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Festival Internacional de Música La Palma 2019

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Im vierten Jahr des Festival Internacional de Música La Palma hat sich das Erfolgsrezept der Asociación Cultural Amigos Palmeros de la Ópera (ACAPO) ganz klar herauskristallisiert: Abwechslung durch charakterstarke Konzerte mit InterpretInnen aus aller Welt! Kenner stellen fest, dass ACAPO beim Klassikfest vom 21. Juni bis zum 6. Juli 2019 wieder auf den Mix aus etablierten, internationalen Stars und Nachwuchstalenten setzt und erneut eine Überraschung in petto hat. Wir sprachen mit dem Vorstand des Vereins der Opernfreunde, Hans Richard Jonitz, über dieses Fest der „ernsten Musik“, die nicht selten ganz fröhlich klingt.

 

Große alte Garde & junge wilde Talente

Hans Richard Jonitz: Der ACAPO-Vorstand ist einer der Organisatoren, die das Festival de Música La Palma seit 2016 mit Herzblut organisieren.

Hans Richard Jonitz: Der ACAPO-Vorstand ist einer der Organisatoren, die das Festival Internacional de Música La Palma seit 2016 mit viel Herzblut und ehrenamtlicher Arbeit auf die Beine stellen.

Ödi, allem voran: Mit was überrascht ACAPO 2019 die BesucherInnen des sommerlichen Klassikfestivals auf der Isla Bonita?

Hans Richard Jonitz: Mit einem echten Leckerbissen und einer Premiere am 4. Juli 2019: Wir haben das Joven Orquesta de Canarias, genannt JOCAN, zu Gast! Das ist kein festes Orchester, sondern setzt sich aus MusikstudentInnen von den Kanaren zusammen, die an Universtitäten in ganz Europa studieren oder gerade am Anfang ihrer Karriere sind. Die können sich fürs JOCAN bewerben, das im Frühsommer jeden Jahres neu zusammengestellt wird. Dann musizieren die jungen Leute jeweils eine Woche lang auf Teneriffa und Gran Canaria, und es gibt einige wenige Konzerte – dann fliegen wieder alle in alle Richtungen davon. Kleine Delegationen waren auch schon auf La Palma, aber nun erwarten wir ein reines Streichorchester mit 24 jungen Nachwuchstalenten zum Festival. Daran sieht man, dass ACAPO nicht in einem Schema erstarrt und nur Bewährtes wiederholt, indem ein paar Figuren ausgetauscht werden. Wir versuchen vielmehr, geistig rege zu bleiben und neue Wege zu gehen.

Das Programm zeigt, dass Ihr zum ersten Mal auch eine Benefiz-Veranstaltung durchführt...

Hans Richard Jonitz: Ja, denn das JOCAN wird von der kanarischen Regierung gefördert, und deshalb darf dieses Orchester nicht für Geld spielen. Aus diesem Grund wird ein symbolischer Eintritt in Höhe von fünf Euro auf allen Plätzen verlangt, damit es für alle möglich ist, diese Musik zu hören, und der Erlös geht an einen guten Zweck. Wir müssen dementsprechend auch keine Gage zahlen, und das ist super, denn wir müssen sparen.

Die Überraschung 2019: Das Jugendorchester der Kanaren JOCAN kommt in einer Besetzung aus 24 StreicherInnen zum Klassikfest nach La Palma.

Die Überraschung 2019: Das Joven Orchquesta de Canarias - genannt JOCAN - kommt in einer Besetzung aus 24 StreicherInnen zum Klassikfest nach La Palma.

Warum muss ACAPO den Gürtel enger schnallen? In den vergangenen beiden Jahren lag die Auslastung der Konzerte beim Klassikfestival doch stets über 90 Prozent?

Hans Richard Jonitz: Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf decken nur einen Teil unserer Kosten, denn die Ticketpreise richten wir nach dem palmerischen Geldbeutel aus.

