Condor: Umbuchungen auf Partner Airlines

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La Palma-Flüge: Condor bucht teilweise um

 

„Der Einsatz von Partner Airlines ist ganz normal“

Viele La Palma-Fans, die bei Condor eine Reise auf die Isla Bonita gebucht haben, erhielten in letzter Zeit elektronische Post vom deutschen Ferienflieger. In den E-Mails stand, dass der Condor-Flug durch „Partner Airlines“ durchgeführt werde. Daraufhin trudelten in der Redaktion des La Palma 24-Journals einige Leserbriefe und Zuschriften ein, in denen die Verunsicherung der Reisenden deutlich wurde. Wir haben bei Condor nachgefragt und Auskunft erhalten. Außerdem informieren wir über den Wachstumskurs der Thomas Cook Group Airlines, der mit den Umbuchungen zusammenhängt.

 

Fluggäste vertrauen auf die Marke Condor:

Fluggäste vertrauen auf die Marke Condor: Der deutsche Ferienflieger versichert deshalb, dass bei der Auswahl von Partner Airlines auf Qualität und Zuverlässigkeit geachtet werde. Foto: Carlos Díaz

Ganz klar: Condor hat einen guten Namen, und Reisende wählen den deutschen Ferienflieger nicht zuletzt deshalb, um an ihr Ziel zu gelangen. Eine Pressesprecherin betont, dass man sich dieser Verantwortung bei den Umbuchungen auf Partner Airlines bewusst sei: „Wir können versichern, dass wir alle Maßnahmen ergreifen, das Flugerlebnis entspannt und entsprechend des bekannten Qualitätsniveaus von Condor zu gewährleisten. Die Sitzabstände, das Mahlzeitenangebot sowie das Bordverkaufsangebot entsprechen dem Condor-Standard.“ Details dazu finden Passagiere auf einer eigens eingerichteten Site über die Partner Airlines, auf der lediglich die neue Condor Schwester-Fluggesellschaft Thomas Cook Aviation fehlt.

Mit dem zeitweisen Wet-Leasen von Flugzeugen (Erklärung siehe am Artikelende) verfolgt die Airline das Ziel, zusätzliche Flüge in der Hochsaison oder in nachfragestarken Zeiten anbieten zu können. Das ist nicht neu, sondern laut der Condor-Pressesprecherin ein „ganz normaler Vorgang“: „Bei der Auswahl der Fluggesellschaft wird auf die Qualität und Zuverlässigkeit geachtet, die eingesetzten Flugzeuge werden nach höchsten Sicherheitsstandards gewartet, wobei die Partner Airlines IOSA-zertifiziert sind und somit weltweite Standards für die operativen Sicherheitsabläufe in einer Fluggesellschaft erfüllen.“

Darstellung der Plätze in einem Avion Express-Flieger: Condor informiert im Internet über die Partner Airlines.

Darstellung der Plätze in einem Avion Express-Flieger: Condor informiert im Internet über die Partner Airlines – bislang fehlt auf dieser Seite nur die neue Thomas Cook Aviation.

Die von Umbuchungen betroffenen Condor-Flüge nach Santa Cruz de La Palma (SPC) werden teilweise von Avion Express und auch von der kürzlich gegründeten Thomas Cook Aviation durchgeführt – so steht es in den E-Mails, die die Fluggäste erhalten haben. Avion Express heißt eine litauische Fluggesellschaft, die sich auf Wetleasing spezialilisiert hat und ihre Maschinen weltweit für andere Airlines betreibt. Thomas Cook Aviation ist eine neue Condor-Schwester-Airline, bei der ehemalige Air Berlin-Flugzeuge zum Einsatz kommen.

Dies alles gehört zur Wachstumsstrategie der Thomas Cook Group Airlines: Diese fußt zum einen auf dem Kauf der Geschäftsanteile der Air Berlin-Tochter Air Berlin Aviation und zum anderen auf der im Herbst 2017 gegründeten neuen Fluggesellschaft Thomas Cook Airlines Balearics.

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Thomas Cook Group Airlines: neue Airline-Plattformen sollen mehr operationelle Flexibilität schaffen. Pressefoto Thomas Cook

Im Februar 2018 wurde bekannt, dass Condor zu einem „signifikanten Anteil“ des Kapazitätswachstums in der Group auf der Kurz- und Mittelstrecke beitragen werde: Durch das vom deutschen Luftfahrt-Bundesamts erteilte Air Operator Certificate (AOC) für die Air Berlin Aviation kann Condor nun mit sechs zusätzlichen Flugzeugen aus Deutschland operieren. Dazu kommen fünf Maschinen der jungen Thomas Cook Airlines Balearics, die ab dem Frühjahr 2018 abheben sollen. Insgesamt kann die Fluggesellschaft ihr Netz im Sommer 2018 so um mehr als 70 neue Strecken erweitern. Der Konzern erklärt die Vorteile: „Diese neuen Airline-Plattformen ermöglichen der Gruppe eine höhere operationelle Flexibilität bei wettbewerbsgerechten Kostenstrukturen. Dadurch können die Qualität und das Kundenerlebnis im Vergleich zu Subcharterangeboten verbessert werden.“

