La Palma – Weihnachten 2013: Interview mit einem Engel

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La Palma – Weihnachten 2013

Die Schutzengel vom Medio-Ambiente

passen das ganze Jahr auf uns auf

 

Im Büro und vor Ort aktiv:

Francisco José Santana. Foto: La Palma 24

Wussten Sie, dass unsere Insel eigentlich „San Miguel de La Palma“ heißt? Und wussten Sie, dass der Erzengel Michael hier jede Menge Schutzengel am Laufen hat? Die “himmlischen Helferlein” sorgen das ganze Jahr für Sicherheit, wobei die Life-Guards an den Stränden, die Feuerwehr und die Piloten in ihren Rettungshubschraubern am sichtbarsten sind. Eher im Hintergrund arbeiten die wackeren Mannen und Frauen vom „Medio Ambiente“ der Inselregierung. Deshalb rücken wir die Leistung dieser „Umweltengel“ zu Weihnachten mal ins rechte Licht. Das La Palma 24-Journal hat sich mit ihrem Chef für das Gebiet Tazacorte, Los Llanos, El Paso und Fuencaliente, – Francisco José Santana – unterhalten.

Infos für Wanderer: Die Umweltengel stehen Fragenden mit Rat und Tat zur Seite. Foto: Medio Ambiente

Infos für Wanderer: Die Umweltengel stehen Fragenden mit Rat und Tat zur Seite. Foto: Medio Ambiente

 

Francisco, kannst Du unseren Lesern erklären, was die „Umweltengel“ auf La Palma so treiben?

Nun, dazu muss man wissen, dass La Palma in vier „Comarcas“ aufgeteilt ist. In jedem dieser Medio-Ambiente-Gebiete gibt es einen Chef und vier Agenten. Außerdem haben wir Teams in den Büros, die Mitarbeiter der Fahrzeugflotte und unsere Leute in den Freizeitparks wie zum Beispiel dem Refugio del Pilar. Sie erfüllen verschiedene Aufgaben: Sie arbeiten in der Vorbeugung zum Brandschutz und löschen Feuer – dazu gehört auch, dass sie die Brandschutzvorschriften überwachen.

Ebenfalls eine Aufgabe der Umweltengel: Sie achten darauf, dass die Wanderwege immer gut ausgeschildert sind. Foto: La Palma 24

Ebenfalls eine Aufgabe der Umweltengel: Sie achten darauf, dass die Wanderwege gepflegt und gut ausgeschildert sind. Foto: Cabildo

Außerdem stehen unsere Leute Wanderern jederzeit mit Rat und Tat zur Seite, sie halten die Forstwege und das Wandernetz der Insel in Schuss – vor allem nach Unwettern – und sie achten darauf, dass die Wege immer gut ausgeschildert sind. Darüber hinaus gehören Spezialisten mit Motorpumpen und Motorsägen zu den Teams, die Brandschneisen schlagen und Sicherheitszonen schaffen.

Vom Meer bis hinauf in die Cumbre: Der Arbeitsbereich der Umweltengel ist riesig. Foto: Axel

Vom Meer bis hinauf in die Cumbre: Der Arbeitsbereich der Umweltengel vom Medio-Ambiente erstreckt sich in vier Gebiete aufgeteilt über ganz La Palma, ausgenommen die Caldera – hier sind die Umweltengel der Kanarenregierung zuständig. Foto: Axel

Bei 47.000 Hektar Forstfläche auf La Palma kommt da ordentlich Arbeit zusammen…

… ja, denn der Service in jedem der vier Umweltgebiete erstreckt sich vom Meer hinauf bis zu den Berggipfeln. Trotzdem herrscht der Irrglaube, dass wir nur für Forstarbeiten zuständig sind. Richtig ist, dass sich unsere Arbeit von der Überwachung der Wale bis hin zur Pflege von architektonischen und geschichtlichen Kulturgütern im ländlichen Bereich erstreckt.