Das Teatro Circo de Marte: tolle Akustik und Platz für 450 Personen im historischen Ambiente des altehrwürdigen Musentempels der Hauptstadt von La Palma. Fotos: Fernando Rodríguez

Das Teatro Circo de Marte: tolle Akustik und Platz für 450 Personen im historischen Ambiente des altehrwürdigen Musentempels der Hauptstadt von La Palma. Fotos: Fernando Rodríguez

Das Abo kostet zum Beispiel 120 Euro für sechs Konzerte – sowas gibt es sonst nirgendwo. Grund ist, dass wir nicht wollen, dass das Teatro Circo de Marte irgendwann zu drei Vierteln von Residenten gefüllt ist, und die Palmeros wegbleiben, weil sie sich die Klassik nicht mehr leisten können. Deshalb sind wir bei der Finanzierung des Festivals auf Fördermittel vom Cabildo und von der Kanarenregierung angewiesen – und auch darauf, dass die pünktlich fließen, was zu unserem Leidwesen nicht immer der Fall ist. Unser drittes Standbein sind die Einnahmen aus Anzeigen in unserem Programmheft sowie Sponsorengelder. Übrigens kann jede(r) etwas spenden, auf der ACAPO-Homepage gibt es einen Knopf „Donation“, da klickt man drauf! Spenden kann man einmalig, monatlich, oder indem man für sechs Euro im Monat Mitglied wird. So kann uns dann der geneigte Mitteleuropäer, der aus der gröbsten Armut heraus ist, wundervoll unter die Arme greifen. Mitglieder haben allerdings nur einen einzigen Vorteil: Sie erhalten den ersten Zugriff auf die besten Plätze bei der Abo-Vergabe. Denn wir suchen Leute, die nicht nach Vorteilen aus sind, sondern unsere Arbeit in Sachen Klassik unterstützen.

Ödi, erklär doch mal, was Ihr alles stemmen müsst!

Hans Richard Jonitz: Eigentlich bekommen wir nur zwei Dinge umsonst: Zum einen müssen wir dank der Stadt Santa Cruz nichts für die Nutzung des Teatro Circo de Marte bezahlen, und die Stadt „spendiert“ uns auch noch das Personal für die Festivalabende wie die netten Kartenabreißerinnen. Zum zweiten arbeiten die Mitglieder von ACAPO gratis – unbezahlbar sind dabei unsere beiden Star-Mitglieder Jorge Perdigón und Paolo Gavanelli, die ihre Beziehungen aus ihren Weltkarrieren als Tenor und Bariton spielen lassen. Ansonsten bezahlen wir für alle InterpretInnen nicht nur die Gagen, sondern auch Flüge, Hotels, Verpflegung und Mietwagen.

Die Sinfonica de Tenerife: Das Symphonieorchester spielt

Die Sinfonica de Tenerife: Das Symphonieorchester begleitet die Pianistin Mariam Batshasvili am 5. Juli 2019.

Da kommt was zusammen. Insbesondere, wenn man an die beiden Orchester denkt, die Euer Programm in diesem Jahr neben den Interpreten zeigt: Das JOCAN und das Symphonieorchester Teneriffa...

Mariam Batshisvili: Die Pianistin aus Georgien kommt zum dritten Mal nach La Palma und ist der erklärte Publikumsliebling.

Mariam Batshisvili: Die Pianistin aus Georgien kommt zum dritten Mal nach La Palma und ist der erklärte Publikumsliebling.

Hans Richard Jonitz: Das ist der springende Punkt, und beim Orchesta Sinfónica de Tenerife, das übrigens als drittbestes in Spanien gilt, stellen wir 40 bis 50 MusikerInnen auf die Bühne. Sie spielen unter der Leitung von Chef-Dirigent Antonio Méndez. Der ist klasse! Und sie begleiten Mariam Batshashvili, was unserem Publikum sehr gefallen dürfte. Denn die Pianistin aus Georgien war schon zweimal beim Festival de Música La Palma und hat sich hier eine absolute Fangemeinde erspielt. Bereits nach ihrem ersten Konzert 2016 wollte sie das Publikum gar nicht mehr gehen lassen, und zwei Jahre später bekam sie schon als Begrüßung Standing Ovations, wobei der Applaus so laut wie bei anderen Interpreten beim Abschied war. Am 5. Juli 2019 spielt Mariam das Klavierkonzert von Clara Schumann, das ist so wunderbar romantisch – und das an meinem Geburtstag. Das ist aber Zufall, das wird mein großes Geschenk (lacht).

Genau, sprechen wir nicht mehr über den schnöden Mammon, sondern wenden wir uns der Kunst zu. Der Auftritt von Mariam Batsashvili und des JOCAN-Orchesters gehören nicht zum Abo 2019, und dann gibt es noch ein weiteres Konzert nur für Einzelkarten...

