La Palma: Interview zum “Sternentourismus” mit Tourismuschef Julio Cabrera

„Die Gäste sollen fühlen, dass sie an einem ganz besonderen Ort sind“

Blick in die Sterne: La Palmas Tourismuschef Julio Cabrera Rocha. Foto: Cabildo de LP

Weil die Sterne so gut über La Palma stehen, ist die Insel schon lange ein Treffpunkt für Astronomen aus aller Herren Länder. Das Observatorium auf dem Roque de Los Muchachos birgt Superlative unter den Teleskopen weltweit, mit denen Wissenschaftler das Universum auf fortschrittlichste Art und Weise durchleuchten. Doch nicht nur Profis, auch Laien schauen gerne in den palmerischen Himmel. Im Blick darauf will die Inselregierung nun den „Sternentourismus” fördern und hat dazu allerhand Pläne entwickelt beziehungsweise schon realisiert. Diese erläutert der Tourismusrat der Inselregierung, Julio Cabrera Rocha, in einem Interview mit La Palma 24 im Detail.

Astronomischer Aussichtspunkt Tijarafe: Einer von künftig 14 im “großen Freilichtmuseum”. Foto: Cabildo de LP

La Palma 24: Señor Cabrera, im Jahr 2010 hat die Inselregierung von La Palma zwei „Astronomische Aussichtspunkte“ in El Paso und in Breña Baja installiert – jetzt wurden fünf weitere in Tijarafe, Villa de Mazo, Puntallana, am Vulkan San Antonio in Fuencaliente und auf dem Pico de La Cruz aufgestellt. Wie funktionieren diese Aussichtspunkte am Tag, wenn die Sterne nicht zu sehen sind – oder kann man sie nur nachts benutzen? 

Julio Cabrera: Als wir das Projekt der „Astronomischen Aussichtspunkte” entwickelten, haben wir Landschaftsräume gesucht, die es erlauben, Sterne nach ihrer Lage und ihrer Helligkeit zu beobachten. Uns war außerdem wichtig, dass die Standorte leicht zugänglich und einfach zu finden sind. Deshalb verbinden die Aussichtspunkte nun zum größten Teil einen spektakulären Blick auf die Gemeinde, in der sie aufgestellt wurden, mit verschiedenen Funktionen – sowohl bei Tag als auch bei Nacht!

Astro-Aussicht Fuencaliente: Tafel erklärt Sonnenwende und Tagundnachtgleiche. Foto: Cabildo de LP

La Palma 24: Wie muss man sich das genau vorstellen?

 Julio Cabrera: Jeder einzelne „Astronomische Aussichtspunkt” ist mit zwei „Himmels-Informationstafeln” ausgestattet. Die eine informiert allgemein entsprechend ihrer jeweiligen Position zu den Sternen. Die andere veranschaulicht ein spezielles Thema. So geht es zum Beispiel auf der Tafel in Tijarafe um den Mond, die in Mazo thematisiert das Leben nachtaktiver Tiere, die in Puntallana berichtet von der Legende des „Salto Enamorado”, auf der Tafel in Fuencaliente werden Sonnenwende und Tagundnachtgleiche erklärt. Eine dritte Tafel weist in Richtung des Polarsterns, wobei an diesem Pfosten auch ein Schild befestigt ist, das dabei hilft, die Sternbilder zu erkennen, die sich in der Umgebung des Aussichtspunktes zeigen. Das ist ein neuartiges und einzigartiges Spiel, das den größten Wanderweg der Welt in Richtung Polarstern aufzeigt.

Wegweiser zum Polarstern: Mirador in Mazo. Foto: Cabildo de LP

La Palma 24: Plant die Inselregierung, weitere „Astronomische Aussichtspunkte” zu installieren? 

Julio Cabrera: Wir haben vor, „Astronomische Aussichtspunkte” in allen 14 Gemeinden La Palmas zu errichten. Dieses Netz soll die Insel zu einem Ziel für Astro-Touristen und La Palma zu einem großen Freilichtmuseum machen. Die Basis dafür sind die Natur und der Himmel über uns. 

La Palma 24: Wer finanziert die Astronomischen Aussichtspunkte? 

Julio Cabrera: Dies ist ein Projekt des “Plan de Competitividad Turística Islas Canarias. Una experiencia volcánica II” und wird zu gleichen Teilen von den Tourismusministerien des spanischen Staates, der Kanarenregierung und der Inselregierung La Palmas finanziert. Es ist auf drei Jahre angelegt, das heißt, wir haben 2011 mit dem Aufstellen der Infotafeln begonnen und werden im Jahr 2013 damit fertig sein. Dann sollten wir unser Ziel erreicht haben, La Palma kann sich dann mit dem besonderen Prädikat „Insel des Sternentourismus“ schmücken.

La Palma 24: Was kostet das Aufsstellen der Astro-Tafeln, und was wird es kosten, sie in Zukunft instandzuhalten? Glauben Sie, dass diese Investition ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist?

 Julio Cabrera: Es handelt sich um eine angemessene Summe, die uns auch in Zukunft erlauben wird, alle Aussichtspunkte der Insel in wirtschaftlicher Form zu unterhalten.

Interesse bei Jung und Alt: Astronomischer Aussichtspunkt in Puntallana. Foto: Cabildo der LP

La Palma 24: Für welche Zielgruppe sind die „Astronomischen Aussichtspunkte“ gedacht? Für „ganz normale” Leute oder nur für Experten in Sachen Astronomie? 

Julio Cabrera: Die Aussichtspunkte sind für jedermann gemacht. Die Infotafeln erklären den Himmel in einfacher Weise – auch in Englisch und Deutsch. Einzige Ausnahme ist der Aussichtspunkt am Pico de La Cruz, der die Gruppe der astronomisch Fortgeschrittenen ansprechen soll. 

La Palma 24: Wie reagieren Touristen auf die bereits fertiggestellten „Astronomischen Aussichtspunkte“? 

Julio Cabrera: Wir konnten an allen Aussichtspunkten feststellen, dass die Touristen sehr wissbegierig sind und die Tafelinhalte studieren, sowohl Einzelpersonen als auch Paare und ganze Familien. Alle sagen, das sei ein origineller und attraktiver Einfall.

Warum nicht in die Sterne greifen, wenn sie so nah sind? Foto: StarMus

La Palma 24: Gibt es noch mehr Pläne im Blick auf den „Sternentourismus”? 

Julio Cabrera: Wir arbeiten an einem umfassenden Projekt, um die Insel als Ziel für Sternentourismus zu thematisieren. Neben den Aussichtspunkten hat sich eine Zusammenarbeit mit touristischen Unternehmen auf La Palma entwickelt, die ihren Geschäftsbereich darstellen wollen. Dabei handelt es sich um Hotels, Landhäuser, Restaurants, Astroführungen, Unternehmen mit Bezug auf astronomische Aktivitäten und viele mehr.

La Palma 24: Können Sie das konkretisieren?

In Zukunft spacig essen und trinken:
G-astronomie auf La Palma. Foto: La Palma 24

Es geht darum, Mittel für Sternenbeobachtung, Sterneninterpretation, Dekoration und spezielle Bibliotheken bereitzustellen. Diese sollen dazu beitragen, dass die Inselgäste den Himmel besser verstehen und sich auf La Palma an einem ganz besonderen Ort fühlen. So könnte der Gast eines Restaurantes in Zukunft zum Beispiel ein „g-astronomisches” Sternenmenü bestellen. “Astronomische” Ferienunterkünfte dagegen könnten den Urlaubern die Möglichkeit bieten, den Himmeln mit Teleskopen heranzuholen, Astro-Musik-Konzerte zu hören und so weiter. Im Jahr 2011 haben sich schon 25 unternehmungslustige Firmen in Sachen Astrotourismus zusammengefunden. Die Zusammenarbeit ist unter dem Dach des „Plan de Competitividad Turistica” und einem von ADER entwickelten Projekt angesiedelt und wird weitere zwei Jahre andauern. 

La Palma 24: Warum setzt die palmerische Inselregierung auf den Sternentourismus?

“Schönster Himmel der Welt auf La Palma”: bei Tag und Nacht. Foto: La Palma 24

Julio Cabrera: Weil sich über La Palma der schönste Himmel der Welt ausbreitet. Deshalb steht hier ja auch das größte Teleskop der Welt – das Gran Telescópio de Canarias. Weil das nicht jeder Ort des Planten von sich behaupten kann, spezialisieren wir uns auf Astrotourismus. Das wird uns von anderen vergleichbaren Reisezielen unterscheiden, das wird das Image von La Palma weiter aufwerten und uns einen außergewöhnlichen Platz im Tourismusmarkt sichern.

La Palma 24: Arbeitet die Inselregierung dabei auch mit dem Observatorium auf dem Roque de Los Muchachos oder anderen astronomischen Organisationen zusammen? 

Julio Cabrera: Zwischen den beiden Verwaltungen herrscht gutes Einvernehmen. In den vergangenen Jahren hat die Inselregierung zusammen mit dem Astrophysikalischen Institut der Kanaren – kurz IAC – verschiedene Projekte erarbeitet, die den Astro-Tourismus auf La Palma auf den Weg gebracht haben. So wurde Ende 2011 der Vorentwurf für ein Besucherzentrum am Roque de Los Muchachos akzeptiert. Außerdem eröffnet das IAC Touristen nun die Möglichkeit, die Observatorien ganzjährig zu besichtigen.

Jetzt ganzjährig zu besichtigen: Das Observatorium auf dem Roque de Los Muchachos. Foto: La Palma 24

Weiter wurde der Lehrgang „Starlight-Führer” ins Leben gerufen – im ersten Kurs im Jahr 2011 haben sich 15 „Sternenführer” qualifiziert, die den Touristen nun die Vorgänge am Himmel erklären können. Darüber hinaus stärken auf La Palma abgehaltene astronomische Kongresse das Image der Insel als außergewöhnliches Reiseziel. Schlussendlich streben wir an, dass La Palma offiziell als „Starlight-Ziel” geprüft und zertifiziert wird. 

La Palma 24: Für all das muss der saubere Himmel über La Palma gepflegt werden. Was unternimmt die Inselregierung in Sachen Luftreinhaltung? 

Julio Cabrera: Tatsächlich schätzen Wissenschaftler und Astronomen den Himmel über La Palma als den saubersten der gesamten nördlichen Hemisphäre ein. Auf dem Roque de Los Muchachos zeigt sich der Himmel so frei von Wolken und Staub, dass man glaubt, die Sterne berühren zu können. Damit dies so bleibt, wird die Luftreinhaltung durch die Inselbehörden mit Bezug auf das „Himmelsgesetz” strengstens überwacht. So minimieren zum Beispiel spezielle Straßenbeleuchtungen die sogenannte „Lichtverschutzung”. Anderes Beispiel: Flugzeugen ist es verboten, La Palma zu überfliegen, um Störungen bei der Sternenbeobachtung zu vermeiden. 

La Palma 24: Gibt es spezielle Informationen zum Sternentourismus in Form von Broschüren für interessierte Inselgäste in Deutsch, Englisch oder anderen Sprachen? 

Julio Cabrera: Im vergangenen Jahr haben wir eine Broschüre gedruckt, die das Projekt in verschiedenen Sprachen erklärt. Außerdem gibt es eine Website, die noch dieses Jahr in Englisch und Deutsch übersetzt wird, und die Vision des Astrotourimus im Großen und Ganzen aufzeigt. Die Adresse lautet www.starsislandlapalma.com. Dort soll künftig auch die Arbeit der Sternentourismus-Unternehmen beschrieben werden. Weitere Werbeaspekte werden je nachdem entworfen, wie sich der Plan fortentwickelt. 

La Palma 24: Señor Cabrera, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen viel Erfolg mit dem Projekt „Sternentourismus“!

