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Heilige Quelle La Palma: das geplante Heilbad

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Bereits im 15. Jahrhundert war die Fuente Santa auf La Palma ein Magnet für Kranke aus vielen Ländern Europas und Amerikas, denn man sagte ihr Heilkräfte nach. Dann wurde sie beim Ausbruch des Vulkans San Antonio anno 1677 verschüttet. 328 Jahre lang versuchten Geologen und Abenteurer aus Nah und Fern vergeblich, den Thermalborn im Süden der Isla Bonita wieder auszugraben. Doch erst 2005 waren Carlos Soler und sein Team bei diesem Unterfangen erfolgreich und fanden die Heilige Quelle tief unter der Playa Echentive in Fuencaliente wieder. Inzwischen steht der Plan der Inselregierung, hier ein Heilbad zu bauen: Noch 2019 sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden. Wir fassen hier mal ein paar Informationen Stand Frühjahr 2019 rings um die sagenhafte Quelle zusammen.

 

Die Playa Echentive: Bis hier flogen Steine und floss Lava beim Ausbruch des San Antonio 1677 und schufen so neues Land. Allerdings wurde dabei die Fuente Santa verschüttet und erst 2005 wiederentdeckt. Fotos: La Palma 24/Cabildo

Die heutige Playa Echentive: Bis hier flogen Steine und floss Lava beim Ausbruch des San Antonio 1677, wodurch neues Land im Meer entstand. Dabei wurde die Fuente Santa verschüttet und erst 2005 wiederentdeckt. Fotos: La Palma 24/Cabildo

Heilige Quelle La Palma:

Heilbad von einst und Spa von morgen

16. und 17. Jahrhundert: Das Heilwasser war berühmt. Die Thermalquelle von La Palma befand sich vor ihrer Verschüttung am Fuße einer 150 Meter hohen Klippe an einem Strand an der Südspitze der Insel auf der heutigen Gemarkung von Fuencaliente - der Ortsname bedeutet heiße Quelle. In den beiden Becken, die die Kranken San Lorenzo und San Blas nannten, kurierten sich im 16. und 17. Jahrhundert Menschen aus Europa und Amerika. Denn das mineralhaltige, warme Wasser stand im Ruf, Linderung bei Rheuma, Arthritis, Hautkrankheiten, Syphilis, Lepra und Wunden aller Art zu verschaffen. In Behälter abgefüllt wurde das wertvolle Nass sogar auf beiden Kontinenten verkauft, und so gelangten die Bewohner von Fuencaliente und der ganzen Insel zu Wohlstand - damals hatten sie das höchste Pro-Kopf-Einkommen auf den Kanaren.

1677: Der San Antonio-Ausbruch brachte das Aus fürs Heilbad. Weil die kranken Inselgäste irgendwo unterkommen mussten, entstand Las Indias - bis heute ein Ortsteil von Fuencaliente. Und da manche Kranken ihre Heilungen vor mehr als dreihundert Jahren als "Wunder" bezeichneten, wurde aus der heißen Quelle von La Palma die Heilige Quelle. Doch die Natur machte dem veritablen Geschäft gnadenlos ein Ende: Am 13. November 1677 brach der San Antonio aus und begrub zehn Tage später die Becken vor den Augen der verzweifelten Palmeros und Kranken mit heißer Lava.

Der Entwurf von

Der Entwurf Piedra de Fuego von Federico Soriano: Ein Heilbad auf mehreren Etagen mit Innen- und Außenbecken.

2005: Das Geheimnis der Heiligen Quelle wird gelüftet. Nach der Wiederentdeckung der Fuente Santa durch Carlos Soler und seinem Team im Jahr 2005 begann deren Freilegung: Ein Stollen wurde gebaut, der zu fünf natürlichen, mit Thermalwasser gefüllten Becken führt. Hier hatten Außenstehende allerdings nur in seltenen Fällen Zutritt. 2013 schließlich war ein Besucherzentrum fertiggestellt, das jedoch nie durchgängig, sondern nur sporadisch von Gruppen nach Voranmeldung besichtigt werden konnte. 2014 wurde der Künstler Tomaso Hernández beauftragt, das Innere und Äußere der Heiligen Quelle künstlerisch zu gestalten - wir waren mit ihm unterwegs.

2014: Der steinige Weg zum Spa im 21. Jahrhundert beginnt. Mit der Idee, rund um den heilkräftigen Schatz aus der Erde ein Spa zu errichten, wurde geliebäugelt, seitdem Carlos Soler die Quelle unter der Lava der Playa Echentive wiedergefunden hatte. 2014 schließlich machte das Cabildo Nägel mit Köpfen: Ein Architektenwettbewerb zum Bau eines Balnearios wurde im Europäischen Amtsblatt ausgeschrieben und einige Monate später für Ingenieure erweitert. 40.000 Euro waren für den Siegerentwurf ausgelobt.

Die Etagen des Spas im Süden von La Palma:

Die Etagen des Spas im Süden von La Palma: Architekt Federico Soriano betont, dass trotz der vielen Stockwerke auch Menschen mit jeder Art von körperlichen Beeinträchtigungen zurechtkommen.