Die Umweltagenten sind außerdem für das Pflanzenschutz-Zentrum in Puntallana zuständig. Koordiniert werden alle Aktionen der vier Umweltgebiete auf La Palma von der Direktion des Centro de Coordinación Operativa Insular in Breña Alta, kurz Cecopin genannt.

Wie lange arbeiten die „Umweltengel“ normalerweise pro Tag?

Die Umweltengel von La Palma: Brandvorbeugung und Einsatz bei Feuern gehört zu ihrem Job. Foto: Medio Ambiente

Die Umweltengel von La Palma: Brandvorbeugung und Einsatz bei Feuern gehört zu ihrem Job. Foto: Medio Ambiente

Wir arbeiten acht Stunden am Tag, einschließlich der Wochenenden und Feiertage. Bei Unwettern, Such- und Rettungsaktionen, Bränden, Jagd- oder Schmuggelkontrollen schieben wir natürlich auch Nachtschichten.

Wie sieht der „Flugplan“ der „Umweltengel“ in Alarmsituationen aus?

In diesen Momenten müssen wir alle bereit stehen. Wir wissen dann, wann der Arbeitstag beginnt, aber nicht, wann er endet. So war das beispielsweise bei den großen Waldbränden 2009 und 2012 und den Erdrutschen, die nach den Feuern den baumschutzlosen Boden in die betroffenen Gemeinden schwemmten. Wir haben das dank guter Koordination mit allen Beteiligten in den Griff bekommen.

Umweltengel informieren Schüler: auch das ist ein Teil ihrer Arbeit mit Blick in die Zukunft. Foto: Medio Ambiente

Umweltengel informieren Schüler: auch das ist ein Teil ihrer Arbeit mit Blick in die Zukunft. Foto: Medio Ambiente

Apropos alle Beteiligten: Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, den Helikoptern, dem Roten Kreuz und anderen Organisationen im Notfall?

In Extremsituationen wird auf La Palma der Notfallplan der Inseslregierung aktiviert. Das bedeutet, dass alle Einsatzkräfte und technische Hilfsmittel in Bereitschaft versetzt werden. Die Koordination aller Resourcen übernimmt dann das Centro de Coordinación Operativa Insular unter der Regie der Inselregierung – das bereits eingangs erwähnte Cecopin.

Nach dem Brand: Francisco erforscht die Ursache. Foto: Medio Ambiente

Nach dem Brand: Francisco erforscht die Ursache des Feuers und steckt den Herd mit Fähnchen ab. Foto: Medio Ambiente

Francisco, es besteht wohl kein Zweifel, dass die Arbeit der „Umweltengel“ hart und oftmals sogar gefährlich ist. Sind Deine Frauen und Männer besonders mutig?

Natürlich brauchen sie in bestimmten Momenten Mut. Sie müssen im Notfall schnelle Entscheidungen treffen und einen kühlen Kopf behalten. Aber für unser Team ist am Wichtigsten, sich immerfort weiterzubilden. Wir wollen eine intelligente Gemeinschaft sein, die Erfahrungen austauscht. Wir müssen Risiko-, Gefahren- und Konfliktsituationen meistern… In diesen Momenten werden unsere Fähigkeiten auf die Probe gestellt, wir müssen zeigen, dass wir Leben retten können, dass wir Konflilkte verbal oder auch mit körperlichem Einsatz in den Griff kriegen.

So sah es aus, als 2012 der Brand in El Paso begann: Rauch ist hier immer ein Alaramzeichen. Foto: La Palma 24

So sah es aus, als 2012 der Brand in El Paso begann: Rauch ist hier immer ein Alaramzeichen. Foto: La Palma 24

Kommen wir nochmal auf die Brände zu sprechen. Da haben wir auf La Palma 2013 ja einigermaßen Glück gehabt, oder Francisco?