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La Palma-Newsticker: Karneval – FotoNature – UltraBike – TransVulcania 2012 in den SkyrunnerSeries – El Hierro

Die Insel wird immer berühmter

Karneval 2012

Narren-Anflug: 4.000 zusätzliche Plätze. Foto: Binter

Mehr Flüge: Die Inselhüpfer starten in der Fünften Jahreszeit vom 17. Bis 21. Februar 2012 gleich reihenweise Richtung La Palma. Wegen der großen Nachfrage stellt die Fluggesellschaft Binter 4.000 zusätzliche Plätze in insgesamt 97 Flügen zur Verfügung – das sind 1.120 Plätze mehr als im Karneval 2011.

Sicher nach Hause: Am Rosenmontag, 20. Februar, explodiert die Karnevalsfreude auf La Palma in der Hauptstadt Santa Cruz beim „Día de Los Indianos“, der jetzt in den Reigen der „Culturas del Mundo“ aufgenommen wurde. Damit die so geadelten Narren sicher nach Haus kommen, wurde ein Bus-Service eingerichtet. Die „Gua Guas“ fahren ab 22.45 Uhr von der Avenida Los Indianos in alle Richtungen. Für zwei Euro erreicht man bis zu zwölf Kilometer entfernte Ziele, alle weiteren Fahrten kosten vier Euro. Die Fahrpläne können auf www.losindianos.info im PDF-Format heruntergeladen werden.

Für Sammler: Dorada-Sonderedition in Alu. Foto: LosIndianos

„Bierherrschaft“: Dorada hat die Schirmherrschaft für den Karneval auf La Palma übernommen – und das gleich bis zum Jahr 2014. Tipp für Sammler: Die limitierte Sonderedition der Kanarenbrauerei mit Motiven zum „Día de Los Indianos“. Die 24.000 Alu-Bierflaschen gibt es ab jetzt in Bars, Restaurants und Supermärkten.

FotoNature 2012 mit vielen Stars

Knipsen, nein danke: Fotofreaks kommen bei den „Natural Photo Masters 2012“ auf La Palma vom 23. Bis 25. März auf ihre Kosten. Es gibt Workshops mit Kamerapromis wie dem Landschaftsfotografen Rafael López Monné oder dem Hyperrealisten Hugo Rodríguez.

Landschaftsfotograf López Monné: FotoNature 2012

Daneben bietet das Programm im “Casa de La Cultura” in Los Llanos eine ganze Reihe von Vorträgen. Themen sind unter anderen “Techniken zur kreativen Nachtfotografie”, “Fotos von Abenteuern und großen Expeditionen” oder “Entwirf Dein eigenes Fotografiebuch”. Ein echtes Highlight schließt die Foto-Session am Sonntag, 25. März, ab: Der vielfach preisgekrönte Fotoredakteur des “National Geographic Magazine” – Todd James – plaudert aus dem Nähkästchen. Interessenten müssen sich anmelden unter www.fotonaturelapalma.com.

Bike-News: Inselcrossing

UltraBike 2012: Knoten ins Taschentuch machen. Foto: La Palma 24

Ultra-Bike: Bereits im Oktober vergangenen Jahres haben wir den 1. Ultra-Bike La Palma angekündigt. Bei dem strampeln die Athleten am 7. April 2012 entweder 33 Kilometer von El Paso nach Fuencaliente oder 110 Kilometer nach Santa Cruz. Teils auf öffentlichen Straßen, teils auf Asphalt bewältigen die Langstreckler dabei eine Höhendifferenz von 3.307 Metern bergab und 3.899 Meter bergauf. Aber auch die Kurzstrecken-Radler müssen sich noch 1.019 Höhenmeter hoch- und 958 Höhenmeter hinunterquälen. Zuschauer machen sich schon jetzt einen Knoten ins Taschentuch: Die Biker starten um 9 Uhr in El Paso, werden gegen 11.30 Uhr in Fuencaliente erwartet und laufen ab 16 Uhr in Santa Cruz ein. Dort steigt dann ab 21.30 Uhr ein großes Fest mit Konzert.

Cruza La Palma MTB: Schon einen Monat vorher, am 17. Und 18. März 2012, starten Mountain-Biker zur großen La-Palma-Durchquerung. Los geht´s samstags auf die 70-Kilometer-Strecke von Barlovento nach Los Llanos. Am Sonntag folgt die zweite Etappe, bei der von El Paso nach Fuencaliente und wieder zurück nach El Paso über Stock und Stein gemountaingebiked wird. Info-Website: www.bikelapalma.com.

TransVulcania 2012 ist “Himmelsstürmer”

SkyrunnerWorldSeries: 2012 mit La Palma! Logo: ISF

Auf dem Olymp: Die TransVulcania hat´s geschafft und La Palma in den Olymp der internationalen Bergrennen katapultiert. Im aktuellen Kalender der „International Skyrunning Federation“ (ISF) konnte sich die erst vier Jahre alte Veranstaltung in der Kategorie „Ultra SkyMarathonSeries“ plazieren. Das heißt, beim Ultramarathon am 12. Mai 2012 kämpfen die Extremläufer erstmals auch auf La Palma um Weltmeisterschaftspunkte. Insgesamt gibt es in diesem Jahr rund um den Globus 20 WM-Rennen der ISF mit einer Gesamtlänge von 680 Kilometern und 48.000 Metern Höhenunterschied. Aufgeteilt sind die Veranstaltungen in die „Skyrunner WorldSeries Main Races“, in die „Vertical Kilometer Series“, in die „SkyRace Series“ und in die „Ultra SkyMarathonSeries“, wo jetzt La Palma mitmischt.

Kein Wunder, dass die Flut der Anträge für die “himmelstürmende” TransVulcania 2012 im Vergleich zum Vorjahr erneut angestiegen ist. Deshalb haben die Veranstalter jetzt 75 zusätzliche Startplätze eingeräumt. Mit dabei am 12.Mai: Kilian Jornet aus Spanien, bester Läufer in der Geschichte der Bergrennen.

Vulkan-Aktivität El Hierro

Unterwasservulkan rumort erneut: Messdaten vom 11. Februar 2012. Grafik: IGN

Unterwasserbeben vor der Südspitze. Grafik: IGN

Es brodelt wieder: Nach dem Höhepunkt der Unterwassereruptionen vor der Südspitze der La Palma-Nachbarinsel El Hierro im Oktober 2011 schien der Vulkan eine Weile Kreide gefressen zu haben. Das Rumpeln im Süden ließ nach, dafür gab´s ein paar Beben im Norden, die dann auch wieder aufhörten. Jetzt aber scheint sich der von Hobby-Seismographen „Akaymu“ genannte Vulkan zurückzumelden. Am 4. Februar maß das Nationale Geographische Institut im Süden wieder Beben mit Spitzen bis zu 3,4 auf der Richterskala. Auch heute – 11. Februar – war es noch nicht wieder wirklich ruhig. Nicht nur auf El Hiero ist man gespannt, wie sich die Sache entwickelt…

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La Palma: Karneval Santa Cruz “Cultura del Mundo” – Neu: Día de Los Indianitos – Blog mit den “Auténticos Indianos”

Karibischer Hexenkessel voller Babypuder

Inferno in Weiß: Rosenmontag auf La Palma. Foto: Wettbewerb 2011 Los Auténticos Indianos

Teneriffa rühmt sich, nach Rio de Janeiro den zweitgrößten Karneval der Welt auszurichten. La Palma dagegen setzt in der fünften Jahreszeit nicht auf Größe, sondern auf Originalität. So geht in der Inselhauptstadt Santa Cruz auch 2012 wieder ein weltweit einzigartiges Spektakel über die Bühne: der „Día de Los Indianos”, bei dem sich der historische Stadtkern in einen karibischen Hexenkessel verwandelt. Hauptakteure dabei sind die Mitglieder der 2011 gegründeten „Comunidad de los Auténticos Indianos de La Palma“.

Día de Los Indianos: Parodie auf kolonialen Reichtum. Foto: La Palma 24

„Weiß erobert die Stadt“ heißt es wieder einmal am Rosenmontag, 20. Februar 2012. Denn beim „Día des Los Indianos” fällt traditionell „Pulverschnee“ aus Babypuder-Dosen, und die Narren gehen hellgewandet als Kolonialherren und -damen. Damit werden die Palmeros auf die Schippe genommen, die einst vor der Armut ihrer Insel vor allem nach Venezuela, in die Karibik und Kuba geflohen waren, dort ihr Glück gemacht hatten und anschließend nach La Palma zurückkehrten. Das wäre noch kein Grund für Häme, aber „los que emigraron a Las Indias” – die nach Amerika Ausgewanderten – beschämten die in Armut daheimgebliebenen Verwandten, indem sie bei der Rückkehr ihren neuen Reichtum gnadenlos zur Schau stellten.

Karnevalsgelände an der Avenida Marítima in Santa Cruz: Jedermann ist eingeladen. Foto: La Palma 24

Und so haben die Palmeros bis heute einen Heidenspaß daran, sich am Rosenmontag mit eleganten Anzügen und todschicken Roben aus der Kolonialzeit aufzubrezeln, Schrankkoffer mit Dollarscheinen durch Santa Cruz zu schleppen, Panamahüte und Perlenkolliers zu tragen oder dicke Zigarren zu paffen. Andere verkleiden sich im Gegensatz dazu als Sklaven der protzigen Kolonialherrschaft. 2012 werden erstmals auch die Kleinen als “Kolonialpimpfe” auftreten: am Sonntag, 19. Februar 2012, beim “Día de Los Indianitos”.

Der Kraftakt, den Stadtverwaltung und Inselregierung bei der Organisation dieses Events leisten, blieb nicht unbemerkt: Der Karneval von Santa Cruz de La Palma wurde jetzt in den Reigen der “Culturas del Mundo” aufgenommen und steht damit auf gleicher Stufe wie seine berühmten Kollegen in Rio, Teneriffa oder Köln. Das dürfte vor allem die 2011 gegründete „Comunidad de los Auténticos Indianos de La Palma” freuen. In der “Gemeinschaft der wahren Indianos” versammeln sich die ambitioniertesten Karnevalisten der Insel und suchen Gleichgesinnte. Sprecher Javier Hernández erklärt, warum: „Unsere Website ist eine Plattform für alle, die glauben, dass die Indianos von La Palma einzigartig und nicht zu imitieren sind – sie soll ein Treffpunkt für Indianos aus aller Welt sein.“

Los Indianos: Brauerei Dorada mit Sonderedition in Alu. Foto: Dorada

Tatsächlich finden begeisterte „Indianer“ auf www.indianos.info weit mehr als das aktuelle Karnevalsprogramm von Santa Cruz und anderen Gemeinden der Insel. „Unsere Mitglieder können hier während der Dauer der Fiesta Freundschaftsgruppen bilden sowie Fotos und Videos austauschen“, lädt Javier zum Bloggen ein. Wie im vergangenen Jahr gibt es auch 2012 wieder einen Fotowettbewerb, bei dem das beste Foto vom „Día de Los Indianos“ gesucht wird.

Los Indianos: Postkarten mit Indianos-Motiven von Fotograf Selu Vega.

Außerdem publizieren die  „Auténticos Indianos“ auf ihrer Internetseite Wichtiges und Witziges rund um den palmerischen Karneval. Etwa das von Inselkünstler Luis Morera für 2012 entworfene Indianos-Plakat: „La Indiana“ hat es Morera genannt und seine aus dem Bus blickende Rückwanderin als, „elegant, eingebildet und verführerisch“ bezeichnet. Auf den Los-Indianos-Bus aufgesprungen ist auch die „Dorada“-Brauerei. Zum feucht-fröhlichen Anlass bringt sie eine Sonderedition an Alu-Bierflaschen mit Faschingsmotiven auf den Markt. Der Zigarren-Promi unter den palmerischen Chinchaleros – Die Finca El Sítio von Don Antonio González García in Breña Alta – hat Karnevals-Puros in limitierter Auflage produziert. Ein schönes Andenken an den “Día de Los Indianos” sind auch die Postkarten des Fotografen Selu Vega, die es nun für 60 Cents in Santa Cruz zu kaufen gibt.

