Die Saline in Fuencaliente

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Die Salinen in Fuencaliente im Süden von La Palma:

Die Geschichte einer

fleißigen Salzgärtner-Familie

Der Salinenkrebs "Artemia salina" ist das Wappentier der kanarischen Salinen. Das Design des Logos stammt von keinem Geringeren als dem Lanzarote-Künstler César Manrique.

Der Salinenkrebs “Artemia salina” ist das Wappentier der kanarischen Salinen. Das Design des Logos stammt von keinem Geringeren als dem Lanzarote-Künstler César Manrique.

Nach 14 Jahren Papierkrieg hat es nun endlich geklappt: Die Saline am Fuß des Teneguía-Vulkans bekommt ihr eigenes Museum und sogar ein Restaurant, das “Jardin de la Sal” heißen wird. Damit ist ein langgehegter Traum der Salzgärtner-Familie Hernández in Erfüllung gegangen. Seit drei Generationen kämpft sie in der Meersalzanlage an der Südspitze von La Palma ums wirtschaftliche Überleben. Grund: Der harte Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt zwingt sie, das weiße Gold der Insel zu sehr niedrigen Preisen zu verkaufen.

 

Andrés Hernández-García ist der Enkel des Firmengründers Fernando Hernández-Rodríguez und ein Laptop-bewaffneter, moderner Palmero. Zwar produzieren er und ein Vater Fernando Hernández-Villalba das „Sal Marina Teneguía“ nach wie vor auf traditionelle Weise, aber Andrés stellt das Familienunternehmen nun breiter auf. Schritt 1: Die Anlage steht seit etwa einem halben Jahr kostenlos für Besucher offen. Schritt 2: Große Info-Tafeln erklären in Wort und Bild, wie das Meersalz wächst, geerntet und verpackt wird.

Infotafeln führen durch die Anlage. Foto: La Palma 24

„Jeden Tag spazieren 200 bis 250 Leute durch unseren Salzgarten“, freut sich Andrés über das „überraschend große Interesse – auch beim Direktverkauf“.

Das lässt wohl die berechtigte Hoffnung zu, dass Schritt 3 ebenfalls in die richtige Richtung geht. „Schilder und Broschüren sind einfach nicht genug“, erklärt Andrés, warum ein Museum her muss. „Wir sind mit der Produktion beschäftigt und haben zu wenig genug Zeit, um Fragen zu beantworten. Im „Centro de Interpretación Salinas de Fuencaliente” – so der offizielle Name des künftigen Salztempels – wird deshalb unter anderem mit Videofilmen in mehrern Sprachen informiert. Zudem sollen die Besucher mit Hilfe eines Meersalz-Beckens realistische Einblicke in den Kristallisationsprozess erhalten.

Andrés freut sich: Der erste Baggerbiss zum Museumsbau ist getan. Foto: La Palma 24

Schritt 4 – das „Salzgarten-Restaurant“ – rundet das Ganze ab. Geplant ist eine Karte mit Spezialitäten aus der Region Fuencaliente. „Außerdem legen wir Wert auf Qualität“, lacht Andrés. „Nicht nur beim Salz!“ Der erste Baggerbiss ist bereits getan, und die beiden noch aktiven Hernández-Männer schätzen, dass in circa einem Jahr Eröffnung gefeiert wird.

Gesucht: Harmonie mit der Landschaft

14 lange Jahre lang hat die Salzbauern-Familie dafür gekämpft. Denn die Saline liegt in einem sogenannten „Naturschutzgebiet von wissenschaftlichem Interesse“. Die Anlage ist eines der wenigen kanarischen Feuchtgebiete und bietet Lebensraum für Zugvögel, fast ausgestorbene Pflanzenarten, den Salinenkrebs sowie ausgefallene Meeresalgen. So hatte die Familie Hernández nur eine Zulassung zur Meersalzproduktion, und die Genehmigung des Neubaus war ein schieres Wunder und mit strengen Auflagen verknüpft. „Das Museum liegt unter der Oberfläche, und das Restaurant darf nur 2 Meter nach oben aus dem Boden ragen“, erklärt Andrés. „Alles ist aus Naturstein und Glas, damit es in die Landschaft passt.“ Der engagierte Unternehmer betont, dass die Behörden beim Design des Gebäudes offene Türen eingerannt hätten: „Wir selbst wollen, dass unsere Anlage so bleibt wie sie ist – nämlich natürlich!“

100 % Bio: Palmerisches Salz hat keine Zusatzstoffe

Grobes und feines Meersalz aus Fuencaliente. Foto: La Palma 24

„100 % natural“ steht auf jeder Packung „Sal Marina Teneguía“. Entscheidend ist, dass weder im feinen, noch im groben palmerischen Meersalz und schon gar nicht im Edelprodukt „Flor de Sal“ Zusatzstoffe oder Aufheller zu finden sind. Ganz im Gegensatz zum handelsüblichen Speisesalz. Das in Deutschland bekannte „Bad Reichenhaller Markensalz“ zum Beispiel muss aufs Etikett schreiben, dass neben Siedesalz noch Trennmittel sowie Calciumcarbonat (E170) und Magnesiumcarbonat (E504) im Streuer schlummern. 15 Additive lässt der „Codex Alimentarius“ bei der Salzherstellung in Europa zu – die meisten von ihnen sorgen dafür, dass das Salz feiner rieselt.

