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Edward Dahlberg

La Palma – Hier lass’ ich die Seele baumeln

19. Mai 2021 Gastbeitrag 8 Kommentare / Jetzt kommentieren!

© Josy Henkel

Ursprünglich wollten wir „nur mal vorbeischauen“, weil eine Freundin immer so geschwärmt hat: La Palma sei vielseitig „wie ein eigener Kontinent“. Nun gut, La Palmas Umrisse ähneln einem „Mini-Afrika“. Aber das spanische Eiland mit den mächtigen Vulkanbergen ist nur 50 km lang und 30 km breit.

Also musste ich das überprüfen und landete mit meinem Mann 1993 erstmals auf der „Isla Bonita“, der schönen Insel. Tatsächlich: Die Vielfalt hat uns überwältigt und seither nie mehr losgelassen. Natur, Ruhe, Baden – so sieht mein Glück aus.

Heute weiß ich, dass es klug war, einst als Standort den Westen bei Los Llanos im milden Aridane-Tal auszuwählen. Denn der meiste Regen fällt im Osten und Norden. Klar, irgendwo muss das Wasser für all die Bananenplantagen, Avocados und Orangen, die satten Wälder und bunten Gärten mit hoch aufragenden Palmen ja herkommen.

Die berühmten Balkone an der Maritima © Josy Henkel

Nicht umsonst heißt La Palma auch „Isla Verde“, grüne Insel. So überraschen nicht nur krasse Landschaftskontraste, sondern dazu gleich zwölf verschiedene Klimazonen, je nach Lage und Höhe. Auf unseren 400 Metern, mit herrlichem Blick zur Westküste und zu den Ausläufern der Caldera, sind wir bestens aufgehoben.

Am Strand von Puerto Naos können wir (fast!) das ganze Jahr über in die Wellen tauchen… © Josy Henkel

Hier herrschen moderate Temperaturen: im Hochsommer nicht zu heiß und im frühlingshaften Winter nicht zu frisch.

Rummel und Massentourismus?

Fehlanzeige – dank fehlender weißer Endlos-Strände. Pechschwarz und praktisch nur für mich reserviert sind die kleinen Badebuchten.

Die „Perle im Atlantik“ ist bislang Ruhe suchenden Genießern sowie Naturliebhabern vorbehalten und wird seit jeher zurecht als Wanderparadies angepriesen.

Ein faszinierender Minikosmos, mit schroffen Steilklippen rund um die Insel, im Kontrast zur zartrosa Mandelblüte im Nordosten, mit tiefgrünen Pinienwäldern, an deren Hänge sich idyllische Dörfer schmiegen, und als krasser Gegensatz: die schwarze Mondlandschaft an der Südspitze, wo blitzweiß die berühmten Salzsalinen von Fuencaliente hervorstechen. Das handgeschöpfte Salz und Avocados aus unserem Garten sind jedes Mal Pflicht-Mitbringsel für meine Lieben, wenn wir nach Deutschland heimkehren.

Aber jetzt stehe ich im Norden auf dem höchsten Gipfel der Insel, dem 2.426 hohen Roque de los Muchachos. Er umringt den riesigen Vulkankessel, die längst ergrünte Caldera.

Jedes Mal ein berauschender Anblick, über weiße Wolkenfelder hinweg in die unendliche Weite des azurblauen Atlantiks, aus dem bei klarer Sicht die Nachbarinseln Teneriffa, La Gomera und El Hierro auftauchen.

Da spüre ich Freiheit, da lasse ich meine Seele baumeln – und atme lang ganz tief durch.

Auf dem höchsten Gipfel der Insel, dem Roque de los Muchachos © Josy Henkel

Dieser herrlich reinen Luft verdankt der Roque das größte Observatorium der nördlichen Halbkugel mit rund einem Dutzend der wichtigsten Teleskope der Welt.

Auf dem Roque de Los Muchachos:
Hier stehen die wichtigsten Observatorien der nördlichen Halbkugel © Josy Henkel

Internationale Astrophysiker erforschen hier das All, und wir Hobby-Sterngucker dürfen bei angemeldeten Führungen dabei sein.

Auf La Palma erscheinen die Sterne nachts schon mit blankem Auge zum Greifen nah – strahlend hell und in einer Vielzahl, wie ich sie zu Hause nie gesehen habe.