Wir können sagen, dass das Wetter auf unserer Seite war. Dennoch darf man nicht vergessen, dass vor allem der schnelle Einsatz unserer Löschteams verhindert hat, dass kleine Feuer zu großen Bränden wurden. Seit Jahren kontollieren wir gründlich, wie die Brände entstehen, stellen Mittel zum Selbstschutz bereit und vieles mehr. Ganz wichtig ist, dass alle Leute auf La Palma wissen, dass sie das ganze Jahr über eine Genehmigung für offene Feuer, etwa zum Verbrennen von Gartenabfällen, bei uns einholen müssen. Dabei muss dann ein Sicherheitsabstand eingehalten werden und Wasser und andere Feuerlösch-Gerätschaften müssen bereit stehen. Der Beginn und das Ende des Feuers muss dann bei CECOPIN-La Palma gemeldet werden. In unserem Gebiet darf man zum Beispiel nach 14 Uhr überhaupt kein Feuer mehr machen. Das heißt, wenn danach irgendwo Rauch aufsteigt, ist das ein Alarmzeichen.

Francisco, hast Du in diesem oder anderem Zusammenhang schon mal schlechte Erfahrungen mit La Palma-Touristen gemacht?

Im Gegenteil, wir machen mit den Inselgästen sehr angenehme Erfahrungen. Sie wissen den Wert der Natur auf La Palma und auch unsere Arbeit zum Schutz der Umwelt zu schätzen. Nur in Einzelfällen haben wir Leute bei illegalen Aktionen ertappt, aber das waren nicht unbedingt Touristen. Wir haben generell ein tolles Urlauber-Clientel mit viel Respekt vor der Insel und ihren Einwohnern.

Tipps vom Experten bei Unwetter: Beachten Sie die Warnungen in der Presse. Foto: Susanne und Ronny

Tipps vom Experten bei Unwetter: Beachten Sie die Warnungen in der Presse, im Zweifelsfall zuhause bleiben. Foto: Susanne und Ronny, aufgenommen beim Unwetter vergangene Woche

Hast Du Tipps für die Urlauber, wenn sie über die Insel ziehen?

Ja – wenn sie unterwegs sind und einen unserer Mitarbeiter treffen, stellen Sie ihm ruhig Fragen. Wir sind dafür da, Auskünfte in Sachen Natur und Umwelt zu geben!

Wie sollten sich Inselgäste bei Unwetterwarnungen in den Bergen und auf den Straßen verhalten, Francisco?

Selbstverständlich sollte man den Empfehlungen der Insel- und Kanarenregierungen Folge leisten. Am wichtigsten ist es, sich nicht in Bergen, Schluchten und an der Küste aufzuhalten, dort droht die Gefahr von Steinschlägen, Erdrutschen und hohen Wellen. Auch vorm Autofahren möchte ich warnen, da Felsen auf die Straßen fallen können, und die Sicht schlecht ist.

Wanderer auf La Palma: immer wieder Überraschungen. Foto: Gladys

Wanderer auf La Palma: immer wieder Überraschungen. Foto: Gladys

Zum guten Schluss: Gibt es Neuigkeiten in Sachen Natur auf La Palma, Francisco?

Unsere Lorbeer- und Pinienwälder, unsere Dragos und überhaupt unsere ganze Fauna sind doch immer wieder eine Überraschung für unsere Inselgäste. Ich selbst genieße immer wieder die schönen Momente, die mir ein Sonnenuntergang, eine sich brechende Welle an einem ruhigen Strand oder das Beobachten von Tieren in der freien Natur bescheren. Wer La Palma besucht und die enge Verbindung der Insel zur Natur erkennt, nimmt einen ganz besonderen Eindruck mit nach Hause.

 

Nachtrag am 4. August 2016: Heute ist ein trauriger Tag für alle Freunde von Francisco José Santana. Fran verlor sein Leben während seines Einsatzes im Kampf gegen den Waldbrand bei El Paso. Wir können leider nicht mehr tun, als ihm und den vielen anderen furchtlosen Feuerbekämpfern einfach nochmal zu danken!