Mit superfeinem Rieseln kann das palmerische Biosalz weniger dienen, denn die natürliche Herstellung und Trocknung hinterlässt eine Restfeuchte. Allerdings bleiben so neben dem Hauptbestandteil Natriumchlorid auch alle Spurenelemente aus dem Wasser des Atlantiks erhalten. Etwa Kaliumchlorid, Calciumsulfat, Magnesiumoxid und Magnesiumchlorid. Verunreinigungen gibt es im Meersalz von Fuencaliente nicht. Dafür sorgen das hier sehr saubere Wasser, die für ihre Reinheit berühmte palmerische Luft und die Kristallisationsbecken aus Lehmgrund und Lavasteinmauern. „Unsere Analysen sind immer in Ordnung“, betont Andrés.

Wochenlange Knochenarbeit bis zur Ernte

Der Weg zum perfekten Meersalz ist beschwerlich und dauert 3 bis 5 Wochen. Zuerst wird das Atlantikwasser, das vor der Südspitze La Palmas etwa 36 Gramm Salz pro Liter enthält, in das sogenannte „Charca Madre“ geleitet.

In den Mutterbecken findet die erste Salzkonzentration statt. Foto: La Palma 24

In diesem „Mutterbecken“ bringt die Sonne das Wasser zum Verdunsten, die Sole fließt dann in eine darunter gelegene große Wanne und bleibt dort so lange, bis 290 Gramm Salz in jedem Liter Wasser schwimmen. Nächste Etappe sind die Kristallisationsbecken. Hier sieht man das Salz förmlich wachsen, bis es eine Konzentration von 360 Gramm pro Liter erreicht.

In den Kristallisationsbecken sieht man das Salz förmlich wachsen. Foto. Salinas de Canarias

Andrés: „Dieses allmähliche Verdampfen des Wassers nur durch Sonneneinwirkung garantiert die beständige Qualität unseres vollökologischen Salzes.“

Das „Ernten“ ist reine Hand- und Knochenarbeit. Mit Harke, Schaber und Sieb türmen die Arbeiter das Salz neben den Becken zu kleinen Bergen auf, wo es trocknet. Eine Knochenarbeit, die in der Saison von Mai bis November schließlich bis zu 500 Tonnen des weißen Goldes ins Lager bringt. „In den Wintermonaten kann nicht produziert werden“, erklärt Andres. „Regen und Wind würden die Qualität unseres Salzes beeinträchtigen.“

Andrés streicht durch die feinen Blättchen des “Flor de Sal”. Foto: La Palma 24

„Flor de Sal“ – Würze aus Sonne und Meer

Ein noch engerer Zeitrahmen gilt für die Produktion der Königin im Teneguía-Sortiment. Das „Flor de Sal“ bildet sich nur in der Abenddämmerung, wenn der für die Salzblüte zerstörerische Passatwind einschläft. In nur 3 Stunden entsteht die feine „Salzsahne“, die die Salineros dann mit einem speziellen Sieb vorsichtig abschöpfen.

So sieht La-Palma-Flor-de-Sal in einer deutschen Dose aus. Foto: Herbaria

Die Firma„Herbaria“ vertreibt das 3-Sterne-Salz vom Teneguía seit Jahren im Internet unter dem Namen „Flores de La Palma“ an Bio-Einzelhändler, vor allem in Deutschland, und ist begeisert: „Die kleinen glitzernden Salzpailetten aus La Palma mit ihrer außergewöhnlich zarten Kristalltextur zergehen wie Schnee auf der Zunge und beeindrucken durch ihr ausbalanciertes, mineralisches Konzept.“ Soviel Feingeschmack hat freilich seinen Preis, obwohl die Salzgärtner aus La Palma wohl am wenigsten daran verdienen: „Wir verkaufen das Kilo Flor de Sal für 11,50 Euro“, legt Andrés seinen Preis offen. In Deutschland bezahlt man ein Vielfaches – für das 100-Gramm-Döschen des Gourmetsalzes berappt man je nach Noblesse des Geschäftes zwischen 5 und 20 Euro.

Ein schönes Dekoglas mit 200 Gramm “Flor de Sal” kostet in La Palma nur 4 bis 5 Euro. Foto: La Palma 24

Da empfiehlt es sich doch, bei einem Urlaub auf La Palma ein Gläschen „Flor de Sal“ mit nach Hause zu nehmen. Zwischen 4 und 5 Euro blättert man für 200 Gramm im schönen Dekoglas auf den Ladentisch – ein Preis, der Genuss ohne Reue erlaubt. Ein Gläschen hält lange vor, denn die edle Salzblüte verschwendet man nicht zum Kochen, sondern verfeinert mit einer finalen Prise Salate, Fleisch oder Fisch.

Aktuelle Öffnungzeiten der Saline in Fuencaliente

Zur Zeit kann die Saline montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr besichtigt werden. Im Sommer während der Erntezeit ist die Anlage an allen Wochentagen für den Publikumsverkehr zugänglich. Parkmöglichkeiten gibt es vorm Leuchtturm – von dort aus führt ein Pfad zum Eingang der Meersalzanlage.

Inzwischen ist das Salzgarten-Restaurant Realität geworden – zum Artikel kurz nach der Eröffnung geht es hier.

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2 Antworten zu "Die Saline in Fuencaliente"

  1. Gladys  27. marzo 2011 at 19:49

    Espectacular artículo, Felicidades!!.

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