Da Vinci fliegt das Blech weg: “Lächelt sie oder nicht?” fragen die Auténticos Indianos im Blick auf ihre “Mona Tomasa”.

Anlässlich der Events zum “Carnaval” schippern sogar die Fähren von Fred Olsen und Armas häufiger nach La Palma. Am sehnlichsten erwartet wird natürlich das Boot, mit dem am „Día de Los Indianos“ um 11.30 Uhr die „Negra Tomasa“ und die „Indianos“ in den Hafen von Santa Cruz einlaufen. 1992 von Victor Lorenzo Díaz Molina – auch Sosó genannt – erfunden, hat sich die Figur der „Negra Tomasa“ inzwischen zum Wahrzeichen des „Día de Los Indianos” entwickelt. Sie symobilisert die Verbindung Kubas zu Afrika – und weil beim Karneval alles erlaubt ist, haben die „Auténticos Indianos“ in diesem Jahr eine Fotomontage mit dem Titel „La Mona Tomasa“ kreiert – Leonardo da Vinci wäre mit Sicherheit von den Socken.

Los-Indianos-Plakat 2012 von Inselkünstler Luis Morera: “La Indiana” im “Gua Gua”.

Nach ihrer Ankunft auf palmerischem Boden steigen die „Indianos“ und die „Negra Tomasa“ in den „Gua Gua Cubana“. Der „kubanische Bus“ fährt sie durch die Calle Real auf die Plaza de España, wo sie feierlich empfangen werden. Nach diesem offiziellen Startschuss gibt es kein Halten mehr. Von nun an tanzt in allen Straßen und Plätzen von Santa Cruz der Bär – pardon, der Kolonialist – vor allem zu heißen kubanischen Salsa-Rhythmen. „Im Namen aller Mitglieder der Auténticos Indianos lade ich alle Residenten und Besucher von La Palma dazu ein, sich unserer Festgemeinschaft anzuschließen“, macht Javier klar, dass es beim „Día de Los Indianos“ keinerlei Teilnehmerbeschränkungen gibt. Das gilt auch für das große Finale der weißen Sause, bei dem sich die Indianos auf dem Karnevalsgelände von Santa Cruz von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens „weiße“ Ratschläge geben.

Fiesta bis zum Morgengrauen: Auf dem Karnevalsgelände treffen sich die “Weißen” der Karnevalsgemeinde. Foto: Galerie Auténticos Indianos/Ivan Alfonso

Zwei Tipps für Ortsunkundige zum Schluss: Begeben Sie sich um 16.30 Uhr zum großen Polvo-Verschütten in die Avenida de Los Indianos. Nach dem Motto „weiß, weißer geht´s nicht“, lässt man sich dort mit Baby-Puder einstäuben, weil das zum palmerischen Karneval dazugehört wie der Jeck zu Kölle am Rhein. Tipp Nummer 2: Auf der Website der „Auténticos Indianos“ hilft ein Google-Map-Plan, sich im Programm des „Día de Los Indianos“ zurechtzufinden – sogar mit Zeitangaben.

Hier die Übersicht der Karnevalsprogramme 2012 von Santa Cruz und Los Llanos in Kurzfassung:

Santa Cruz

Freitag, 17.2.: Umzug zur Karnevalseröffnung von der Plaza Alameda bis zum Karnevalsgelände (18 Uhr). Kubanische Musik, Plaza Alameda (20 Uhr), Straßenfest mit Musik, Karnevalsgelände (22 Uhr).

Samstag, 18.2.: Tageskarneval ab 12 Uhr. Empfang und Defilé der Karnevalsbotschafter von der Calle O´Daly bis zur Plaza Alameda (18 Uhr), dort ab 21 Uhr kubanische Musik, ab 23 Uhr Musik der 60er und 70er Jahre.

Sonntag, 19.2.: Premiere: “Día de Los Indianitos” – Kinderfasching auf der Plaza de la Alameda (10 Uhr). Ganztägig Fiesta auf dem Karnevalsgelände.

Landung der “Indianos”: Wer bei der Ankunft der Fred Olsen um 11.30 Uhr nicht dabei ist, bastelt sich sein Boot selbst… Foto: La Palma 24

Montag, 20.2.: Ankunft der Indianos im Hafen (11.30 Uhr). „Gua Gua Cubana“ fährt durch die Avenida Maritima (12 – 17 Uhr). Polvo-Bestäubung in der Avenida Los Indianos (16.30 Uhr). Auftritt “Son Bohemiemo” Karnevalsgelände (17 – 19 Uhr). Fest Plaza Alameda mit “Libertad” (20 Uhr). Karnevalsgelände, Avenida El Puente, Plaza Jose Mata Auftritte verschiedener Gruppen (19 – 21 Uhr). Großes “Indianerfest” Karnevalsgelände (22 – 6 Uhr).

Freitag, 24.2.: Kubanische Musik, Plaza Alameda (19 Uhr). Sardinenverbrennung, Zug von der Plaza Alameda zum Karnevalsgelände (ab 21 Uhr). Lateinamerikanischer Karneval, Karnevalsgelände (23 Uhr).

Los Llanos

Freitag, 17.2.: Eröffnung des Karnevalsgeländes mit Kiosken (24 Uhr).

Samstag, 18.2.: „Gran Polvacera“ von El Retamar bis zum Karnevalsgelände und Straßenfest (14 Uhr).

Montag, 20.2.: Straßenfest Karnevalsgelände (23 Uhr).

Dienstag, 21.2.: Karnevalsumzug von der Avenida Enrique Mederos bis zur Plaza de España (17 Uhr).

Mittwoch, 22.2.: Olympischer Tag, Plaza España (17 Uhr), Disco ab 18 Uhr.

Freitag, 24.2.: Sardinenverbrennung, Camino Los Lomos/Los Pedregales (13 Uhr). Straßenfest Karnevalsgelände (22 Uhr).

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La Palma: Mandelblütenfest Puntagorda vom 3. bis 5. 2. 2012

Fröhliche Landfrauen backen harte Kerle weich

Offizielles Plakat des "Mandelbaum-in-Blüte-Festes" 2012. Foto: Ayundamiento Puntagorda

Auf La Palma blühen die Mandelbäume – allerhöchste Zeit also, dass in Puntagorda die „Fiesta del Almendro en Flor“ über die Bühne geht. Denn der Termin des „Mandelbaum-In-Blüte-Festes“ schwankt von Jahr zu Jahr – abhängig davon, wann die sonst so hässlichen Mandelbaumstorren sich über Nacht in rosa-weiß-gesprenkelte Traumgebilde verwandeln. Weil das jetzt der Fall ist, steigt die Fete heuer vom 3. Bis 5. Februar – wie immer im Stadtteil El Pinar.

Weinwettbewerb 2012: Prämierung edler Tropfen aus dem Nordwesten. Foto: Ayundamiento Puntagorda

Seit mehr als 30 Jahren feiern Menschen in Puntagorda ein Fest zu Ehren ihrer Mandelbäume. Mit viel Musik, Tanz, Schauspiel, Poesie, einem Weinwettbewerb und – natürlich – mit jeder Menge „Almendras“. Die Mandeln werden zusammen mit Landweinproben gratis von hübschen Mädchen an die Besucher verteilt – mal gebrannt als „garrapiñadas“, mal gebacken als „truchas“ und in vielen anderen Formen.

Harte Kerlchen: Mandelkerne machen Mühe.

Bis es soweit ist, hat die Bauernvereinigung „Alegres Campesinas“ viel zu ackern. Denn die „fröhlichen Bauersfrauen“ aus Puntagorda müssen die Mandeln im Herbst mühsam ernten, das Fruchtfleisch abpulen und die Früchte knacken, um an die Kerne zu gelangen. Kurz vor der „Fiesta del Almendro en Flor“ werden die harten Mandelkerlchen dann zu Gaumenfreuden für Leckermäuler verarbeitet. Einige der bekanntesten Mandelspezialitäten stellen wir deshalb mal vor.

Bienmesabe steht auf fast jeder Speisekarte in palmerischen Restaurants. Die „Schmeckt-mir-gut“-Nachspeise besteht aus Zuckersirup, in den man Mandeln, Zitronenschale und Zimt einrührt und mit Eigelb verfeinert. Serviert wird die Mandelcreme stets kalt.

Almendrados: Nichts für Kalorienzähler...

Almendrados sind die auch von Touristen heißgeliebten Mandelmakronen. Bei Kalorienpäpsten steht das Gebäck natürlich auf dem Index, denn es besteht zu gleichen Teilen aus Mandeln und Zucker sowie vielen Eiern, gewürzt mit Zitrone und Zimt, gebacken auf Schmalz.

Fiesta 2012: Das Programm. Klicken und lesen...

Rapaduras heißen traditionell die Süßspeisen, bei denen „Gofio“ zum Einsatz kommt. Gofio war das Grundnahrungsmittel der Kanarenbewohner und ist eine Mixtur aus gemahlenem Getreide. Wenn dieser Cerealienmix mit gemahlenen und gerösteten Mandeln, Wein, Wasser, Honig und Schmalz gebacken wird, entstehen „Rapaduras de Almendra“-Bällchen.

Übrigens: Diese und andere Mandel-Leckereien gibt es natürlich nicht nur während der Fiesta, sondern jedes Wochenende auf dem Bauernmarkt von Puntagorda.

 

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La Palma: Erstes Buch zur Bestimmung von Walen und Delfinen der Kanarischen Inseln jetzt im Handel

 

Ja, wen haben wir denn da?

Insider wissen es, für Newcomer ist es jedesmal eine tolle Überraschung: In den Meereswelten vor La Palma tummeln sich zahlreiche Wale und Delfine. Manchmal schwimmen ganze Flipper-Schulen so nah an der Küste entlang, dass man sie sogar ohne Fernglas deutlich sehen kann. Mit etwas Glück zeigen sich die Meeressäuger auch bei Whale-Watching-Touren. Das Problem: Wer weiß schon, welche Cetaceen-Art da vor ihm auftaucht. Die Lösung: Das neue Buch von Meeresbiologe Fabian Ritter „Wale und Delfine der Kanarischen Inseln“ macht die Bestimmung kinderleicht.

In Deutschland ist der Bestimmungsführer bereits im Buchhandel erhältlich, und Internet-Vertriebe wie Amazon haben ihn schon im Programm. Wer die handliche Kladde erwirbt, hat Qualität im Reisegepäck. Denn Fabian Ritter ist als Vorsitzender des Vereins M.E.E.R. gleichzeitig einer der führenden Experten für Cetaceen auf den Kanaren. Seit 1995 erforscht und dokumentiert M.E.E.R. ortsansässige und durchwandernde Meeressäuger und genießt mit seinem “Projekt M.E.E.R. La Gomera” internationale Anerkennung (siehe Interview unten).

Beispiel aus dem Bestimmungsführer: Doppelseite zum Zügeldelfin. Foto: La Palma 24

„Nur wenige wissen, dass der kanarische Archipel zu den bedeutendsten Lebensräumen für Wale und Delfine weltweit gehört“, so Fabian Ritter. „Ein Drittel aller Arten wurden hier bereits gesichtet.“ Diese 29 Spezies stellt sein neues Buch nun erstmals komplett vor, wobei jeder Wal und jeder Delfin auf zwei Seiten detailliert in Wort und Bild beschrieben wird. Auf diesen Bestimmungstafeln erklärt der Meeresbiologe das Aussehen und typische Verhalten der einzelnen Meeressäuger, so dass auch Laien bei einer Sichtung erkennen, „wen“ sie vor sich haben. Darüber hinaus gibt Fabian Ritter Tipps, wie sich Whale-Watcher und Bootsführer verhalten sollen, um die Tiere möglichst wenig zu stören.

