
Es sind oft die kleinen Abzweigungen, hinter denen sich auf La Palma Überraschungen verbergen. Eine davon führt im Norden der Insel nach Don Pedro. Rund vier Kilometer geht es von der Hauptstraße hinunter in Richtung Küste – durch eine Landschaft, die mit jeder Kurve grüner wird.

Salvatore Giuffrida ist dieser Straße am Sonntag mit dem Motorrad gefolgt. Unter dichtem Blätterdach führt sie immer weiter hinab, bis sich die Vegetation öffnet und zwischen den Hängen der Atlantik erscheint.
Don Pedro gehört zur Gemeinde Garafía und zählt nur wenige Dutzend Einwohner. Viel mehr als einige verstreute Häuser und schmale Straßen braucht es hier nicht, um den Eindruck zu vermitteln, weit weg vom geschäftigeren Teil der Insel zu sein. Ganz von der Außenwelt abgeschnitten ist der kleine Ort allerdings nicht: Selbst der Linienbus findet den Weg hierher.

Auch der GR 130 führt durch Don Pedro. Der alte Küstenweg verbindet die Orte des Nordens miteinander und setzt sich von hier unter anderem in Richtung La Zarza und Santo Domingo fort. Wer zu Fuß unterwegs ist, findet rund um die Siedlung viel Grün und immer wieder Ausblicke auf die zerklüftete Landschaft und den Atlantik.

Begegnungen gab es an diesem Sonntag dagegen nur wenige. Auf den Straßen war kaum jemand unterwegs. Dafür beobachteten einige Hunde aufmerksam den ungewöhnlichen Besucher auf zwei Rädern.

Und noch etwas fiel auf: die Temperatur. Während in anderen Teilen von La Palma an diesem Tag etwa 28 bis 30 Grad gemessen wurden, zeigte das Thermometer im hohen Norden nur rund 22 bis 23 Grad. Eine überraschend frische Seite der Insel – und auf dem Motorrad eine willkommene Abkühlung.

Don Pedro gehört nicht zu den bekannten Sehenswürdigkeiten von La Palma. Vielleicht lohnt es sich gerade deshalb, dem kleinen Schild an der Hauptstraße einmal zu folgen.
Denn manchmal beginnt das Interessante dort, wo man sonst einfach weiterfahren würde.
Fotos: Salvatore Giuffrida
Von La Palma 24



