Trío Manaz:

Trío Manáz: Magdalena Rezler, Antoine Billet und Aziz Kortel bestreiten das einzige Konzert beim Klassikfestival 2019, das in El Paso stattfindet!

Hans Richard Jonitz: Ja, auf viel-, viel-, vielfachen Wunsch von der Westseite veranstalten wir nicht alle Konzerte im Teatro Circo de Marte in Santa Cruz auf der Ostseite der Insel, sondern haben eines in der Casa de la Cultura in El Paso organisiert. Da kommt am 3. Juli das Trio Manáz, das sind Magdalena Rezler an der Geige, Antoine Billet am Violonchello und Aziz Kortel am Piano, die Werke von Suk, Beethoven und Dvorák intonieren. Bei diesem Konzert gibt es Karten nur an der Abendkasse, man muss halt rechtzeitig hin. Wer mich kennt, kann mir auch ein E-Mail schreiben, dann lege ich die Tickets zurück.

Pablo

Gala am 28. Juni (v.l.n.r.): Roberto Scandiuzzi, Cristina Presmanes und Paolo Gavanelli intonieren das diesjährige Highlight des Festivals 2019 im Gesangsbereich.

Dann wenden wir uns nun den Abo-Konzerten zu, die man ja schon seit Montag dieser Woche bei Dir per E-Mail buchen kann. Gibt´s da bekannte Gesichter?

Pinchas Zukerman:

Pinchas Zukerman: 6. Juli 2019!

Hans Richard Jonitz: Ja, zum Beispiel bei der Gala am 28. Juni 2019. Da wird unser Bariton Paolo Gavanelli, der ja im Sommer immer auf La Palma wohnt, mit Roberto Scandiuzzi und Cristina Presmanes am Piano unterhalten. Scandiuzzi ist einer der allergrößten Bassisten der vergangenen Jahrzehnte und hat an allen großen Häusern der Welt wie der Met in New York oder der Scala in Mailand gesungen. Dieser Arienabend ist unser diesjähriges Highlight im Gesangsbereich – das wird eine ganz große Sache.

Außerdem können die Gäste beim Klassikfestival 2019 erneut einen Abend mit Pinchas Zukerman erleben, der vorletztes Jahr schon bei uns musizierte. Er ist einer der größten Geiger aller Zeiten und gestaltet am 6. Juli 2019 das Abschiedskonzert zusammen mit dem Bratschisten Jethro Marks und Amanda Forsyth am Violoncello. So ein reines Streicher-Trio ist selten, denn das klassische Kammermusik-Trio setzt sich aus Geige, Cello und Klavier zusammen.

Und last but not least freuen wir uns auf den Geiger und Dirigenten des Kammerorchesters Reina Sofia aus Madrid, Nicolás Chumachenco, der unser Festival zum dritten Mal bereichert und dieses Jahr am 22. Juni von Josep Colom am Klavier begleitet wird. Die beiden gehören zur großen alten Garde der spanischen Musiker.

Die große alte Garde: C

Die große alte Garde: Nicolás Chumachenco und Josep Colom geben am 22. Juni 2019 ein Konzert mit Geige und Piano.

Und welche Interpreten werden beim Festival de Música 2019 zum ersten Mal auf die Bühne im Teatro Circo de Marte treten?

ACAPO setzt bei jedem Festival auch auf Nachwuchsstars:

ACAPO: 2019 wird der Shootin-Star Jan Lisiecki vorgestellt.

Hans Richard Jonitz: Im Klavierbereich, Abteilung internationale Newcomer, können wir uns auf Jan Lisiecki freuen, der am 29. Juni auftritt und unter anderem Chopin, Schumann und Ravel vorträgt. Er ist der momentane Shooting-Star der Deutschen Grammophon, hat polnische Eltern und wurde in Kanada geboren. Lisiecki ist erst Anfang 20, ich hab ihn auf Youtube angeschaut und angehört und war sprachlos. Der ist auf der Startrampe, und wir freuen uns tierisch auf ihn. Zum ersten Mal beim Klassikfestival La Palma zu Gast ist außerdem das Hagen-Quartett aus Deutschland am 27. Juni. Diese Streicher-Formation gehört zu den besten der Welt und unterhält uns mit Werken von Schubert.