 

Detaillierte Illustrationen auf jeder Bestimmungsseite von Diplombiologin Katrin Wähner. Foto: La Palma 24

Denn die Cetaceen sind gefährdet. Nicht nur durch die zwölf Millionen Touristen, die jedes Jahr auf die Kanaren strömen. Ritter: „Es ist leider so, dass die Gewässer der Kanaren kaum geschützt werden, weder in Hinsicht auf den Tourismus, den Verkehr der Schnellfähren, den Umweltschutz oder die Fischerei.“ So beschäftigen sich eigene Kapitel in seinem Bestimmungsführer auch mit den Risiken für Wale und Delfine sowie mit vorhandenen und geplanten Schutzgebieten. Aber nicht nur theoretisch – der Autor gibt auch ganz praktische Tipps, wie jeder einzelne zum Schutz der Meere beitragen kann. „Es ist nicht nur Sache der Politker zu handeln“, erläutert der Meeresbiologe die Botschaft seines Buches. „Das kann jeder auch auf eigene Verantwortung tun, Tag für Tag.“

Identifizierung leicht gemacht: Beschreibung des Indischen Grindwals in Wort und Bild. Foto: La Palma 24

Schlussfrage: Haben Sie den Meeressäuger auf unserem Aufmacher-Foto oben erkannt? Es handelt sich um einen Indischen Grindwal, die typischste Walart auf den Kanaren. Mehr über den Globicephala macrorhynchus findet sich im Bestimmungsführer von Fabian Ritter.

Fabian Ritter: Engagement für Wale und Delfine. Foto: M.E.E.R.

Interview mit dem Autor

La Palma 24: Herr Ritter, warum sind Sie Meeresbiologe geworden?

Fabian Ritter: Aufgrund meiner Begeisterung für das Meer und die Natur allgemein, später haben mich vor allem Delfine fasziniert. Ich bin ein Fan dieser Tiere, vielleicht auch, weil ihre Erforschung eine so große Herausforderung darstellt.

La Palma 24: Weshalb haben Sie sich auf die Kanaren und insbesondere auf La Gomera spezialisiert?

Fabian Ritter: Das ergab sich, als ich 1995 den damaligen Whale-Watching-Anbieter ”Club de Mar” auf La Gomera kennenlernte und ihm eine Kooperation vorschlug. Daraus entwickelte sich das Projekt „M.E.E.R. La Gomera“. Es ist inzwischen ein international anerkanntes Best-Practice-Beispiel für nachhaltigen Walbeobachtungstourismus und wurde 2001 mit dem „Tourismus- und Umwelt-Preis“ des Deutschen Reisebüro- und Reisveranstalterverbandes ausgezeichnet.

La Palma 24: Was ist das besondere an diesem Whale-Watching?

Preisgekröntes Whale-Watching auf La Gomera: Kleine Boote stören die Cetaceen am Wenigsten. Foto: M.E.E.R.

Fabian Ritter: Wir fahren mit kleinen, ehemaligen Fischerbooten hinaus, und die Teilnehmer erhalten wissenschaftliche Informationen über die Meeressäuger und Anleitungen, wie man sich bei Sichtung der Tiere verhalten soll. Zudem bekommen die Gäste ausführliches Info-Material, können Vorträge besuchen und sich die dreisprachige M.E.E.R.-Ausstellung in den Räumen von OCEANO, dem heutigen Whale-Whatching-Anbieter, ansehen.

La Palma 24: Dieses Projekt ist aber nicht das einzige, an dem Sie arbeiten…

Fabian Ritter: Nein, der Verein M.E.E.R. ist ein Teil meiner Arbeit. Außerdem nehme ich regelmäßig an Konferenzen, zum Beispiel an denen der ”Internationalen Walfang Kommission” teil, und arbeite als wissenschaftlicher Berater und Lektor bei Expeditionskreuzfahrten. Neuerdings bin ich auch für die Whale- und Dolphin Conservation Society, kurz bekannt als WDCS, tätig, und dann beschäftigen mich natürlich meine Bücher…

La Palma 24: Wieviele Bücher sind denn schon von Ihnen erschienen?

Fabian Ritter: 2004 habe ich das Buch „Wale beobachten“ und 2007 das Buch „Wale erforschen“ veröffentlicht – beide im Conrad-Stein-Verlag, wobei sie über Amazon.de bestellt werden können. Mein neues Buch „Wale und Delfine der Kanarsichen Inseln“ hat der Projekte-Verlag Cornelius in Halle herausgegeben.

La Palma 24: Es ist in Deutschland ja schon im Buchhandel erhältlich und Internet-Vertriebe wie Amazon bieten es an. Kann man den Bestimmungsführer auch direkt auf den Kanaren kaufen?

Fabian Ritter: Ich bin dabei, einen Vertrieb über die Kanaren anzuschieben, was aus Deutschland recht schwierig ist. Ich hoffe, eine Reihe von Buchhandlungen für den Verkauf zu gewinnen…

La Palma 24: Wie können sich interessierte Geschäfte oder auch Journalisten auf den Kanaren mit Ihnen in Verbindung setzen?

Fabian Ritter: Am besten treten sie direkt mit dem Projekte-Verlag-Cornelius in Halle an der Saale in Kontakt. Dort können auch kostenlose Rezensionsexemplare bestellt werden. Die Internet-Adresse ist http://www.projekte-verlag.de. Telefonische Bestellungen sind auch möglich, die Nummer ist 0049-0345-6 86 56 65.

La Palma 24: Herr Ritter, Sie sind ein fleißiger Mann. Gibt es noch mehr Bücher-Ideen?

Fabian Ritter: In der Tat, mein viertes Buch, ein Bildband über La Gomeras Meereswelt, liegt bereits vor, ich suche jedoch noch nach einem Verlag. Ein fünftes ist in der Entstehungphase, der Titel steht noch nicht fest, aber das Thema wird der Schutz der Meere sein.

Alle, die sich für Cetaceen interessieren, finden weitere Artikel zu diesem Thema in unserem Archiv, Kategorie ”Wale und Delfine”.

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La Palma: Traditionelle Sportarten auf den Kanaren

Hirtensprung: Sportliches Downhill von La Palmas Höhen. Foto: Cabildo de La Palma

Faire Ringer, springende Hirten und schnelle Rindviecher

Auf La Palma wird wie überall auf der Welt Sport getrieben. Doch neben Fußball, Laufen, Radeln und anderen „normalen” gibt es hier auch außergewöhnliche Arten der Körperertüchtigung. Schon mal was von “Lucha Canaria”, “Salto del Pastor” oder “Riego de Calabazo” gehört?

Lucha Canaria: Alfredo Martín (links), einer der berühmtesten Luchadores von La Palma beim Kampf.

Fast alle sogenannten bodenständigen Sportarten auf den Kanaren wurden von den Ureinwohnern “erfunden”. So haben sich auch die “Benahoariten” auf La Palma nach Expertenschätzungen bereits vor der Eroberung durch die Spanier im Ringkampf gemessen. Die Weiterentwicklung dieser Tradition heißt auf den Inseln heutzutage “Lucha Canaria”. An die 5.000 “luchaderos” in rund 100 Vereinen wresteln kanarenweit – und auch auf La Palma gibt es zahlreiche Clubs, die dem “Kanarischen Ringkampf” frönen. Taktik: In einem zehn Meter durchmessenden Sandkreis versuchen zwei Kämpfer, sich aus dem Gleichgewicht zu bringen – allerdings nur durch Schieben, Drücken, Drängen oder Zerren – Schläge, Tritte oder aggressive Techniken wie der Schwitzkasten sind verboten. Ziel: Der Gegner muss mindestens zweimal mit einem anderen Körperteil als mit den Füßen den Boden berühren.

Lucha Canaria: Wer zweimal den Boden mit einem anderen Körperteil als den Füßen berührt, ist der Verlierer. Foto: Lexthoonen/Wikipedia

Der “Lucha Canaria” ist ein Mannschaftssport. Meist treten zwei Teams mit je zwölf Ringern gegeneinander in verschiedenen Kategorie- und Gewichtsklassen an, außerdem gibt es Gruppen- oder Dreieckskämpfe. Jede Paarung muss drei Runden in den Kreis – Sieger ist, wer zwei Runden gewinnt. Der Sieger fordert die Gegner solange weiter heraus, bis er unterliegt oder auch nicht – im letzteren Fall ist er der Champion der gesamten Begegnung. Seit 2009 ist der “Lucha Canaria” als Sportart anerkannt und im Verband “Federación de Lucha Canaria” zusammengeschlossen. Die Wettkampfsaison auf La Palma beginnt am 22. Januar. Die einzelnen Termine und Austragungsorte gibt die Tagespresse bekannt.

Salto del Pastor - wer hat´s erfunden? Die Ureinwohner. Foto: La Palma 24

Nachweislich auf die Ureinwohner zurückgeführt werden kann der “Salto del Pastor”. Freilich haben die “Benahoariten” den „Hirtensprung“ dereinst nicht aus sportlichen, sondern aus praktischen Gründen entwickelt. Denn auf den bergigen Kanareninseln wie La Palma, La Gomera und El Hierro schwangen sich die Viehhirten mit Hilfe eines Lanzenstrocks mühelos und schnell über Stock und Stein. “Salto” heißt Sprung und “Pastor” bedeutet Hirte – so entstand der Name “Salto del Pastor“.

Salto del Pastor: mühelos über Stock und Stein mit der Lanze. Foto: Cabildo de La Palma

1994 wurde der erste Verein gegründet, 2001 der kanarische Dachverband “Salto Del Pastor Canario” ins Leben gerufen, und heute ist der Hirtensprung ein weitverbreiteter Volkssport. Die Wettbewerbe umfassen verschiedene Disziplinen. Dabei müssen die Sportler Präzisionssprünge oder Stilübungen abliefern, Mauern überwinden oder so schnell wie möglich eine Klippe hinunterlanzen. Doch egal wie gut die Hirtenspringer von heute sind, den berühmtester Klippenlanzer aller Zeiten können sie nicht schlagen, denn er ist eine Legende. Diese erzählt von einem schwerverliebten Jüngling aus Puntallana im Osten von La Palma. Der wollte bei seiner Angebeteten mit einer Mutprobe punkten, die ihresgleich sucht: Der junge Hirte schwang sich im Halbkreis über den Abgrund einer Klippe im Bezirk La Galga, wobei er sich mit den Händen an seiner im Boden steckenden Lanze festhielt. Zweimal ging die waghalsige Geschichte gut, weil der Junge während des Sprungs  „im Namen der Heiligen Jungfrau“ rief. Beim dritten Anlauf sagte er stattdessen „Im Namen meiner Herzensdame“. Aber man sollte kein Risiko ohne himmlischen Schutz eingehen – der Glücksritter landete im Meer anstatt in den Armen seiner Auserwählten.

Juego de Palo: Geschwindigkeit und Geschicklichkeit sind Trumpf! Foto: Cabildo de La Palma

Ein Holzstab – allerdings ohne aufgesetzte Lanze – kommt auch beim „Juego del Palo“ zum Einsatz. Das „Spiel mit dem Schlagstock“ stammt von den Ureinwohnern, wurde von Generation zu Generation weitergegeben und wird heute sogar an den palmerischen Schulen gelehrt. Die Spieler messen sich in drei „Stockklassen“ – klein, mittel und groß. Es geht vor allem um Geschicklichkeit, die tempogeladenen Begegnungen muten fast tänzerisch an. Sehr gute Spieler bewegen sich dabei fast nicht von der Stelle.