2015: Der Feuerstein gewinnt den Wettbewerb. Unter 105 Mitbewerbern überzeugte das Architekturbüro Federico Soriano in Madrid die Thermalbad-Jury mit seinem Entwurf namens Piedra de Fuego - das heißt Feuerstein. Der diente von nun an als Grundlage für die Planungen des Gebäudes an der Fuente Santa. Um es überhaupt bauen zu können, mussten zunächst die Bestimmungen im Naturschutzgebiet Volcanes de Teneguía modifiziert werden. Dies dauerte bis 2018, dann begann das Cabildo, das erforderliche Land zu erwerben, und Inselpräsident Anselmo Pestana erklärte, dass die Arbeiten für das Spa im Laufe des Jahres 2019 ausgeschrieben werden sollen.

2019: Virtueller Spaziergang durch das geplante Thermalbad. Im Februar 2019 stellte das Cabildo ein Video ins Internet, das Interviews mit Inselpräsident Anselmo Pestana, dem Architekten Federico Soriano und Experten in Sachen Thermalwasser enthält. Damit soll schon im Vorfeld für den "Kurort" La Palma geworben werden. Der mit rund sechs Millionen Euro veranschlagte Balneario-Bau wird nach aktuellen Schätzungen voraussichtlich drei Jahre in Anspruch nehmen. Übrigens werden die Kosten auch aus Geldern des Kanarischen Entwicklungsfonds Fondo de Desarrollo de Canarias (FDCAN) gedeckt.

2019: Details der Planungen werden bekannt. Das künftige Spa, so der Architekt Federico Soriano, soll optimal in die Vulkanlandschaft im Naturschutzgebiet Teneguía integriert, nachhaltig und auch von Menschen mit jeder Art von körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen ohne Barrieren zu nutzen sein. Vier Ebenen sind geplant - jede mit einem spezifischen Programm für die BesucherInnen. Im Obergeschoss hat Soriano ein Museum, eine Rezeption, ein Restaurant, eine Cafetería, ein Geschäft und Pools zum Sonnenbaden vorgesehen. In der Etage darunter zeigt sein Modell Büros, Umkleideräume und Becken mit Thermalwasser. Nochmal einen Stock tiefer folgen eine spezielle Cafetería für Badegäste, Bereiche für medizinische Behandlungen, Thermalpools und Einzelbäder. Im untersten Bereich hat der Architekt einen Fitnessraum, Umkleiden, Saunen und Massagezonen untergebracht. Außerdem finden sich hier Becken, die an die ursprüngliche Höhle erinnern.

 

Bücher über die Heilige Quelle: eins auf Spanisch, eins auf Deutsch

Carlos Soler: Sein Buch La Historia de la Fuente Santa ist inzwischen das meistverkaufte auf den Kanaren. Foto: Cabildo GC

Carlos Soler: Sein Buch La Historia de la Fuente Santa ist inzwischen das meistverkaufte auf den Kanaren. Foto: Cabildo GC

Der Ingenieur Carlos Soler brachte nach seiner Wiederentdeckung des heilkräftigen Wasserquells eine Geschiche mit dem Titel La Historia de la Fuente Santa zu Papier. Inzwischen hat sich dieses Buch zum meistverkauften auf den Kanarischen Inseln entwickelt und sogar das hierzulande populäre Mararía-Epos von Rafael Arozarena vom ersten Platz der Dauerseller-Liste gestoßen. Grund: Das Werk von Soler ist ein historischer Roman, und dieses Genre ist auch in Spanien schwer in Mode. Der Autor erzählt darin von der einstigen Quelle, wer sie besuchte, und wie sie zum Wohlstand der Insel und des Archipels beitrug. In erster Linie aber geht es darum, wie drei Jahrhunderte lang nach ihr gesucht wurde.

Barbara Schlüter: Die Autorin aus Hannover widmete der Fuente Santa ein langes Kapitel ihres Buches Ausgerechnet zum Feiertag. Foto: La Palm 24

Barbara Schlüter: Die Autorin aus Hannover widmete der Fuente Santa ein langes Kapitel ihres Buches Ausgerechnet zum Feiertag. Foto: La Palma 24

 

Auch eine deutsche Schriftstellerin wurde von den Erzählungen über die Suche nach der Fuente Santa und dem Buch von Carlos Soler inspiriert: Barbara Schlüter hat mit Ausgerechnet zum Feiertag ein Werk verfasst, in dem ein Abenteuer um die Heilige Quelle neben anderen Geschichten ein großes Kapitel einnimmt. Sie erzählt fiktiv mit Bezug zu geschichtlich dokumentierten Begebenheiten, denn Frau Dr. Schlüter ist Historikerin. Außerdem kennt sie die Isla Bonita sehr gut und hat noch mehr Bücher geschrieben, in denen ihre Lieblingsinsel La Palma eine große Rolle spielt. Wir haben sie schon öfter mal interviewt - auch zu den Feiertags-Stories.

 

Dieses Video erläutert die Planungen zum Heilbad an der Fuente Santa durch anschauliche Modelle:

Von Gudrun Bleyhl

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Eine Antwort zu “Heilige Quelle La Palma: das geplante Heilbad”

  1. Waltraud Hartmann sagt:

    Das mit der Therme finde ich ganz toll. Hoffe nur, dass der Tourismus nicht zu viel wird und damit die Insel “gewisserweise” zerstoert wird. Deshalb darf es nicht mehr Unterkuenfte geben.

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