Feliz Navidad auch an diese Schutzengel:

Gracias y felizidades al equipo del helicoptoro de GES al aeropuerto de Santa Cruz de La Palma! Foto: La Palma 24

Gracias y felizidades auch an diese “Engel”, die tatsächlich fliegen können: Das Team des Helikopters der GES vom Flughafen in Santa Cruz de La Palma ist jederzeit bereit wie hier bei diesem Rettungsflug über Puerto Naos, wo ein abgestürzter Paraglider gesucht und natürlich gefunden und gerettet wurde! Im Sommer sind zudem die “gelben Engel” – die Hubschrauber des spanischen Staates auf La Palma stationiert. Foto: La Palma 24

– Gracias für den Einsatz im Jahr 2013 der Feuerwehrleute, auf La Palma Bomberos genannt.

– Feliz Navidad für die Teams des Rettungshelikopters der Grupo de Emergencias y Salvamento (GES) am Flughafen von Santa Cruz de La Palma und die “gelben Engel” der Hubschrauber des spanischen Staates, die im Sommer auf La Palma stationiert sind.

– Felizes Fiestas auch für die Mitarbeiter im Centro Coordinador de Emergencias y Seguridad (CECOES) – die sorgen dafür, dass Anrufe in der 112-Notrufzentrale auf Teneriffa auf der Insel La Palma sofort in tätige Hilfe umgesetzt werden. Und Dank an alle, die diese Hilfe dann leisten.

Gracias an die Rettungshunde und ihre Führer der Grupo de Resacate Canino de Ayuda en Emergencia Anaga (AEA).

– Felicidades auch an die Life-Guards, die 2013 wieder hervorragende Arbeit an den Stränden von La Palma geleistet haben.

Diesen Bericht ergänzt ein Interview mit Nieves Rosa Arroyo, Umwelträtin der Inselregierung, zum Thema Waldbrände, das wir im August 2014 publiziert haben.

 

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2 Antworten zu "La Palma – Weihnachten 2013: Interview mit einem Engel"

  1. Karola Schrage  20. enero 2016 at 22:13

    Karola Schrage
    Am Wullwinkel 11
    30459 Hannover/ Deutschland
    Tel.: …0511- 5901849

    Ola,Francisco Jose Santana,

    durch Zufall bin ich auf Ihre Seite gestoßen und würde Sie gerne um Hilfe bitten. Ich bin jetzt 58 Jahre alt und bin Frührentnerin, gerne möchte ich für ein paar Wochen gegen Unterkunft und Verpflegung meine Dienste anbieten.
    Folgende Bereiche sind möglich :
    – Hauswirtschaft
    – Betreuung dementer Menschen § 87b
    – Tagesmutter
    – Hatha-Yoga
    – Ernährung und Gesundheitsberatung
    – Hilfe im Garten
    – das Haus hüten

    Vielleicht gibt es eine kostenlose Möglichkeit diese Anzeige auf La Palma
    öffentlich zu machen. Es wäre ein großes Gottesgeschenk für mich mal
    wieder reine Luft zu atmen und etwas Sonne zu tanken. Vielen Dank für Ihre Mühe.

    Herzliche Grüße sendet Ihnen,
    Karola Schrage

  2. admin  21. enero 2016 at 06:59

    Hallo Frau Schrage,

    Francisco ist bestimmt nicht der richtige Ansprechpartner für Ihr Anliegen – und er spricht auch kein Deutsch. Wenn Sie eine Anzeige schalten wollen, wenden Sie sich am besten an die Zeitschrift D´Occasion, die auf La Palma erscheint und einen Kleinanzeigenteil hat.

    Mit freundlichen Grüßen
    Gudrun Bleyhl
    Redaktion La Palma 24-Journal

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