Riego de Calabazo: Kraftraubender Sport für starke Männer. Foto: Cabildo de La Palma

Viel Bewegung lautet dagegen das  Motto beim “Riego de Calabazo”. Denn bei der “Kalebassen-Wässerung” schöpfen die Sportler mit Hilfe eines ausgehöhlten Kürbisses um die Wette. Ziel des kraftraubenden Sports: Es gewinnt, wer ohne abzusetzen am meisten Wasser von A nach B transportiert, oder wer als erster einen 500-Liter-Behälter mit der kleinen Kürbisschale vollmacht.

„Riego de Calabazo“ entstand wie auch der „Salto del Pastor“ aus der Problematik der gebirgigen Landschaften auf La Palma. Mit der durch einen Stock verlängerten Schale konnten die Bauern das Wasser leicht von einer Terrasse auf die andere transportieren. Der daraus entwickelte Wettbewerb kann heutzutage nur noch bei Festen in Argual, einem Stadtteil von Los Llanos im Westen von La Palma, angeschaut werden.

Arrastre de Ganado: Wer animiert seine Rindviecher zum schnellsten Lauf? Foto: Cabildo de La Palma

Ein beliebter Sport unter Landwirten ist der „Arrastre de Ganado“. Beim „Viehziehen“ muss der Bauer seine Rinder dazu animieren, einen schwer beladenen Karren so schnell wie möglich die 70 Meter lange Strecke vom Start ins Ziel zu schleppen. Der Wettstreit teilt sich geschlechtsspezifisch auf: Kühe kriegen zwischen 600 und 800 Kilo aufgeladen, Stieren bindet man 800 bis 1.100 Kilo ans Joch. Bekannteste „Arrastres de Ganado“ auf La Palma: Während der Juni-Fiesta in Garafia (Viehmarkt von San Antonio Del Monte) oder während der Feria in San Isidro.

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La Palma: Silvester 2012 – witzige Bräuche und Fiestas

Hier knallen nicht nur die Korken durch

Wenn auf La Palma das Neue Jahr eingeläutet wird, haben alle den Hals voll. Die fruchtige Verstopfung des Schluckmuskels mit dem Ziel der Wunscherfüllung ist allerdings nur einer von drei durchgeknallten Silvesterbräuchen auf der nordwestlichsten Kanareninsel.

Spanier für einen Tag: Palmeros beim EM-Sieg des iberischen Teams. Foto: La Palma 24

Die Bewohner der kanarischen Inseln legen größten Wert darauf, sich vom Festland abzugrenzen. Als „Spanier“ fühlen sich die „Canarios” nur in Ausnahmefällen. Etwa, wenn das iberische Team wie 2010 in Südafrika Fußball-Europameister wird - und dann noch an Silvester. Denn Bräuche wie Glückstrauben, Ringe im Sekt und rote Unterwäsche werden von allen Menschen – egal wo in Spanien – zum „Fin de Año“ begeistert zelebriert.

Puerta del Sol in Madrid: Traubenwürgen zu den Schlägen der Turmuhr. Foto: SantiagoDiazWikipedia

 

 

 

Das hat seinen Grund, schließlich liefert vor allem die Tradition der „Uvas de la Suerte“ überaus heitere Szenen. Dabei stopfen sich die Spanier auf dem Festland  zwölf „Glückstrauben“ zum vom Fernsehen landesweit ausgestrahlten Läuten der Turmuhr an der „Puerta del Sol“ in Madrid in den Hals. Dabei wünschen sie sich was, das – natürlich – in Erfüllung geht. Voraussetzung ist allerdings, dass alle „Uvas de la Suerte“ bis zum letzten Glockschlag durch den Schlund gewürgt werden. Weil das selbst mit kleinen oder schon enthäuteten Weinträubchen alles andere als einfach ist und in der Vergangenheit so manchen Erstickungsanfall ausgelöst hat, bimmelt die Madrider Uhr seit ein paar Jahren nicht mehr nur 12, sondern 36 Sekunden lang.

Aktuelle Crew der ISS: Startet zusammen mit La Palma ins Neue Jahr. Foto: NASA/Wikipedia

Aber La Palma liegt halt „jenseits von Afrika“ und damit nicht in der Mitteleuropäischen Zeitzone (MEZ). So wird das Neue Jahr auf den Kanarischen Inseln eine Stunde später als in Spanien um 1 Uhr MEZ eingeläutet – ebenso wie beispielsweise in Gambia, Marokko, England oder auf der Raumstation ISS. Fazit: Palmeros können ihre Glückstrauben nicht im Live-Takt der Madrider Turmuhr schlucken. Macht aber nichts – die kanarischen Radio- und Fernsehsender übertragen ihr eigenes Geläute. Das dauert von Jahr zu Jahr unterschiedlich lang. Grund: Jedes Silvester ist eine andere Kirche an der Reihe, und eine einheitliche Regelung für das Gebimmel gibt es weder auf dem Festland noch auf den Kanaren.

An Silvester wird´s hektisch: Glückstrauben-Schlingen macht Wünsche wahr. Foto: La Palma 24

So stört sich auch auf La Palma niemand daran, dass in vielen Bars und Restaurants CDs aufgelegt werden, die zwölf Glockenschläge im schnellen 1-Sekunden-Takt wiedergeben. Trotz akuter Lebensgefahr in diesem engen Zeitrahmen ist der Spaßfaktor groß. Und selbst Urlauber, denen die hektische Schlingerei zunächst spanisch vorkommt, greifen begeistert zu den Trauben, die die Wirte an Silvester gratis reichen. Gegen die lebenslang trainierten palmerischen Profis haben sie jedoch meist keine Chance. Übrigens: Die Stars unter den Würgern behaupten, sie könnten die Glückstrauben-Geschichte selbst in Japan durchziehen. Dort silvesterdongts bereits um 16 Uhr MEZ geschlagene 108 Mal aus buddhistischen Tempeln. Grund für den langanhaltenden Krach: Die 108 bösen, im Lauf des alten Jahres in den Menschen angesammelten Leidenschaften halten das Gebimmel nicht aus und machen, dass sie wegkommen.

Goldener Ring im "Zorongo": Liebesglück 2012 garantiert. Foto: La Palma 24

Ganz im Gegensatz zu Nippon wünscht man sich auf La Palma die Leidenschaften zum Jahreswechsel fröhlich herbei. Dazu werfen alle, die das Traubenschlucken unbeschadet überstanden haben, einen goldenen „Liebes-Ring“ ins Neujahrs-Sektglas. „Stößchen“ sagt man dabei gerne mal mit einem „Zorongo“. Das ist der einzige „inseleigene“ Sekt, fruchtig-frisch produziert von der Kellerei „Tendal“.

Was tragen die Señoras - und vielleicht sogar die Señores - unter ihren schicken Silvester-Roben? Foto: La Palma 24

Glück in der Liebe “garantiert” ein weiterer Brauch auf La Palma, der sich jedoch entweder gar nicht zeigt oder nur beim ganz genauen Hinschauen kurz hervorblitzt. Denn nur wenige der zum „Fin de Año“ aufwändig gestylten palmerischen Señoras lassen durchblicken, dass sie unter ihren schicken Abendroben noch was viel Schickeres tragen. Insider und ausverkaufte Wäscheläden wissen allerdings Bescheid: Rote Dessous sind in der „Noche Vieja“ ein Muss.

Silvester in Puerto Naos: Party in den Bars ab 24 Uhr. Foto: La Palma 24

Ebenso bedeckt wie die rote Unterwäsche beginnt die letzte Nacht des alten Jahres auf La Palma. Zunächst trifft man sich zuhause oder im Restaurant zum festlichen Tafeln. Urlauber gewinnen in den frühen Abendstunden den Eindruck, an Silvester wäre auf der Insel der Hund begraben. Aber es ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Gegen Mitternacht, wenn die Silvester-2012-Beginner in Neuseeland nach 13 Stunden Party schon wieder ermattet in der Koje liegen, geben die Palmeros Vollgas. Korken und Musik knallen auf öffentlichen Plätzen der Insel, viele Bars machen jetzt erst auf – und dann tanzt der Bär bis in den Morgen. Wer auf La Palma am Neujahrstag bis 11 Uhr MEZ durchhält, kann noch eine Weile gemeinsam mit Samoa feiern. Denn dann erst startet der Inselstaat im Südpazifik als letzter der Erde ins Jahr 2012.

Fin de Año in Puerto Naos: Carlos macht gegen Mitternacht auf. Foto: La Palma 24

Da viele Urlauber den Jahreswechsel im Badeort Puerto Naos verbringen, ein paar Tipps zu Silvester. Gehen Sie vor Mitternacht gemütlich ins Restaurant und wundern Sie sich nicht, dass viele Bars geschlossen haben. Einige von ihnen eröffnen ihren Betrieb zum Jahreswechsel 2012 erst gegen 24 Uhr. Fest zugesagt hat dies bereits „Carlos“, ungewiss ist noch, ob die „Bodega“ silvesterfeiert. Klar ist – wie in jedem Jahr – dass bei Minggi in der „Bar Caotico“ wieder die Korken knallen – und im „El Churro“ feiern die ganz Harten wie üblich bis in die frühen Morgenstunden.

 

 

 

Hier einige der offiziellen Fiestas zum Jahreswechsel auf La Palma:

Santa Cruz, ab 23.30 Uhr: „Gran Fiesta Fin de Año“, Terrassen am Meer.

Los Llanos, ab 23 Uhr: Silvesterparty mit DJ Michael Vilar, Plaza de España.

Tazacorte, ab 23 Uhr: Neujahrsfest in der Calle 1 de Mayo mit DJ.

Barlovento, ab 0.15 Uhr: Party mit Tanzmusik im „Centro de Día“.

San Andrés y Sauces, ab 24 Uhr: Fiesta mit dem Orchester Salsaludando, Plaza de Montserrat.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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La Palma: Weihnachtsbräuche und Krippenbau

Alles wartet auf die Heiligen Drei Könige

Der Nikolaus beziehungsweise das Christkind kommen auf der ganzen Welt zu verschiedenen Zeiten in die Häuser der Menschen geschneit und werden mit unterschiedlichen Gebräuchen empfangen. Auf La Palma bewahrt man trotz der vielen Einflüsse, denen eine Urlauberinsel ausgesetzt ist, die alten Weihnachtstraditionen. Eine davon ist etwas ganz Besonderes: in mühevoller Kleinarbeit bauen die Palmeros kunstvolle Weihnachtskrippen – die „Belenes“.

Weihnachtssterne auf La Palma: nicht nur in Töpfen... Foto: La Palma 24

Weihnachtskulturen aller Herren Länder vermischen sich auf der Urlauber- und Auswandererinsel La Palma. So suchen und finden zum Beispiel die Deutschen Restaurants, die an Heiligabend Wildspezialitäten oder sogar Gänsebraten mit Rotkohl servieren. Auch Christbäume flimmern bunt in den Wohnzimmern, denn sie haben auf La Palma Tradition. „Heute stellen wir künstliche Weihnachtsbäume auf“, berichtet Gladys. „Früher nahm man Kanarische Kiefern, aber die stehen inzwischen unter Naturschutz.“

Was lehnt denn da an der Tür im Blumenladen an der Plaza von Los Llanos? Eine echte Tanne! Foto: La Palma 24

Dennoch werden in diesem Jahr einige wenige ”echte” Christbäume ihren Wohlgeruch zum “Fest der Liebe” auf La Palma verströmen: Eine Gärtnerei in Los Llanos bietet Tannen an - importiert aus Holland. “Die meisten werden von Deutschen gekauft”, berichtet die freundliche Verkäuferin. Nur einige wenige würden von Palmeros erstanden. Vielleicht spielt ja auch der Preis eine Rolle – das Tännchen kostet stolze 63 Euro. Wesentlich günstiger und sehr beliebt sind dagegen die „Flores de Pascua“ – eingetopfte Weihnachtssterne, die schon in der Adventszeit fröhlich-bunte Tupfen in die Zimmer bringen. Und absolut gratis ist der Anblick der Weihnachtsstern-Büsche, die jetzt auf La Palma in vielen Gärten wild prachtvoll blühen.

