La Palma: Tipps für Urlauber mit Auto und Zweirad

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La Palma: Tipps für Urlauber mit Auto und Zweirad

Bußgelder im Verkehr

Beim Autofahren und Radfahren in Spanien gelten andere Gesetze als in Deutschland, und auch die Bußgelder fallen anders aus – meist deutlich höher. Und die Autovermieter drücken kein Auge zu, sondern leiten die Knöllchen an die Verkehrsbehörden weiter.

 

Wer ein Auto bei La Palma 24 mietet, hat Spaß, wie dieses Foto mit den Transvulcania-Runnern Emilie Forsberg und Philipp Reiter zeigt. Kommt aber ein Strafzettel ins Büro geflattert, hört der Spaß auf und das Knöllchen wird an die Behörden weitergeleitet. Foto: Jordi Saragossa

Wer ein Auto bei La Palma 24 mietet, hat Spaß, wie dieses Foto mit den Transvulcania-Runnern Emilie Forsberg und Philipp Reiter zeigt. Kommt aber ein Strafzettel nach der Abreise ins Büro geflattert, wird´s ein bisschen ernster, denn Miki leitet unbezahlte Bußgeldbescheide von Touristen an die Behörden weiter. Foto: Jordi Saragossa

Urlauber unterliegen bei Fahrten in den Ferien dem spanischen Verkehrsrecht. Das heißt, Bußgelder müssen grundsätzlich immer bezahlt werden. La Palma 24-Geschäftsführer Michael Nguyen erklärt, dass auch die Autovermieter kein Auge zudrücken. Kommt eine Mahnung nach Abreise des Kunden ins Haus, bringt Miki den entsprechenden Auto-Mietvertrag aufs Straßenverkehrsamt in Santa Cruz oder zu den Rathäusern der Städte. Dann nimmt das Prozedere seinen Lauf: Sobald der Bußgeldbescheid höher als 70 Euro ist, riskiert man ein Inkassoverfahren in Deutschland, bei dem außerdem noch Bearbeitungsgebühren anfallen.

Alkohol am Steuer ist sowieso ein No-Go: In Spanien wie in Deutschland gilt die 0,5 Promille-Grenze, und die Strafen sind in beiden Ländern saftig. Foto: Dirección General de Tráfico

Alkohol am Steuer ist sowieso ein No-Go: In Spanien wie in Deutschland gilt die 0,5 Promille-Grenze, und die Strafen sind in beiden Ländern saftig. Foto: Dirección General de Tráfico

Einen Überblick über die Bußgeldsituation – nicht nur in Spanien – gibt die Plattform Bußgeldkataloge.eu, die auch einen Bußgeldrechner für Deutschland enthält. Sie wurde vom Verband für bürgernahe Informationspolitik ins Internet gestellt, den der Anwalt Mathias Voigt 2014 gegründet hat. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Fragen und Unklarheiten aus dem Verkehrsrecht für Pkw-Lenker, Fußgänger und Radfahrer zu beantworten und zu beseitigen.

Im Blick auf Bußgelder in Spanien erklärt Mathias Voigt, dass diese erst nach einer Frist von vier Jahren verjähren: „Bei Verkehrsdelikten kann es also passieren, dass selbst Jahre später bei einer erneuten Kontrolle in Spanien die Gebühr eingefordert wird – und dann entfällt nicht nur der Rabatt von 50 Prozent, der bei Bezahlung innerhalb von 20 Tagen ab der Zustellung gewährt wird, sondern die Gebühr wird verdoppelt.“

Fazit: Auch der ADAC empfiehlt, sofort zu bezahlen, selbst wenn man perplex über die Höhe der Bußgelder in Spanien ist. Das zeigen ein paar Vergleiche vom Verband für bürgernahe Informationspolitik Stand August 2016:

Im Spanien-Urlaub geblitzt: Egal ob Privatauto oder Mietwagen - es empfiehlt sich, sofort zu zahlen, dann gibt´s sogar Rabatt. Foto: Dirección General de Tráfico

Im Spanien-Urlaub geblitzt: Egal ob Privatauto oder Mietwagen – es empfiehlt sich, sofort zu zahlen, dann gibt´s sogar Rabatt. Foto: Dirección General de Tráfico

  • Falschparken in Spanien wird mit Knöllchen bis zu 200 Euro geahndet – in Deutschland kommt man dagegen je nach der Zone mit gnädigen 10 bis 70 Euro davon.
  • Handy am Ohr beim Wagenlenken kostet in Spanien 200 Euro – in good old Germany nur 30 Euro.
  • Sicherheitsgurt nicht angelegt: In Spanien wird das 200 Euro teuer – in Alemania muss man nur 60 Euro hinblättern.
  • Zu-Schnell-Fahrer mit 20 Stundenkilometern zuviel auf dem Tacho werden in Spanien mit 100 Euro und mehr zur Kasse gebeten – in Deutschland innerorts beziehungsweise außerorts mit 70 beziehungsweise 80 Euro. Ab 50 Kilometer Geschwindigkeitsüberschreitung langt Spanien mit 600 Euro und mehr richtig hin – Deutschland straft die Raser innerorts/außerorts mit 280 beziehungsweise 240 Euro ab.
  • Achtung Rote Ampeln: Sie zu überfahren schlägt in Spanien mit mindestens 200 Euro zu Buche – in Deutschland mit 90 Euro plus, je nach Dauer der Rotphase.
  • Die Promillegrenzen sind in Spanien und Deutschland gleich: Das Limit der Alkoholkonzentration im Blut liegt bei 0,5! Die Strafen beginnen in beiden Ländern mit 500 Euro und steigern sich bei wiederholtem Erwischtwerden, dazu kommen natürlich strafrechtliche Verfolgung, Führerscheinentzug und Punkte.
Info-Plattform des

Info-Plattform des Verbandes für bürgernahe Informationspolitik: Bußgelder in Europa und mehr.

Das sind nur ein paar Hinweise im Blick auf die Bußgelder. Auf der Website des Verbandes für bürgernahe Informationspolitik finden sich noch viele Details – etwa zum Thema Fahrverbote oder Punkte – in Deutschland, in Spanien und in anderen Ländern Europas.

Detaillierte Informationen für Leute, die in Spanien einen Bußgeldbescheid erhalten haben, gibt es auf dieser Internetseite der Dirección General de Tráfico des spanischen Innenministeriums auf deutsch. Dabei wird auch beschrieben, wie man den Bußgeldbescheid anfechten kann.

 

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