten werden. Dazu gehören Jet Airways, Air Serbia, Etihad Regional, Alitalia, Air Seychelles und Etihad Airways. Stefan Pichler weiter: “Es fällt mir schwer, in einem dynamischen Arbeitsmarkt wie dem deutschen betriebsbedingte Kündigungen anzukündigen. Dennoch müssen wir leider Personal abbauen. Unser Ziel ist es, dies so sozialverträglich wie möglich zu gestalten und den betroffenen Mitarbeitern neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.” 

“Die neue airberlin wird von einer schlankeren Unternehmensstruktur profitieren, sich auf das Langstreckengeschäft  und die ertragsstärkeren Verbindungen ab unseren beiden großen Einzugsgebieten Düsseldorf und Berlin konzentrieren. Die Unternehmensgröße sowie -struktur passen wir entsprechend an. Damit erhöhen wir unsere  Erträge und senken unsere Kosten”,  so Stefan Pichler abschließend.

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