Last but not least zu den in unseren Leserzuschriften geäußerten Spekulationen im Blick auf einen Zusammenhang zwischen den Condor-La Palma-Umbuchungen auf die Thomas Cook Aviation und „den alten Air Berlin- oder Niki-Maschinen“. Die Pressesprecherin klärt auf: „Für die neue Airline Thomas Cook Aviation wurden Verträge mit den Eigentümern von Flugzeugen geschlossen, die vorher bei der Air Berlin im Einsatz waren. Diese werden standardmäßig bei Übergabe gründlich überholt.“

Neue Partner: Condor

Neue Partner: Condor und Laudamotion.

Außerdem vertreibt Condor inzwischen die von der Niki-Nachfolgerin Laudamotion durchgeführten Flüge auf ihrer Website und in Reisebüros. Darüber hinaus übernimmt Condor auch wesentliche Bereiche in deren Flugbetrieb, etwa die Verkehrszentrale oder die Planung der Crews. Im Februar veröffentlichten die beiden Partner, dass es im Frühjahr 2018 Verbindungen auf der Kurz- und Mittelstrecke ab Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und Basel auf die Baleareninseln Mallorca und Ibiza gibt – ein weiterer Abflughafen ist Zürich mit Flügen unter anderem nach Fuerteventura und Lanzarote – von La Palma war bisher nicht die Rede. Bisher sind auf der Condor-Website 66 Laudamotion-Strecken buchbar, wobei die Reisenden die Flüge beider Airlines auf Wunsch auch flexibel kombinieren können – etwa ein Hinflug mit Condor und die Rückreise mit Laudamotion.

 

Was ist eigentlich Wet-Lease beziehungsweise eine ACMI-Vermietung?

Website von Avion Express: Die litauische

Website von Avion Express: Die litauische Airline hat sich auf ACMI-Vermietungen spezialisiert. ACMI steht für Aircraft, Crew, Maintenance and Insurance, das heißt, die Maschinen werden inklusive Besatzung, Wartung und Versicherung von einer anderen Airline geleast.

Wet-Lease oder ACMI-Vermietung bezeichnet die Miete eines Flugzeugs einschließlich Cockpit-Crew, Kabinenpersonal, Wartung und Versicherung von einer anderen Fluggesellschaft. Ein Wet-Lease-Vertrag kann eine kurzlebige Angelegenheit sein, für nur einen einzigen Flug, wenn die mietende Airline wegen Ausfalls eines eigenen Flugzeugs einen kurzfristigen Engpass hat. Es kann aber auch eine Miete für mehrere Flüge sein, weil ein eigenes Flugzeug einen höheren Aufwand für Wartung bedeutet, beziehungsweise wenn eigene Flugzeuge wegen anstehender Wartungsarbeiten ausfallen. Oft werden auch längerfristige Abkommen getroffen, wenn der Mieter ein neues Flugziel testweise anfliegen oder eine saisonale Route anbieten will. In solchen Fällen erhält das Flugzeug meist den Anstrich – die so genannte Livery – des Leasingnehmers.

 

Was ist das IOSA-Zertifikat, von dem die Condor-Pressesprecherin im Blick auf die Partner Airlines spricht?

Das IOSA-Zertifikat: Condor versichert, dass alle Partner Airlines das Audit-Programm der IATA durchlaufen müssen, um die Einhaltung weltweiter Sicherheitsstandards in der Luftfahrtbranche zu gewährleisten.

Das IOSA-Zertifikat: Condor versichert, dass alle Partner Airlines das Audit-Programm der IATA durchlaufen müssen, um die Einhaltung weltweiter Sicherheitsstandards in der Luftfahrtbranche zu gewährleisten.

IOSA steht für Operational Safety Audit Programm. Dabei handelt es sich um ein international anerkanntes Evaluierungssystem, das die Flugsicherheit einer Airline überprüft und verbessert. Das Audit-Programm wird von der International Air Traffic Association (IATA), dem internationalen Dachverband der Fluggesellschaften, durchgeführt. Für IATA-Mitglieder, meist große international fliegende Airlines, ist das Sicherheitsprogramm Pflicht. Billig- und Charterairlines sind oft nicht Mitglieder der IATA und verfügen daher auch nicht über das IOSA-Sicherheitszertifikat.

 

Was hat es mit Condor und dem Thomas Cook-Konzern auf sich?