Der Roque ist bequem per Auto erreichbar, allerdings über steile Spitzkurven. Endlose Serpentinen begegnen uns vielerorts auf der gesamten Insel.

Entspannt planschen in den Naturschwimmbecken

Vor unserer Rückfahrt erwartet uns im Nordosten bei Barlovento noch ein besonderer Badespaß:

Die Naturschwimmbecken „La Fajana“, künstlich angelegt und somit geschützt vor der wilden Meeresbrandung, lassen uns fröhlich planschen. Ebenso etwas weiter, im genauso hübschen „Charco Azul“ von San Andrés.

Dort, ein paar Stufen oberhalb der Steilküste, wird in der traditionsreichen Rum-Destillerie der köstliche Ron Aldea gebrannt.

Bitte eine Flasche einpacken! In der Kneipe nebenan serviert der Wirt heute geschmortes Zicklein zu Runzel-Kartoffeln mit der typischen roten und grünen Sauce, „Mojo rojo“ und „Mojo verde“.

Geheimnisvoll: Abendstimmung an der Steilklippe beim Restaurant La Muralla bei Tijarafe © Josy Henkel

Urwälder aus Lorbeer und riesigen Farnen

Frisch gestärkt zaubert uns vier Kilometer landeinwärts der kühle Lorbeerwald von Los Tilos, mit tiefen Schluchten, tosenden Wasserfällen und Riesenfarnen, in eine mystische Filmkulisse: Hollywoodstar George Clooney drehte hier im Februar 2020 Szenen seines Science Fiction-Dramas „The Midnight Sky“.

Santa Cruz: munteres Treiben an der Placeta © Josy Henkel

Wir tuckern am späten Nachmittag zurück in den Westen, um den schönen Sonnenuntergang nicht zu verpassen.

Vorbei an der stolzen Inselhauptstadt Santa Cruz, ungezählte Kurven durch Kastanien- und Pinienwälder hinauf bis zum 800 Meter hohen Tunnel, nach dessen Ausfahrt – klarer Fall – die Sonne scheint, und die sanften Hügel von El Paso hinunter.

Kurz vor Los Llanos biegen wir ein zu unserem Ferienhäuschen, wo auf der Terrasse schon sehnlichst Marleni wartet, unsere dreifarbige „Glückskatze“.

Und auf unser Glück stoßen wir an, mit unserem Lieblings-Wein aus der nahen Tamanca-Kellerei. Dabei genießen wir die malerische Abendstimmung, bis die glutrote Sonne hinterm Horizont im Meer versinkt.

La Palma ein eigener Kontinent? Oh ja, aber für meine Seele vor allem der Ort, an dem sie baumeln darf…

Der Beitrag von Josy Henkel wurde auch in der Zeitschrift "Zeit für mich" veröffentlicht.

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8 Antworten zu “La Palma – Hier lass’ ich die Seele baumeln”

  1. Schafkopf sagt:

    Das klingt, als könnte man die Insel an einem Tag entdecken.

  2. Wolfgang sagt:

    Toller Artikel, vielen Dank. Macht richtig Lust auf den nächsten Besuch dieser wunderschönen Insel.

  3. Claudia sagt:

    Und die Sehnsucht wächst und wächst…

  4. Martina sagt:

    Der Artikel spricht mir aus der Seele…war 2016 das erste Mal auf dieser wunderbaren Insel und seitdem hat sie mich nicht mehr los gelassen. Ein Ort, an dem man richtig zur Ruhe kommt, mit allen Facetten…Ich liebe La Palma und freue mich schon auf eine baldiges Wiedersehen

  5. Maximilian sagt:

    La Palma, mein Sehnsuchtsort seit über 30 Jahren.
    Noch muss ich arbeiten, aber sobald nicht mehr bin dann sofort auf der Insel.
    War ich die meiste Zeit im Osten, so werde ich aber dann im Westen, wahrscheinlich in Tazacorte, die neue Heimat haben.
    Ich habe mittlerweile alle kanarische Inseln mehrmals besucht, im Vergleich ist für mich aber la palma die Insel die am lieben und lebenswerten ist.
    Das mit der Sehnsucht kann ich nicht nur verstehen sondern auch bestätigen.
    Gruß aus München

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