Internationale, etablierte Stars, aufstrebende Jungstars und das Beste, was der spanische Markt zu bieten hat... Habt Ihr auch wieder ein Progamm für junge Leute auf La Palma aufgestellt? 

Erstmals auf La Palma: Das Hagen-Quartett, eine Streicherformation der Weltklasse aus Deutschland.

Erstmals auf La Palma: Das Hagen-Quartett, eine Streicherformation der Weltklasse aus Deutschland, spielt am 27. Juni 2019 Werke von Schubert.

Richard Jonitz: Ja, es sind wieder drei Schülerkonzerte geplant, denn wir machen das Festival Internacional de Música nicht für Leute, die einmal im Jahr den Frack rausholen. Für uns ist diese Mühe auch Mission, denn das Publikum in der Klassik schrumpft und ist jetzt schon überaltert. Ich habe die Befürchtung, dass Mozart, Bach oder Beethoven in 50 Jahren nur noch einsam von ein paar Eingeweihten gehört werden, weil sich Konzerte nicht mehr rechnen. Aus diesem Grund machen wir vor dem Festival drei Events mit kinder- und jugendbezogenem Programm: Da spielt eine kleine Formation aus sieben MusikerInnen, und ein eigens geschriebenes Stück eines Musikprofessors wird aufgeführt. Dazu lassen wir die SchülerInnen mit Bussen von der Schule abholen und in die Casa de la Cultura nach El Paso, die Casa de la Cultura von Los Sauces und ins Teatro Circo de Marte nach Santa Cruz fahren. Das sind immer klasse Veranstaltungen, und vielleicht bringen wir ja so ein paar Youngsters auf den Geschmack...

Ödi, wir drücken die Daumen, dass alles klappt und fassen die Konzerte hier für unsere LeserInnen noch einmal übersichtlich zusammen.

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Vom 21. Juni bis zum 6. Juli 2019 hat ACAPO erneut ein Potpourri aus 9 Konzerten zusammengestellt. 8 Events finden im Teatro Circo de Marte in Santa Cruz und ein Konzertabend in der Casa de la Cultura in El Paso statt.

Am 13. Mai 2019 hat der Verkauf der Abos begonnen: Enthalten sind 6 der 9 Konzerte zum Preis von 120 Euro. Der Einzelkartenverkauf wird am 25. Mai 2019 auf der Online-Ticketplattform www.entrees.es freigeschaltet.

Das Programm in Kürze: 21.6: Klavierabend mit Christian Zacharias (Abo). 22.6. Nicolás Chumachenco auf der Violine und Josep Colom am Piano (Abo). 27.6. Streichquartett Hagen (Abo). 28.6. Gala mit Bass Roberto Scandiuzzi, Bariton Paolo Gavanelli und Cristina Presmanes am Piano (Abo). 29. 6. Klavierabend mit Jan Lisiecki (Abo). 3.7. Kammermusikabend mit dem Trío Manaz in El Paso – Karten nur an der Abendkasse! 4.7: Kanarisches Jugendorchester Joven Orquesta de Canarias (JOCAN) – Karten nur an der Abendkasse! 5.7. Sinfoniekonzert mit Mariam Batsashvili und dem Sinfonieorchester Teneriffa – nur Einzelkarten! 6.7. Zukerman-Trio mit Violine, Viola und Violoncello (Abo).

Das Plakat 2019: Symbol für die Verbundenheit von La Palma mit der Musik.

Das Plakat 2019: Symbol für die Verbundenheit von La Palma mit der Musik.

Das Kartenhaus gegenüber vom Teatro Circo de Marte in der Calle de la Luz in Santa Cruz öffnet immer eine Stunde vor Konzertbeginn. ACAPO-Vorstand Richard Jonitz bittet alle Freunde des Klassikfestivals, die einen Computer besitzen, ihre Einzelkarten online zu buchen, da die Reservierungen für ihn nicht einfach sind. Die Abos müssen allerdings bei ihm persönlich unter E-Mail musicasa@web.de bestellt werden.

Das Programm 2019 wird demnächst auf der Website des Festival de Música La Palma auf der ACAPO-Website veröffentlicht. 

Wer mehr über den Verein der Opernfreunde von La Palma erfahren möchte, kann unseren zeitlosen Artikel aus dem Jahr 2015 lesen. 

 

Von Gudrun Bleyhl

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