Plastik-Nikoläuse an den Fassaden: das mögen nicht alle Palmeros. Foto: La Palma 24

Von Jahr zu Jahr nimmt die Auswahl der Weihnachtsaccessoires in den Läden zu, allerorts hängen Lichterketten, und Plastik-Nikoläuse erklimmen in zunehmender Anzahl die Fassaden und Terrassen der Häuser. „Das gefällt mir nicht“, lehnt Gladys diesen importierten Deko-Gag wie viele ihrer palmerischen Landsleute ab. Grund: Auf La Palma hat der Weihnachtsmann keine Tradition, denn Santa Claus verlässt Spanien schon Ende November und reist per Schiff nach Holland. So feiert man auf La Palma am 6. Dezember nicht den Nikolaus, sondern den Tag, an dem 1978 per Volksabstimmung die spanische Verfassung abgesegnet wurde. Logisch, denn der Nikolaus weilt dann bereits in den Niederlanden. Immer am letzten Novembersamstag schifft sich „Sinterklaas“ in die Hafenstädte ein, reitet anschließend mit seinem Knecht „Zwarten Piet“ über die Dächer und verteilt Geschenke.

Weiße Weihnachten auf La Palma: dieses Jahr wohl nicht, zur Zeit herrschen Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad... Foto: La Palma 24

So startet der palmerische Weihnachtsreigen eigentlich am 8. Dezember, dem „Tag der unbefleckten Empfängnis“. Am 24. Dezember, wenn das Christkind in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Geschenke bringt, trifft man sich auf La Palma lediglich zu einem Abendessen im Familienkreis.

 

Weihnachtskorb mit "Polvorones": pulvrig-zart und zuckersüß. Foto: La Palma 24

 

„Dabei servieren wir traditionelle Gerichte wie Zicklein oder Schweinefleisch in Soße zum Hauptgang“, erklärt Gladys den Auftakt der „Noche Buena“, wie der Heiligabend hier genannt wird. „Zum Nachtisch gibt es Turrones, das sind Süßspeisen aus Mandeln, Honig, Zucker und Ei.“ Als klassische Weihnachtsplätzchen genießt man auf La Palma die sogenannten „Polvorones“ – wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hier um pulvriges Süßgebäck, das auf der Zunge zergeht. Nach dem Familiendinner besuchen die religiösen Palmeros in der Heiligen Nacht um 24 Uhr die „Misa de Gallo“. Die „Messe des Hahns“ geht auf eine alte Fabel zurück. Diese berichtet, dass der Chef der Hühner als erster die Geburt Christi verkündet habe.

Kleine Palmeras und Palmeros müssen geduldig warten: Geschenke gibt es erst am 6. Januar. Foto: La Palma 24

Am 25. Dezember ist auf La Palma Feiertag – am 26. Dezember geht der Alltag weiter. Denn auf der Insel wartet alles auf die Heiligen Drei Könige – die „Reyes“. Der 6. Januar ist das Weihnachts-Highlight, denn jetzt endlich gibt es Geschenke. Das lange Warten fällt den Kindern auf La Palma besonders schwer. Schließlich dürfen ihre aus Nordeuropa eingewanderten Freunde und Klassenkameraden schon am Heiligabend auspacken. „Aus diesem Grund schenken wir den Kindern inzwischen manchmal schon am 24. Dezember eine Kleinigkeit“, erzählt die gebürtige Palmera Gladys, die Mutter eines kleinen Sohnes und mit einem deutschstämmigen Mann verheiratet ist.

Die "Reyes": kunstvoll modelliet in der Weihnachtskrippe Los Llanos 2011. Foto: La Palma 24

Das ändert freilich nichts am freudigen Emfpang der Heiligen Drei Könige. In der Inselhauptstadt Santa Cruz, in Los Llanos, Breña Baja und El Paso spazieren Caspar, Melchior und Balthasar bei feierlichen Umzügen durch die Straßen, und die Kinder übergeben ihnen ihre Wunschzettel. Zuvor stellen sie zuhause Wasser und Kräuter bereit – das Weihnachtsdinner für die Kamele der Drei Weisen aus dem Morgenland – auf die „Reyes“ selbst warten in den Häusern Schalen mit Turrones und Polverrones. Bei soviel Aufmerksamkeit klappt es dann auch mit den Geschenken, die traditionell unterm „Arbol de Navidad“ – dem Weihnachtsbaum liegen.

Gratis zu besichtigen und immer gut besucht: Die "Belén" 2011 an der Plaza von Los Llanos. Foto: La Palma 24

Der Besuch der Heiligen Drei Könige in Bethlehem ist denn auch der Dreh- und Angelpunkt für eine der beeindruckendsten Traditionen auf La Palma: die „Belenes“. Diese Weihnachtskrippen thematisieren weit mehr als die klassische Szene mit Jesuskind, Maria und Josef samt Tieren im Stall. Ganze Landschaften der Kanareninsel, mit Dörfern, Menschen, Fauna und Flora basteln die „Belenistas“ im Miniaturformat. „An Design und Konstruktion der Krippen arbeiten wir das ganze Jahr“, so die „Asociación de Belenistas San Francisco de La Isla de La Palma“.

Schutzheiliger der "Belenistas": Franz von Assisi. Foto: Wikipedia

Viele Krippenbauervereinigungen in Spanien tragen wie die aus La Palma den Namen des Heiligen San Francisco im Namen. Auf deutsch sagt man Franz von Assisi, der mit bürgerlichem Namen Giovanni Battista Bernardone hieß und als Begründer des Krippenbaus gilt. Grund: Anno 1223 stellte der später heiliggesprochene Italiener im Wald von Greccio die Bethlehem-Szene erstmals mit Menschen und Tieren nach. Diese Idee einer „lebenden“ Krippe war Anlass genug für den Vatikan, San Francisco 1986 zum Schutzheiligen der Krippenbauer zu küren.

Der Stall von Bethlehem: Krippenszene Los Llanos 2011. Foto: La Palma 24

Die sind darauf natürlich mächtig stolz und betonen, dass der „Beruf des Belenistas“ nicht von jedermann ausgeübt werden könne: „Unsere Leute haben Kenntnisse in Geschichte, Brauchtum, Design, Malerei, Elektrizität, Flaschnerei und Zimmerei“. Profundes Wissen mischt sich dann noch mit jeder Menge Idealismus. Die Krippenbauer erzählen, dass sie nahezu ihre gesamte Freizeit in dieses Hobby investieren. Ziel: „Wir wollen der Belén Leben einhauchen – und wir laden alle ein, daran teilzuhaben.“ Dazu bieten sich auf La Palma unglaublich viele Möglichkeiten, denn es gibt eine regelrechte „Ruta de Belenes“. Die „Krippentour“ erstreckt sich über Kirchen, Rathäuser und Kulturstätten überall der Insel. Eines der größten Exponate entdecken Liebhaber etwa in Los Llanos an der Plaza de España. Gleich neben dem Rathaus im offenen Untergeschoss der Casa Cultura ist die Belén für jeden frei zugänglich.

Los der "Loteria de Navidad": Wer schnappt in diesem Jahr den "Gordo"? Foto: La Palma 24

Last but not least darf die inzwischen weltbekannte „Lotería de Navidad“ nicht unerwähnt bleiben. Schließlich kaufen auch die Palmeros jedes Jahr begeistert die Lose der spanischen Weihnachtslotterie – und der „Gordo“ – das ist der „dicke“ Hauptgewinn – ging auch schon mal auf die Insel. So sitzen ganz Spanien und ganz La Palma am 22. Dezember gebannt vorm Fernseher. Drei Stunden lang wird ausgelost, wobei ein Kinderchor seit dem Jahr 1812 die Gewinner singend verkündet. Die „Lotería de Navidad“ gibt es allerdings schon länger. Anno 1763 wurde sie von König Karl III ins Leben gerufen und dürfte somit die älteste Lotterie der Welt sein. Der alte Karl hatte allerdings weniger Weihnachtliches im Sinn. Sein Ziel war, seine leere Staatskasse aufzufüllen. Doch wie auch immer – die „Lotería de Navidad“ ist bis heute für alle ein Riesenspaß und legt vielen Menschen im wirtschaftlich gebeutelten Spanien ein vielleicht dringend benötigtes Geschenk untern Baum.

"Fröhliche Weihnachten!" wünscht La Palma 24.Tipp für Urlauber, die Weihnachten auf La Palma verbringen: Schauen Sie doch mal in die Internetzeitung „Revista de La Palma“. Dort gibt es eine Seite, die kulturelle Weihnachtsevents und die „Krippen-Tour“ rings um die Insel auflistet. In diesem Sinne wünscht auch La Palma 24 allen Lesern: „Feliz Navidad!“

 

 

http://www.larevistadelapalma.com/category/agenda-de-ocio-y-cultura/navidad-2/

 

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La Palma – Teneriffa: Wale und Delfine Teil 2 – Delfinarien – Free-Morgan-Action scheitert – Walmädchen im Loro-Parque

Darf man “die Menschen des Meeres” gefangenhalten?

Nach dem Artikel von La Palma 24, der das Pro und Kontra von Whale-Watching in den Meereswelten der Kanarischen Inseln unter die Lupe nahm (siehe Archiv November 2011), geht es nun um Delfine in Gefangenschaft. Vorwiegend Große Tümmler und Orcas, die beide zoologisch zur Gruppe der Delfine und die wiederum zu den Zahnwalen gehören, tanzen in den Show-Parks nach der Pfeife des Menschen. Welch unnatürliches und lebensverkürzendes Dasein die Meeressäuger in diesen Einrichtungen fristen, beschreibt eine neue  Studie zweier ehemaliger Seaworld-Trainer. Dabei halten es zuständige Wissenschaftler heute für erwiesen, dass die Delfine empfindsame, intelligente Lebewesen mit Selbstbewusstsein sind – die Gegenstücke des Menschen im Wasser.

Große Tümmler in Freiheit. Foto: Millard-Dawe/WDCS

Meeresbiologen und Ärzte, aber inzwischen auch Wissenschaftler anderer Fakultäten, stellen die Delfinarien an den Pranger: „Ist der aktuelle Stand der Interaktion zwischen Mensch und Delfin ethisch akzeptabel?“ hat sich etwa der Philosoph Thomas I. White gefragt. Nach intensivem Studium der Cetaceen zog der Professor in Business Ethics an der Loyola Marymount University Los Angeles, Kalifornien, ein aufsehenerregendes Fazit: „Delfine sollten als nichtmenschliche Personen betrachtet werden“. Dementsprechend sei es falsch, die Meeressäuger zu fangen, zu  verletzen und zu töten. Und so vergleicht White das aktuelle Verhältnis von Mensch zu Delfin mit der„Beziehung zwischen Weißen und Schwarzen vor zwei Jahrhunderten“.

Orca in Freiheit. Foto: Sato/WDCS

Vor rund 200 Jahren blickte auch der damals als gelehrtester Mann der Welt gehandelte Alexander von
Humboldt um rund 200 Jahrhunderte zurück und machte 1799 während seiner
Teneriffa-Reise diesen Tagebucheintrag: „Im 15. Jahrhundert holten sich fast
alle Handelsvölker Sklaven… zu jener Zeit hatte man noch nicht zu beweisen
versucht, dass der Neger ein Mittelding zwischen Mensch und Tier ist“. Das war damals der neueste Stand der Erkenntnis, den wir im Jahr 2011 schlicht als rassistisch
betrachten. Könnte es also sein, dass unsere Nachfahren in 200 Jahren unsere
heutige Einstellung zu Walen und Delfinen ebenso bewerten und uns für arrogant
und borniert halten werden?