Die Thomas Cook Group Condor ist ein Motor

Die Thomas Cook Group Airlines sind derzeit auf Wachstumskurs: Condor soll dabei ein starker Motor auf der Kurz- und Mittelstrecke sein. Foto: Carlos Díaz

Condor ist die 100-prozentige Tochter der Condor Flugdienst GmbH, die sich wiederum zu 100 Prozent im Besitz der Thomas Cook AG befindet. Innerhalb dieses börsennotierten Tourismuskonzerns bildet Condor gemeinsam mit den Fluggesellschaften Thomas Cook Airlines UK, Thomas Cook Airlines Scandinavia und Thomas Cook Airlines Belgium die Thomas Cook Group Airlines. Seit Oktober 2013 sind diese Unternehmen im Thomas Cook-Konzern unter einem einheitlichen Symbol vereint: dem Sunny Heart. Im Frühjahr 2018 kommt die neu gegründete Thomas Cook Airlines Balearics dazu. Ziel ist, die Thomas Cook Group Airlines “zur besten Ferienfluggesellschaft Europas im Blick auf Sonnen- und Strandziele” zu machen, so der Konzern.

Condor ist Teil der Thomas Cook Group Airlines: In dieser Gruppe des Tourismuskonzerns ist derzeit viel Bewegung. Pressefoto Thomas Cook

Condor ist Teil der Thomas Cook Group Airlines: In dieser Gruppe des Tourismuskonzerns ist derzeit viel Bewegung. Pressefoto Thomas Cook

 

 

 

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3 Antworten zu "Condor: Umbuchungen auf Partner Airlines"

  1. emmdee  15. marzo 2018 at 22:34

    Was deutsche Seefahrt-Reedereien vor Jahrendurchzogen, das Ausflaggen der Schiffe unter deutscher Flagge, wird derzeit rigoros im Luftverkehr durchgeführt. Gäbe es EU-weit eine Regelung, die den Einsatz außereuropäischer Airlines im innereuropäischen Verkehr über längere Zeiträume erlauben würde, wir hätten es heute schon mit weltweiten Billiganbietern in Europa zu tun. Das perfide an der Situation ist, daß nicht nur La Palma – Urlauber einen im Allgemeinen relativ teuer angebotenen Flug mit der Condor oft schon vor längerer Zeit gebucht, letztlich aber mit einem zum gleichen Preis als Ersatz angebotenen Lowcost-Anbieter aus Osteuropa vorlieb nehmen müssen. Crews, die frisch von der mehrwöchigen Ausbildung und häufig ohne lange Flugerfahrung äußerst kostengünstig eingesetzt werden können, verdrängen mittelfristig langjähriges Stammpersonal bei Condor. Nimmt man die Erfahrungsberichte von Fluggästen, kann man durchaus Unterschiede zwischen einem gebuchten Condorflug und der Ersatz-Airline feststellen. Und die fallen meist nicht positiv aus. Von Sprachbarrieren über Mängel am Flugzeug, den sichtbaren Zustand der Ausstattung, beispielsweise der Kabine betreffend. findet man etliche Eindrücke, die in den bekannten Bewertungsportalen geschildert werden.

    Zudem werden vorab bezahlte Extraleistungen wie Sitzplatzreservierungen durch den Wechsel des Flugzeuges, gebuchte Menüs etc. häufig nicht erbracht. Statt einer automatisierten Rückvergütung an die Kundschaft müssen diese sich im Einzelfall über einen längeren Zeitraum selbst zeitaufwändig um Kostenerstattung mit der Airline auseinandersetzen.

    Einziger Lichtblick ist die aktuelle Gesetzeslage, wonach bei Wetlease-Flügen z.B. Forderungen aus der EU-Verordnung 261/2004 bei Flugverspätung oder -stornierung direkt an Condor und nicht an den Subunternehmer gestellt werden können. .

    Fazit: Eine unangenehme Zeiterscheinung für betroffene Fluggäste.

  2. Traveler2018  19. marzo 2018 at 21:41

    vielleicht sollte sich die Condor mal überlegen daß sie damit Kunden vergrault. Ich wollte auch im Sommer ein paar mal mit Condor fliegen, leider werden alle Flüge von Avion Express durchgeführt. Das mag zwar vergleichbar sein, aber das durchschnittliche Flottenalter der A320 der AE liegt bei 20,1 Jahre, es hat aber auch Airbus mit 28 Jahren darunter:
    https://www.planespotters.net/airline/Avion-Express

    Sorry, da vertraue ich eher auf die im Schnitt 7 Jahre alten Boeing der Tuifly die die gleiche Strecke bedient.

  3. Urlauber  2. mayo 2018 at 06:15

    Der Urlauber bucht Condor und dann fliegt Avion Express oder nicht.
    Gestern am 1.Mai der Flug von Avion Express aus Stuttgart kommt mit 3,4 Stunden Verspätung an.
    Das Flugzeug ein 27Jahre alter Aribus A320
    Der Rückflug verzögert sich sogar auf heute den 2. Mai
    Was da wohl am Flughafen los war?

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