Einiges spricht dafür – immerhin liegen unserer Generation Beweise vor, dass Delfine fortgeschrittenes Bewusstsein und Moralverständnis zeigen – Eigenschaften, die traditionell nur dem Menschen zugeschrieben werden. Delfine nehmen ihre Umwelt bewusst war und erkennen sich selbst. Sie zeigen Freude, Trauer und andere Gefühle. Sie lösen komplexe Probleme und lernen durch abstraktes, innovatives und kreatives Denken. Sie gebrauchen Werkzeuge, und sie arbeiten mit Grundelementen der menschlichen
Sprache wie beispielsweise Grammatik. „Der beste Beweis ist jedoch ihr hoher Level an sozialer Intelligenz“, so Thomas White. „Delfine kooperieren miteinander, sie vermeiden es, dass Aggressionen außer Kontrolle geraten, und sie wenden viel Zeit und Energie auf, um enge Bindungen zwischen den Gruppenmitgliedern zu schaffen.“

Wichtig für Delfine: das Zusammenleben mit der Familie. Foto: Fancy

So leben die Meeressäuger in Freiheit in hochkomplexen sozialen Gemeinschaften – und das ihr ganzes Leben lang. „Nicht zuletzt deshalb ist es grausam sie einzusperren“, kommt der Meeresbiologe Fabian Ritter vom Verein M.E.E.R. Berlin auf das Zusammenpferchen von Delfinen unterschiedlicher Schulen in Tierparks zu sprechen.  „Denjenigen, die nicht in Gefangenschaft geboren wurden, ist die Gruppe unbekannt, ihnen fehlen Familie und soziale Partner, und sie sprechen vielleicht sogar einen anderen Dialekt.“ Sprich: Sie sind mit „Fremden“ zusammengesperrt – und das auf engstem Raum. In freier Wildbahn legen Delfine täglich zig Kilometer zurück und tauchen mehrere 100 Meter tief. Dessen ungeachtet behauptet der Loro-Parque Teneriffa auf seiner Website, das 8 bis 12,5 Meter tiefe und 120 Meter lange Becken böte den Orcas „ein großes Zuhause, damit sie in aller Ruhe so viel sie wollen schwimmen und spielen können“.

Schwertwal Tilikum treibt im Beobachtungsbecken. Foto: TheOrcaProjekt

Wie sich das unnatürliche
Leben in Gefangenschaft auswirkt, zeigt eine neue Studie.  Der Arzt Jeffrey Ventre und John S. Jett, Biologe und Pharmakologe, kombinierten ihre Beobachtungen aus ihrer Trainerzeit
bei SeaWorld Florida mit vorhandenen Statistiken ab dem Jahr 1977 und berechneten daraus die durchschnittliche Lebensdauer in Gefangenschaft von Orcas weltweit. Schockierendes Ergebnis ihrer „Mean Duration of Captivity“ (MDC) genannten Erhebung: „Schwertwale haben eine MDC von weniger als neun Jahren, unabhängig ob sie aus dem Meer stammen oder in Gefangenschaft geboren wurden“. Zum Vergleich: Im Ozean können Orca-Bullen bis zu 30 Jahre und Orca-Weibchen deutlich über 50 Jahre alt werden.

Orca Rückenflosse: in Gefangenschaft geknickt. Foto: TheOrcaProject

Mehrere Faktoren dürften
dazu beitragen, die Lebenserwartung der eingesperrten Meeressäuger so drastisch zu verkürzen. Etwa die fehlende Bewegung in zu kleinen Becken, in denen die Orcas laut Jeffrey Ventre und John Jett „stundenlang an der Oberfläche treiben“. Tiershow Befürworter argumentieren, dies würde durch das Trainieren der Kunststücke wieder ausgeglichen. Die beiden SeaWorld-Beobachter dagegen vermuten, dass das stundenlange Dümpeln zu Lasten von Kondition und Gesundheit gehe.  Das Problem sei der Beweis: „Es gibt kaum langfristige Untersuchungen, da nur wenige gefangene Schwertwale alt werden“. Nachgewiesen ist dagegen laut Ventre und Jett, dass die aus dem Film „Free Willy“ bekannte geknickte Rückenflosse der Orcabullen vom Obentreiben kommt. Sie sei bei 100 Prozent der gefangenen Orcas zu sehen, in Freiheit dagegen nur bei circa einem Prozent. Kein Zweifel besteht überdies, dass sich die Meeressäuger in Delfinarien einen Sonnenbrand zuziehen.

Kaputte Zähne erfordern unangenehme Behandllungen. Foto: TheOrcaProject

Deshalb werden sie von ihren
Betreuern mit Sonnencreme eingerieben. Aber die medizinische Vorbeugung und Versorgung,
die oft als Argument pro Delfinarien angeführt wird, nimmt noch ganz andere Ausmaße an. Die beiden ehemaligen SeaWorld-Trainer berichten, dass die Orcas „Pillen im Morgenfutter“ bekommen – zum Beispiel gegen Entzündungen, gegen Pilze und vorsorglich etwas gegen Stress. Ventre und Jett nennen den Grund: „Stressbedingte Magengeschwüre sind bei eingesperrten Säugetieren üblich“.  Wie sich das Füttern von toten Fischen auf Mägen und Lebenserwartung von gefangenen Delfinen auswirkt, sei ebenfalls nicht detailliert erforscht – in der Natur steht lebender Fisch auf dem Speisezettel. Unklar sind auch die Effekte des „Chemie-Cocktails“ im Pool, der Gifte und Bakterien abtöten soll und von den Orcas eingesaugt wird.

Opfer eines Dominanzkampfes: Kandu V verblutete. Foto: TheOrcaProject

Stress, Langeweile und zuwenig
Auslauf gipfeln nach Expertenmeinung in Aggressionen. Die äußern sich in
verschiedenen Formen. Stufe 1: Orcas beißen nach Beobachtungen von Ventre und Jett in die Stahltore der Becken, die sie voneinander trennen, wenn sie nicht auftreten. Deshalb haben fast alle gefangenen Orcas kaputte Zähne, die sich entzünden und unangenehme Behandlungen erforderlich machen.                Aggressionsstufe 2: Kommen die Schwertwale miteinander in Kontakt, werden Ventre und Jett zufolge soziale Machtkämpfe ausgetragen – in Form von Beißen, Kratzen und Rammen. Infolge eines solchen Dominanzkampfes sei zum Beispiel das SeaWorld-Orca-Weibchen Kandu V, erst knapp zwölf Jahre alt, vor den Augen des Publikums verblutet. In Aggressionsstufe 3 greifen gefangene Orcas sogar Menschen an. Die „Whale and Dolphin Conservation Society“ (WDCS) listet auf ihrer Website 40 Zwischenfälle auf. Bekanntestes Beispiel: der Schwertwalbulle Tilikum, der in den Tod von drei Menschen verwickelt ist. 1991 fiel eine Trainerin im amerikanischen Marineland of thePacific ins Wasser und wurde von Tilikum und zwei Orcaweibchen solange unter Wasser gezogen, bis sie starb – 1992 wurde dieser Themenpark geschlossen. Tilikum kam daraufhin nach SeaWorld Florida, wo 1999 ein toter Besucher in seinem Becken gefunden wurde. Der Mann hatte sich dort über Nacht unerlaubt aufgehalten, war dem medizinischen Bericht nach ertrunken und wies Bisswunden auf.

Alexis Martínez und Dawn Brancheau. Foto: TheOrcaProject

Im Februar 2010 tötete Tilikum seine Trainerin Dawn Brancheau in SeaWorld
Florida während einer Show. Nur zwei Monate zuvor – im Dezember 2009 – brachte der Orca Keto im Delfinarium des Loro-Parque Teneriffa seinen Trainer Alexis Martínez ums Leben. Dort hatte es schon ein Jahr nach der Eröffnung 2006 einen schweren Zwischenfall gegeben, als der Schertwal Tekoa mit seiner Trainerin Claudia Vollhardt kollidierte und sie schwer verletzte.

John Jett, ehemaliger SeaWorld-Trainer, Biologe und Pharmakologe. Foto: TheOrcaProject

Die Betreiber sprechen von „Unfällen“. So behauptet SeaWorld etwa im Fall von Dawn Brancheau, Tilikum hätte sich in ihrem Pferdeschwanz verhaspelt und sie so ins Wasser gezogen. Zeugenaussagen und Filme belegen dagegen, dass er sie direkt am Arm gepackt hatte. So kommen Ventre und Jett in ihrer Studie aufgrund von Arzt- und Gerichtsmedizinerberichten zu dieser Schlussfolgerung: „Weder der Tod von Dawn Brancheau noch der von Alexis Martínez war ein Unfall, beide wiesen massive Traumas auf.“ Courtney Vail, Expertin für Gefangenhaltung bei der WDCS, war beim Hearing zwischen SeaWorld Florida und der „Occupational Health and Safety Administration“ (OSHA) zum Tode von Dawn Brancheau dabei und berichtet folgendes: „SeaWorld behauptet, Orcas wären berechenbar. Wenn das System versagt, wie es das viele Male getan hat, schiebt SeaWorld das auf Trainerfehler und macht weiter, auf einem Auge blind für die Hauptursache der Katastrophen: Der Stress der Gefangenschaft …“.

Stress ist für Orcas vor allem die Trennung von der Familie. Darauf nehmen die Betreiber der Delfinarien jedoch wenig Rücksicht, wie der „Lebenslauf“ des Orcabullen Keto zeigt: Nach seiner Geburt in SeaWorld Florida 1995 wurde er nach Angaben der WDCS nach SeaWorld Kalifornien, anschließend nach SeaWorld Texas und 2006 in den Loro-Parque verlegt – 2009 tötete er Alexis Martínez. „So zu tun, als ob das Wohlergehen der Meeressäuger nicht wichtig wäre, ist die Wurzel des Problems“, konstatiert Courtney Vail. Und der Meeresbiologe und Cetaceen-Experte Fabian Ritter ergänzt: „In freier Wildbahn ist kein einziger Fall bekannt, bei dem Orcas einen Menschen angegriffen haben“.

The Show must go on... Foto: WDCS

Warum also geht die Show
immer weiter? Warum sind selbst die bereits aggressiv aufgetretenen Schwertwale noch dabei? „Delfinarien sind ein Millionengeschäft“, verweist Meeresbiologe Ritter auf des Pudels Kern. „Über kurz oder lang gehen auch die kritischen Tiere wieder in Nutzung, sie werfen als Showstars einfach zu viel Geld ab, als dass man sie dauerhaft in Quarantäne setzen könnte, was nur Kosten verursachen würde. Delfinarien sind wirtschaftlich agierende Einheiten, und Gewinn ist meist die Handlungsmaxime.“

Walmädchen Morgan ist jetzt im Loro-Parque. Foto: FreeMorganFoundation

In dieser Hinsicht war der holländische Gerichtsentscheid vom 21. November 2011 wohl ein wertvolles Geschenk für die Betreiber des Loro-Parque. Das Gericht hatte verfügt, das im Juni 2010 vor der niederländischen Küste gestrandete Orca-Mädchen Morgan vom
Tierpark Hardewijk nach Teneriffa zu verlegen. Hochrangige internationale Experten, die sich in der „Free-Morgan-Foundation“ zusammengeschlossen hatten, sind entsetzt. Etwa Jean-Michel Cousteau: „Ich kann mir kaum vorstellen, dass man auch nur in Erwägung zieht, Morgan an eine Einrichtung zu exportieren, ohne deren Größe zu beachten, wenn ganz klar die beste Möglichkeit für Morgan ist, sie mit einem gut gemanagten Plan wieder auszusetzen.“ So hatten die Walforscher dem Gericht einen detaillierten Stufenplan vorgelegt, nach dem Morgan Schritt für Schritt in einem abgesperrten Meeresareal in Norwegen kontrolliert in die Freiheit hätte entlassen werden können. Die vom Delfinarium Harderwijk einberufenen Experten argumentierten, dies sei nicht möglich und bekamen Recht.

„Es enttäuscht uns besonders, dass gerade ein Land wie die Niederlande, das für sein humanes und tierschützerisches Engagement bekannt ist, dies zugelassen hat“, kommentierte die WDCS das Urteil. Dass das Gericht gegen eine Auswilderung entschieden hat, basiert nach Ansicht der neuseeländische Meeresbiologin und Walforscherin Dr. Ingrid Visser unter anderem auch auf „Einschränkungen im europäischen und nationalen Gesetz“.

Publikumsclowns in engen Becken: Ist das artgerecht? Foto: TheOrcaProject

Dabei spricht das europäische
Gesetz grundsätzlich Klartext: Zum einen verbietet es den Handel mit Delfinen zu kommerziellen Zwecken, zum anderen verlangt es, sie entsprechend ihrer Bedürfnisse zu halten. Da inzwischen als nachgewiesen gilt, dass Gefangenschaft die Lebenserwartung verkürzt, präsentierten die WDCS und 25 andere Nichtregierungsorganisationen den zuständigen EU-Kommissaren im Juni 2011 eine Petition „Für eine EU ohne Delfinarien“ mitsamt einem Bericht über die Zustände in 18 dieser Einrichtungen. Derzeit leben 289 Wale und Delfine in 35 Anlagen in 15 europäischen Ländern – weltweit zählt man rund 1.500 gefangene Cetaceen. Antwort der Kommissare: „Lizenzen werden von den Ländern vergeben, wir erwarten von den Autoren, dass sie mit den Mitgliedsstaaten zusammenarbeiten.“

Zwölf EU-Länder haben den Delfinarien bereits die rote Karte gezeigt, darunter England mit einst 30 Einrichtungen. In Deutschland gibt es noch drei Tiergärten mit Delfin-Shows in Nürnberg, Duisburg und Münster, wobei der Allwetterzoo Münster sein Delfinarium bis Ende 2012 schließen will. Seelöwen sollen die Schau übernehmen. Zoodirektor Jörg Adler blickt optimistisch in die Zukunft: „Ich bin guter Dinge, dass es unterm Strich keinen Attraktivitätsverlust gibt“. Dagegen argumentierte der Direktor des Nürnberger Tiergartens Dag Encke in einem Focus-Interview, dass Artenschutz nur vermittelt werden könne, wenn etwa die beliebten Delfine gezeigt würden: „Mit dieser Tierart gewinnen wir Menschen auch für andere Tiere“. Aber muss das wirklich live und in engen Becken passieren? Thomas White schlägt vor, stattdessen Filme mit Videotechnologien wie IMAX über Wale und Delfine in freier Wildbahn zu zeigen. Durch die Riesenleinwände und den sogenannten Vektions-Effekt fühlen sich die Zuschauer dabei wie Akteure im Film.

Ric O´Barry. Foto: SaveJapanDolpins

„Centro educativo al lado del mar“ – Bildungszentrum am Meer – nennt sich denn auch der Loro-Parque Teneriffa. Im gleichen Atemzug versprechen die Betreiber in ihrer Werbung die „spektakulärste Orca-Show Europas“. SeaWorld wirbt auf seiner Website ebenfalls mit dem sensationslüsternen Begriff „Killerwale“ statt Orcas für seine Shows. „Hier geht es nicht um Bildungsarbeit, sondern nur um Unterhaltung“, sagt die WDCS. Ric O´Barry, der in den 60er Jahren „Flipper“ trainiert hatte, sieht das genauso: „Delfine gehören in die Meere und nicht zu unserer Belustigung als Clowns in eine Show.“  Darüber hinaus erkennt er ein weiteres Problem: „Das Publikum lernt, dass es okay ist, die Natur zu missbrauchen. Jede intelligente Person, die eine Delfin-Show sieht, muss ehrlicherweise zugeben, dass sie ein Spektaktel der Dominanz gesehen hat. Es lehrt uns, dass Herrschaft gut und richtig ist und funktioniert.“

Der einstige Flipper-Trainer gründete 1970 das „Dolphin Project“, kämpft seitdem gegen Delfinarien und rüttelte mit seinem Oskar-prämierten Film „The Cove“ – „Die Bucht“ – eine breite Öffentichkeit für die blutige Treibjagd im japanischen Taiji wach. Bis heute scheuchen dort Kutter ganze Schulen in eine abgesperrte Bucht und schlachten die meisten Delfine ab, um ihr Fleisch zu verkaufen. Nur die schönsten Exemplare  werden verschont: „Taiji ist der weltweit größte Umschlagplatz für lebende Delfine“, berichtet der Schweizer Journalist Hans Peter Roth. Ein Bombengeschäft: „Für Große Tümmler in gutem Zustand geht man von Preisen bis zu 100.000 US-Dollar aus“, weiß Meeresbiologe Fabian Ritter. Das „Save-Japan-Dolphins-Projekt“ hat unter der Federführung von Ric O´Barry inzwischen rund zwei Millionen Unterschriften gesammelt, die US-Präsident Barack Obama und Japans Botschaft in den USA vorgelegt werden sollen, um das Massaker zu beenden.

Ric O´Barry mit "lächelndem" Delfin.

Neben diesem Projekt ist das erklärte Ziel von Ric O´Barry nach wie vor, alle Delfine und Orcas aus der Gefangenschaft zu befreien, die in freier Wildbahn als überlebensfähig gelten. Grund: Er fühlt sich mitverantwortlich für die „Liebe“ der Menschen, die den Nachfahren von Flipper zum Verhängnis wurde. Schuld daran ist nicht zuletzt deren Gesichtsausdruck, der uns glauben macht, sie lächelten. Aber Delfine “lächeln“ immer, selbst dann noch, wenn sie in Taiji geschlachtet werden. Im Blick auf gefangene Meeressäuger ist Ric O´Barry sicher, „dass sie niemals Frieden finden, solange sie nicht in Freiheit leben.“

Thomas I. White schrieb das Buch "In Defense of Dolphíns".

Das mit der Freiheit ist freilich nicht so einfach. Thomas White: „Es gibt keine perfekte Lösung für die Delfine, die aktuell inGefangenschaft leben. Für bestimmte Individuen ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie darauf trainiert werden können, wieder wild zu leben, und man sollte sie realistischerweise dort lassen, wo sie sind.“ Genehmige man jedoch keine neuen Delfinarien, erledige sich die Sache in 40 bis 50 Jahren quasi von selbst – der internationale Genpool sterbe aus. Schon jetzt haben die Delfinarien Probleme mit „frischen“ Genen, zumal aufgrund der immer kritischeren Öffentlichkeit seit langer Zeit kein Orca mehr für Show-Zwecke gefangen werden konnte. So kommt´s, dass Tilikum der Vater jeder Menge „Showstars“ ist. Auch in Teneriffa hat er zwei Söhne und eine Tochter: Keto, Tekoa und Skyla. Alle gehören übrigens SeaWorld, auch die Loro-Parque-Orcadame Kohana und das von ihr 2010 geborene und sofort verstoßene Orcababy Adán.

Der Mensch entwickelte Werkzeuge - Cetaceen emotionale Intelligenz. Foto: M.E.E.R. e.V.

Da dürften die „unverbrauchten“ Gene des erst drei Jahre alten Orca-Mädchens Morgan nicht unwillkommen sein. Delfine einzusperren, die ausgewildert werden könnten, erinnert den Arzt Jeffrey Ventre an den Film „Planet der Affen“: „Außer, dass wir diesmal die Affen sind“. Der Philosoph Thomas White regt ebenfalls zum Nachdenken an: „Andere Lebewesen verdienen nicht nur besondere Beachtung, wenn sie uns ähnlich sind – aus diesem Grund müssen wir Anthroprozentrismus vermeiden“. Dieses schöne Fremdwort sagt nichts anderes, als dass der Mensch dazu neigt, sich als das zentrale und bedeutendste Wesen im Universum zu betrachten.

Delfine: Tiere oder "Menschen des Meeres"? Foto: WDCS

Dabei überleben Wale und Delfine seit rund 50 Millionen Jahren. Die „Vormenschen“ dagegen lernten erst vor sieben Millionen Jahren aufrecht zu gehen, und der „Homo sapiens“ hat gerade mal 130.000 Jahre auf dem Buckel. Die Cetaceen haben nach Ansicht von Thomas White vor allem durch ihre emotionale Intelligenz so lange durchgehalten. Menschliche Gehirne dagegen seien mehr auf Detailwissen und Werkzeuge spezialisiert. „Wir können nicht länger behaupten, dass Delfine nur Tiere sind“, zieht Mark Simmonds von der WDCS ein Resümee. „Sie sind weit mehr als das – sie sind die Menschen des Meeres!“

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La Palma-Insider-Tipp: Edles Kunsthandwerk beim Weihnachtsmarkt in der Bar Central El Paso am 6.12.2011

Designer-Stückchen, Tapas und Wein

Handgefertigte Glasperlen von Cornelia Spork - auch in Nikolausform. Foto: La Palma 24

Der Nikolaustag fällt in diesem Jahr auf einen Dienstag. In Deutschland muss da ganz normal gearbeitet werden – doch nicht so auf La Palma. Hier ist der 6. Dezember immer ein Feiertag, Grund genug für die Macher der kürzlich in El Paso wieder neu eröffneten Bar Central, etwas ganz Besonderes auf die Beine zu stellen: den Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt, bei dem „Artesanos” der Insel ihre Designer-Stückchen präsentieren.

Nicht nur als Weihnachtsgeschenk schön: Rekonstruierte Steinkunst von Esmeralda. Foto: La Palma 24

 

Nirgendwo können Inselgäste ausgefallenere und qualitativ hochwertigere Souvenirs finden als bei den „Artesanos“. Und so wurde für den Weihnachtsmarkt in der Bar Central eine Auswahl der Kreativen mit dem staatlichen Kunsthandwerker-Ausweis eingeladen.

Schick für Groß und Klein: Delia-Design. Foto: La Palma 24

 

 

 

Sie bieten am Nikolaustag Weihnachtliches, aber auch Dekoratives, Schmuck oder Praktisches fürs ganze Jahr – in Leder, Keramik, Silber, Filz, Glas, Papier, Makramee und vielen anderen Materialen.

Extravagante Entwürfe in Silber: Artesania Quatschi.

Wer will, kann selbst Hand anlegen und sich seine Weihnachtsdekoration bei einem Bastel-Workshop unter fachkundiger Anleitung selbst kreiieren. Zur Abrundung kredenzt die Bar Central an diesem Tag neben ihren bereits bekannt leckeren Tapas weihnachtliche Spezialitäten.

Tif-Funny: Die Sterne stehn gut. Foto: La Palma 24

Der Weihnachtsmarkt öffnet seine Pforten am 6. Dezember 2011 von 16 bis 22 Uhr im Patio der Bar Central und in den Werkstatt- und Seminarräumen im 1. Stock des Gebäudes. Er gehört zum Event-Reigen, die den neuen Treffpunkt in El Paso innerhalb kürzester Zeit zum Insider-Tipp und sehr erfolgreich gemacht haben. Unter dem Motto „Tapas & Wein – Kultur & Kunst“ finden hier seit der Wiedereröffnung im Juli 2011 Konzerte und Ausstellungen statt.

Bar Cental: Treffpunkt in Sachen gutes Essen und Kultur. Foto: Bar Central

Darüber hinaus treffen sich im Patio Gruppen zum Yoga oder Salsa-Training. Geplant ist in naher Zukunft, im 1. Stock des Gebäudes Werkstätten für Kunsthandwerker zu eröffnen. Dort können Residenten und Inselgäste den „Artesanos“ beim Arbeiten über die Schulter schauen – und diese ganz besonderen Souvenirs in einem zugehörigen Laden erstehen.

Bar Central: Leicht zu finden - einfach den Schildern zum Seidenmuseum folgen, die Bar Central liegt gegenüber. Foto: BarCentral

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